Quellen der Menschheit

Rāmāyaṇa · Yuddhakāṇḍa

Sarga 50: Garuḍa-Sahāyaḥ Garuḍas Hilfe befreit Rāma und Lakṣmaṇa

athovāca mahātejā harirājo mahābalaḥ | kim iyaṃ vyathitā senā mūḍhavāteva naur jale ||1||

Da sprach der glanzvolle, starke Affenkönig: „Warum ist dieses Heer bestürzt, wie ein Schiff auf dem Wasser bei törichtem Wind?

Wort für Wort
mahātejā harirājaḥ athovāca
der glanzvolle Affenkönig sprach da
senā vyathitā
das Heer ist bestürzt
mūḍhavātā naur iva jale
wie ein Schiff bei törichtem Wind auf dem Wasser

sugrīvasya vacaḥ śrutvā vāliputro aṅgado abravīt | na tvaṃ paśyasi rāmaṃ ca lakṣmaṇaṃ ca mahābalam ||2||

Als er Sugrīvas Wort gehört hatte, sprach Vālis Sohn Aṅgada: „Siehst du nicht Rāma und den starken Lakṣmaṇa,

Wort für Wort
sugrīvasya vacaḥ śrutvā
Sugrīvas Wort gehört habend
vāliputro aṅgado abravīt
Vālis Sohn Aṅgada sprach

śarajālācitau vīrāv ubhau daśarathātmajau | śaratalpe mahātmānau śayānau rudhirokṣitau ||3||

die beiden Helden, Söhne Daśarathas, mit einem Netz von Pfeilen bedeckt, die beiden Hochgesinnten, auf dem Pfeilbett liegend, blutbenetzt?“

Wort für Wort
śarajālācitau vīrau
die beiden mit einem Pfeilnetz bedeckten Helden
śaratalpe śayānau rudhirokṣitau
auf dem Pfeilbett liegend, blutbenetzt

athābravīd vānarendraḥ sugrīvaḥ putram aṅgadam | nānimittam idaṃ manye bhavitavyaṃ bhayena tu ||4||

Da sprach der Affenfürst Sugrīva zu seinem Sohn Aṅgada: „Nicht ohne Grund, glaube ich, muss dies sein — aus Furcht wohl.

Wort für Wort
vānarendraḥ sugrīvaḥ putram aṅgadam abravīt
der Affenfürst Sugrīva sprach zu seinem Sohn Aṅgada
nānimittam bhavitavyam bhayena
nicht ohne Grund muss dies aus Furcht sein

viṣaṇṇavadanā hy ete tyaktapraharaṇā diśaḥ | prapalāyanti harayas trāsād utphullalocanāḥ ||5||

Denn diese Affen, mit betrübten Gesichtern, ihre Waffen fortgeworfen, fliehen mit weitaufgerissenen Augen vor Furcht in alle Richtungen.

Wort für Wort
viṣaṇṇavadanāḥ tyaktapraharaṇāḥ
mit betrübten Gesichtern, die Waffen fortgeworfen
trāsāt utphullalocanāḥ prapalāyanti
fliehen vor Furcht mit weitaufgerissenen Augen

anyonyasya na lajjante na nirīkṣanti pṛṣṭhataḥ | viprakarṣanti cānyonyaṃ patitaṃ laṅghayanti ca ||6||

Sie schämen sich nicht voreinander, blicken nicht zurück, zerren einander fort und springen über die Gefallenen hinweg.

Wort für Wort
anyonyasya na lajjante
schämen sich nicht voreinander
pṛṣṭhataḥ na nirīkṣante
blicken nicht zurück
patitaṃ laṅghayanti
springen über die Gefallenen

etasminn antare vīro gadāpāṇir vibhīṣaṇaḥ | sugrīvaṃ vardhayām āsa rāghavaṃ ca niraikṣata ||7||

In diesem Augenblick begrüßte der Held Vibhīṣaṇa, die Keule in der Hand, Sugrīva und blickte nach Rāghava.

Wort für Wort
gadāpāṇiḥ vibhīṣaṇaḥ
Vibhīṣaṇa, die Keule in der Hand
sugrīvaṃ vardhayām āsa
begrüßte Sugrīva
rāghavaṃ niraikṣata
blickte nach Rāghava

vibhīṣaṇaṃ taṃ sugrīvo dṛṣṭvā vānarabhīṣaṇam | ṛkṣarājaṃ samīpasthaṃ jāmbavantam uvāca ha ||8||

Als Sugrīva jenen Vibhīṣaṇa sah, der die Affen erschreckte, sprach er zu Jāmbavān, dem nahestehenden Bärenkönig:

Wort für Wort
vānarabhīṣaṇam vibhīṣaṇaṃ dṛṣṭvā
den die Affen erschreckenden Vibhīṣaṇa sehend
ṛkṣarājaṃ jāmbavantam uvāca
sprach zum Bärenkönig Jāmbavān

vibhīṣaṇo ayaṃ samprāpto yaṃ dṛṣṭvā vānararṣabhāḥ | vidravanti paritrastā rāvaṇātmajaśaṅkayā ||9||

„Dies ist Vibhīṣaṇa, der angekommen ist, bei dessen Anblick die besten Affen, aus Furcht, es sei Rāvaṇas Sohn, entsetzt fliehen.

Wort für Wort
vibhīṣaṇo ayaṃ samprāptaḥ
dies ist der angekommene Vibhīṣaṇa
rāvaṇātmajaśaṅkayā paritrastāḥ vidravanti
aus Furcht, es sei Rāvaṇas Sohn, fliehen sie entsetzt

śīghram etān suvitrastān bahudhā vipradhāvitān | paryavasthāpayākhyāhi vibhīṣaṇam upasthitam ||10||

Beruhige rasch diese sehr Erschrockenen, die in alle Richtungen geflohen sind, und verkünde ihnen, dass Vibhīṣaṇa gekommen ist.“

Wort für Wort
suvitrastān bahudhā vipradhāvitān
die sehr Erschrockenen, die in alle Richtungen Geflohenen
paryavasthāpaya ākhyāhi
beruhige und verkünde

sugrīveṇaivam uktas tu jāmbavān ṛkṣapārthivaḥ | vānarān sāntvayām āsa saṃnivartya prahāvataḥ ||11||

So von Sugrīva angesprochen, beruhigte der Bärenkönig Jāmbavān die Affen, nachdem er die Flüchtigen zurückgerufen hatte.

Wort für Wort
sugrīveṇa evam uktaḥ
so von Sugrīva angesprochen
prahāvataḥ saṃnivartya
die Flüchtigen zurückgerufen habend
vānarān sāntvayām āsa
beruhigte die Affen

te nivṛttāḥ punaḥ sarve vānarās tyaktasaṃbhramāḥ | ṛkṣarājavacaḥ śrutvā taṃ ca dṛṣṭvā vibhīṣaṇam ||12||

Sie, alle Affen, kehrten, ihre Verwirrung abgelegt, wieder um, nachdem sie das Wort des Bärenkönigs gehört und jenen Vibhīṣaṇa erblickt hatten.

Wort für Wort
tyaktasaṃbhramāḥ nivṛttāḥ
die Verwirrung abgelegt, zurückgekehrt
ṛkṣarājavacaḥ śrutvā
das Wort des Bärenkönigs gehört habend

vibhīṣaṇas tu rāmasya dṛṣṭvā gātraṃ śaraiś citam | lakṣmaṇasya ca dharmātmā babhūva vyathitendriyaḥ ||13||

Vibhīṣaṇa aber, der Rechtschaffene, geriet, als er Rāmas und Lakṣmaṇas mit Pfeilen bedeckten Leib sah, in bestürztem Sinn.

Wort für Wort
rāmasya lakṣmaṇasya gātraṃ śaraiś citaṃ dṛṣṭvā
Rāmas und Lakṣmaṇas mit Pfeilen bedeckten Leib sehend
dharmātmā vyathitendriyaḥ babhūva
der Rechtschaffene geriet in bestürztem Sinn

jalaklinnena hastena tayor netre pramṛjya ca | śokasaṃpīḍitamanā ruroda vilalāpa ca ||14||

Mit wassernasser Hand wischte er ihre Augen ab, und, von Kummer bedrängten Sinnes, weinte er und klagte.

Wort für Wort
jalaklinnena hastena netre pramṛjya
mit wassernasser Hand die Augen abwischend
śokasaṃpīḍitamanāḥ ruroda vilalāpa ca
von Kummer bedrängten Sinnes weinte er und klagte

imau tau sattvasaṃpannau vikrāntau priyasaṃyugau | imām avasthāṃ gamitau rakṣasaiḥ kūṭayodhibhiḥ ||15||

Diese beiden, an innerer Kraft reich, tapfer, dem Kampf zugetan, sind von den hinterlistig kämpfenden Rākṣasas in diesen Zustand gebracht worden.

Wort für Wort
sattvasaṃpannau vikrāntau priyasaṃyugau
reich an innerer Kraft, tapfer, kampffreudig
kūṭayodhibhiḥ rakṣasaiḥ imām avasthāṃ gamitau
von den hinterlistig kämpfenden Rākṣasas in diesen Zustand gebracht

bhrātuḥ putreṇa me tena duṣputreṇa durātmanā | rākṣasyā jihmayā buddhyā calitāv ṛjuvikramau ||16||

Durch jenen Sohn meines Bruders, den bösen Sohn, den Bösgesinnten, wurden sie, deren Tapferkeit gerade war, durch krumme, rākṣasische Klugheit zum Wanken gebracht.

Wort für Wort
bhrātuḥ putreṇa duṣputreṇa durātmanā
durch den bösen, bösgesinnten Sohn des Bruders
jihmayā rākṣasyā buddhyā
durch krumme rākṣasische Klugheit
ṛjuvikramau calitau
die von gerader Tapferkeit wurden zum Wanken gebracht

śarair imāv alaṃ viddhau rudhireṇa samukṣitau | vasudhāyām imau suptau dṛśyete śalyakāv iva ||17||

Von Pfeilen reichlich durchbohrt, mit Blut übergossen, liegen die beiden auf der Erde schlafend, zwei Stachelschweinen gleich.

Wort für Wort
śarair alaṃ viddhau
von Pfeilen reichlich durchbohrt
rudhireṇa samukṣitau
mit Blut übergossen
śalyakāv iva suptau dṛśyete
erscheinen wie zwei schlafende Stachelschweine

yayor vīryam upāśritya pratiṣṭhā kāṅkṣitā mayā | tāv ubhau dehanāśāya prasuptau puruṣarṣabhau ||18||

Auf deren Tapferkeit gestützt ich einen festen Stand erhoffte — diese beiden Stiere unter den Männern liegen nun, dem Verlust ihres Leibes nahe, im Schlaf.

Wort für Wort
yayoḥ vīryam upāśritya pratiṣṭhā kāṅkṣitā
auf deren Tapferkeit gestützt ich festen Stand erhoffte
dehanāśāya prasuptau puruṣarṣabhau
die dem Verlust ihres Leibes nahen Stiere unter den Männern schlafen

jīvann adya vipanno asmi naṣṭarājyamanorathaḥ | prāptapratijñaś ca ripuḥ sakāmo rāvaṇaḥ kṛtaḥ ||19||

Lebend bin ich heute doch verloren, mein Traum vom Königreich zunichte; der Feind Rāvaṇa hat sein Gelübde erreicht und ist seines Wunsches froh geworden.

Wort für Wort
jīvann api vipannaḥ asmi
lebend bin ich doch verloren
naṣṭarājyamanorathaḥ
mein Traum vom Königreich ist zunichte
rāvaṇaḥ prāptapratijñaḥ sakāmaḥ kṛtaḥ
Rāvaṇa hat sein Gelübde erreicht und ist froh

evaṃ vilapamānaṃ taṃ pariṣvajya vibhīṣaṇam | sugrīvaḥ sattvasaṃpanno harirājo abravīd idam ||20||

Ihn, der so klagte, Vibhīṣaṇa, umarmend, sprach der an innerer Kraft reiche Affenkönig Sugrīva folgendes:

Wort für Wort
evaṃ vilapamānaṃ vibhīṣaṇam pariṣvajya
den so klagenden Vibhīṣaṇa umarmend
sattvasaṃpannaḥ harirājaḥ abravīt
der an innerer Kraft reiche Affenkönig sprach

rājyaṃ prāpsyasi dharmajña laṅkāyāṃ nātra saṃśayaḥ | rāvaṇaḥ saha putreṇa sa rājyaṃ neha lapsyate ||21||

„Du wirst die Herrschaft über Laṅkā erlangen, du Rechtskundiger, ohne Zweifel; Rāvaṇa samt seinem Sohn wird hier keine Herrschaft mehr erlangen.

Wort für Wort
rājyaṃ laṅkāyāṃ prāpsyasi
du wirst die Herrschaft über Laṅkā erlangen
rāvaṇaḥ saha putreṇa rājyaṃ na lapsyate
Rāvaṇa samt Sohn wird keine Herrschaft erlangen

na rujāpīḍitāv etau ubhau rāghavalakṣmaṇau | tyaktvā mohaṃ vadhiṣyete sagaṇaṃ rāvaṇaṃ raṇe ||22||

Diese beiden, Rāghava und Lakṣmaṇa, von der Verwundung bedrängt, werden, ihre Betäubung ablegend, Rāvaṇa samt seiner Schar im Kampf töten.

Wort für Wort
rujāpīḍitau rāghavalakṣmaṇau
die von der Verwundung bedrängten Rāghava und Lakṣmaṇa
mohaṃ tyaktvā
die Betäubung ablegend
sagaṇaṃ rāvaṇaṃ vadhiṣyete
werden Rāvaṇa samt Schar töten

tam evaṃ sāntvayitvā tu samāśvāsya ca rākṣasam | suṣeṇaṃ śvaśuraṃ pārśve sugrīvas tam uvāca ha ||23||

Nachdem er so den Rākṣasa getröstet und beruhigt hatte, sprach Sugrīva zu Suṣeṇa, seinem an seiner Seite befindlichen Schwiegervater:

Wort für Wort
taṃ rākṣasaṃ sāntvayitvā samāśvāsya
den Rākṣasa getröstet und beruhigt habend
suṣeṇaṃ śvaśuraṃ pārśve uvāca
sprach zu Suṣeṇa, dem Schwiegervater an seiner Seite

saha śūrair harigaṇair labdhasaṃjñāv arindamau | gaccha tvaṃ bhrātarau gṛhya kiṣkindhāṃ rāmalakṣmaṇau ||24||

„Geh du mit den tapferen Affenscharen und bringe die beiden Brüder, Rāma und Lakṣmaṇa, die Feindebezwinger, sobald sie das Bewusstsein wiedererlangt haben, nach Kiṣkindhā.

Wort für Wort
śūrair harigaṇaiḥ saha
mit den tapferen Affenscharen
labdhasaṃjñau arindamau bhrātarau gṛhya
die beiden Feindebezwinger, sobald bei Bewusstsein, mitnehmend
kiṣkindhāṃ gaccha
geh nach Kiṣkindhā

ahaṃ tu rāvaṇaṃ hatvā saputraṃ saha bāndhavam | maithilīm ānayiṣyāmi śakro naṣṭām iva śriyam ||25||

Ich aber werde, nachdem ich Rāvaṇa samt Sohn und Verwandten erschlagen habe, die Maithilī zurückbringen, wie Śakra das verlorene Glück.“

Wort für Wort
rāvaṇaṃ saputraṃ saha bāndhavaṃ hatvā
Rāvaṇa samt Sohn und Verwandten erschlagen habend
maithilīm ānayiṣyāmi
ich werde die Maithilī zurückbringen
śakro naṣṭāṃ śriyam iva
wie Śakra das verlorene Glück

śrutvaitad vānarendrasya suṣeṇo vākyam abravīt | devāsuraṃ mahāyuddham anubhūtaṃ sudāruṇam ||26||

Als er dieses Wort des Affenfürsten gehört hatte, sprach Suṣeṇa: „Einst erlebte ich die gewaltige, überaus schreckliche Schlacht zwischen Göttern und Dämonen.

Wort für Wort
vānarendrasya vākyam śrutvā
das Wort des Affenfürsten gehört habend
devāsuraṃ mahāyuddham sudāruṇam anubhūtam
die gewaltige, schreckliche Götter-Dämonen-Schlacht wurde erlebt

tadā sma dānavā devāñ śarasaṃsparśakovidāḥ | nijaghnuḥ śastravidhuṣaś cādayanto muhur muhuḥ ||27||

Damals schlugen die im Umgang mit Pfeilen kundigen Dānavas die Götter nieder, immer wieder die Waffenkundigen bedrängend.

Wort für Wort
śarasaṃsparśakovidāḥ dānavāḥ
die im Umgang mit Pfeilen kundigen Dānavas
devān nijaghnuḥ
schlugen die Götter nieder
muhur muhuḥ ādayantaḥ
immer wieder bedrängend

tān ārtān naṣṭasaṃjñāṃś ca parāsūṃś ca bṛhaspatiḥ | vidyābhir mantrayuktābhir oṣadhībhiś cikitsati ||28||

Jene Gequälten, Bewusstlosen und beinahe Toten heilte Bṛhaspati mit Zauberwissen, mit Zaubersprüchen versehen, und mit Kräutern.

Wort für Wort
ārtān naṣṭasaṃjñān parāsūn
die Gequälten, Bewusstlosen, beinahe Toten
vidyābhir mantrayuktābhir oṣadhībhiś cikitsati
heilt mit Zauberwissen, Zaubersprüchen und Kräutern

tāny auṣadhāny ānayituṃ kṣīrodaṃ yāntu sāgaram | javena vānarāḥ śīghraṃ sampātipanasādayaḥ ||29||

Um jene Kräuter zu holen, mögen die Affen, Sampāti, Panasa und andere, rasch zum Milchmeer eilen.

Wort für Wort
tāny auṣadhāni ānayitum
um jene Kräuter zu holen
kṣīrodaṃ sāgaraṃ javena yāntu
mögen eilends zum Milchmeer gehen
sampātipanasādayaḥ vānarāḥ
die Affen Sampāti, Panasa und andere

harayas tu vijānanti pārvatīṃ te mahauṣadhīm | saṃjīvakaraṇīṃ divyāṃ viśalyāṃ devanirmitām ||30||

Die Affen kennen jene große, dem Berg entstammende, göttliche Kraut, die Belebung schafft, die Pfeile entfernt, von Göttern geschaffen.

Wort für Wort
pārvatīṃ mahauṣadhīm
das dem Berg entstammende große Kraut
saṃjīvakaraṇīṃ viśalyāṃ divyāṃ devanirmitām
die belebende, pfeilentfernende, göttliche, von Göttern geschaffene

candraś ca nāma droṇaś ca parvatau sāgarottame | amṛtaṃ yatra mathitaṃ tatra te paramauṣadhī ||31||

Candra und Droṇa, die beiden Berge im höchsten Ozean, wo einst der Nektar gebuttert wurde — dort sind jene höchsten Kräuter.

Wort für Wort
candraḥ droṇaḥ parvatau
die beiden Berge Candra und Droṇa
sāgarottame
im höchsten Ozean
yatra amṛtaṃ mathitam
wo der Nektar gebuttert wurde

tau tatra nihite devaiḥ parvate paramauṣadhī | ayaṃ vāyusuto rājan hanūmāṃs tatra gacchatu ||32||

Auf jenem Berg dort haben die Götter jene höchsten Kräuter niedergelegt; dorthin, o König, möge dieser Sohn des Windgottes, Hanumān, gehen.“

Wort für Wort
parvate nihite devaiḥ paramauṣadhī
die von den Göttern auf dem Berg niedergelegten höchsten Kräuter
vāyusuto hanūmān tatra gacchatu
der Sohn des Windgottes, Hanumān, möge dorthin gehen

etasminn antare vāyur meghāṃś cāpi savidyutaḥ | paryasyan sāgare toyaṃ kampayann iva parvatān ||33||

In diesem Augenblick, während der Wind die blitzdurchzuckten Wolken umherwarf und das Wasser im Meer aufwühlte, als ob er die Berge erzittern ließe,

Wort für Wort
vāyuḥ meghān savidyutaḥ paryasyan
der Wind, der die blitzdurchzuckten Wolken umherwarf
sāgare toyaṃ kampayann iva
das Wasser im Meer wie erzitternd machend

mahatā pakṣavātena sarve dvīpamahādrumāḥ | nipetur bhagnaviṭapāḥ samūlā lavaṇāmbhasi ||34||

stürzten durch den gewaltigen Flügelsturm alle großen Bäume der Insel, mit gebrochenen Zweigen, samt Wurzel, in das salzige Wasser.

Wort für Wort
mahatā pakṣavātena
durch den gewaltigen Flügelsturm
dvīpamahādrumāḥ bhagnaviṭapāḥ samūlāḥ nipetuḥ
die großen Baumriesen der Insel fielen mit gebrochenen Zweigen samt Wurzel

abhavan pannagās trastā bhoginas tatra vāsinaḥ | śīghraṃ sarvāṇi yādāṃsi jagmuś ca lavaṇārṇavam ||35||

Die dort wohnenden Schlangen und Nāgas gerieten in Schrecken, und alle Wassertiere flohen rasch in den salzigen Ozean.

Wort für Wort
pannagāḥ bhoginaḥ tatra vāsinaḥ trastāḥ abhavan
die dort wohnenden Schlangen gerieten in Schrecken
sarvāṇi yādāṃsi lavaṇārṇavaṃ jagmuḥ
alle Wassertiere flohen in den salzigen Ozean

tato muhūrtād garuḍaṃ vainateyaṃ mahābalam | vānarā dadṛśuḥ sarve jvalantam iva pāvakam ||36||

Da erblickten nach einer Weile alle Affen den starken Garuḍa, den Sohn der Vinatā, der loderndem Feuer glich.

Wort für Wort
muhūrtāt vainateyaṃ garuḍaṃ mahābalam
nach einer Weile den starken Garuḍa, den Sohn der Vinatā
jvalantam iva pāvakam dadṛśuḥ
erblickten ihn wie loderndes Feuer

tam āgatam abhiprekṣya nāgās te vipradudruvuḥ | yais tau satpuruṣau baddhau śarabhūtair mahābalau ||37||

Als sie ihn kommen sahen, flohen jene Schlangen, mächtig, die als Pfeile die beiden edlen, starken Männer gefesselt hatten.

Wort für Wort
tam āgatam abhiprekṣya
ihn kommen sehend
nāgāḥ vipradudruvuḥ
die Schlangen flohen
śarabhūtaiḥ baddhau satpuruṣau mahābalau
die durch als Pfeile gewordene (Schlangen) gefesselten edlen, starken Männer

tataḥ suparṇaḥ kākutsthau dṛṣṭvā pratyabhinandya ca | vimamarśa ca pāṇibhyāṃ mukhe candrasamaprabhe ||38||

Da, die beiden Kākutsthas erblickend und begrüßend, streichelte Suparṇa mit beiden Händen ihre mondgleich strahlenden Gesichter.

Wort für Wort
kākutsthau dṛṣṭvā pratyabhinandya
die beiden Kākutsthas erblickend und begrüßend
pāṇibhyāṃ mukhe vimamarśa
streichelte mit den Händen das Gesicht

vainateyena saṃspṛṣṭās tayoḥ saṃruruhur vraṇāḥ | suvarṇe ca tanū snigdhe tayor āśu babhūvatuḥ ||39||

Von dem Sohn der Vinatā berührt, verschlossen sich ihre Wunden, und ihre Leiber wurden rasch goldfarben und glänzend.

Wort für Wort
vainateyena saṃspṛṣṭāḥ vraṇāḥ saṃruruhuḥ
von dem Sohn der Vinatā berührt, verschlossen sich die Wunden
suvarṇe snigdhe tanū āśu babhūvatuḥ
die Leiber wurden rasch goldfarben und glänzend

tejo vīryaṃ balaṃ cauja utsāhaś ca mahāguṇāḥ | pradarśanaṃ ca buddhiś ca smṛtiś ca dviguṇaṃ tayoḥ ||40||

Glanz, Tapferkeit, Kraft, Stärke, Tatendrang und die großen Vorzüge, Wahrnehmung, Verstand und Erinnerung wurden bei den beiden doppelt so groß.

Wort für Wort
tejo vīryaṃ balaṃ ojaḥ utsāhaḥ
Glanz, Tapferkeit, Kraft, Stärke, Tatendrang
dviguṇaṃ tayoḥ
bei den beiden doppelt so groß

tāv utthāpya mahāvīryau garuḍo vāsavopamau | ubhau tau sasvaje hṛṣṭau rāmaś caivam uvāca ha ||41||

Nachdem er die beiden großmächtigen, Indra gleichenden, aufgerichtet hatte, umarmte Garuḍa die beiden Erfreuten, und Rāma sprach zu ihm folgendes:

Wort für Wort
mahāvīryau vāsavopamau utthāpya
die beiden großmächtigen, Indra gleichenden aufgerichtet habend
ubhau hṛṣṭau sasvaje
umarmte die beiden Erfreuten

bhavatprasādād vyasanaṃ rāvaṇiprabhavaṃ mahat | āvām iha vyatikrāntau śīghraṃ ca balinau kṛtau ||42||

„Durch deine Gnade haben wir dieses gewaltige, von Rāvaṇis Sohn ausgehende Unheil hier überwunden und sind rasch wieder kraftvoll geworden.

Wort für Wort
bhavatprasādāt
durch deine Gnade
rāvaṇiprabhavaṃ mahat vyasanam vyatikrāntau
haben wir das gewaltige, von Rāvaṇis Sohn ausgehende Unheil überwunden
śīghraṃ balinau kṛtau
rasch wieder kraftvoll gemacht

yathā tātaṃ daśarathaṃ yathājaṃ ca pitāmaham | tathā bhavantam āsādya hṛṣyāmi me prasīdati ||43||

Wie meinen Vater Daśaratha, wie meinen Großvater Aja, so freue ich mich, dich getroffen zu haben; mein Herz wird froh.

Wort für Wort
tātaṃ daśarathaṃ yathā
wie den Vater Daśaratha
ajaṃ pitāmahaṃ yathā
wie den Großvater Aja
bhavantam āsādya hṛṣyāmi
dich getroffen zu haben freue ich mich

ko bhavān rūpasaṃpanno divyasraganulepanaḥ | vasāno viraje vastre divyābharaṇabhūṣitaḥ ||44||

Wer bist du, der du in schöner Gestalt, mit göttlicher Girlande und Salbe, in makellosem Gewand gekleidet, mit göttlichem Schmuck geziert bist?“

Wort für Wort
rūpasaṃpannaḥ
in schöner Gestalt
divyasraganulepanaḥ
mit göttlicher Girlande und Salbe
divyābharaṇabhūṣitaḥ
mit göttlichem Schmuck geziert

tam uvāca mahātejā vainateyo mahābalaḥ | patatrirāja prītātmā harṣaparyākulekṣaṇaḥ ||45||

Zu ihm sprach der glanzvolle, starke Sohn der Vinatā, der Vogelfürst, froh gestimmt, mit vor Freude erregten Augen:

Wort für Wort
mahātejā vainateyaḥ patatrirāja
der glanzvolle Sohn der Vinatā, der Vogelfürst
prītātmā harṣaparyākulekṣaṇaḥ uvāca
froh gestimmt, mit vor Freude erregten Augen sprach

ahaṃ sakhā te kākutstha priyaḥ prāṇo bahiścaraḥ | garutmān iha saṃprāpto yuvayoḥ sāhyakāraṇāt ||46||

„Ich bin dein Freund, o Kākutstha, dein geliebter, außerhalb wandelnder Lebensatem; Garutmān, ich bin hierher gekommen, um euch beiden beizustehen.

Wort für Wort
ahaṃ te sakhā
ich bin dein Freund
priyaḥ prāṇo bahiścaraḥ
der geliebte, außerhalb wandelnde Lebensatem
yuvayoḥ sāhyakāraṇāt saṃprāptaḥ
gekommen, um euch beiden beizustehen

asurā vā mahāvīryā dānavā vā mahābalāḥ | surāś cāpi sagandharvāḥ puraskṛtya śatakratum ||47||

Weder die überaus tapferen Asuras, noch die überaus starken Dānavas, noch die Götter samt den Gandharvas, selbst mit Indra an der Spitze,

Wort für Wort
asurā mahāvīryāḥ
die überaus tapferen Asuras
dānavā mahābalāḥ
die überaus starken Dānavas
surāḥ sagandharvāḥ śatakratum puraskṛtya
die Götter mit den Gandharvas, Indra an der Spitze

nemaṃ mokṣayituṃ śaktāḥ śarabandhaṃ sudāruṇam | māyābalād indrajitā nirmitaṃ krūrakarmaṇā ||48||

sind imstande, dieses überaus schreckliche Pfeilband zu lösen, das der grausam handelnde Indrajit durch Zauberkraft geschaffen hat.

Wort für Wort
śarabandhaṃ sudāruṇam mokṣayituṃ na śaktāḥ
sind nicht imstande, das überaus schreckliche Pfeilband zu lösen
māyābalāt indrajitā krūrakarmaṇā nirmitam
von dem grausam handelnden Indrajit durch Zauberkraft geschaffen

ete nāgāḥ kādraveyās tīkṣṇadaṃṣṭrā viṣolbaṇāḥ | rakṣomāyāprabhāvena śarā bhūtvā tvadāśritāḥ ||49||

Diese Schlangen, Kadrus Nachkommen, mit scharfen Zähnen, gewaltigem Gift, sind durch die Zauberkraft der Rākṣasas zu Pfeilen geworden und haben sich an dir festgesetzt.

Wort für Wort
nāgāḥ kādraveyāḥ tīkṣṇadaṃṣṭrā viṣolbaṇāḥ
die Schlangen, Kadrus Nachkommen, mit scharfen Zähnen und gewaltigem Gift
rakṣomāyāprabhāvena śarā bhūtvā tvadāśritāḥ
durch Rākṣasa-Zauberkraft zu Pfeilen geworden, an dir festgesetzt

sabhāgyaś cāsi dharmajña rāma satyaparākrama | lakṣmaṇena saha bhrātrā samare ripughātinā ||50||

Du bist glückbegabt, o Rechtskundiger Rāma von wahrhafter Tapferkeit, zusammen mit deinem Bruder Lakṣmaṇa, dem Feindevernichter im Kampf.

Wort für Wort
sabhāgyaḥ dharmajña satyaparākrama
glückbegabt, Rechtskundiger, von wahrhafter Tapferkeit
lakṣmaṇena ripughātinā saha
zusammen mit dem feindevernichtenden Lakṣmaṇa

imaṃ śrutvā tu vṛttāntaṃ tvaramāṇo aham āgataḥ | sahasā yuvayoḥ snehāt sakhitvam anupālayan ||51||

Als ich diesen Vorfall gehört hatte, bin ich eilends gekommen, plötzlich, aus Zuneigung zu euch beiden, unsere Freundschaft wahrend.

Wort für Wort
imaṃ vṛttāntaṃ śrutvā
diesen Vorfall gehört habend
tvaramāṇaḥ āgataḥ
bin eilends gekommen
yuvayoḥ snehāt sakhitvam anupālayan
aus Zuneigung zu euch beiden die Freundschaft wahrend

mokṣitau ca mahāghorād asmāt sāyakabandhanāt | apramādaś ca kartavyo yuvābhyāṃ nityam eva hi ||52||

Und aus dieser überaus schrecklichen Pfeilfessel seid ihr befreit; unaufhörliche Wachsamkeit sollt ihr beide stets üben.

Wort für Wort
mahāghorāt sāyakabandhanāt mokṣitau
aus der überaus schrecklichen Pfeilfessel befreit
apramādaḥ nityam eva kartavyaḥ
unaufhörliche Wachsamkeit sei stets zu üben

prakṛtyā rākṣasāḥ sarve saṃgrāme kūṭayodhinaḥ | śūrāṇāṃ śuddhabhāvānāṃ bhavatāṃ ārjavaṃ balam ||53||

Von Natur aus sind alle Rākṣasas im Kampf hinterlistige Kämpfer; für euch tapfere, lauteren Sinnes, ist Geradheit die Kraft.

Wort für Wort
prakṛtyā rākṣasāḥ kūṭayodhinaḥ
von Natur aus sind die Rākṣasas hinterlistige Kämpfer
śuddhabhāvānāṃ bhavatām ārjavaṃ balam
für euch lauteren Sinnes ist Geradheit die Kraft

tan na viśvasitavyaṃ vo rākṣasānāṃ raṇājire | etenaivopamānena nityaṃ jihmā hi rākṣasāḥ ||54||

Darum dürft ihr den Rākṣasas auf dem Schlachtfeld nicht vertrauen; denn nach diesem selben Vorbild sind die Rākṣasas stets hinterhältig.“

Wort für Wort
rākṣasānāṃ raṇājire na viśvasitavyam
den Rākṣasas auf dem Schlachtfeld darf nicht vertraut werden
nityaṃ jihmāḥ rākṣasāḥ
stets sind die Rākṣasas hinterhältig

evam uktvā tato rāmaṃ suparṇaḥ sumahābalaḥ | pariṣvajya suhṛtsnigdham āpraṣṭum upacakrame ||55||

So gesprochen, umarmte der überaus starke Suparṇa den Rāma, seinen liebevollen Freund, und begann sich zu verabschieden.

Wort für Wort
evam uktvā
so gesprochen
suhṛtsnigdhaṃ rāmaṃ pariṣvajya
den liebevollen Freund Rāma umarmend
āpraṣṭum upacakrame
begann sich zu verabschieden

sakhe rāghava dharmajña ripūṇām api vatsala | abhyanujñātum icchāmi gamiṣyāmi yathāgatam ||56||

„Freund Rāghava, du Rechtskundiger, der du selbst den Feinden gegenüber liebevoll bist, ich möchte deine Erlaubnis erbitten; ich werde gehen, wie ich gekommen bin.

Wort für Wort
sakhe rāghava dharmajña
Freund Rāghava, Rechtskundiger
ripūṇām api vatsala
selbst den Feinden gegenüber liebevoll
abhyanujñātum icchāmi
ich möchte deine Erlaubnis erbitten

na ca kautūhalaṃ kāryaṃ sakhitvaṃ prati kāṅkṣiṇā | kṛtakarmā raṇe vīra sakhitvaṃ prativetsyasi ||57||

Und der, der die Freundschaft ersehnt, soll keine Neugier hegen; wenn du deine Tat im Kampf vollbracht hast, o Held, wirst du unsere Freundschaft erneut erfahren.

Wort für Wort
sakhitvaṃ prati kāṅkṣiṇā kautūhalaṃ na kāryam
der die Freundschaft ersehnt, soll keine Neugier hegen
kṛtakarmā sakhitvaṃ prativetsyasi
wenn du deine Tat vollbracht hast, wirst du die Freundschaft erneut erfahren

bālavṛddhāvaśeṣāṃ tu laṅkāṃ kṛtvā śarormibhiḥ | rāvaṇaṃ ca ripuṃ hatvā sītāṃ samupalapsyase ||58||

Nachdem du Laṅkā mit Pfeilwogen nur noch Greise und Kinder übrig gelassen hast und den Feind Rāvaṇa getötet hast, wirst du Sītā wiedererlangen.“

Wort für Wort
laṅkāṃ bālavṛddhāvaśeṣāṃ śarormibhiḥ kṛtvā
Laṅkā mit Pfeilwogen nur noch Kinder und Greise übrig gelassen habend
rāvaṇaṃ ripuṃ hatvā sītāṃ samupalapsyase
den Feind Rāvaṇa getötet habend wirst du Sītā wiedererlangen

ity evam uktvā vacanaṃ suparṇaḥ śīghravikramaḥ | rāmaṃ ca virujaṃ kṛtvā madhye teṣāṃ vanaukasām ||59||

So dieses Wort gesprochen, machte der schnellkräftige Suparṇa, inmitten jener Waldbewohner, Rāma wundfrei,

Wort für Wort
śīghravikramaḥ suparṇaḥ
der schnellkräftige Suparṇa
rāmaṃ virujaṃ kṛtvā
Rāma wundfrei machend

pradakṣiṇaṃ tataḥ kṛtvā pariṣvajya ca vīryavān | jagāmākāśam āviśya suparṇaḥ pavano yathā ||60||

und, nachdem er ihn umrundet und umarmt hatte, stieg der Kraftvolle in die Lüfte auf und entschwand, gleich dem Wind.

Wort für Wort
pradakṣiṇaṃ kṛtvā pariṣvajya
umrundet und umarmt habend
ākāśam āviśya jagāma
stieg in die Lüfte auf und entschwand
pavano yathā
wie der Wind

nirujau rāghavau dṛṣṭvā tato vānarayūthapāḥ | siṃhanādāṃs tadā neduḥ lāṅgūlaṃ dudhuvuś ca te ||61||

Als sie die beiden Rāghavas wundfrei sahen, erhoben die Truppenführer der Affen da Löwengebrüll und schwenkten ihre Schwänze.

Wort für Wort
nirujau rāghavau dṛṣṭvā
die beiden wundfreien Rāghavas sehend
siṃhanādān neduḥ
erhoben Löwengebrüll
lāṅgūlaṃ dudhuvuḥ
schwenkten die Schwänze

tato bherīḥ samājaghnur mṛdaṅgāṃś ca vyanādayan | dadhmuḥ śaṅkhān saṃprahṛṣṭāḥ kṣvelanty api yathā puram ||62||

Da schlugen sie Kriegstrommeln und ließen Mṛdaṅgas ertönen, bliesen hocherfreut Muschelhörner und lärmten wie in einer Stadt.

Wort für Wort
bherīḥ samājaghnuḥ
schlugen die Kriegstrommeln
mṛdaṅgān vyanādayan
ließen die Mṛdaṅgas ertönen
śaṅkhān dadhmuḥ saṃprahṛṣṭāḥ
bliesen hocherfreut die Muschelhörner

apare āsphoṭya vikrāntā vānarā nagayodhinaḥ | drumān utpāṭya vividhāṃs tasthuḥ śatasahasraśaḥ ||63||

Andere tapfere, mit Bäumen kämpfende Affen, mit den Armen klatschend, entwurzelten mannigfache Bäume und standen zu Hunderttausenden bereit.

Wort für Wort
āsphoṭya vikrāntāḥ nagayodhinaḥ vānarāḥ
die mit den Armen klatschenden, tapferen, mit Bäumen kämpfenden Affen
drumān vividhān utpāṭya
mannigfache Bäume entwurzelnd
śatasahasraśaḥ tasthuḥ
standen zu Hunderttausenden bereit

visṛjanto mahānādāṃs trāsayanto niśācarān | laṅkādvārāṇy upājagmur yoddhukāmāḥ plavaṃgamāḥ ||64||

Gewaltige Rufe ausstoßend und die Nachtwandler erschreckend, näherten sich die kampfbegierigen Affen den Toren Laṅkās.

Wort für Wort
mahānādān visṛjantaḥ
gewaltige Rufe ausstoßend
niśācarān trāsayantaḥ
die Nachtwandler erschreckend
yoddhukāmāḥ laṅkādvārāṇi upājagmuḥ
die kampfbegierigen näherten sich den Toren Laṅkās

tataḥ subhīmastumulo ninādo | babhūva śākhāmṛgayūthapānām | kṣaye nidāghasya yathā ghanānām | nādaḥ subhīmo nadatāṃ niśīthe ||65||

Da erhob sich das überaus furchterregende, tosende Getöse der Truppenführer der Waldaffen, wie das überaus furchterregende Grollen donnernder Wolken zur Zeit des Endes der Sommerhitze, in der Nacht.

Wort für Wort
śākhāmṛgayūthapānām
der Truppenführer der Waldaffen (Affen)
subhīmaḥ tumulaḥ ninādaḥ babhūva
es erhob sich das überaus furchterregende, tosende Getöse
nidāghasya kṣaye ghanānām nādaḥ iva
wie das Grollen der Wolken am Ende der Sommerhitze

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