Quellen der Menschheit

Rāmāyaṇa · Yuddhakāṇḍa

Sarga 38: Suvelārohaṇam Die Besteigung des Suvela

sa tu kṛtvā suvelasya matim ārohaṇam prati | lakṣmaṇa anugato rāmah sugrīvam idam abravīt ||1||

Nachdem er den Entschluss gefasst hatte, den Suvela zu besteigen, sprach Rāma, von Lakṣmaṇa begleitet, zu Sugrīva folgendes:

Wort für Wort
sa tu kṛtvā suvelasya matim
er, den Entschluss über den Suvela gefasst
ārohaṇam prati
hinsichtlich der Besteigung
lakṣmaṇānugato rāmaḥ
Rāma, von Lakṣmaṇa begleitet
sugrīvam idam abravīt
sprach zu Sugrīva dies

vibhīṣaṇam ca dharmajnam anuraktam nizā caram | mantrajnam ca vidhijnam ca zlakṣṇayā parayā girā ||2||

und zu Vibhīṣaṇa, dem rechtskundigen, treu ergebenen Nachtwandler, kundig des Rates und der Vorschrift, mit überaus sanfter Stimme:

Wort für Wort
vibhīṣaṇam ca dharmajnam
und zu Vibhīṣaṇa, dem Rechtskundigen
anuraktam niśācaram
dem treu ergebenen Nachtwandler
mantrajnam ca vidhijnam ca
kundig des Rates und der Vorschrift
ślakṣṇayā parayā girā
mit überaus sanfter Stimme

suvelam sādhu zaila indram imam dhātu zataiz citam | adhyārohāmahe sarve vatsyāmo atra nizām imām ||3||

„Lasst uns alle diesen erhabenen Berg Suvela besteigen, geschmückt mit hundert Mineralien, und hier diese Nacht verweilen.

Wort für Wort
suvelam sādhu śailendram
den erhabenen Bergfürsten Suvela
imam dhātuśataiś citam
diesen, mit hundert Mineralien geschmückt
adhyārohāmahe sarve
lasst uns alle besteigen
vatsyāmo atra niśām imām
hier diese Nacht verweilen

lankām ca ālokayiṣyāmo nilayam tasya rakṣasah | yena me maraṇa antāya hṛtā bhāryā durātmanā ||4||

Und wir werden Laṅkā erblicken, die Wohnstätte jenes Rākṣasa, durch den, den Bösgesinnten, mir meine Gattin zu meinem Verderben geraubt wurde.

Wort für Wort
laṅkām ca ālokayiṣyāmaḥ
und wir werden Laṅkā erblicken
nilayam tasya rakṣasaḥ
die Wohnstätte jenes Rākṣasa
yena me maraṇāntāya
durch den, zu meinem Verderben
hṛtā bhāryā durātmanā
meine Gattin geraubt, dem Bösgesinnten

yena dharmo na vijnāto na vṛttam na kulam tathā | rākṣasyā nīcayā buddhyā yena tad garhitam kṛtam ||5||

Der weder das Recht kannte, noch guten Wandel, noch seine Herkunft achtete, der mit niederträchtigem, rākṣasischem Sinn diese schändliche Tat vollbrachte.

Wort für Wort
yena dharmo na vijnātaḥ
von dem das Recht nicht gekannt wurde
na vṛttam na kulam tathā
weder Wandel noch Herkunft
rākṣasyā nīcayā buddhyā
mit niederträchtigem, rākṣasischem Sinn
yena tad garhitam kṛtam
von dem diese schändliche Tat vollbracht wurde

yasmin me vardhate roṣah kīrtite rākṣasa adhame | yasya aparādhān nīcasya vadham drakṣyāmi rakṣasām ||6||

Bei dessen Nennung, des niedrigsten der Rākṣasas, mein Zorn wächst; wegen dessen Vergehen, des Niederträchtigen, werde ich den Untergang der Rākṣasas erleben.

Wort für Wort
yasmin me vardhate roṣaḥ
bei dem mein Zorn wächst
kīrtite rākṣasādhame
bei Nennung des niedrigsten Rākṣasa
yasya aparādhān nīcasya
wegen dessen Vergehen, des Niederträchtigen
vadham drakṣyāmi rakṣasām
werde ich den Untergang der Rākṣasas sehen

eko hi kurute pāpam kāla pāza vazam gataḥ | nīcena ātma apacāreṇa kulam tena vinazyati ||7||

Ein Einzelner begeht die Sünde, in die Schlinge des Schicksals geraten; doch durch sein eigenes niederträchtiges Vergehen wird das ganze Geschlecht vernichtet.“

Wort für Wort
eko hi kurute pāpam
ein Einzelner begeht die Sünde
kālapāśavaśam gataḥ
in die Schlinge des Schicksals geraten
nīcena ātmāpacāreṇa
durch sein eigenes niederträchtiges Vergehen
kulam tena vinaśyati
wird das Geschlecht dadurch vernichtet

evam sammantrayann eva sakrodho rāvaṇam prati | rāmah suvelam vāsāya citra sānum upāruhat ||8||

So sich beratend, voll Zorn gegen Rāvaṇa, stieg Rāma auf den bunt gefleckten Bergrücken des Suvela, um dort zu nächtigen.

Wort für Wort
evam sammantrayann eva
so sich beratend
sakrodho rāvaṇam prati
voll Zorn gegen Rāvaṇa
rāmaḥ suvelam vāsāya
Rāma auf den Suvela, um zu nächtigen
citrasānum upāruhat
stieg auf den bunt gefleckten Bergrücken

pṛṣṭhato lakṣmaṇa ca enam anvagaccat samāhitaḥ | sazaram cāpam udyamya sumahad vikrame rataḥ ||9||

Ihm folgte Lakṣmaṇa dicht hinter ihm, gesammelt, den Bogen samt Pfeil erhoben, überaus der Tapferkeit ergeben.

Wort für Wort
pṛṣṭhato lakṣmaṇa ca enam
hinter ihm Lakṣmaṇa
anvagacchat samāhitaḥ
folgte, gesammelt
sazaram cāpam udyamya
den Bogen samt Pfeil erhoben
sumahad vikrame rataḥ
überaus der Tapferkeit ergeben

hanūmān angado nīlo maindo dvivida;eva ca | gajo gava akṣo gavayah zarabho gandha mādanah ||10||

Hanumān, Aṅgada, Nīla, Mainda und ebenso Dvivida, Gaja, Gavākṣa, Gavaya, Śarabha, Gandhamādana,

Wort für Wort
hanūmān aṅgado nīlaḥ
Hanumān, Aṅgada, Nīla
maindo dvivida eva ca
Mainda und ebenso Dvivida
gajo gavākṣo gavayaḥ
Gaja, Gavākṣa, Gavaya
śarabho gandhamādanaḥ
Śarabha, Gandhamādana

panasah kumudaz caiva haro rambhaz ca yūthapah | jāmbavāṃśca suṣeṇaśca ṛṣabhaśca mahāmatiḥ ||11||

Panasa, Kumuda, Hara, und Rambha, der Heerführer, Jāmbavān, Suṣeṇa, und der weise Ṛṣabha,

Wort für Wort
panasaḥ kumudaḥ ca eva
Panasa, Kumuda
haro rambhaḥ ca yūthapaḥ
Hara und Rambha, der Heerführer
jāmbavān ca suṣeṇaḥ ca
Jāmbavān und Suṣeṇa
ṛṣabhaḥ ca mahāmatiḥ
und der weise Ṛṣabha

durmukhaśca mahātejāstathā śatabaliḥ kapiḥ | ete ca anye ca bahavo vānarāh zīghra gāminah ||12||

Durmukha von großem Glanz, und der Affe Śatabali, diese und viele andere schnell wandelnde Affen,

Wort für Wort
durmukhaḥ ca mahātejāḥ
Durmukha von großem Glanz
tathā śatabaliḥ kapiḥ
ebenso der Affe Śatabali
ete ca anye ca bahavaḥ
diese und viele andere
vānarāḥ śīghragāminaḥ
schnell wandelnde Affen

te vāyu vega pravaṇās tam girim giri cāriṇah | adhyārohanta zatazah suvelam yatra rāghavah ||13||

...sie, in ihrer Windesschnelligkeit geneigt, gewohnt, auf Bergen zu wandeln, erstiegen zu Hunderten jenen Berg Suvela, wo Rāghava war.

Wort für Wort
te vāyuvegapravaṇāḥ
sie, geneigt zu Windesschnelligkeit
tam girim giricāriṇaḥ
jenen Berg, gewohnt Berge zu durchstreifen
adhyārohanta śataśaḥ
erstiegen zu Hunderten
suvelam yatra rāghavaḥ
den Suvela, wo Rāghava war

te tv adīrgheṇa kālena girim āruhya sarvatah | dadṛzuh zikhare tasya viṣaktām iva khe purīm ||14||

In kurzer Zeit erstiegen sie den Berg von allen Seiten und erblickten von seinem Gipfel aus die Stadt, die wie im Himmel schwebend erschien.

Wort für Wort
te tv adīrgheṇa kālena
sie, in kurzer Zeit
girim āruhya sarvataḥ
den Berg von allen Seiten erstiegen
dadṛśuḥ śikhare tasya
erblickten auf seinem Gipfel
viṣaktām iva khe purīm
die wie im Himmel schwebende Stadt

tām zubhām pravata dvārām prākāra vara zobhitām | lankām rākṣasa sampūrṇām dadṛzur hari yūthapāh ||15||

Die Heerführer der Affen erblickten jene schöne Laṅkā, mit abschüssigen Toren, geschmückt mit vortrefflichen Mauern, voll von Rākṣasas.

Wort für Wort
tām śubhām pravatadvārām
jene schöne, mit abschüssigen Toren
prākāravaraśobhitām
mit vortrefflichen Mauern geschmückt
laṅkām rākṣasasampūrṇām
Laṅkā, voll von Rākṣasas
dadṛśur hariyūthapāḥ
erblickten die Heerführer der Affen

prākāra caya saṃsthaiz ca tathā nīlair nizā caraih | dadṛzus te hari zreṣṭhāh prākāram aparam kṛtam ||16||

Die besten der Affen erblickten die Mauer, gleichsam durch die auf ihr aufgereihten, dunklen Nachtwandler zu einer zweiten Mauer geworden.

Wort für Wort
prākāracayasaṃsthaiḥ ca
auf der Mauer aufgereiht
tathā nīlair niśācaraiḥ
mit den dunklen Nachtwandlern
dadṛśus te hariśreṣṭhāḥ
erblickten die besten der Affen
prākāram aparam kṛtam
die zu einer zweiten Mauer gewordene

te dṛṣṭvā vānarāh sarve rākṣasān yuddha kānkṣiṇah | mumucur vipulān nādāṃs tatra rāmasya pazyatah ||17||

Als alle Affen die kampfbegierigen Rākṣasas erblickten, stießen sie dort, während Rāma zusah, gewaltige Rufe aus.

Wort für Wort
te dṛṣṭvā vānarāḥ sarve
sie, alle Affen, erblickt habend
rākṣasān yuddhakāṅkṣiṇaḥ
die kampfbegierigen Rākṣasas
mumucur vipulān nādān
stießen gewaltige Rufe aus
tatra rāmasya paśyataḥ
dort, während Rāma zusah

tato astam agamat sūryah saṃdhyayā pratiranjitah | pūrṇa candra pradīpā ca kṣapā samabhivartate ||18||

Da ging die Sonne unter, von der Dämmerung gerötet, und die vom Vollmond erleuchtete Nacht brach herein.

Wort für Wort
tato astam agamat sūryaḥ
da ging die Sonne unter
saṃdhyayā pratiraṅjitaḥ
von der Dämmerung gerötet
pūrṇacandrapradīpā ca
und vom Vollmond erleuchtet
kṣapā samabhivartate
bricht die Nacht herein

tataḥ sa rāmo hari vāhinī patir | vibhīṣaṇena pratinandya satkṛtaḥ | salakṣmaṇo yūthapa yūtha samvṛtaḥ | suvela pṛṣṭhe nyavasad yathā sukham ||19||

Da lagerte Rāma, der Herr des Affenheeres, von Vibhīṣaṇa freudig willkommen geheißen und geehrt, mit Lakṣmaṇa, umgeben von der Schar der Heerführer, behaglich auf dem Rücken des Suvela.

Wort für Wort
tataḥ sa rāmo harivāhinīpatiḥ
da Rāma, der Herr des Affenheeres
vibhīṣaṇena pratinandya satkṛtaḥ
von Vibhīṣaṇa willkommen geheißen und geehrt
salakṣmaṇo yūthapayūthasaṃvṛtaḥ
mit Lakṣmaṇa, umgeben von der Schar der Heerführer
suvelapṛṣṭhe nyavasad yathā sukham
lagerte auf dem Rücken des Suvela behaglich

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