Quellen der Menschheit

Rāmāyaṇa · Yuddhakāṇḍa

Sarga 102: Rāma-Rāvaṇa-Dvitīya-Yuddham Rāmas Wagen von Indra und die zweite Kampfphase mit Rāvaṇa

lakṣmaṇena tu tadvākyamuktan śrutvā sa rāghavaḥ | saṃdadhe paravīraghno dhanurādāya vīryavān ||

Als aber der Rāghava jenes von Lakṣmaṇa gesprochene Wort gehört hatte, legte der kraftvolle Feindeshelden-Vernichter, den Bogen ergreifend, einen Pfeil an.

Wort für Wort
lakṣmaṇena tadvākyam
von Lakṣmaṇa jenes Wort
uktan śrutvā
gesprochen gehört habend
sa rāghavaḥ
er, der Rāghava
saṃdadhe
legte an
paravīraghnaḥ
der Feindeshelden-Vernichter
dhanuḥ ādāya
den Bogen ergreifend
vīryavān
der Kraftvolle

rāvaṇāya śarānghorānvisasarja camūmukhe | athānyaṃ rathamāsthāya rāvaṇo rākṣasādhipaḥ | abhyadhāvā kākutsthaṃ svarbhānuriva bhāskaram |

Er schoss furchtbare Pfeile auf Rāvaṇa an der Spitze des Heeres. Da bestieg Rāvaṇa, der Herr der Rākṣasas, einen anderen Wagen und stürmte auf den Kākutstha zu, wie Svarbhānu auf die Sonne.

Wort für Wort
rāvaṇāya
auf Rāvaṇa
śarān ghorān
furchtbare Pfeile
visasarja
schoss ab
camūmukhe
an der Spitze des Heeres
atha anyaṃ ratham āsthāya
dann einen anderen Wagen besteigend
rāvaṇaḥ rākṣasādhipaḥ
Rāvaṇa, der Rākṣasa-Herr
abhyadhāvā kākutstham
stürmte auf den Kākutstha zu
svarbhānuḥ iva bhāskaram
wie Svarbhānu auf die Sonne

daśagrīvo rathasthastu rāman vajropamaiḥ śaraiḥ | ājaghāna mahāghorairdhārābhiriva toyadaḥ |

Der Zehnhalsige aber traf, auf dem Wagen stehend, Rāma mit donnerkeilgleichen, überaus furchtbaren Pfeilen, wie eine Regenwolke mit ihren Güssen.

Wort für Wort
daśagrīvaḥ rathasthaḥ tu
der Zehnhalsige aber, auf dem Wagen stehend
rāman
Rāma
vajropamaiḥ śaraiḥ
mit donnerkeilgleichen Pfeilen
ājaghāna
traf
mahāghoraiḥ dhārābhiḥ
mit überaus furchtbaren Güssen
iva toyadaḥ
wie eine Regenwolke

dīptapāvakasaṅkāśaiḥ śaraiḥ kāñcanabhūṣaṇaiḥ | nirbibheda raṇe rāmo daśagrīvan samāhitaḥ |

Mit Pfeilen, feuerglühend anzusehen und golden geschmückt, durchbohrte der gesammelte Rāma im Kampf den Zehnhalsigen.

Wort für Wort
dīptapāvakasaṅkāśaiḥ
feuerglühend anzusehen
śaraiḥ kāñcanabhūṣaṇaiḥ
mit golden geschmückten Pfeilen
nirbibheda
durchbohrte
raṇe
im Kampf
rāmaḥ samāhitaḥ
der gesammelte Rāma
daśagrīvan
den Zehnhalsigen

bhūmisthitasya rāmasya rathasthasya ca rakṣasaḥ | na saman yuddhamityāhurdevagandharvadānavāḥ |

'Der Kampf zwischen dem auf der Erde stehenden Rāma und dem auf dem Wagen befindlichen Rākṣasa ist nicht gleich', sagten Götter, Gandharvas und Dānavas.

Wort für Wort
bhūmisthitasya rāmasya
des auf der Erde stehenden Rāma
rathasthasya ca rakṣasaḥ
und des auf dem Wagen befindlichen Rākṣasa
na samaṃ yuddham
der Kampf ist nicht gleich
iti āhuḥ
so sprachen
devagandharvadānavāḥ
Götter, Gandharvas und Dānavas

tato devavaraḥ śrīmān śrutvā teṣāṃ vaco.amṛtam | āhūya mātaliṃ śakro vacanaṃ cedamabravīt |

Da rief der glanzvolle Fürst der Götter, Śakra, nachdem er ihre wie Amṛta süßen Worte gehört hatte, Mātali herbei und sprach dieses Wort:

Wort für Wort
tataḥ devavaraḥ śrīmān
da der glanzvolle Götterfürst
śrutvā teṣāṃ vacaḥ amṛtam
ihre amṛtagleichen Worte gehört habend
āhūya mātalim
Mātali herbeirufend
śakraḥ vacanaṃ ca idam abravīt
sprach Śakra dieses Wort

rathena mama bhūmiṣṭhaṃ śīghraṃ yāhi raghūttamam | āyūya bhūtalaṃ yātaḥ kuru devahitaṃ mahat |

'Fahre mit meinem Wagen schnell zu dem auf der Erde stehenden Besten der Raghus; komm herbei, auf die Erde herabgestiegen, und erweise den Göttern diesen großen Dienst.'

Wort für Wort
rathena mama
mit meinem Wagen
bhūmiṣṭhaṃ raghūttamam
zu dem auf der Erde befindlichen Besten der Raghus
śīghraṃ yāhi
fahre schnell
āyūya bhūtalaṃ yātaḥ
herbeigekommen, auf die Erde herabgestiegen
kuru devahitaṃ mahat
erweise den großen Götterdienst

ityukto devarājena mātalirdvasārathiḥ | praṇamya śirasā devaṃ tato vacanamabravīt |

So von dem Götterkönig angesprochen, verneigte sich Mātali, der Wagenlenker des Götterkönigs, mit dem Haupt vor dem Gott und sprach sodann dieses Wort:

Wort für Wort
iti uktaḥ devarājena
so von dem Götterkönig angesprochen
mātaliḥ divasārathiḥ
Mātali, der himmlische Wagenlenker
praṇamya śirasā devam
sich mit dem Haupt vor dem Gott verneigend
tataḥ vacanam abravīt
sprach sodann dieses Wort

śīghraṃ yāsyāmi devendra sārathyaṃ ca karomyaham | tato hayaiśca saṃyojya haritaiḥ syandanottamam |

'Ich werde eilends fahren, o Herr der Götter, und den Wagenlenkerdienst versehen.' Darauf spannte er die falben Rosse an den vortrefflichen Wagen.

Wort für Wort
śīghraṃ yāsyāmi
ich werde eilends fahren
devendra
o Herr der Götter
sārathyaṃ ca karomi aham
und ich werde den Wagenlenkerdienst tun
tataḥ hayaiḥ haritaiḥ
darauf mit den falben Rossen
saṃyojya syandanottamam
den vortrefflichen Wagen anspannend

tataḥ kāñcanacitrāṅgaḥ kiṅkiṇīśatabhūṣitaḥ | taruṇādityasaṅkāśo vaidūryamayakūbaraḥ |

Dann erschien der Wagen, golden und bunt an Gestalt, mit hundert Glöckchen geschmückt, gleich der jungen Sonne anzusehen, mit einer aus Lapislazuli gefertigten Deichsel,

Wort für Wort
kāñcanacitrāṅgaḥ
golden und bunt an Gestalt
kiṅkiṇīśatabhūṣitaḥ
mit hundert Glöckchen geschmückt
taruṇādityasaṅkāśaḥ
der jungen Sonne gleichend
vaidūryamayakūbaraḥ
mit einer Deichsel aus Lapislazuli

sadaśvaiḥ kāñcanāpīḍairyuktaḥ śvetaprakīrṇakaiḥ | haribhiḥ sūryasaṅkāśairhemajālavibhūṣitaiḥ |

bespannt mit edlen Rossen, die goldene Kopfschmuckringe trugen, mit weißen Federbüscheln, falbfarben und sonnengleich, mit goldenen Netzen geschmückt,

Wort für Wort
sadaśvaiḥ kāñcanāpīḍaiḥ
mit edlen Rossen, mit goldenen Kopfschmuckringen
yuktaḥ śvetaprakīrṇakaiḥ
versehen mit weißen Federbüscheln
haribhiḥ sūryasaṅkāśaiḥ
mit falben, sonnengleichen [Rossen]
hemajālavibhūṣitaiḥ
mit goldenen Netzen geschmückt

rukmaveṇudhvajaḥ śrīmāndevarājaratho varaḥ | devarājena saṃdiṣṭo rathamāruhya mātaliḥ |

mit einer goldenen Bambusfahne, der glanzvolle, vortreffliche Wagen des Götterkönigs. Von dem Götterkönig beauftragt, bestieg Mātali den Wagen

Wort für Wort
rukmaveṇudhvajaḥ
mit einer Fahne aus goldenem Bambus
śrīmān devarājarathaḥ varaḥ
der glanzvolle, vortreffliche Wagen des Götterkönigs
devarājena saṃdiṣṭaḥ
von dem Götterkönig beauftragt
ratham āruhya mātaliḥ
den Wagen besteigend, Mātali

abhyavartata kākutsthamavatīrya triviṣṭapāt |

und fuhr, aus dem Himmel herabgestiegen, auf den Kākutstha zu.

Wort für Wort
avatīrya triviṣṭapāt
aus dem Himmel herabgestiegen
abhyavartata kākutstham
fuhr auf den Kākutstha zu

abravīcca tadā rāman sapratodo rathe sthitaḥ | prāñjalirmātalirvākyan sahasrākṣasya sārathiḥ |

Und da sprach Mātali, der Wagenlenker des Tausendäugigen, mit der Peitsche auf dem Wagen stehend, die Hände gefaltet, zu Rāma folgendes Wort:

Wort für Wort
abravīt ca tadā rāman
und da sprach er zu Rāma
sapratodaḥ rathe sthitaḥ
mit der Peitsche auf dem Wagen stehend
prāñjaliḥ mātaliḥ vākyan
mit gefalteten Händen Mātali das Wort
sahasrākṣasya sārathiḥ
der Wagenlenker des Tausendäugigen

sahasrākṣeṇa kākutstha rathoayan vijayāya te | dattastava mahāsattva śrīmāñśatrunibarhaṇaḥ |

'O Kākutstha, dieser Wagen ist dir vom Tausendäugigen zu deinem Siege gegeben worden, o Hochherziger, der glanzvolle, Feindesvernichter,

Wort für Wort
sahasrākṣeṇa
von dem Tausendäugigen
kākutstha
o Kākutstha
rathaḥ ayan vijayāya te dattaḥ
dieser Wagen ist dir zum Sieg gegeben
tava mahāsattva
dir, o Hochherziger
śrīmān śatrunibarhaṇaḥ
der glanzvolle Feindesvernichter

idamaindraṃ mahaccāpan kavacaṃ cāgnisaṃnibham | śarāścādityasaṅkāśāḥ śaktiśca vimalā śitāḥ |

dazu dieser große Bogen Indras, ein Panzer, feuergleich, Pfeile, sonnengleich anzusehen, und ein makellos scharfer Speer,

Wort für Wort
idam aindraṃ mahat cāpan
dieser große Bogen Indras
kavacaṃ ca agnisaṃnibham
und ein Panzer, feuergleich
śarāḥ ca ādityasaṅkāśāḥ
und Pfeile, sonnengleich
śaktiḥ ca vimalā śitāḥ
und ein makelloser, scharfer Speer

āruhyeman rathaṃ vīra rākṣasan jahi rāvaṇam | mayā sārathinā rāma mahendra iva dānavān |

besteige diesen Wagen, o Held, und erschlage den Rākṣasa Rāvaṇa, mit mir als Wagenlenker, o Rāma, wie Mahendra die Dānavas.'

Wort für Wort
āruhya iman ratham
diesen Wagen besteigend
vīra
o Held
rākṣasan jahi rāvaṇam
erschlage den Rākṣasa Rāvaṇa
mayā sārathinā
mit mir als Wagenlenker
rāma mahendraḥ iva dānavān
o Rāma, wie Mahendra die Dānavas

ityuktaḥ sa parikramya rathan tamabhivādya ca | āruroha tadā rāmo lokāṇllakṣmyā virājayan |

So angesprochen, umschritt er den Wagen und verneigte sich vor ihm; dann bestieg Rāma ihn, die Welten mit seinem Glanze erstrahlen lassend.

Wort für Wort
iti uktaḥ sa
so angesprochen, er
parikramya rathan tam
den Wagen umschreitend
abhivādya ca
und sich verneigend
āruroha tadā rāmaḥ
da bestieg Rāma
lokān lakṣmyā virājayan
die Welten mit Glanz erstrahlen lassend

babhūva ca mahāyuddhaṃ tumulaṃ romaharṣaṇam | rāmasya ca mahābāho rāvaṇasya ca rakṣasaḥ |

Und es entstand ein gewaltiger, tosender, die Haare sträubender Kampf zwischen Rāma, dem Starkarmigen, und dem Rākṣasa Rāvaṇa.

Wort für Wort
babhūva ca mahāyuddhaṃ
und es entstand ein gewaltiger Kampf
tumulaṃ romaharṣaṇam
tosend, die Haare sträubend
rāmasya mahābāho
des starkarmigen Rāma
rāvaṇasya ca rakṣasaḥ
und des Rākṣasa Rāvaṇa

sa gāndharveṇa gāndharvan daivaṃ daivena rāghavaḥ | astran rākṣasarājasya jaghāna paramāstravit |

Der Rāghava, der höchste Kenner der Waffen, vernichtete die Gandharva-Waffe des Rākṣasakönigs mit der Gandharva-Waffe, die göttliche mit der göttlichen.

Wort für Wort
sa gāndharveṇa gāndharvan
er, die Gandharva-Waffe mit der Gandharva-Waffe
daivaṃ daivena
die göttliche mit der göttlichen
rāghavaḥ paramāstravit
der Rāghava, der höchste Waffenkenner
astran rākṣasarājasya jaghāna
vernichtete die Waffe des Rākṣasakönigs

astran tu paramaṃ ghoran rākṣasaṃ rākasādhipa | sasarja paramakruddhaḥ punareva niśācaraḥ |

Da entfesselte der Nachtwandler, der Rākṣasa-Herr, in höchstem Zorn abermals eine überaus furchtbare Waffe.

Wort für Wort
astran tu paramaṃ ghoran
eine überaus furchtbare Waffe aber
rākṣasaṃ rākṣasādhipaḥ
der Rākṣasa, der Rākṣasa-Herr
sasarja paramakruddhaḥ
entfesselte, überaus zornig
punaḥ eva niśācaraḥ
abermals der Nachtwandler

te rāvaṇadhanurmuktāḥ śarāḥ kāñcanabhūṣaṇāḥ | abhyavartanta kākutsthan sarpā bhūtvā mahāviṣāḥ |

Jene von Rāvaṇas Bogen entsandten, golden geschmückten Pfeile flogen, zu großgiftigen Schlangen geworden, auf den Kākutstha zu,

Wort für Wort
te rāvaṇadhanurmuktāḥ
jene von Rāvaṇas Bogen entsandten
śarāḥ kāñcanabhūṣaṇāḥ
Pfeile, golden geschmückt
abhyavartanta kākutsthan
flogen auf den Kākutstha zu
sarpāḥ bhūtvā mahāviṣāḥ
zu großgiftigen Schlangen geworden

te dīptavadanā dīptan vamanto jvalanaṃ mukhaiḥ | rāmamevābhyavartanta vyāditāsyā bhayānakāḥ |

mit feurigen Mäulern, aus ihren Rachen loderndes Feuer speiend, mit weit aufgerissenen, furchterregenden Mäulern stürmten sie gerade auf Rāma zu.

Wort für Wort
te dīptavadanāḥ
sie, mit feurigen Mäulern
dīptan vamantaḥ jvalanaṃ mukhaiḥ
aus den Mäulern loderndes Feuer speiend
rāmam eva abhyavartanta
stürmten gerade auf Rāma zu
vyāditāsyāḥ bhayānakāḥ
mit aufgerissenen Mäulern, furchterregend

tairvāsukisamasparśairdīptabhogairmahāviṣaiḥ | diśaśca santatāḥ sarvāḥ pradiśaśca samāvṛtāḥ |

Von ihnen, die Vāsuki an Berührung glichen, mit feurigen Leibern und großem Gift, wurden alle Himmelsrichtungen und Zwischenrichtungen überzogen und umhüllt.

Wort für Wort
taiḥ vāsukisamasparśaiḥ
von ihnen, Vāsuki an Berührung gleichend
dīptabhogaiḥ mahāviṣaiḥ
mit feurigen Leibern, großgiftig
diśaḥ ca santatāḥ sarvāḥ
und alle Richtungen wurden überzogen
pradiśaḥ ca samāvṛtāḥ
und die Zwischenrichtungen umhüllt

tāndṛṣṭvā pannagānrāmaḥ samāpatata āhave | astran gārutmataṃ ghoraṃ prāduścakre bhayāvaham |

Als Rāma jene im Kampf heranstürmenden Schlangen sah, ließ er die furchtbare, schreckenerregende Garuḍa-Waffe erscheinen.

Wort für Wort
tān dṛṣṭvā pannagān
jene Schlangen sehend
rāmaḥ samāpatataḥ āhave
Rāma, die im Kampf heranstürmenden
astran gārutmataṃ ghoraṃ
die furchtbare Garuḍa-Waffe
prāduścakre bhayāvaham
ließ er erscheinen, schreckenerregend

te rāghavadhanurmuktā rukmapuṅkhāḥ śikhiprabhāḥ | suparṇāḥ kāñcanā bhūtvā viceruḥ sarpaśatravaḥ |

Jene von Rāghavas Bogen entsandten, goldbefiederten, feuerglänzenden Pfeile wurden zu goldenen Garuḍa-Vögeln, den Feinden der Schlangen, und schwärmten umher.

Wort für Wort
te rāghavadhanurmuktāḥ
jene von Rāghavas Bogen entsandten
rukmapuṅkhāḥ śikhiprabhāḥ
goldbefiedert, feuerglänzend
suparṇāḥ kāñcanāḥ bhūtvā
zu goldenen Garuḍa-Vögeln geworden
viceruḥ sarpaśatravaḥ
schwärmten umher, die Feinde der Schlangen

te tānsarvāñśarāñjaghnuḥ sarparūpānmahājavān | suparṇarūpā rāmasya viśikhāḥ kāmarūpiṇaḥ |

Sie, Rāmas Pfeile in Garuḍa-Gestalt, die nach Belieben ihre Form annehmen konnten, schlugen alle jene schnellen Pfeile in Schlangengestalt.

Wort für Wort
te tān sarvān śarān jaghnuḥ
sie schlugen alle jene Pfeile
sarparūpān mahājavān
in Schlangengestalt, überaus schnell
suparṇarūpāḥ rāmasya viśikhāḥ
Rāmas Pfeile in Garuḍa-Gestalt
kāmarūpiṇaḥ
die nach Belieben die Form ändern

astre pratihate kruddho rāvaṇo rākṣasādhipaḥ | abhyavarṣattadā rāman ghorābhiḥ śaravṛṣṭibhiḥ |

Als seine Waffe abgewehrt war, überschüttete der zornige Rāvaṇa, der Rākṣasa-Herr, Rāma mit furchtbaren Pfeilregen.

Wort für Wort
astre pratihate
als die Waffe abgewehrt war
kruddhaḥ rāvaṇaḥ rākṣasādhipaḥ
der zornige Rāvaṇa, der Rākṣasa-Herr
abhyavarṣat tadā rāman
überschüttete da Rāma
ghorābhiḥ śaravṛṣṭibhiḥ
mit furchtbaren Pfeilregen

tataḥ śarasahasreṇa rāmamakliṣṭakāriṇam | ardayitvā śaraugheṇa mātaliṃ pratyavidhyata |

Dann, nachdem er Rāma, den Unermüdlichen, mit tausend Pfeilen bedrängt hatte, durchbohrte er mit einer Pfeilflut auch Mātali.

Wort für Wort
tataḥ śarasahasreṇa
dann mit tausend Pfeilen
rāmam akliṣṭakāriṇam
Rāma, den Unermüdlichen
ardayitvā
bedrängt habend
śaraugheṇa mātaliṃ pratyavidhyata
durchbohrte mit einer Pfeilflut Mātali

ciccheda ketumuddiśya śareṇaikena rāvaṇaḥ | pātayitvā rathopasthe rathātketun ca kāñcanam | aindrānabhijaghānāśvāñśarajālena rāvaṇaḥ |

Rāvaṇa zerschnitt mit einem einzigen Pfeil, gezielt, die goldene Fahne, ließ sie vom Wagen auf den Wagensitz fallen, und traf mit einem Pfeilnetz die Indra-Rosse.

Wort für Wort
ciccheda ketum uddiśya
zerschnitt die Fahne, gezielt
śareṇa ekena rāvaṇaḥ
mit einem einzigen Pfeil, Rāvaṇa
pātayitvā rathopasthe
auf den Wagensitz fallen lassend
rathāt ketun ca kāñcanam
vom Wagen die goldene Fahne
aindrān aśvān abhijaghāna
traf die Indra-Rosse
śarajālena rāvaṇaḥ
mit einem Pfeilnetz, Rāvaṇa

viṣedurdevagandharvā dānavāścāraṇaiḥ saha |

Da verzagten Götter, Gandharvas und Dānavas zusammen mit den Cāraṇas.

Wort für Wort
viṣeduḥ devagandharvāḥ
es verzagten Götter und Gandharvas
dānavāḥ cāraṇaiḥ saha
die Dānavas samt den Cāraṇas

rāmamārtan tadā dṛṣṭvā siddhāśca paramarṣayaḥ | vyathitā vānarendrāśca babhūvuḥ savibhīṣaṇāḥ | rāmacandramasan dṛṣṭvā grastan rāvaṇarāhuṇā |

Als sie da Rāma bedrängt sahen, gerieten Siddhas, große Ṛṣis und die Affenfürsten samt Vibhīṣaṇa in Bestürzung, da sie Rāma, den Mond, von Rāvaṇa, dem Rāhu, verschlungen sahen.

Wort für Wort
rāmam ārtan tadā dṛṣṭvā
Rāma da bedrängt sehend
siddhāḥ ca paramarṣayaḥ
Siddhas und große Ṛṣis
vyathitāḥ vānarendrāḥ ca babhūvuḥ
gerieten in Bestürzung, und die Affenfürsten
savibhīṣaṇāḥ
samt Vibhīṣaṇa
rāmacandramasan grastan dṛṣṭvā
Rāma, den Mond, verschlungen sehend
rāvaṇarāhuṇā
von Rāvaṇa, dem Rāhu

prājāpatyan ca nakṣatran rohiṇīṃ śaśinaḥ priyām | samākramya budhastasthau prajānāmaśubhāvahaḥ |

[Es war,] als hätte der unheilbringende Budha das Prajāpati-Sternbild Rohiṇī, die Geliebte des Mondes, überschritten und stünde dort still, zum Unheil der Geschöpfe.

Wort für Wort
prājāpatyan nakṣatran rohiṇīṃ
das Prajāpati-Sternbild Rohiṇī
śaśinaḥ priyām
die Geliebte des Mondes
samākramya budhaḥ tasthau
Budha überschritt es und stand still
prajānām aśubhāvahaḥ
den Geschöpfen Unheil bringend

sadhūmaparivṛttormiḥ prajvalanniva sāgaraḥ | utpapāta tadā kruddhaḥ spṛśanniva divākaram |

Wie ein von Rauch umwallter, lodernder Ozean sprang die Zornglut da auf, als wollte sie die Sonne berühren.

Wort für Wort
sadhūmaparivṛttormiḥ
mit rauchumwallten Wogen
prajvalan iva sāgaraḥ
wie ein lodernder Ozean
utpapāta tadā kruddhaḥ
sprang da zornig auf
spṛśan iva divākaram
als wollte sie die Sonne berühren

śastravarṇaḥ suparuṣo mandaraśmirdivākaraḥ | adṛśyata kabandhāṅgaḥ sansakto dhūmaketunā |

Waffenfarben, überaus rauh, mit schwachem Schein erschien die Sonne, gleichsam rumpflos, von einem Kometen berührt.

Wort für Wort
śastravarṇaḥ suparuṣaḥ
waffenfarben, überaus rauh
mandaraśmiḥ divākaraḥ
die Sonne mit schwachem Schein
adṛśyata kabandhāṅgaḥ
erschien rumpflos
sansaktaḥ dhūmaketunā
berührt von einem Kometen

kosalānān ca nakṣatran vyaktamindrāgnidaivatam | ākramyāṅgārakastasthau viśākhāmapi cāmbare |

Und den Kosala-Stern, dessen Gottheiten deutlich Indra und Agni sind, überschritt Aṅgāraka und stand am Himmel still, auf Viśākhā.

Wort für Wort
kosalānān nakṣatran
den Kosala-Stern
vyaktam indrāgnidaivatam
dessen Gottheiten deutlich Indra und Agni sind
ākramya aṅgārakaḥ tasthau
Aṅgāraka überschritt ihn und stand still
viśākhām api ca ambare
auf Viśākhā, am Himmel

daśāsyo viṃśatibhujaḥ pragṛhītaśarāsanaḥ | adṛśyata daśagrīvo maināka iva parvataḥ |

Der Zehnköpfige mit den zwanzig Armen, den Bogen gefasst, erschien, der Zehnhalsige, einem Berg Maināka gleich.

Wort für Wort
daśāsyaḥ viṃśatibhujaḥ
der Zehnköpfige mit zwanzig Armen
pragṛhītaśarāsanaḥ
den Bogen gefasst
adṛśyata daśagrīvaḥ
erschien der Zehnhalsige
maināka iva parvataḥ
gleich dem Berg Maināka

nirasyamāno rāmastu daśagrīveṇa rakṣasā | nāśakadabhisandhātun sāyakānraṇamūrdhani |

Rāma aber, von dem Rākṣasa Daśagrīva bedrängt, vermochte an der Front der Schlacht seine Pfeile nicht mehr in Ruhe anzulegen.

Wort für Wort
nirasyamānaḥ rāmaḥ tu
Rāma aber, bedrängt
daśagrīveṇa rakṣasā
von dem Rākṣasa Daśagrīva
na aśakat abhisandhātun sāyakān
vermochte die Pfeile nicht anzulegen
raṇamūrdhani
an der Front der Schlacht

sa kṛtvā bhrukuṭīn kruddhaḥ kiṃ citsanraktalocanaḥ | jagāma sumahākrodhaṃ nirdahanniva rakṣasān |

Zornig, die Brauen runzelnd, die Augen leicht gerötet, geriet er in gewaltigsten Zorn, gleichsam die Rākṣasas verbrennend.

Wort für Wort
sa kṛtvā bhrukuṭīn kruddhaḥ
er, die Brauen runzelnd, zornig
kiṃ cit saṃraktalocanaḥ
mit leicht geröteten Augen
jagāma sumahākrodhaṃ
geriet in gewaltigsten Zorn
nirdahan iva rakṣasān
gleichsam die Rākṣasas verbrennend

tasya kruddhasya vadanaṃ dṛṣṭvā rāmasya dhīmataḥ | sarvabhūtāni vitresuḥ prākampata ca medinī |

Als sie das Antlitz des zornigen, weisen Rāma sahen, erzitterten alle Wesen, und die Erde bebte.

Wort für Wort
tasya kruddhasya vadanaṃ dṛṣṭvā
dessen zorniges Antlitz sehend
rāmasya dhīmataḥ
des weisen Rāma
sarvabhūtāni vitresuḥ
alle Wesen erzitterten
prākampata ca medinī
und die Erde bebte

siṃhaśārdūlavān śailaḥ saṃcacāla caladdrumaḥ | babhūva cāpi kṣubhitaḥ samudraḥ saritāṃ patiḥ |

Der von Löwen und Tigern bewohnte Berg erbebte mit seinen schwankenden Bäumen, und auch der Ozean, der Herr der Flüsse, geriet in Aufruhr.

Wort für Wort
siṃhaśārdūlavān śailaḥ
der von Löwen und Tigern bewohnte Berg
saṃcacāla caladdrumaḥ
erbebte mit schwankenden Bäumen
babhūva ca api kṣubhitaḥ
und geriet auch in Aufruhr
samudraḥ saritāṃ patiḥ
der Ozean, der Herr der Flüsse

kharāśca kharanirghoṣā gagane paruṣā ghanāḥ | autpātikāśca nardantaḥ samantāt paricakramuḥ |

Am Himmel erschienen raue, rauh dröhnende Wolken, und unheilkündende Wesen zogen brüllend rings umher.

Wort für Wort
kharāḥ ca kharanirghoṣāḥ
raue und rauh dröhnende
gagane paruṣāḥ ghanāḥ
am Himmel raue Wolken
autpātikāḥ ca nardantaḥ
und die unheilkündenden brüllend
samantāt paricakramuḥ
zogen ringsum umher

rāmaṃ dṛṣṭvā susaṃkruddhamutpātāṃśaiva dāruṇān | vitresuḥ sarvabhūtāni rāvaṇasyābhavadbhayam |

Beim Anblick des überaus zornigen Rāma und der furchtbaren Vorzeichen erzitterten alle Wesen, und Rāvaṇa befiel Furcht.

Wort für Wort
rāmaṃ dṛṣṭvā susaṃkruddham
den überaus zornigen Rāma sehend
utpātān eva dāruṇān
und die furchtbaren Vorzeichen
vitresuḥ sarvabhūtāni
erzitterten alle Wesen
rāvaṇasya abhavat bhayam
dem Rāvaṇa entstand Furcht

vimānasthāsthadā devā gandharvāśca mahoragāḥ | ṛṣidānavadaityāśca garutmantaśca khecarāḥ |

Da standen auf ihren Himmelswagen Götter, Gandharvas und große Schlangenwesen, Ṛṣis, Dānavas, Daityas und die Garuḍa-Vögel, die Himmelswandler,

Wort für Wort
vimānasthāḥ āsthaḥ tadā devāḥ
auf Himmelswagen befindlich standen da die Götter
gandharvāḥ ca mahoragāḥ
und Gandharvas und große Schlangenwesen
ṛṣidānavadaityāḥ ca
und Ṛṣis, Dānavas, Daityas
garutmantaḥ ca khecarāḥ
und die Garuḍas, die Himmelswandler

dadṛśuste tadā yuddhaṃ lokasaṃvartasaṃsthitam | nānāpraharaṇairbhīmaiḥ śūrayoḥ saṃprayudhyatoḥ |

sie sahen jenen Kampf, der einer Weltenvernichtung glich, zwischen den beiden Helden, die mit vielerlei furchtbaren Waffen miteinander kämpften.

Wort für Wort
dadṛśuḥ te tadā yuddhaṃ
sie sahen da jenen Kampf
lokasaṃvartasaṃsthitam
der einer Weltenvernichtung glich
nānāpraharaṇaiḥ bhīmaiḥ
mit vielerlei furchtbaren Waffen
śūrayoḥ saṃprayudhyatoḥ
der beiden miteinander kämpfenden Helden

ūcuḥ surāsurāḥ sarve tadā vigrahamāgatāḥ | prekṣamāṇā mahadyuddhaṃ vākyaṃ bhaktyā prahṛṣṭavat |

Alle Götter und Asuras, die zu dem Kampfe gekommen waren, sprachen, den großen Kampf betrachtend, freudig erregt aus Zuneigung folgendes Wort:

Wort für Wort
ūcuḥ surāsurāḥ sarve
alle Götter und Asuras sprachen
tadā vigraham āgatāḥ
die da zu dem Kampf gekommen waren
prekṣamāṇāḥ mahadyuddhaṃ
den großen Kampf betrachtend
vākyaṃ bhaktyā prahṛṣṭavat
das Wort aus Zuneigung, freudig erregt

daśagrīvaṃ jayetyāhurasurāḥ samavasthitāḥ | devā rāmamavocaṃste tvaṃ jayeti punaḥ punaḥ |

'Möge Daśagrīva siegen!' riefen die versammelten Asuras. Die Götter aber sprachen immer wieder zu Rāma: 'Mögest du siegen!'

Wort für Wort
daśagrīvaṃ jaya iti āhuḥ
'Daśagrīva möge siegen', sprachen
asurāḥ samavasthitāḥ
die versammelten Asuras
devāḥ rāmam avocan te
die Götter sprachen zu Rāma
tvaṃ jaya iti punaḥ punaḥ
'Du mögest siegen', immer wieder

etasminnantare krodhādrāghavasya sa rāvaṇaḥ | prahartukāmo duṣṭātmā spṛśan praharaṇaṃ mahat |

In diesem Augenblick, aus Zorn auf den Rāghava, ergriff jener bösgesinnte Rāvaṇa, entschlossen zuzuschlagen, seine große Waffe,

Wort für Wort
etasmin antare krodhāt rāghavasya
in diesem Augenblick, aus Zorn auf den Rāghava
sa rāvaṇaḥ duṣṭātmā
jener bösgesinnte Rāvaṇa
prahartukāmaḥ
zuschlagen wollend
spṛśan praharaṇaṃ mahat
seine große Waffe berührend

vajrasāraṃ mahānādaṃ sarvaśatrunibarhaṇam | śailaśṛṅganibhaiḥ kūṭaiścittadṛṣṭibhayāvaham |

hart wie der Donnerkeil, gewaltig dröhnend, alle Feinde vernichtend, mit Spitzen einem Berggipfel gleich, jedem, der sie ansah, Furcht einflößend,

Wort für Wort
vajrasāraṃ mahānādaṃ
hart wie der Donnerkeil, gewaltig dröhnend
sarvaśatrunibarhaṇam
alle Feinde vernichtend
śailaśṛṅganibhaiḥ kūṭaiḥ
mit einem Berggipfel gleichenden Spitzen
cittadṛṣṭibhayāvaham
dem Sinn und Blick Furcht einflößend

sadhūmamiva tīkṣaṇagraṃ yugāntāgnicayopamam | atiraudramanāsādyaṃ kālenāpi durāsadm |

gleichsam rauchend an der scharfen Spitze, dem Feuerhaufen am Weltenende gleich, überaus furchtbar, unnahbar, selbst für den Tod schwer zu bezwingen –

Wort für Wort
sadhūmam iva tīkṣaṇagraṃ
gleichsam rauchend an der scharfen Spitze
yugāntāgnicayopamam
dem Feuerhaufen am Weltenende gleich
atiraudram anāsādyaṃ
überaus furchtbar, unnahbar
kālena api durāsadam
selbst für den Tod schwer zu bezwingen

trāsanaṃ sarvabhūtānāṃ dāraṇaṃ bhedanaṃ tathā | pradīptamiva roṣeṇa śūlaṃ jagrāha rāvaṇaḥ |

alle Wesen in Schrecken versetzend, spaltend und durchbohrend, ergriff Rāvaṇa, wie vor Zorn lodernd, seine Lanze.

Wort für Wort
trāsanaṃ sarvabhūtānāṃ
alle Wesen in Schrecken versetzend
dāraṇaṃ bhedanaṃ tathā
spaltend und ebenso durchbohrend
pradīptam iva roṣeṇa
wie vor Zorn lodernd
śūlaṃ jagrāha rāvaṇaḥ
ergriff Rāvaṇa die Lanze

tacchūlaṃ paramakruddho madhye jagrāha vīryavān | anīkaiḥ samare śūrai rākṣasaiḥ parivāritaḥ |

Jene Lanze ergriff der überaus zornige, kraftvolle Rāvaṇa mitten im Kampf, umringt von den tapferen Rākṣasa-Scharen.

Wort für Wort
tat śūlaṃ paramakruddhaḥ
jene Lanze der überaus Zornige
madhye jagrāha vīryavān
ergriff mittendrin, der Kraftvolle
anīkaiḥ samare śūraiḥ rākṣasaiḥ
von den im Kampf tapferen Rākṣasa-Scharen
parivāritaḥ
umringt

samudyamya mahākāyo nanāda yudhi bhairavam | saṃraktanayano roṣāt svasainyamabhiharṣayan |

Sie hoch erhoben, brüllte der Riesenleib fürchterlich im Kampf, mit vor Zorn geröteten Augen, sein eigenes Heer erfreuend.

Wort für Wort
samudyamya mahākāyaḥ
sie erhebend, der Riesenleib
nanāda yudhi bhairavam
brüllte im Kampf fürchterlich
saṃraktanayanaḥ roṣāt
mit vor Zorn geröteten Augen
svasainyam abhiharṣayan
sein eigenes Heer erfreuend

pṛthivīṃ cāntarikṣaṃ ca diśaśca pradiśastathā | prākampayattadā śabdo rākṣasendrasya dāruṇaḥ |

Der schreckliche Schall des Rākṣasa-Herrn ließ da Erde, Luftraum und die Himmelsrichtungen samt den Zwischenrichtungen erbeben.

Wort für Wort
pṛthivīṃ ca antarikṣaṃ ca
die Erde und den Luftraum
diśaḥ ca pradiśaḥ tathā
die Richtungen und ebenso die Zwischenrichtungen
prākampayat tadā śabdaḥ
ließ da der Schall erbeben
rākṣasendrasya dāruṇaḥ
der schreckliche des Rākṣasa-Herrn

atikāyasya nādena tena tasya durātmanaḥ | sarvabhūtāni vitresuḥ sāgaraśca pracukṣubhe |

Durch jenes Gebrüll des Riesenleibigen, des Bösgesinnten, erzitterten alle Wesen, und der Ozean geriet in Aufruhr.

Wort für Wort
atikāyasya nādena tena
durch jenes Gebrüll des Riesenleibigen
tasya durātmanaḥ
jenes Bösgesinnten
sarvabhūtāni vitresuḥ
alle Wesen erzitterten
sāgaraḥ ca pracukṣubhe
und der Ozean geriet in Aufruhr

sa gṛhītvā mahāvīryaḥ śūlaṃ tadrāvaṇo mahat | vinadya sumahānādaṃ rāmaṃ paruṣamabravīt |

Jener kraftvolle Rāvaṇa, die große Lanze ergriffen, stieß ein gewaltiges Gebrüll aus und sprach hart zu Rāma:

Wort für Wort
sa gṛhītvā mahāvīryaḥ
er, ergriffen, der Kraftvolle
śūlaṃ tat rāvaṇaḥ mahat
jene große Lanze, Rāvaṇa
vinadya sumahānādaṃ
ein gewaltiges Gebrüll ausstoßend
rāmaṃ paruṣam abravīt
sprach hart zu Rāma

śūlo.ayaṃ vajrasāraste rāma roṣanmayodyataḥ | tava bhrātṛsahāyasya samyak prāṇān hariṣyati |

'Diese Lanze, hart wie der Donnerkeil, o Rāma, von mir im Zorn erhoben, wird dir samt deinem Bruderhelfer wahrlich das Leben nehmen.'

Wort für Wort
śūlaḥ ayaṃ vajrasāraḥ te
diese Lanze, hart wie der Donnerkeil, dir
rāma roṣāt mayā udyataḥ
o Rāma, von mir im Zorn erhoben
tava bhrātṛsahāyasya
dir samt deinem Bruderhelfer
samyak prāṇān hariṣyati
wird wahrlich das Leben nehmen

rakṣasāmadya śūrāṇāṃ nihatānāṃ camūmukhe | tvāṃ nihatya raṇaślāghī karomi tarasā samam |

'Nachdem ich dich getötet habe, werde ich dem Ruhm meiner heute an der Spitze des Heeres gefallenen tapferen Rākṣasas mit Kraft gleichkommen.'

Wort für Wort
rakṣasām adya śūrāṇāṃ
meiner heute [gefallenen] tapferen Rākṣasas
nihatānāṃ camūmukhe
die an der Spitze des Heeres gefallen sind
tvāṃ nihatya raṇaślāghī
dich getötet habend, kampfruhmbegierig
karomi tarasā samam
mache ich mit Kraft gleich

tiṣṭhedānīṃ nihanmi tvāmeṣa śūlena rāghava | evamuktvā sa cikṣepa tacchūlaṃ rākṣasādhipaḥ |

'Steh jetzt still, ich töte dich mit dieser Lanze, o Rāghava!' So sprechend schleuderte der Rākṣasa-Herr jene Lanze.

Wort für Wort
tiṣṭha idānīṃ nihanmi tvām
steh jetzt, ich töte dich
eṣa śūlena rāghava
mit dieser Lanze, o Rāghava
evam uktvā sa cikṣepa
so sprechend schleuderte er
tat śūlaṃ rākṣasādhipaḥ
jene Lanze, der Rākṣasa-Herr

tadrāvaṇakarānmuktaṃ vidyunmālāsamāvṛtam | aṣṭaghaṇṭaṃ mahānādaṃ viyadgatamaśobhata |

Jene, aus Rāvaṇas Hand entsandte, von einem Blitzkranz umgebene, mit acht Glocken versehene, gewaltig dröhnende Lanze erstrahlte, als sie den Luftraum durchmaß.

Wort für Wort
tat rāvaṇakarāt muktaṃ
jene, aus Rāvaṇas Hand entsandt
vidyunmālāsamāvṛtam
von einem Blitzkranz umgeben
aṣṭaghaṇṭaṃ mahānādaṃ
mit acht Glocken, gewaltig dröhnend
viyadgatam aśobhata
den Luftraum durchmessend erstrahlte sie

tacchūlāṃ rāgavo dṛṣṭvā jvalantaṃ ghoradarśanam | sasarja viśikhān rāmaścāpamāyamya vīryavān |

Als der Rāghava jene lodernde, furchtbar anzuschauende Lanze sah, spannte der kraftvolle Rāma den Bogen und entsandte Pfeile.

Wort für Wort
tat śūlāṃ rāghavaḥ dṛṣṭvā
jene Lanze der Rāghava sehend
jvalantaṃ ghoradarśanam
lodernd, furchtbar anzuschauen
sasarja viśikhān
entsandte Pfeile
rāmaḥ cāpam āyamya vīryavān
Rāma, den Bogen spannend, der Kraftvolle

āpatantaṃ śaraugheṇa vārayāmāsa rāghavaḥ | utpatantaṃ yugāntāgniṃ jalaughairiva vāsavaḥ |

Der Rāghava hielt sie mit einer Pfeilflut auf, während sie heranflog, wie Vāsava das aufsteigende Feuer des Weltenendes mit Wasserfluten aufhält.

Wort für Wort
āpatantaṃ śaraugheṇa
die heranfliegende, mit einer Pfeilflut
vārayāmāsa rāghavaḥ
hielt der Rāghava auf
utpatantaṃ yugāntāgniṃ
das aufsteigende Feuer des Weltenendes
jalaughaiḥ iva vāsavaḥ
wie Vāsava mit Wasserfluten

nirdadāha sa tān bāṇān rāmakārmukaniḥsṛtān | rāvaṇasya mahān śūlaḥ pataṅgāniva pāvakaḥ |

Rāvaṇas große Lanze aber verbrannte jene von Rāmas Bogen entsandten Pfeile, wie das Feuer die Motten.

Wort für Wort
nirdadāha sa tān bāṇān
er verbrannte jene Pfeile
rāmakārmukaniḥsṛtān
die von Rāmas Bogen entsandten
rāvaṇasya mahān śūlaḥ
Rāvaṇas große Lanze
pataṅgān iva pāvakaḥ
wie das Feuer die Motten

tān dṛṣṭvā bhasmasādbhūtān śūlasaṃsparśacūrṇatān | sāyakānantarikṣasthān rāgavaḥ krodhamāharat |

Als der Rāghava sah, dass jene Pfeile durch die Berührung der Lanze im Luftraum zu Asche verbrannt und zermalmt worden waren, erfasste ihn Zorn.

Wort für Wort
tān dṛṣṭvā bhasmasādbhūtān
jene zu Asche geworden sehend
śūlasaṃsparśacūrṇatān
durch die Berührung der Lanze zermalmt
sāyakān antarikṣasthān
die Pfeile, im Luftraum befindlich
rāghavaḥ krodham āharat
der Rāghava geriet in Zorn

sa tāṃ mātalinānītāṃ śaktiṃ vāsavasaṃmatām | jagrāha paramakruddho rāghavo raghavanandanaḥ |

Da ergriff der überaus zornige Rāghava, der Freudenspender der Raghus, jenen von Mātali herbeigebrachten, von Vāsava gebilligten Speer.

Wort für Wort
sa tāṃ mātalinā ānītāṃ śaktiṃ
er, jenen von Mātali herbeigebrachten Speer
vāsavasaṃmatām
von Vāsava gebilligt
jagrāha paramakruddhaḥ
ergriff, überaus zornig
rāghavaḥ raghunandanaḥ
der Rāghava, der Freudenspender der Raghus

sā tolitā balavatā śaktirghaṇṭākṛtasvanā | nabhaḥ prajvālayāmāsa yugāntolkeva saprabhā |

Von dem Starken erhoben, mit einem Glockengeklirr tönend, erleuchtete jener Speer den Himmel wie ein glänzender Meteor am Weltenende.

Wort für Wort
sā tolitā balavatā
er, von dem Starken erhoben
śaktiḥ ghaṇṭākṛtasvanā
der Speer, mit Glockenklang tönend
nabhaḥ prajvālayāmāsa
erleuchtete den Himmel
yugāntolkā iva saprabhā
wie ein glänzender Meteor am Weltenende

sā kṣiptā rākṣasendrasya tasmin śūle papāta ha | bhinnaḥ śaktyā mahān śūlo nipapāta hatadyutiḥ |

Geschleudert, fiel er auf jene Lanze des Rākṣasa-Herrn; von dem Speer durchbohrt, fiel die große Lanze, ihres Glanzes beraubt, zu Boden.

Wort für Wort
sā kṣiptā
er, geschleudert
rākṣasendrasya tasmin śūle papāta ha
fiel auf jene Lanze des Rākṣasa-Herrn
bhinnaḥ śaktyā mahān śūlaḥ
von dem Speer durchbohrt, die große Lanze
nipapāta hatadyutiḥ
fiel zu Boden, ihres Glanzes beraubt

nirbabheda tato bāṇairhayānasya mahājavān | rāmastrīkṣaṇairmahāvegairbāṇavadbhirajihmagaiḥ |

Dann durchbohrte Rāma dessen höchst schnelle Rosse mit scharfen, gewaltig schnellen, geradefliegenden Pfeilen.

Wort für Wort
nirbabheda tato bāṇaiḥ
durchbohrte dann mit Pfeilen
hayān asya mahājavān
dessen höchst schnelle Rosse
rāmaḥ tīkṣṇaiḥ mahāvegaiḥ
Rāma, mit scharfen, gewaltig schnellen
bāṇavadbhiḥ ajihmagaiḥ
mit geradefliegenden Pfeilen

nirbadhedorasi tadā rāvaṇaṃ niśitaiḥ śaraiḥ | rāghavaḥ paramāyatto lalāṭe pattribhistribhiḥ |

Da durchbohrte der äußerst gesammelte Rāghava Rāvaṇa mit scharfen Pfeilen an der Brust und mit drei Pfeilen an der Stirn.

Wort für Wort
nirbabhedā urasi tadā rāvaṇaṃ
durchbohrte da Rāvaṇa an der Brust
niśitaiḥ śaraiḥ
mit scharfen Pfeilen
rāghavaḥ paramāyattaḥ
der äußerst gesammelte Rāghava
lalāṭe pattribhiḥ tribhiḥ
an der Stirn mit drei Pfeilen

sa śarairbhinnasarvāṅgo gātraprasṛtaśoṇitaḥ | rākṣasendraḥ samūhasthaḥ pullāśoka ivābabhau |

Er, an allen Gliedern von Pfeilen durchbohrt, mit über die Glieder rinnendem Blut, der Rākṣasa-Herr, inmitten seines Heeres stehend, glich einem blühenden Aśoka-Baum.

Wort für Wort
sa śaraiḥ bhinnasarvāṅgaḥ
er, an allen Gliedern von Pfeilen durchbohrt
gātraprasṛtaśoṇitaḥ
mit über die Glieder rinnendem Blut
rākṣasendraḥ samūhasthaḥ
der Rākṣasa-Herr, inmitten der Schar stehend
pullāśokaḥ iva ābabhau
glich einem blühenden Aśoka-Baum

sa rāmabāṇairatividdhagātro | niśācarendraḥ kṣatajārdragātraḥ | jagāma khedaṃ ca samājamadhye | krodhaṃ ca cakre subhṛśaṃ tadānīm |

Er, an den Gliedern von Rāmas Pfeilen heftig verwundet, der Nachtwandler-Fürst, mit blutfeuchten Gliedern, verfiel inmitten der Versammlung in Erschöpfung und geriet zugleich in überaus heftigen Zorn.

Wort für Wort
sa rāmabāṇaiḥ atividdhagātraḥ
er, an den Gliedern von Rāmas Pfeilen heftig verwundet
niśācarendraḥ kṣatajārdragātraḥ
der Nachtwandler-Fürst, mit blutfeuchten Gliedern
jagāma khedaṃ ca samājamadhye
verfiel in Erschöpfung inmitten der Versammlung
krodhaṃ ca cakre subhṛśaṃ tadānīm
und geriet zugleich in überaus heftigen Zorn

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