Atharvaveda-Saṃhitā · Kāṇḍa 20
Sūkta 48
abhi tvā varcasā giraḥ siñcanty ā caraṇyuvaḥ abhi vatsaṃ na dhenavaḥ
Mit Glanz übergießen dich die Lieder, die sich bewegenden, wie die Milchkühe ihr Kalb.
Wort für Wort abhi hin zu (Präverb) tvā dich (Akk.) varcasā mit Glanz (Instr.) giraḥ die Lieder (Nom.Pl.) siñcanty übergießen (3.Pl.) ā ganz (Präverb) caraṇyuvaḥ die sich bewegenden (Nom.Pl.) abhi hin zu (Präverb) vatsaṃ das Kalb (Akk.) na wie dhenavaḥ Milchkühe (Nom.Pl.) tā arṣanti śubhriyaḥ pṛñcatīr varcasā payaḥ jātaṃ janir yathā hṛdā
Sie fließen, die Schönen, die Milch mit Glanz vermischend, wie eine Mutter ihr Neugeborenes von Herzen liebkost.
Wort für Wort tā sie (Nom.Pl.) arṣanti fließen (3.Pl.) śubhriyaḥ die Schönen (Nom.Pl.) pṛñcatīr vermischend (Nom.Pl.Part.) varcasā mit Glanz (Instr.) payaḥ Milch (Akk.) jātaṃ das Neugeborene (Akk.) janir eine Mutter (Nom.) yathā wie hṛdā von Herzen (Instr.) vajrāpavasādhyaḥ kīrtir mriyamāṇam āvahan mahyam āyur ghṛtaṃ payaḥ
Der durch die Keule vollendete Ruhm brachte dem Sterbenden Lebenskraft, Schmalz und Milch. [Anm.: sprachlich unklare Stelle, das Kompositum "vajrāpavasādhyaḥ" ist in Bedeutung und Bezug unsicher]
Wort für Wort vajrāpavasādhyaḥ der durch die Keule vollendete [?] (Nom.) kīrtir Ruhm (Nom.) mriyamāṇam den Sterbenden (Akk.Part.) āvahan brachte (3.Pl.Impf.) mahyam mir (Dat.) āyur Lebenskraft (Akk.) ghṛtaṃ Schmalz (Akk.) payaḥ Milch (Akk.) āyaṃ gauḥ pṛśnir akramīd asadan mātaraṃ puraḥ pitaraṃ ca prayant svaḥ
Diese gesprenkelte Kuh ist herangeschritten; sie hat sich vor die Mutter gesetzt und ist zum Vater gegangen, zur Sonne strebend. [Anm.: rätselhafte kosmologische Bildrede, wörtlich wiedergegeben]
Wort für Wort āyaṃ diese (Nom.) gauḥ Kuh (Nom.) pṛśnir gesprenkelte (Nom.) akramīd ist herangeschritten (3.Sg.Aor.) asadan hat sich gesetzt (3.Sg.Impf.) mātaraṃ vor die Mutter (Akk.) puraḥ voran (Adv.) pitaraṃ zum Vater (Akk.) ca und prayant strebend (Nom.Part.) svaḥ zur Sonne (Akk.) antaś carati rocanā asya prāṇād apānataḥ vy akhyan mahiṣaḥ svaḥ
In ihr wandert der Lichtglanz, aus dem Ein- und Ausatem heraus; der Büffel hat die Sonne erblickt. [Anm.: rätselhafte Bildrede, Deutung unsicher]
Wort für Wort antaś darin (Adv.) carati wandert (3.Sg.) rocanā der Lichtglanz (Nom.) asya sein (Gen.) prāṇād aus dem Einatem (Abl.) apānataḥ aus dem Ausatem (Abl.) vy auf (Präverb) akhyan hat erblickt (3.Sg.Impf.) mahiṣaḥ der Büffel (Nom.) svaḥ die Sonne (Akk.) triṃśad dhāmā vi rājati vāk pataṅgo aśiśriyat prati vastor ahar dyubhiḥ
Über dreißig Wohnstätten herrscht die Sprache; der Vogel hat sich niedergelassen, dem Tagesanbruch entgegen, mit den Himmelslichtern. [Anm.: Bildrede unsicher gedeutet]
Wort für Wort triṃśad dreißig dhāmā Wohnstätten (Akk.Pl.) vi über (Präverb) rājati herrscht (3.Sg.) vāk die Sprache (Nom.) pataṅgo der Vogel (Nom.) aśiśriyat hat sich niedergelassen (3.Sg.Impf.) prati entgegen (Präverb) vastor dem Tagesanbruch (Gen.) ahar Tag (Akk.) dyubhiḥ mit den Himmelslichtern (Instr.Pl.)
Interaktive Leseansicht des ganzen Werks
← Sūkta 47 Sūkta 49 →