tad id āsa bhuvaneṣu jyeṣṭhaṃ yato jajña ugras tveṣanṛmṇaḥ sadyo jajñāno ni riṇāti śatrūn anu yad enaṃ madanti viśva ūmāḥ
Das eben war unter den Wesen das Höchste, seit er geboren wurde, der Gewaltige, von leuchtender Manneskraft; kaum geboren, vernichtet er sogleich die Feinde, wenn ihm alle Helfer zujubeln.
Wort für Wort
tad
das
id
eben
āsa
war
bhuvaneṣu
unter den Wesen (Lok.Pl.)
jyeṣṭhaṃ
das Höchste (Nom.)
yato
seit
jajña
geboren wurde
ugras
der Gewaltige (Nom.)
tveṣanṛmṇaḥ
tveṣa 'leuchtend/glühend' + nṛmṇaḥ 'Manneskraft' → von leuchtender Manneskraft (Nom.)
vāvṛdhānaḥ śavasā bhūryojāḥ śatrur dāsāya bhiyasaṃ dadhāti avyanac ca vyanac ca sasni saṃ te navanta prabhṛtā madeṣu
Erstarkt an Kraft, reich an Stärke, versetzt er als Feind dem Dāsa Furcht; er hat sich durchgesetzt und durchgemessen, siegreich; dir brüllen die dargebrachten Somatränke im Rausche entgegen. [Anm.: Bedeutung der Verbformen "avyanat/vyanat" nicht ganz sicher]
tve kratum api pṛñcanti bhūri dvir yad ete trir bhavanty ūmāḥ svādoḥ svādīyaḥ svādunā sṛjā sam adaḥ su madhu madhunābhi yodhīḥ
In dich mischen sie reichlich ihre Kraft, wenn diese Helfer zweifach, dreifach werden; süßer als das Süße, mit dem Süßen vereinige jenes wohl, mit Süßigkeit bekämpfe die Süßigkeit. [Anm.: bildhafte, rätselhafte Formulierung, wörtlicher Sinn unsicher]
Wenn dich fürwahr, den in jedem Kampf die Kampfpreise Gewinnenden, die Redekundigen bejubeln, dann spann noch stärkere, feste Kraft an, du Ungestümer – nicht sollen dich die böswilligen Elenden täuschen. [Anm.: "kaśokāḥ" Bedeutung unsicher]
tvayā vayaṃ śāśadmahe raṇeṣu prapaśyanto yudhenyāni bhūri codayāmi ta āyudhā vacobhiḥ saṃ te śiśāmi brahmaṇā vayāṃsi
Mit dir wollen wir in den Kämpfen siegen, indem wir viele kampfwürdige Taten voraussehen; ich treibe deine Waffen mit Worten an, ich schärfe dir mit heiligem Wort deine Kräfte.
ni tad dadhiṣe 'vare pare ca yasminn āvithāvasā duroṇe ā sthāpayata mātaraṃ jigatnum ata invata karvarāṇi bhūri
Das hast du niedergelegt, im Diesseits wie im Jenseits, das Haus, worin du mit Beistand geholfen hast; stellt fest die wandernde Mutter, treibt von da aus die vielen Werke an. [Anm.: Vers Teil des sprachlich sehr dunklen Bṛhaddiva-Atharvan-Hymnus; Übersetzung unsicher]
stuṣva varṣman puruvartmānaṃ sam ṛbhvāṇam inatamam āptam āptyānām ā darśati śavasā bhūryojāḥ pra sakṣati pratimānaṃ pṛthivyāḥ
Preise auf der Höhe den vielwegigen, kunstreichen, mächtigsten Gott, den Verwandten der Āptyas; er lässt sich schauen durch seine Kraft, reich an Stärke; er überwindet das Ebenbild der Erde.
Wort für Wort
stuṣva
preise! (Imp.)
varṣman
auf der Höhe (Lok.)
puruvartmānaṃ
puru 'viel' + vartmānaṃ 'Weg' → den vielwegigen (Akk.)
Diese heiligen Worte soll Bṛhaddiva für Indra bereiten, kraftverleihend, der Feuerhafte, der Sonnenerringer; er herrscht über die große Kuhherde als Selbstherrscher; auch der Überlegene lässt, glutvoll, alles überfluten.
Wort für Wort
imā
diese (Akk.Pl.)
brahma
heiligen Worte (Akk.Pl.)
bṛhaddivaḥ
Bṛhaddiva (Nom.)
kṛṇavad
soll bereiten
indrāya
für Indra (Dat.)
śūṣam
kraftverleihend (Akk.)
agniyaḥ
der Feuerhafte (Nom.)
svarṣāḥ
svar 'Sonne(nlicht)' + sāḥ 'erringend' → der Sonnenerringer (Nom.)
maho
der großen (Gen.)
gotrasya
Kuhherde (Gen.)
kṣayati
herrscht
svarājā
sva 'eigen' + rājā 'Herrscher' → als Selbstherrscher (Nom.)
evā mahān bṛhaddivo atharvāvocat svāṃ tanvam indram eva svasārau mātaribhvarī aripre hinvanti caine śavasā vardhayanti ca
So hat der große Atharvan Bṛhaddiva gesprochen: den eigenen Leib habe er eben zu Indra gemacht; die beiden makellosen Schwestern, die in der Mutter wachsenden, treiben ihn an und stärken ihn mit Kraft. [Anm.: Die Verse dieses Bṛhaddiva-Atharvan-Hymnus gelten traditionell als besonders dunkel; die Übersetzung folgt der wahrscheinlichsten Deutung]
Das wunderbare Zeichen der Götter, das Antlitz, der Lichtvolle, erhellt die Weltgegenden – die Sonne, aufgehend, der Tagesmacher; durch seine Glanzfülle hat der Lichte alle Finsternisse, alle Nöte überwunden.
Wort für Wort
citraṃ
das wunderbare (Nom.)
devānāṃ
der Götter (Gen.Pl.)
ketur
Zeichen (Nom.)
anīkaṃ
Antlitz (Nom.)
jyotiṣmān
der Lichtvolle (Nom.)
pradiśaḥ
Weltgegenden (Akk.Pl.)
sūrya
die Sonne (Nom.)
udyan
aufgehend (Nom.)
divākaro
divā 'Tag' + karo 'Macher' → der Tagesmacher (Nom.)
citraṃ devānām ud agād anīkaṃ cakṣur mitrasya varuṇasyāgneḥ āprād dyāvāpṛthivī antarikṣaṃ sūrya ātmā jagatas tasthuṣaś ca
Aufgegangen ist das wunderbare Antlitz der Götter, das Auge Mitras, Varuṇas und Agnis; er hat Himmel und Erde und den Luftraum erfüllt; die Sonne ist die Seele alles Beweglichen und Unbeweglichen.
sūryo devīm uṣasaṃ rocamānāṃ maryo na yoṣām abhy eti paścāt yatrā naro devayanto yugāni vitanvate prati bhadrāya bhadram
Die Sonne folgt der leuchtenden göttlichen Uṣas nach, wie ein junger Mann einer Jungfrau, von hinten, dort, wo die gottergebenen Männer die Zeitalter ausbreiten, Gutes dem Guten entgegen.