Quellen der Menschheit

Rāmāyaṇa · Yuddhakāṇḍa

Sarga 107: Rāma-Rāvaṇa-Saptarātra-Yuddham Der siebentägige Kampf zwischen Rāma und Rāvaṇa

tataḥ pravṛttaṃ sukrūraṃ rāmarāvaṇayostadā | sumahaddvairathaṃ yuddhaṃ sarvalokabhayāvaham ||

Da entbrannte zwischen Rāma und Rāvaṇa jener überaus grausame, gewaltige Zweikampf der Wagenkämpfer, der allen Welten Furcht einflößte.

Wort für Wort
tataḥ pravṛttaṃ sukrūraṃ
da entbrannte der überaus grausame
rāmarāvaṇayoḥ tadā
zwischen Rāma und Rāvaṇa da
sumahat dvairathaṃ yuddhaṃ
der gewaltige Zweikampf der Wagenkämpfer
sarvalokabhayāvaham
allen Welten Furcht einflößend

tato rākṣasasainyaṃ ca harīṇāṃ ca mahadbalam | pragṛhītapraharaṇaṃ niśceṣṭaṃ samatiṣṭhata ||

Da standen das Rākṣasaheer und die große Streitmacht der Affen, die Waffen ergriffen, regungslos da.

Wort für Wort
tato rākṣasasainyaṃ ca
da das Rākṣasaheer
harīṇāṃ ca mahadbalam
und die große Streitmacht der Affen
pragṛhītapraharaṇaṃ
die Waffen ergriffen
niśceṣṭaṃ samatiṣṭhata
standen regungslos da

samprayuddhau tato dṛṣṭvā balavannararākṣasau | vyākṣiptahṛdayāḥ sarve paraṃ vismayamāgatāḥ ||

Als sie die beiden mächtigen Kämpfer, den Menschen und den Rākṣasa, im Kampf sahen, gerieten alle, in ihrem Herzen erregt, in höchstes Staunen.

Wort für Wort
samprayuddhau tato dṛṣṭvā
die beiden Kämpfenden da sehend
balavannararākṣasau
den mächtigen Menschen und Rākṣasa
vyākṣiptahṛdayāḥ sarve
alle, in ihrem Herzen erregt
paraṃ vismayam āgatāḥ
gerieten in höchstes Staunen

nānāpraharaṇairvyagrairbhujairvismitabuddhayaḥ | tasthuḥ prekṣya ca saṅgrāmaṃ nābhijaghnuḥ parasparam ||

Mit mancherlei Waffen bewegten Armen, den Sinn in Staunen versetzt, standen sie da, die Schlacht betrachtend, und schlugen nicht mehr aufeinander ein.

Wort für Wort
nānāpraharaṇairvyagraiḥ bhujaiḥ
mit mancherlei Waffen bewegten Armen
vismitabuddhayaḥ
den Sinn in Staunen versetzt
tasthuḥ prekṣya ca saṅgrāmaṃ
standen die Schlacht betrachtend
na abhijaghnuḥ parasparam
schlugen nicht mehr aufeinander ein

rakṣasāṃ rāvaṇaṃ cāpi vānarāṇāṃ ca rāghavam | paśyatāṃ vismitākṣāṇāṃ sainyaṃ citramivābabhau ||

Die Rākṣasas, die Rāvaṇa betrachteten, und die Affen, die den Rāghava betrachteten, mit staunenden Augen — das Heer erschien wie ein Gemälde.

Wort für Wort
rakṣasāṃ rāvaṇaṃ ca api
der Rākṣasas, die Rāvaṇa, auch
vānarāṇāṃ ca rāghavam
und der Affen, die Rāghava
paśyatāṃ vismitākṣāṇāṃ
die mit staunenden Augen betrachteten
sainyaṃ citram iva ābabhau
das Heer erschien wie ein Gemälde

te tu tatra nimittāni dṛṣṭvā rāghavarāvaṇau | kṛtabuddhī sthirāmarṣau yuyudhāte abhītavat ||

Sie beide aber, der Rāghava und Rāvaṇa, die dort die Vorzeichen erkannt hatten, mit gefasstem Entschluss und beständigem Zorn, kämpften furchtlos.

Wort für Wort
te tu tatra nimittāni
sie aber dort die Vorzeichen
dṛṣṭvā rāghavarāvaṇau
erkennend, Rāghava und Rāvaṇa
kṛtabuddhī sthirāmarṣau
mit gefasstem Entschluss und beständigem Zorn
yuyudhāte abhītavat
kämpften furchtlos

jetavyamiti kākutstho martavyamiti rāvaṇaḥ | dhṛtau svavīryasarvasvaṃ yuddhe.adarśayatāṃ tadā ||

'Ich muss siegen', dachte der Kākutstha; 'Ich muss sterben', dachte Rāvaṇa — beide entschlossen, zeigten sie da im Kampf die gesamte Fülle ihrer Kraft.

Wort für Wort
jetavyam iti kākutsthaḥ
'ich muss siegen', der Kākutstha
martavyam iti rāvaṇaḥ
'ich muss sterben', Rāvaṇa
dhṛtau svavīryasarvasvaṃ
beide entschlossen, die gesamte Fülle ihrer Kraft
yuddhe adarśayatāṃ tadā
zeigten sie im Kampf da

tataḥ krodhāddaśagrīvaḥ śarānsandhāya vīryavān | mumoca dhvajamuddiśya rāghavasya rathe sthitam ||

Da legte der Zehnhalsige, der Kraftvolle, im Zorn Pfeile an und entsandte sie, auf die auf Rāghavas Wagen stehende Fahne gezielt.

Wort für Wort
tataḥ krodhāt daśagrīvaḥ
da im Zorn der Zehnhalsige
śarān sandhāya vīryavān
Pfeile anlegend, der Kraftvolle
mumoca dhvajam uddiśya
entsandte sie, auf die Fahne gezielt
rāghavasya rathe sthitam
auf Rāghavas Wagen stehend

te śarāstamanāsādya purandararathadhvajam | raktaśaktiṃ parāmṛśya nipeturdharaṇītale ||

Jene Pfeile, die die Fahne des Wagens Indras erreichten, berührten nur den roten Speerschaft der Fahnenspitze und fielen zu Boden.

Wort für Wort
te śarāḥ tam āsādya
jene Pfeile, sie erreichend
purandararathadhvajam
die Fahne des Wagens Indras
raktaśaktiṃ parāmṛśya
den roten Speerschaft berührend
nipetuḥ dharaṇītale
fielen zu Boden

tato rāmo.abhisaṅkruddhaścāpamāyamya vīryavān | kṛtapratikṛtaṃ kartuṃ manasā sampracakrame ||

Da, zornig geworden, der kraftvolle Rāma, den Bogen spannend, beschloss in seinem Sinn, Gleiches mit Gleichem zu vergelten.

Wort für Wort
tato rāmaḥ abhisaṅkruddhaḥ
da, Rāma, zornig geworden
cāpam āyamya vīryavān
den Bogen spannend, der Kraftvolle
kṛtapratikṛtaṃ kartuṃ
Gleiches mit Gleichem zu vergelten
manasā sampracakrame
beschloss er in seinem Sinn

rāvaṇadhvajamuddiśya mumoca niśitaṃ śaram | mahāsarpamivāsahyaṃ jvalantaṃ svena tejasā ||

Auf Rāvaṇas Fahne gezielt, entsandte er einen scharfen Pfeil, gleich einer unerträglichen großen Schlange, von eigener Glut lodernd.

Wort für Wort
rāvaṇadhvajam uddiśya
auf Rāvaṇas Fahne gezielt
mumoca niśitaṃ śaram
entsandte er einen scharfen Pfeil
mahāsarpam iva asahyaṃ
gleich einer unerträglichen großen Schlange
jvalantaṃ svena tejasā
lodernd von eigener Glut

rāmaścikṣepa tejasvī ketumuddiśya sāyakam | jagāma sa mahīṃ bhittvā daśagrīvadhvajaṃ śaraḥ ||

Der glutvolle Rāma schleuderte, auf das Feldzeichen gezielt, den Pfeil; jener Pfeil traf die Fahne des Zehnhalsigen und fuhr, die Erde durchbohrend, hindurch.

Wort für Wort
rāmaḥ cikṣepa tejasvī
der glutvolle Rāma schleuderte
ketum uddiśya sāyakam
auf das Feldzeichen gezielt, den Pfeil
jagāma sa mahīṃ bhittvā
er fuhr, die Erde durchbohrend
daśagrīvadhvajaṃ śaraḥ
der Pfeil, die Fahne des Zehnhalsigen

sa nikṛtto.apatadbhūmau rāvaṇasya rathadhvajaḥ | dhvajasyonmathanaṃ dṛṣṭvā rāvaṇaḥ sumahābalaḥ ||

Abgeschnitten, fiel Rāvaṇas Wagenfahne zu Boden. Als der überaus mächtige Rāvaṇa den Fall seiner Fahne sah,

Wort für Wort
sa nikṛttaḥ apatat bhūmau
sie, abgeschnitten, fiel zu Boden
rāvaṇasya rathadhvajaḥ
Rāvaṇas Wagenfahne
dhvajasya unmathanaṃ dṛṣṭvā
den Fall der Fahne sehend
rāvaṇaḥ sumahābalaḥ
der überaus mächtige Rāvaṇa

krodhajenāgninā saṅkhye pradīpta iva cābhavat | sa roṣavaśamāpannaḥ śaravarṣaṃ mahadvaman ||

war er wie im Kampf von zornerzeugtem Feuer entflammt; von Zorn übermannt, entließ er einen gewaltigen Pfeilregen.

Wort für Wort
krodhajena agninā saṅkhye
durch zornerzeugtes Feuer im Kampf
pradīptaḥ iva ca abhavat
war er wie entflammt
sa roṣavaśam āpannaḥ
er, von Zorn übermannt
śaravarṣaṃ mahat vaman
einen gewaltigen Pfeilregen entlassend

rāmasya turagāndivyāñśarairvivyādha rāvaṇaḥ | te viddhā harayastasya nāskhalannāpi babhramuḥ ||

Rāvaṇa durchbohrte Rāmas göttliche Rosse mit Pfeilen; jene, durchbohrt, stolperten nicht und gerieten auch nicht ins Wanken.

Wort für Wort
rāmasya turagān divyān
Rāmas göttliche Rosse
śaraiḥ vivyādha rāvaṇaḥ
durchbohrte Rāvaṇa mit Pfeilen
te viddhā harayaḥ tasya
jene, durchbohrt, seine Rosse
na askhalan na api babhramuḥ
stolperten nicht, gerieten auch nicht ins Wanken

teṣāmasambhramaṃ dṛṣṭvā vājināṃ rāvaṇastadā | bhūya eva susaṅkruddhaḥ śaravarṣaṃ mumoca ha ||

Als er die Unerschütterlichkeit jener Rosse sah, entsandte Rāvaṇa da, noch mehr zornig, abermals einen Pfeilregen.

Wort für Wort
teṣām asambhramaṃ dṛṣṭvā
ihre Unerschütterlichkeit sehend
vājināṃ rāvaṇaḥ tadā
der Rosse, Rāvaṇa da
bhūyaḥ eva susaṅkruddhaḥ
noch mehr, überaus zornig
śaravarṣaṃ mumoca ha
entsandte er einen Pfeilregen

gadāśca parighāṃścaiva cakrāṇi musalāni ca | giriśṛṅgāṇi vṛkṣāṃśca tathā śūlaparaśvadhān ||

Keulen, eiserne Stangen, Diskusse, Streitkolben, Berggipfel und Bäume, ebenso Lanzen und Beile —

Wort für Wort
gadāḥ ca parighān ca eva
Keulen und eiserne Stangen
cakrāṇi musalāni ca
Diskusse und Streitkolben
giriśṛṅgāṇi vṛkṣān ca
Berggipfel und Bäume
tathā śūlaparaśvadhān
ebenso Lanzen und Beile

māyā vihitametattu śastravarṣamapātayat | sahasraśastato bāṇānaśrāntahṛdayodyamaḥ ||

diesen durch Zauberkraft bewirkten Waffenregen ließ er niederfallen; dann entsandte er tausendfach Pfeile, ohne Ermüdung im Herzen kämpfend.

Wort für Wort
māyā vihitam etat tu
durch Zauberkraft bewirkt aber, dies
śastravarṣam apātayat
den Waffenregen ließ er niederfallen
sahasraśaḥ tato bāṇān
tausendfach dann Pfeile
aśrāntahṛdayodyamaḥ
ohne Ermüdung im Herzen kämpfend

tumulaṃ trāsajananaṃ bhīmaṃ bhīmapratisvanam | durdharṣamabhavadyuddhe naikaśastramayaṃ mahat ||

Tosend, Schrecken erzeugend, furchtbar, mit furchtbarem Widerhall, unbezwingbar wurde der Kampf, gewaltig durch mancherlei Waffen.

Wort für Wort
tumulaṃ trāsajananaṃ
tosend, Schrecken erzeugend
bhīmaṃ bhīmapratisvanam
furchtbar, mit furchtbarem Widerhall
durdharṣam abhavat yuddhe
unbezwingbar wurde der Kampf
naikaśastramayaṃ mahat
gewaltig durch mancherlei Waffen

vimucya rāghavarathaṃ samantādvānare bale | sāyakairantarikṣaṃ ca cakārāśu nirantaram ||

Von Rāghavas Wagen abgewandt, richtete er die Waffen ringsum gegen das Affenheer und erfüllte alsbald mit Pfeilen ununterbrochen den Luftraum.

Wort für Wort
vimucya rāghavarathaṃ
von Rāghavas Wagen abgewandt
samantāt vānare bale
ringsum gegen das Affenheer
sāyakaiḥ antarikṣaṃ ca
und den Luftraum mit Pfeilen
cakāra āśu nirantaram
erfüllte er alsbald ununterbrochen

mumoca ca daśagrīvo niḥsaṅgenāntarātmanā | vyāyacchamānaṃ taṃ dṛṣṭvā tatparaṃ rāvaṇaṃ raṇe ||

Und der Zehnhalsige entließ mit ungehemmtem Sinn Pfeile; als er sah, dass sich Rāvaṇa im Kampf so eifrig bemühte,

Wort für Wort
mumoca ca daśagrīvaḥ
und der Zehnhalsige entließ
niḥsaṅgena antarātmanā
mit ungehemmtem inneren Sinn
vyāyacchamānaṃ taṃ dṛṣṭvā
ihn sich eifrig bemühend sehend
tatparaṃ rāvaṇaṃ raṇe
Rāvaṇa, darauf bedacht, im Kampf

prahasanniva kākutsthaḥ sandadhe niśitān śarān | sa mumoca tato bāṇānraṇe śatasahasraśaḥ ||

legte der Kākutstha, gleichsam lächelnd, scharfe Pfeile an; da entließ er im Kampf Hunderttausende von Pfeilen.

Wort für Wort
prahasan iva kākutsthaḥ
gleichsam lächelnd, der Kākutstha
sandadhe niśitān śarān
legte scharfe Pfeile an
sa mumoca tato bāṇān
er entließ dann Pfeile
raṇe śatasahasraśaḥ
im Kampf hunderttausendfach

tān dṛṣṭvā rāvaṇaścakre svaśaraiḥ khaṃ nirantaram | tatastābhyāṃ prayuktena śaravarṣeṇa bhāsvatā | śarabaddhamivābhāti dvitīyaṃ bhāsvadambaram ||

Als er jene sah, erfüllte Rāvaṇa mit seinen eigenen Pfeilen ununterbrochen den Luftraum; und durch den von beiden entsandten, leuchtenden Pfeilregen erschien gleichsam ein zweiter, aus Pfeilen gebundener, leuchtender Himmel.

Wort für Wort
tān dṛṣṭvā rāvaṇaḥ cakre
jene sehend, machte Rāvaṇa
svaśaraiḥ khaṃ nirantaram
mit eigenen Pfeilen den Luftraum ununterbrochen [voll]
tataḥ tābhyāṃ prayuktena
dann durch den von beiden entsandten
śaravarṣeṇa bhāsvatā
leuchtenden Pfeilregen
śarabaddham iva ābhāti
erschien wie aus Pfeilen gebunden
dvitīyaṃ bhāsvadambaram
ein zweiter leuchtender Himmel

nānimitto.abhavadbāṇo nātibhettā na niṣphalaḥ | anyonyamabhisaṃhatya nipeturdharaṇītale ||

Kein Pfeil war ohne Ziel, keiner ohne durchbohrende Kraft, keiner wirkungslos; einander treffend, fielen sie zu Boden.

Wort für Wort
na animittaḥ abhavat bāṇaḥ
kein Pfeil war ohne Ziel
na atibhettā na niṣphalaḥ
keiner ohne durchbohrende Kraft, keiner wirkungslos
anyonyam abhisaṃhatya
einander treffend
nipetuḥ dharaṇītale
fielen sie zu Boden

prāyudhyetāmavicchinnamasyantau savyadakṣiṇam | cakratustau śaraughaistu nirucchvāsamivāmbaram ||

Ununterbrochen kämpften beide, nach links und rechts schießend; mit ihren Pfeilfluten machten sie den Himmel gleichsam atemlos.

Wort für Wort
prāyudhyetām avicchinnam
ununterbrochen kämpften beide
asyantau savyadakṣiṇam
nach links und rechts schießend
cakratuḥ tau śaraughaiḥ tu
machten sie beide mit Pfeilfluten
nirucchvāsam iva ambaram
den Himmel gleichsam atemlos

rāvaṇasya hayānrāmo hayānrāmasya rāvaṇaḥ | jaghnatustau tadānyonyaṃ kṛtānukṛtakāriṇau ||

Rāma traf Rāvaṇas Rosse, Rāvaṇa Rāmas Rosse; beide trafen einander da, Tat mit Gegentat erwidernd.

Wort für Wort
rāvaṇasya hayān rāmaḥ
Rāvaṇas Rosse, Rāma
hayān rāmasya rāvaṇaḥ
Rāmas Rosse, Rāvaṇa
jaghnatuḥ tau tadā anyonyaṃ
trafen beide da einander
kṛtānukṛtakāriṇau
Tat mit Gegentat erwidernd

evaṃ tu tau susaṃkruddhau cakraturyuddhamuttamam | muhūrtamabhavadyuddhaṃ tumulaṃ romaharṣaṇam ||

So vollführten die beiden, überaus zornig, einen vortrefflichen Kampf; ein Augenblick lang war der Kampf tosend und haarsträubend.

Wort für Wort
evaṃ tu tau susaṃkruddhau
so aber beide, überaus zornig
cakratuḥ yuddham uttamam
vollführten sie einen vortrefflichen Kampf
muhūrtam abhavat yuddhaṃ
einen Augenblick lang war der Kampf
tumulaṃ romaharṣaṇam
tosend und haarsträubend

prayudhyamānau samare mahābalau | śitaiḥ śarai rāvaṇalakṣmaṇāgrajau | dhvajāvapātena sa rākṣasādhipo | bhṛśaṃ pracukrodha tadā raghūttame ||

Während die beiden mächtigen Kämpfer, Rāvaṇa und der ältere Bruder Lakṣmaṇas, mit scharfen Pfeilen im Kampf miteinander stritten, geriet jener Rākṣasa-Herr wegen des Falls seiner Fahne da heftig in Zorn auf den Besten der Raghus.

Wort für Wort
prayudhyamānau samare mahābalau
die beiden mächtigen im Kampf Streitenden
śitaiḥ śaraiḥ rāvaṇalakṣmaṇāgrajau
mit scharfen Pfeilen, Rāvaṇa und der ältere Bruder Lakṣmaṇas
dhvajāvapātena sa rākṣasādhipaḥ
wegen des Fahnenfalls jener Rākṣasa-Herr
bhṛśaṃ pracukrodha tadā raghūttame
geriet heftig in Zorn auf den Besten der Raghus

tau tathā yudhyamānau tu samare rāmarāvaṇau | dadṛśuḥ sarvabhūtānni vismitenāntarātmanā ||

Die beiden so kämpfenden, Rāma und Rāvaṇa, im Kampf, sahen alle Wesen mit staunendem Sinn.

Wort für Wort
tau tathā yudhyamānau tu
die beiden so Kämpfenden aber
samare rāmarāvaṇau
im Kampf, Rāma und Rāvaṇa
dadṛśuḥ sarvabhūtāni
sahen alle Wesen
vismitena antarātmanā
mit staunendem inneren Sinn

ardayantau tu samare tayostau syandanottamau | parasparamabhikruddhau parasparamabhidrutau ||

Die beiden, einander bedrängend im Kampf, auf ihren vortrefflichen Wagen, einander zornig, einander entgegenstürmend,

Wort für Wort
ardayantau tu samare
die beiden aber bedrängend im Kampf
tayoḥ tau syandanottamau
auf ihren beiden vortrefflichen Wagen
parasparam abhikruddhau
einander zornig
parasparam abhidrutau
einander entgegenstürmend

parasparavadhe yuktau ghorarūpau babhūvatuḥ | maṇḍalāni ca vīthīśca gatapratyāgatāni ca ||

beide darauf bedacht, den anderen zu töten, wurden furchtbar anzusehen; sie führten Kreisbewegungen, Bahnen, Vor- und Zurückfahren aus.

Wort für Wort
parasparavadhe yuktau
beide darauf bedacht, einander zu töten
ghorarūpau babhūvatuḥ
wurden furchtbar anzusehen
maṇḍalāni ca vīthīḥ ca
Kreisbewegungen und Bahnen
gatapratyāgatāni ca
und Vor- und Zurückfahren

ardayan rāvaṇaṃ rāmo rāghavaṃ cāpi rāvaṇaḥ | gativegaṃ samāpannau prativegapravartane ||

Rāma bedrängte Rāvaṇa, und auch Rāvaṇa den Rāghava; beide, in der Bewegung ihrer Fahrt, wandten sich zu Gegenbewegungen.

Wort für Wort
ardayan rāvaṇaṃ rāmaḥ
Rāma bedrängend Rāvaṇa
rāghavaṃ ca api rāvaṇaḥ
und Rāvaṇa auch den Rāghava
gativegaṃ samāpannau
beide in der Bewegung ihrer Fahrt
prativegapravartane
in Gegenbewegungen übergehend

kṣipatoḥ śarajālāni tayostau syandanottamau | ceratuh saṃyugamahīṃ sāsārau jaladāviva ||

Während sie beide Pfeilnetze entsandten, durchmaßen ihre vortrefflichen Wagen das Schlachtfeld, wie zwei Wolken mit strömendem Regen.

Wort für Wort
kṣipatoḥ śarajālāni
während sie beide Pfeilnetze entsandten
tayoḥ tau syandanottamau
ihre beiden vortrefflichen Wagen
ceratuḥ saṃyugamahīṃ
durchmaßen das Schlachtfeld
sāsārau jaladau iva
wie zwei Wolken mit strömendem Regen

darśayitvā tadā tau tu gatiṃ bahuvidhāṃ raṇe | parasparasyābhimukhau punareva ca tasthatuḥ ||

Nachdem sie so im Kampf mancherlei Bewegungsarten gezeigt hatten, standen die beiden einander wieder zugewandt still.

Wort für Wort
darśayitvā tadā tau tu
nachdem sie beide da gezeigt hatten
gatiṃ bahuvidhāṃ raṇe
mancherlei Bewegungsarten im Kampf
parasparasya abhimukhau
einander zugewandt
punaḥ eva ca tasthatuḥ
standen sie wieder still

dhuraṃ dhureṇa rathayorvaktraṃ vaktreṇa vājinām | patākāśca patākābhiḥ samīyuḥ sthitayostada ||

Deichsel an Deichsel der beiden Wagen, Maul an Maul der Rosse, Fahne an Fahne — so kamen sie einander nahe, als beide stillstanden.

Wort für Wort
dhuraṃ dhureṇa rathayoḥ
Deichsel an Deichsel der beiden Wagen
vaktraṃ vaktreṇa vājinām
Maul an Maul der Rosse
patākāḥ ca patākābhiḥ
Fahne an Fahne
samīyuḥ sthitayoḥ tada
kamen sie sich nahe, als beide stillstanden

rāvaṇasya tato rāmo dhanurmukaiḥ śitaiḥ śaraiḥ | caturbhiścaturo dīptān hayān pratyapasarpayat ||

Da ließ Rāma mit vier scharfen, aus dem Bogenmund entsandten Pfeilen Rāvaṇas vier glühende Rosse zurückweichen.

Wort für Wort
rāvaṇasya tato rāmaḥ
da Rāma des Rāvaṇa
dhanurmukaiḥ śitaiḥ śaraiḥ
mit scharfen, aus dem Bogenmund entsandten Pfeilen
caturbhiḥ caturaḥ dīptān
mit vier, die vier glühenden
hayān pratyapasarpayat
Rosse ließ er zurückweichen

sa krodhavaśamāpanno hayānāmapasarpaṇe | mumoca niśitān bāṇān rāghavāya daśānanaḥ ||

Der Zehnhäuptige, vom Zorn übermannt über das Zurückweichen seiner Rosse, entsandte scharfe Pfeile gegen den Rāghava.

Wort für Wort
sa krodhavaśam āpannaḥ
er, vom Zorn übermannt
hayānām apasarpaṇe
über das Zurückweichen der Rosse
mumoca niśitān bāṇān
entsandte scharfe Pfeile
rāghavāya daśānanaḥ
gegen den Rāghava, der Zehnhäuptige

so.atividdho balavatā daśagrīveṇa rāghavaḥ | jagāma na vikāram ca na cāpi vyathito.abhavat ||

Der Rāghava, heftig durchbohrt von dem mächtigen Zehnhalsigen, geriet weder in Veränderung noch wurde er erschüttert.

Wort für Wort
saḥ atividdhaḥ balavatā
er, heftig durchbohrt von dem mächtigen
daśagrīveṇa rāghavaḥ
von dem Zehnhalsigen, der Rāghava
jagāma na vikāram ca
geriet nicht in Veränderung
na ca api vyathitaḥ abhavat
und wurde auch nicht erschüttert

cikṣepa ca punarbāṇān vajrapātasamasvanān | sārathiṃ vajrahastasya samuddiśya daśānanaḥ ||

Und der Zehnhäuptige schleuderte abermals Pfeile, dem Donnerkeilschlag gleich an Klang, auf den Wagenlenker dessen gezielt, der den Donnerkeil in der Hand hält.

Wort für Wort
cikṣepa ca punaḥ bāṇān
und schleuderte abermals Pfeile
vajrapātasamasvanān
dem Donnerkeilschlag gleich an Klang
sārathiṃ vajrahastasya
auf den Wagenlenker dessen, der den Donnerkeil in der Hand hält
samuddiśya daśānanaḥ
gezielt, der Zehnhäuptige

mātalestu mahāvegāḥ sarīre patitāḥ śarāḥ | na sūkṣmamapi saṃmohaṃ vyathāṃ vā pradaduryudhi ||

Die überaus schnellen Pfeile aber, die auf Mātalis Leib niederfielen, verursachten im Kampf nicht die geringste Verwirrung oder Schmerz.

Wort für Wort
mātaleḥ tu mahāvegāḥ
Mātalis aber, die überaus schnellen
sarīre patitāḥ śarāḥ
auf den Leib gefallenen Pfeile
na sūkṣmam api saṃmohaṃ
nicht die geringste Verwirrung
vyathāṃ vā pradaduḥ yudhi
oder Schmerz verursachten sie im Kampf

tayā dharṣaṇayā kruddho mātalerna tathātmanaḥ | cakāra śarajālena rāghavo vimukhaṃ ripum ||

Über diese Kränkung Mātalis zornig, nicht so sehr über die eigene, machte der Rāghava mit einem Pfeilnetz den Feind wankend.

Wort für Wort
tayā dharṣaṇayā kruddhaḥ
über diese Kränkung zornig
mātaleḥ na tathā ātmanaḥ
über Mātalis, nicht so sehr über die eigene
cakāra śarajālena
machte mit einem Pfeilnetz
rāghavaḥ vimukhaṃ ripum
der Rāghava den Feind wankend

viṃśatiṃ triṃśatiṃ ṣaṣṭiṃ śataśo.atha sahasraśaḥ | mumoca rāghavo vīraḥ sāyakān syandane rapoḥ ||

Zwanzig, dreißig, sechzig, hundertfach und auch tausendfach entsandte der Held Rāghava Pfeile auf den Wagen des Feindes.

Wort für Wort
viṃśatiṃ triṃśatiṃ ṣaṣṭiṃ
zwanzig, dreißig, sechzig
śataśaḥ atha sahasraśaḥ
hundertfach und tausendfach
mumoca rāghavaḥ vīraḥ
entsandte der Held Rāghava
sāyakān syandane ripoḥ
Pfeile auf den Wagen des Feindes

rāvaṇo.api tataḥ kruddho rathastho rākṣaseśvaraḥ | gadāmusalavarṣeṇa rāmaṃ pratyardayaraṇe ||

Auch Rāvaṇa, der auf dem Wagen stehende Rākṣasa-Herr, bedrängte da zornig Rāma im Kampf mit einem Regen aus Keulen und Streitkolben.

Wort für Wort
rāvaṇaḥ api tataḥ kruddhaḥ
auch Rāvaṇa da zornig
rathasthaḥ rākṣaseśvaraḥ
auf dem Wagen stehend, der Rākṣasa-Herr
gadāmusalavarṣeṇa
mit einem Regen aus Keulen und Streitkolben
rāmaṃ pratyardaya raṇe
bedrängte er Rāma im Kampf

tatprayuktaṃ punaryuddhaṃ tu mulaṃ romaharṣaṇam | gadānāṃ musalānāṃ ca parighāṇāṃ ca niḥsvanaiḥ | śaraṇāṃ puṅkhavātaiśca kṣubhitāḥ sapta sāgarāḥ ||

Dieser abermals entbrannte Kampf war tosend und haarsträubend; durch das Getöse von Keulen, Streitkolben und eisernen Stangen sowie durch die Windstöße der Pfeilfiedern gerieten die sieben Ozeane in Aufruhr.

Wort für Wort
tatprayuktaṃ punaḥ yuddhaṃ
dieser abermals entbrannte Kampf
tumulaṃ romaharṣaṇam
tosend und haarsträubend
gadānāṃ musalānāṃ ca
von Keulen und Streitkolben
parighāṇāṃ ca niḥsvanaiḥ
und eisernen Stangen, durch das Getöse
śaraṇāṃ puṅkhavātaiḥ ca
und durch die Windstöße der Pfeilfiedern
kṣubhitāḥ sapta sāgarāḥ
gerieten die sieben Ozeane in Aufruhr

kṣubdhānāṃ sāgarāṇāṃ ca pātālatalavāsinaḥ | vyathitā dānavāḥ sarve pannagāśca sahasraśaḥ ||

Und durch die aufgewühlten Ozeane wurden alle in der Unterwelt Pātāla wohnenden Dānavas und Tausende von Schlangenwesen beunruhigt.

Wort für Wort
kṣubdhānāṃ sāgarāṇāṃ ca
und durch die aufgewühlten Ozeane
pātālatalavāsinaḥ
die in der Unterwelt Pātāla Wohnenden
vyathitā dānavāḥ sarve
wurden alle Dānavas beunruhigt
pannagāḥ ca sahasraśaḥ
und Tausende von Schlangenwesen

cakampe medinī kṛtsnā saśailavanakānanā | bhāskaro niṣprabhaścāsīnna vavau cāpi mārutaḥ ||

Die ganze Erde erbebte samt ihren Bergen, Wäldern und Hainen; die Sonne wurde glanzlos, und auch der Wind wehte nicht mehr.

Wort für Wort
cakampe medinī kṛtsnā
die ganze Erde erbebte
saśailavanakānanā
samt Bergen, Wäldern und Hainen
bhāskaraḥ niṣprabhaḥ ca āsīt
die Sonne wurde glanzlos
na vavau ca api mārutaḥ
und auch der Wind wehte nicht

tato devāḥ sagandharvāḥ siddhāśca paramarṣayaḥ | cintāmāpedire sarve sakiṃnaramahoragāḥ ||

Da gerieten die Götter samt den Gandharvas, die Siddhas und die großen Ṛṣis, samt den Kiṃnaras und großen Schlangenwesen, alle in Sorge.

Wort für Wort
tato devāḥ sagandharvāḥ
da die Götter samt den Gandharvas
siddhāḥ ca paramarṣayaḥ
die Siddhas und die großen Ṛṣis
cintām āpedire sarve
gerieten alle in Sorge
sakiṃnaramahoragāḥ
samt Kiṃnaras und großen Schlangenwesen

svasti gobrāhmaṇebhyo.astu lokāstiṣṭhantu śāśvatāḥ | jayatāṃ rāghavaḥ saṃkhye rāvaṇaṃ rākṣaseśvaram ||

'Heil sei den Kühen und Brahmanen! Die Welten mögen ewig bestehen! Der Rāghava möge im Kampf über Rāvaṇa, den Herrn der Rākṣasas, siegen!'

Wort für Wort
svasti gobrāhmaṇebhyaḥ astu
Heil sei den Kühen und Brahmanen
lokāḥ tiṣṭhantu śāśvatāḥ
die Welten mögen ewig bestehen
jayatāṃ rāghavaḥ saṃkhye
der Rāghava möge im Kampf siegen
rāvaṇaṃ rākṣaseśvaram
über Rāvaṇa, den Herrn der Rākṣasas

evaṃ japanto.apaśyaṃste devāḥ sarṣigaṇāstadā | rāmarāvaṇayoryuddhaṃ sughoraṃ romaharṣaṇam ||

So murmelnd, betrachteten die Götter samt den Ṛṣi-Scharen den überaus furchtbaren, haarsträubenden Kampf zwischen Rāma und Rāvaṇa.

Wort für Wort
evaṃ japantaḥ apaśyan te
so murmelnd betrachteten sie
devāḥ sarṣigaṇāḥ tadā
die Götter samt den Ṛṣi-Scharen da
rāmarāvaṇayoḥ yuddhaṃ
den Kampf zwischen Rāma und Rāvaṇa
sughoraṃ romaharṣaṇam
überaus furchtbar, haarsträubend

gandharvāpsarasāṃ saṃghā dṛṣṭvā yuddhamanūpamam | gaganaṃ gaganākāraṃ sāgaraḥ sāgaropamaḥ ||

Die Scharen der Gandharvas und Apsaras, den unvergleichlichen Kampf betrachtend, sprachen: 'Der Himmel ist von Himmelsgestalt, der Ozean dem Ozean gleich,

Wort für Wort
gandharvāpsarasāṃ saṃghā
die Scharen der Gandharvas und Apsaras
dṛṣṭvā yuddham anūpamam
den unvergleichlichen Kampf betrachtend
gaganaṃ gaganākāraṃ
der Himmel von Himmelsgestalt
sāgaraḥ sāgaropamaḥ
der Ozean dem Ozean gleich

rāmarāvaṇayoryuddhaṃ rāmarāvaṇayoriva | evaṃ bruvanto dadṛśustadyuddhaṃ rāmarāvaṇam ||

so ist auch der Kampf zwischen Rāma und Rāvaṇa nur dem Kampf zwischen Rāma und Rāvaṇa selbst vergleichbar.' So sprechend betrachteten sie jenen Kampf zwischen Rāma und Rāvaṇa.

Wort für Wort
rāmarāvaṇayoḥ yuddhaṃ
der Kampf zwischen Rāma und Rāvaṇa
rāmarāvaṇayoḥ iva
ist wie der zwischen Rāma und Rāvaṇa selbst
evaṃ bruvantaḥ dadṛśuḥ
so sprechend betrachteten sie
tat yuddhaṃ rāmarāvaṇam
jenen Kampf zwischen Rāma und Rāvaṇa

tataḥ krodhānmahābāhū raghūṇāṃ kīrtivardhanaḥ | saṃdhāya dhanuṣā rāmaḥ śaramāśīviṣopamam ||

Da legte der starkarmige Rāma, der Ruhmesmehrer der Raghus, im Zorn einen giftschlangengleichen Pfeil auf den Bogen

Wort für Wort
tataḥ krodhāt mahābāhuḥ
da im Zorn der Starkarmige
raghūṇāṃ kīrtivardhanaḥ
der Ruhmesmehrer der Raghus
saṃdhāya dhanuṣā rāmaḥ
auf den Bogen legend, Rāma
śaram āśīviṣopamam
einen giftschlangengleichen Pfeil

rāvaṇasya śoro.acchindacchrīmajjvalitakuṇḍalam | tacchiraḥ patitaṃ bhūmau dṛṣṭaṃ lokaistribhistadā ||

und schnitt Rāvaṇas prächtiges, mit leuchtenden Ohrringen geschmücktes Haupt ab; jenes zu Boden gefallene Haupt wurde da von den drei Welten gesehen.

Wort für Wort
rāvaṇasya śiraḥ acchinat
schnitt Rāvaṇas Haupt ab
śrīmat jvalitakuṇḍalam
prächtig, mit leuchtenden Ohrringen
tat śiraḥ patitaṃ bhūmau
jenes zu Boden gefallene Haupt
dṛṣṭaṃ lokaiḥ tribhiḥ tadā
wurde da von den drei Welten gesehen

tasyaiva sadṛśaṃ cānyadrāvaṇasyotthitaṃ śiraḥ | tat kṣiptaṃ kṣiprahastena rāmeṇa kṣiprakāriṇā ||

Doch ein diesem gleichendes anderes Haupt Rāvaṇas erhob sich; auch dieses wurde von dem schnellhändigen, rasch handelnden Rāma abgeschlagen.

Wort für Wort
tasya eva sadṛśaṃ ca anyat
ein ihm gleichendes anderes
rāvaṇasya utthitaṃ śiraḥ
Haupt Rāvaṇas erhob sich
tat kṣiptaṃ kṣiprahastena
dieses wurde von dem Schnellhändigen abgeschlagen
rāmeṇa kṣiprakāriṇā
von Rāma, dem rasch Handelnden

dvitīyaṃ rāvaṇaśiraścinnaṃ saṃyati sāyakaiḥ | cinnamātraṃ ca tacchīrṣaṃ punareva pradśyate ||

Das zweite Haupt Rāvaṇas wurde im Kampf durch Pfeile abgeschnitten; doch kaum abgeschnitten, erschien jenes Haupt sogleich wieder.

Wort für Wort
dvitīyaṃ rāvaṇaśiraḥ
das zweite Haupt Rāvaṇas
chinnaṃ saṃyati sāyakaiḥ
abgeschnitten im Kampf durch Pfeile
chinnamātraṃ ca tat śīrṣaṃ
kaum abgeschnitten, jenes Haupt
punaḥ eva pradṛśyate
erschien sogleich wieder

tadapyaśanisaṃkāśaiśchinnaṃ rāmasya sāyakaiḥ | evameva śataṃ cinnaṃ śirasāṃ tulyavarcasām ||

Auch dieses wurde von Rāmas blitzgleichen Pfeilen abgeschnitten; und ebenso wurden hundert Häupter von gleichem Glanz abgeschnitten.

Wort für Wort
tat api aśanisaṃkāśaiḥ
auch dieses von den blitzgleichen
chinnaṃ rāmasya sāyakaiḥ
abgeschnitten durch Rāmas Pfeile
evam eva śataṃ chinnaṃ
ebenso wurden hundert abgeschnitten
śirasāṃ tulyavarcasām
Häupter von gleichem Glanz

na caiva rāvaṇasyānto dṛśyate jīvitakṣaye | tataḥ sarvāstravidvīraḥ karusalyānandavardhanaḥ ||

Doch niemals war ein Ende Rāvaṇas im Schwinden seines Lebens zu sehen. Da begann der Held, kundig in allen Waffen, der Freudenmehrer seines Geschlechts,

Wort für Wort
na ca eva rāvaṇasya antaḥ
doch niemals war ein Ende Rāvaṇas
dṛśyate jīvitakṣaye
zu sehen im Schwinden seines Lebens
tataḥ sarvāstravidvīraḥ
da der Held, kundig in allen Waffen
karusalyānandavardhanaḥ
der Freudenmehrer seines Geschlechts

mārgaṇairbahubhiryuktaścintayāmāsa rāghavaḥ | mārīco nihato yaistu kharo yaistu sadūṣaṇaḥ ||

mit vielen Pfeilen versehen, der Rāghava, nachzudenken: 'Mit welchen Pfeilen Mārīca getötet wurde, mit welchen Khara samt Dūṣaṇa,

Wort für Wort
mārgaṇaiḥ bahubhiḥ yuktaḥ
mit vielen Pfeilen versehen
cintayāmāsa rāghavaḥ
begann der Rāghava nachzudenken
mārīcaḥ nihataḥ yaiḥ tu
mit welchen Mārīca getötet wurde
kharaḥ yaiḥ tu sadūṣaṇaḥ
mit welchen Khara samt Dūṣaṇa

krauñcāvane virādhastu kabando daṇḍake vane | yaiḥ sālā girayo bhagnā vālī ca kṣubhito.ambudhiḥ ||

mit welchen Virādha im Krauñca-Wald, Kabandha im Daṇḍaka-Wald getötet wurden, mit welchen die Sāla-Bäume und Berge zerbrochen wurden, Vālin getötet und der Ozean aufgewühlt —

Wort für Wort
krauñcāvane virādhaḥ tu
im Krauñca-Wald Virādha aber
kabandhaḥ daṇḍake vane
Kabandha im Daṇḍaka-Wald
yaiḥ sālā girayaḥ bhagnā
mit welchen Sāla-Bäume und Berge zerbrochen wurden
vālī ca kṣubhitaḥ ambudhiḥ
Vālin und der aufgewühlte Ozean

ta ime sāyakāḥ sarve yuddhe prātyayikā mama | kiṃ nu tatkāraṇaṃ yena rāvaṇe mandatejasaḥ ||

eben diese Pfeile alle sind mir im Kampf zuverlässig gewesen; was mag wohl der Grund dafür sein, dass sie bei Rāvaṇa von geminderter Wirkkraft sind?'

Wort für Wort
ta ime sāyakāḥ sarve
eben diese Pfeile alle
yuddhe prātyayikā mama
sind mir im Kampf zuverlässig
kiṃ nu tatkāraṇaṃ yena
was mag wohl der Grund sein, weswegen
rāvaṇe mandatejasaḥ
bei Rāvaṇa von geminderter Wirkkraft

iti cintāparaścāsī dapramattaśca saṃyuge | vavarṣa śaravarṣāṇi rāghavo rāvaṇorasi ||

So in Gedanken versunken, doch unachtsam im Kampf keineswegs, ließ der Rāghava Pfeilregen auf Rāvaṇas Brust niederregnen.

Wort für Wort
iti cintāparaḥ ca āsīt
so war er in Gedanken versunken
apramattaḥ ca saṃyuge
und unachtsam im Kampf keineswegs
vavarṣa śaravarṣāṇi
ließ er Pfeilregen niederregnen
rāghavaḥ rāvaṇaḥ urasi
der Rāghava auf Rāvaṇas Brust

rāvaṇo.api tataḥ kruddho rathastho rākṣaseśvaraḥ | gadāmusalavarṣeṇa rāmaṃ pratyardayadraṇe ||

Auch Rāvaṇa, der auf dem Wagen stehende Rākṣasa-Herr, bedrängte da zornig Rāma im Kampf mit einem Regen aus Keulen und Streitkolben.

Wort für Wort
rāvaṇaḥ api tataḥ kruddhaḥ
auch Rāvaṇa da zornig
rathasthaḥ rākṣaseśvaraḥ
auf dem Wagen stehend, der Rākṣasa-Herr
gadāmusalavarṣeṇa
mit einem Regen aus Keulen und Streitkolben
rāmaṃ pratyardayat raṇe
bedrängte er Rāma im Kampf

tatpravṛttaṃ mahadyuddhaṃ tumulaṃ romaharṣaṇam | antarikṣe ca bhūmau ca punaśca girimūrdhani ||

So entbrannte jener gewaltige, tosende, haarsträubende Kampf, im Luftraum und auf der Erde, und wiederum auf Berggipfeln,

Wort für Wort
tatpravṛttaṃ mahat yuddhaṃ
so entbrannte jener gewaltige Kampf
tumulaṃ romaharṣaṇam
tosend, haarsträubend
antarikṣe ca bhūmau ca
im Luftraum und auf der Erde
punaḥ ca girimūrdhani
und wiederum auf Berggipfeln

devadānavayakṣāṇāṃ piśācoragarakṣasām | paśyatāṃ tanmahāyuddhaṃ saptarātramavartata ||

während Götter, Dānavas, Yakṣas, Piśācas, Schlangenwesen und Rākṣasas zusahen; sieben Nächte lang dauerte jener gewaltige Kampf.

Wort für Wort
devadānavayakṣāṇāṃ
der Götter, Dānavas, Yakṣas
piśācoragarakṣasām
der Piśācas, Schlangenwesen, Rākṣasas
paśyatāṃ tanmahāyuddhaṃ
während sie zusahen, jener gewaltige Kampf
saptarātram avartata
dauerte sieben Nächte

naiva rātriṃ na divasaṃ na muhūrtaṃ na ca kṣaṇam | rāmarāvaṇayoryuddhaṃ virāmamupagacchati ||

Weder bei Nacht noch bei Tag, weder für einen Augenblick noch für einen Moment kam der Kampf zwischen Rāma und Rāvaṇa zum Stillstand.

Wort für Wort
na eva rātriṃ na divasaṃ
weder bei Nacht noch bei Tag
na muhūrtaṃ na ca kṣaṇam
weder für einen Augenblick noch für einen Moment
rāmarāvaṇayoḥ yuddhaṃ
der Kampf zwischen Rāma und Rāvaṇa
virāmam upagacchati
kam zum Stillstand

Interaktive Leseansicht des ganzen Werks