Quellen der Menschheit

Rāmāyaṇa · Yuddhakāṇḍa

Sarga 12: Rāvaṇasya Kāma Vilāpaḥ Rāvaṇas Klage und Kumbhakarṇas Zorn

sa tām pariṣadam kṛtsnām samīkṣya samitimjayaḥ | prabodhayāmāsa tadā prahastam vāhinīpatim ||

Er, die ganze Versammlung überblickend, der Schlachtenbezwinger, unterrichtete da Prahasta, den Heerführer:

Wort für Wort
sa tām pariṣadam kṛtsnām
er, die ganze Versammlung
samīkṣya samitimjayaḥ
überblickend, der Schlachtenbezwinger
prabodhayāmāsa tadā
unterrichtete er da
prahastam vāhinīpatim
Prahasta, den Heerführer

senāpate yathā te syuḥ kṛtavidyāścaturvidhāḥ | yodhā nagararakṣāyām tathā vyādeṣṭumarhasi ||

'O Heerführer, so wie die vierfach ausgebildeten Kämpfer zum Schutz der Stadt bereitstehen sollen, so mögest du Anweisungen geben.'

Wort für Wort
senāpate yathā te syuḥ
o Heerführer, so wie sie sein sollen
kṛtavidyāścaturvidhāḥ
die vierfach ausgebildeten
yodhā nagararakṣāyām
Kämpfer zum Schutz der Stadt
tathā vyādeṣṭumarhasi
so mögest du Anweisungen geben

sa prahastaḥ pratītātmā cikīrṣan rājaśāsanam | vinikṣipad balam sarvam bahirantaśca mandire ||

Jener Prahasta, wohlgemut, den Befehl des Königs ausführen wollend, verteilte das ganze Heer, außen und innen im Palast.

Wort für Wort
sa prahastaḥ pratītātmā
jener Prahasta, wohlgemut
cikīrṣan rājaśāsanam
den Befehl des Königs ausführen wollend
vinikṣipad balam sarvam
verteilte er das ganze Heer
bahirantaśca mandire
außen und innen im Palast

tato vinikṣipya balam sarvam nagaraguptaye | prahastaḥ pramukhe rājño niṣasāda jagāda ca ||

Dann, nachdem er das ganze Heer zum Schutz der Stadt verteilt hatte, setzte sich Prahasta vor dem König nieder und sprach:

Wort für Wort
tato vinikṣipya balam sarvam
dann, das ganze Heer verteilt habend
nagaraguptaye
zum Schutz der Stadt
prahastaḥ pramukhe rājño
Prahasta vor dem König
niṣasāda jagāda ca
setzte sich nieder und sprach

vihitam bahirantaśca balam balavatastava | kuruṣvāvimanāḥ kṣipram yadabhipretamasti te ||

'Angeordnet ist das Heer, außen und innen, für dich, den Mächtigen; unbesorgt sollst du nun rasch tun, was dein Wunsch ist.'

Wort für Wort
vihitam bahirantaśca
angeordnet ist außen und innen
balam balavatastava
das Heer für dich, den Mächtigen
kuruṣvāvimanāḥ kṣipram
unbesorgt tue rasch
yadabhipretamasti te
was dein Wunsch ist

prahastasya vacaḥ śrutvā rājā rājyahitaiṣiṇaḥ | sukhepsuḥ suhṛdām madhye vyājahāra sa rāvaṇaḥ ||

Nachdem er Prahastas Wort vernommen hatte, sprach der König, der das Wohl des Reiches wollte, nach Glück verlangend, inmitten seiner Freunde, jener Rāvaṇa:

Wort für Wort
prahastasya vacaḥ śrutvā
nachdem er Prahastas Wort vernommen hatte
rājā rājyahitaiṣiṇaḥ
der König, das Wohl des Reiches wollend
sukhepsuḥ suhṛdām madhye
nach Glück verlangend, inmitten der Freunde
vyājahāra sa rāvaṇaḥ
sprach jener Rāvaṇa

priyāpriye sukha duḥkham lābhālābhe sitāhite | dharmakāmārthakṛccreṣu yūyamārhatha veditum ||

'Über Angenehmes und Unangenehmes, Freude und Leid, Gewinn und Verlust, Gutes und Schädliches, in Angelegenheiten von Tugend, Begierde und Nutzen sollt ihr Bescheid wissen.'

Wort für Wort
priyāpriye sukha duḥkham
über Angenehmes und Unangenehmes, Freude und Leid
lābhālābhe sitāhite
über Gewinn und Verlust, Gutes und Schädliches
dharmakāmārthakṛccreṣu
in Angelegenheiten von Tugend, Begierde und Nutzen
yūyamārhatha veditum
sollt ihr Bescheid wissen

sarvakṛtyāni yuṣmābhiḥ samārabdhani sarvadā | mantrakarmaniyuktāni na jātu viphalāni me ||

'Alle Unternehmungen, von euch stets begonnen, mit Rat verbundene Werke, sind für mich niemals fruchtlos.'

Wort für Wort
sarvakṛtyāni yuṣmābhiḥ
alle Unternehmungen von euch
samārabdhani sarvadā
stets begonnen
mantrakarmaniyuktāni
mit Rat verbundene Werke
na jātu viphalāni me
sind für mich niemals fruchtlos

sasomagrahanakṣatrairmarudbhiriva vāsavaḥ | bhavadbhirahamatyartham vṛtaḥ śriyamavāpnuyām ||

'Wie Vāsava mit dem Mond, den Planeten und Sternbildern zusammen mit den Marut - so möchte ich, von euch überaus umgeben, Glanz erlangen.'

Wort für Wort
sasomagrahanakṣatrair
mit Mond, Planeten und Sternbildern
marudbhiriva vāsavaḥ
wie Vāsava mit den Marut
bhavadbhirahamatyartham
von euch überaus
vṛtaḥ śriyamavāpnuyām
umgeben möchte ich Glanz erlangen

aham tu khalu sarvanvaḥ samarthayutumudyataḥ | kumabhakarṇasya tu svapnānnemamarthamacodayam ||

'Ich nun war bereit, euch allen den Sachverhalt darzulegen; doch wegen Kumbhakarṇas Schlaf habe ich diese Angelegenheit nicht vorangetrieben.'

Wort für Wort
aham tu khalu sarvanvaḥ
ich nun war für euch alle
samarthayutumudyataḥ
bereit, den Sachverhalt darzulegen
kumabhakarṇasya tu svapnān
doch wegen Kumbhakarṇas Schlaf
nemamarthamacodayam
habe ich diese Angelegenheit nicht vorangetrieben

ayam hi suptaḥ ṣṇmāsān kumbhakarṇo mahābalaḥ | sarvaśastrabhṛtam mukhyaḥ sa idānīm samutthitaḥ ||

'Denn dieser gewaltig starke Kumbhakarṇa, sechs Monate lang schlafend, der Vorzüglichste aller Waffenträger, ist nun aufgewacht.'

Wort für Wort
ayam hi suptaḥ ṣṇmāsān
denn dieser, sechs Monate schlafend
kumbhakarṇo mahābalaḥ
Kumbhakarṇa, der gewaltig Starke
sarvaśastrabhṛtam mukhyaḥ
der Vorzüglichste aller Waffenträger
sa idānīm samutthitaḥ
ist nun aufgewacht

iyam ca daṇḍakāradrāmasya mahiṣī priyā | rakṣobhiścaritoddeśādānītā janakātmajā ||

'Und diese, Rāmas geliebte Gemahlin, aus dem Daṇḍaka-Wald, wurde von den Rākṣasas nach genauer Erkundung des Ortes hergebracht, die Tochter Janakas.'

Wort für Wort
iyam ca daṇḍakāradrāmasya
und diese, aus dem Daṇḍaka, Rāmas
mahiṣī priyā
geliebte Gemahlin
rakṣobhiścaritoddeśād
von den Rākṣasas nach Erkundung des Ortes
ānītā janakātmajā
hergebracht, die Tochter Janakas

sā me na śayyāmāroḍhumiccatyalasagāminī | triṣulokeṣu cānyā me na sītāsadṛśī matā ||

'Sie wünscht nicht, mein Lager zu besteigen, die träge Schreitende; und in den drei Welten kenne ich keine andere, die Sītā gleich wäre.'

Wort für Wort
sā me na śayyāmāroḍhum
sie wünscht nicht, mein Lager zu besteigen
iccatyalasagāminī
die träge Schreitende
triṣulokeṣu cānyā me
und in den drei Welten eine andere für mich
na sītāsadṛśī matā
gilt mir keine als Sītā gleich

tanumadhyā pṛthuśroṇī śaradindunibhānanā | hemabimbanibhā saumyāmāyeva mayanirmitā ||

'Schmal in der Mitte, mit breiten Hüften, mit einem Antlitz gleich dem Herbstmond, dem Bild eines Goldkörpers gleich, sanft, wie eine von Maya geschaffene Zauberkunst.'

Wort für Wort
tanumadhyā pṛthuśroṇī
schmal in der Mitte, mit breiten Hüften
śaradindunibhānanā
mit einem Antlitz gleich dem Herbstmond
hemabimbanibhā saumyā
dem Bild eines Goldkörpers gleich, sanft
māyeva mayanirmitā
wie eine von Maya geschaffene Zauberkunst

sulohitatalau ślakkṣaṇau caraṇau supratiṣṭhatau | dṛṣṭvā tāmranakhau tasyā dīpyate me śarīrajaḥ ||

'Ihre wohlroten, glatten, wohlfundierten Füße mit kupferfarbenen Nägeln erblickend, entflammt in mir die Körperbegierde.'

Wort für Wort
sulohitatalau ślakkṣaṇau
wohlrot, glatt
caraṇau supratiṣṭhatau
die wohlfundierten Füße
dṛṣṭvā tāmranakhau tasyā
erblickend, mit kupferfarbenen Nägeln, ihre
dīpyate me śarīrajaḥ
entflammt in mir die Körperbegierde

hutāgnirarciḥsamkāśāmenām saurīmiva prabhām | unnasam vimalam valgu vadanam cārulocanam || paśyaṃstadavaśastasyāḥ kāmasya vaśameyivān |

'Sie, dem Feuerschein eines Opferfeuers gleich, wie der Sonnenglanz - ihr feingeschwungenes, makelloses, liebliches Antlitz mit schönen Augen erblickend, geriet ich unwillkürlich in die Gewalt der Begierde nach ihr.'

Wort für Wort
hutāgnirarciḥsamkāśāmenām
dem Feuerschein eines Opferfeuers gleich, sie
saurīmiva prabhām
wie der Sonnenglanz
unnasam vimalam valgu vadanam cārulocanam
das feingeschwungene, makellose, liebliche Antlitz mit schönen Augen
paśyaṃstadavaśastasyāḥ
erblickend davon, unwillkürlich
kāmasya vaśameyivān
geriet ich in die Gewalt der Begierde

krodhaharṣasamānena durvarṇakaraṇena ca | śokasamtāpanityena kāmena kaluṣīkṛtaḥ ||

'Von der Begierde, die dem Zorn an Aufwühlung gleicht, die Entfärbung bewirkt, die stets von Kummer und Qual begleitet ist, bin ich verwirrt worden.'

Wort für Wort
krodhaharṣasamānena
dem Zorn an Aufwühlung gleich
durvarṇakaraṇena ca
und Entfärbung bewirkend
śokasamtāpanityena
stets von Kummer und Qual begleitet
kāmena kaluṣīkṛtaḥ
von der Begierde bin ich verwirrt

sā tu samvatsaram kālam māmayācata bhāminī | pratīkṣamāṇā bhartāram rāmamāyatalocanā | tanmayā cārunetrāyāḥ pratijñātam vacaḥ śubham | śrānto.aham satatam kāmādyāto haya ivādhvani |

'Sie aber, die schöne, langäugige Frau, bat mich um eine Frist von einem Jahr, ihren Gatten Rāma erwartend; dieses heilvolle Wort wurde von mir der Schönäugigen zugesagt; erschöpft bin ich, stets von Begierde erhitzt, wie ein Pferd auf dem Wege.'

Wort für Wort
sā tu samvatsaram kālam
sie aber um eine Frist von einem Jahr
māmayācata bhāminī
bat mich, die schöne Frau
pratīkṣamāṇā bhartāram rāmamāyatalocanā
ihren Gatten Rāma erwartend, die Langäugige
tanmayā cārunetrāyāḥ pratijñātam vacaḥ śubham
dieses heilvolle Wort wurde von mir der Schönäugigen zugesagt
śrānto.aham satatam kāmād
erschöpft bin ich, stets von Begierde
yāto haya ivādhvani
wie ein auf dem Wege gegangenes Pferd

katham sāgaramakṣobhyam tariṣyanti vanaukasaḥ | bahusattvasamākīrṇam tau vā daśarathātmajau ||

'Wie werden die Waldbewohner das unerschütterliche, von vielen Wesen erfüllte Meer überqueren, oder jene beiden Söhne des Daśaratha?'

Wort für Wort
katham sāgaramakṣobhyam
wie das unerschütterliche Meer
tariṣyanti vanaukasaḥ
werden die Waldbewohner überqueren
bahusattvasamākīrṇam
von vielen Wesen erfüllte
tau vā daśarathātmajau
oder jene beiden Söhne des Daśaratha

athavā kapinaikena kṛtam naḥ kadanam mahat | durjñeyāḥ kāryagatayo brūta yasya yathāmati ||

'Oder, von einem einzelnen Affen wurde uns großes Verderben zugefügt; schwer zu ergründen sind die Verläufe der Ereignisse - sagt, wer wie denkt.'

Wort für Wort
athavā kapinaikena
oder von einem einzelnen Affen
kṛtam naḥ kadanam mahat
wurde uns großes Verderben zugefügt
durjñeyāḥ kāryagatayo
schwer zu ergründen die Verläufe der Ereignisse
brūta yasya yathāmati
sagt, wer wie denkt

mānuṣānno bhayam nāsti tathāpi tu vimṛśyatām | tadā devāsure yudde yuṣmābhiḥ sahito.ajayam | te me bhavantaśca tathā sugrīvapramukhān harīn | pare pāre samudrasya puraskṛtya nṛpātmajau | sītāyāḥ padavīm prāpya samprāptau varuṇālayam ||

'Von Menschen droht uns keine Gefahr; dennoch sei es bedacht - damals, im Kampf zwischen Göttern und Asuras, siegte ich zusammen mit euch. Doch nun sind jene beiden Königssöhne, mit Sugrīva und den Affen an der Spitze vorangestellt, jenseits des Meeres, Sītās Fährte folgend, zum Wohnsitz Varuṇas gelangt.'

Wort für Wort
mānuṣānno bhayam nāsti
von Menschen droht uns keine Gefahr
tathāpi tu vimṛśyatām
dennoch sei es bedacht
tadā devāsure yudde
damals im Kampf zwischen Göttern und Asuras
yuṣmābhiḥ sahito.ajayam
siegte ich zusammen mit euch
te me bhavantaśca tathā
doch nun jene, ihr zusammen ebenso
sugrīvapramukhān harīn
mit Sugrīva und den Affen an der Spitze
pare pāre samudrasya
jenseits des Meeres
puraskṛtya nṛpātmajau
die beiden Königssöhne vorangestellt
sītāyāḥ padavīm prāpya
Sītās Fährte folgend
samprāptau varuṇālayam
gelangt zum Wohnsitz Varuṇas

adeyā ca yathā sītā vadhyau daśarathātmajau | bhavadbhirmantyratām mantraḥ sunītam cābhidhīyatām ||

'Wie Sītā nicht herauszugeben ist und die beiden Söhne des Daśaratha zu töten sind, so möge von euch der Rat beraten und die wohlbedachte Entscheidung genannt werden.'

Wort für Wort
adeyā ca yathā sītā
wie Sītā nicht herauszugeben ist
vadhyau daśarathātmajau
und die Söhne des Daśaratha zu töten sind
bhavadbhirmantyratām mantraḥ
möge von euch der Rat beraten werden
sunītam cābhidhīyatām
und die wohlbedachte Entscheidung genannt werden

na hi śaktim prapaśyāmi jagatyanyasya kasyacit | sāgaram vānaraistīrtvā viścayena jayo mama ||

'Denn ich sehe bei niemand anderem in der Welt die Fähigkeit, das Meer mit den Affen zu überqueren; gewiss ist mein Sieg.'

Wort für Wort
na hi śaktim prapaśyāmi
denn ich sehe nicht die Fähigkeit
jagatyanyasya kasyacit
bei irgendjemand anderem in der Welt
sāgaram vānaraistīrtvā
das Meer mit den Affen überquerend
viścayena jayo mama
gewiss ist mein Sieg

tasya kāmaparītasya niśamya paridevitam | kumbhakarṇaḥ pracukrodha vacanam cedamabravīt ||

Nachdem er die Klage jenes von Begierde Ergriffenen vernommen hatte, wurde Kumbhakarṇa zornig und sprach dieses Wort:

Wort für Wort
tasya kāmaparītasya
jenes von Begierde Ergriffenen
niśamya paridevitam
die Klage vernehmend
kumbhakarṇaḥ pracukrodha
wurde Kumbhakarṇa zornig
vacanam cedamabravīt
und sprach dieses Wort

yadā tu rāmasya salakṣmaṇasya | prasahya sītā khalu pā ihā.ahṛtā | sakṛtsamīkṣaiva suniścitam tadā | bhajeta cittam yamuneva yāmunam ||

'Als von Rāma, zusammen mit Lakṣmaṇa, Sītā mit Gewalt geraubt wurde - schon bei einer einzigen Betrachtung wäre da wohlbedacht dein Geist zu einem festen Entschluss gekommen, wie der Fluss Yamunā zu seinem eigenen Bett strebt.'

Wort für Wort
yadā tu rāmasya salakṣmaṇasya
als von Rāma, zusammen mit Lakṣmaṇa
prasahya sītā khalu pā ihā.ahṛtā
Sītā mit Gewalt hierher geraubt wurde
sakṛtsamīkṣaiva suniścitam tadā
schon bei einer Betrachtung wohlbedacht da
bhajeta cittam yamuneva yāmunam
hätte dein Geist zu einem Entschluss kommen sollen, wie die Yamunā zu ihrem Bett

sarvametanmahārāja kṛtamapratimam tava | vidhīyeta sahāsmābhirādāvevāsya karmaṇaḥ ||

'All dies, o großer König, dein unvergleichliches Werk, hätte von Anfang an mit uns zusammen dieser Tat entsprechend geordnet werden sollen.'

Wort für Wort
sarvametanmahārāja
all dies, o großer König
kṛtamapratimam tava
dein unvergleichliches Werk
vidhīyeta sahāsmābhir
hätte mit uns zusammen geordnet werden sollen
ādāvevāsya karmaṇaḥ
von Anfang an dieser Tat entsprechend

nyāyena rājakāryāṇi yaḥ karoti daśānana | na sa samtapyate paścānniścatārthamatirnṛpaḥ ||

'Wer, o Zehnköpfiger, die Angelegenheiten des Königs nach der rechten Ordnung ausführt, jener König, dessen Sinn auf klare Entscheidung gerichtet ist, bereut es nachher nicht.'

Wort für Wort
nyāyena rājakāryāṇi
nach der rechten Ordnung die Angelegenheiten des Königs
yaḥ karoti daśānana
wer ausführt, o Zehnköpfiger
na sa samtapyate paścān
der bereut es nachher nicht
niścatārthamatirnṛpaḥ
der König, dessen Sinn auf klare Entscheidung gerichtet ist

anupāyena karmāṇi viparītāni yāni ca | kriyamāṇāni duṣyanti havīmṣyaprayateṣvina ||

'Taten, die ohne rechtes Mittel und verkehrt ausgeführt werden, verderben, wie Opfergaben, die von einem nicht Geläuterten dargebracht werden.'

Wort für Wort
anupāyena karmāṇi
Taten ohne rechtes Mittel
viparītāni yāni ca
und welche verkehrt sind
kriyamāṇāni duṣyanti
ausgeführt, verderben sie
havīmṣyaprayateṣvina
wie Opfergaben von einem nicht Geläuterten

yaḥ paścātpūrvakāryāṇi karmāṇyabhicikīrṣati | pūrvam cāparakaryāṇi na sa veda nayānayau ||

'Wer die zuerst zu tuenden Taten hinterher tun will, und die später zu tuenden zuerst, der kennt nicht Klugheit und Unklugheit.'

Wort für Wort
yaḥ paścātpūrvakāryāṇi
wer die zuerst zu tuenden Taten
karmāṇyabhicikīrṣati
hinterher tun will
pūrvam cāparakaryāṇi
und die später zu tuenden zuerst
na sa veda nayānayau
der kennt nicht Klugheit und Unklugheit

capalasya tu kṛtyeṣu prasamīksyādhikam balam | cidramanye prapadyante krauñcasya khamiva dvijāḥ ||

'Bei den Taten des Unbesonnenen, die überlegene Kraft erkennend, dringen andere in seine Lücke ein, wie Vögel in den Luftraum des Kraunca-Bergs.'

Wort für Wort
capalasya tu kṛtyeṣu
bei den Taten des Unbesonnenen
prasamīksyādhikam balam
überlegene Kraft erkennend
cidramanye prapadyante
dringen andere in seine Lücke ein
krauñcasya khamiva dvijāḥ
wie Vögel in den Luftraum des Kraunca-Bergs

tvayedam mahādārabham kārya mapraticintitam | diṣṭyā tvām nāvadhīdrāmo viṣamiśramivāmṛtam ||

'Von dir wurde diese gewaltige Unternehmung ohne Überlegung begonnen; zum Glück hat Rāma dich nicht getötet, wie einer, der mit Gift vermischtes Amṛta nicht trinkt.'

Wort für Wort
tvayedam mahādārabham
von dir diese gewaltige Unternehmung
kārya mapraticintitam
ohne Überlegung begonnen
diṣṭyā tvām nāvadhīdrāmo
zum Glück hat Rāma dich nicht getötet
viṣamiśramivāmṛtam
wie mit Gift vermischtes Amṛta

tasmāttvayā samārabdham karma hyapratimam paraiḥ | aham samīkariṣyāmi hatvā śatrūm stanānagha ||

'Deshalb werde ich das von dir begonnene, von anderen unvergleichliche Werk ins Gleichgewicht bringen, indem ich die Feinde erschlage, o Makelloser.'

Wort für Wort
tasmāttvayā samārabdham
deshalb das von dir begonnene
karma hyapratimam paraiḥ
Werk, unvergleichlich für andere
aham samīkariṣyāmi
werde ich ins Gleichgewicht bringen
hatvā śatrūm stanānagha
indem ich die Feinde erschlage, o Makelloser

ahamutsādayiṣyāmi śatrūṃstava niśācara | yadi śakravivasvantau yadi pāvakamārutau | tāvaham yodhayiṣyāmi kuberavaruṇāvapi ||

'Ich werde deine Feinde vernichten, o Nachtwandler; wenn es Śakra und Vivasvat wären, wenn es Feuer und Wind wären, sie würde ich bekämpfen, ja selbst Kubera und Varuṇa.'

Wort für Wort
ahamutsādayiṣyāmi
ich werde vernichten
śatrūṃstava niśācara
deine Feinde, o Nachtwandler
yadi śakravivasvantau
wenn es Śakra und Vivasvat wären
yadi pāvakamārutau
wenn es Feuer und Wind wären
tāvaham yodhayiṣyāmi
sie würde ich bekämpfen
kuberavaruṇāvapi
selbst Kubera und Varuṇa

girimātraśarīrasya mahāparighayodhinaḥ | nardatastīkṣṇadamṣṭrasya bibhīyādvai purandaraḥ ||

'Vor mir, dessen Körper einem Berg gleicht, der mit der gewaltigen Keule kämpft, dessen Zähne scharf sind, wenn ich brülle, würde selbst Purandara sich fürchten.'

Wort für Wort
girimātraśarīrasya
dessen Körper einem Berg gleicht
mahāparighayodhinaḥ
der mit der gewaltigen Keule kämpft
nardatastīkṣṇadamṣṭrasya
brüllend, mit scharfen Zähnen
bibhīyādvai purandaraḥ
würde selbst Purandara sich fürchten

punarmām sadvitīyena śareṇa nihaniṣyati | tato.aham tasya pāsyāmi rudhiram kāmamāśvasa ||

'Sollte er mich mit dem tödlichen Pfeil erneut treffen, dann werde ich sein Blut trinken - beruhige dich nach Wunsch.'

Wort für Wort
punarmām sadvitīyena
mich erneut mit dem
śareṇa nihaniṣyati
tödlichen Pfeil sollte er treffen
tato.aham tasya pāsyāmi
dann werde ich sein
rudhiram kāmamāśvasa
Blut trinken, beruhige dich nach Wunsch

vadheva vai dāśaratheh sukhāvaham | jayam tavāhartumaham tayiṣye | hatvā ca rāmam saha lakṣmaṇena | khādāmi sarvān hariyūthamukhyān ||

'Durch die Tötung des Sohnes des Daśaratha, dir Glück bringend, werde ich den Sieg für dich erlangen; und, nachdem ich Rāma zusammen mit Lakṣmaṇa erschlagen habe, werde ich alle Anführer der Affenscharen verspeisen.'

Wort für Wort
vadheva vai dāśaratheh sukhāvaham
durch die Tötung des Sohnes des Daśaratha, Glück bringend
jayam tavāhartumaham tayiṣye
werde ich den Sieg für dich erlangen
hatvā ca rāmam saha lakṣmaṇena
und, nachdem ich Rāma zusammen mit Lakṣmaṇa erschlagen habe
khādāmi sarvān hariyūthamukhyān
werde ich alle Anführer der Affenscharen verspeisen

ramasva kāmam piba cāgryavāruṇīm | kuruṣva kārvāṇi hitāni vijvaraḥ | mayā tu rāme gamite yamakṣayam | cirāya sītā vaśagā bhaviṣyati ||

'Ergehe dich in Lust, trinke den vortrefflichen Wein, verrichte deine zuträglichen Geschäfte, frei von Fieber; wenn aber Rāma von mir zur Wohnstatt Yamas geschickt ist, wird Sītā auf lange Zeit dir zu Willen sein.'

Wort für Wort
ramasva kāmam piba cāgryavāruṇīm
ergehe dich in Lust, trinke den vortrefflichen Wein
kuruṣva kārvāṇi hitāni vijvaraḥ
verrichte deine zuträglichen Geschäfte, frei von Fieber
mayā tu rāme gamite yamakṣayam
wenn aber Rāma von mir zur Wohnstatt Yamas geschickt ist
cirāya sītā vaśagā bhaviṣyati
wird Sītā auf lange Zeit dir zu Willen sein

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