ā yātv indraḥ svapatir madāya yo dharmaṇā tūtujānas tuviṣmān pratvakṣāṇo ati viśvā sahāṃsy apāreṇa mahatā vṛṣṇyena
Indra, der sein eigener Herr ist, soll herbeikommen zum Rausch, er, der nach der Ordnung vorandrängt, kraftvoll, hervortretend an Macht, der mit seiner unermesslichen, großen Bullenkraft alle Gewalten übertrifft.
Wort für Wort
ā
her
yātv
soll kommen
indraḥ
Indra (Nom.)
svapatir
sva 'eigen' + patir 'Herr' → sein eigener Herr (Nom.)
madāya
zum Rausch (Dat.)
yo
der (Rel.)
dharmaṇā
nach der Ordnung (Instr.)
tūtujānas
vorandrängend (Nom.)
tuviṣmān
kraftvoll (Nom.)
pratvakṣāṇo
pra 'hervor' + tvakṣāṇo 'an Macht' → hervortretend an Macht (Nom.)
suṣṭhāmā rathaḥ suyamā harī te mimyakṣa vajro nṛpate gabhastau śībhaṃ rājan supathā yāhy arvāṅ vardhāma te papuso vṛṣṇyāni
Fest steht dein Wagen, gut gelenkt sind deine Falben, o Herr der Männer, fest sitzt die Keule dir in der Hand; eilig, o König, komm auf gutem Wege herbei – wir wollen deine bullenhaften Kräfte mehren, wenn du getrunken hast.
Wort für Wort
suṣṭhāmā
su 'gut' + sthāmā 'stehend' → fest stehend (Nom.)
rathaḥ
Wagen (Nom.)
suyamā
su 'gut' + yamā 'gelenkt' → gut gelenkt (Nom.Dual)
endravāho nṛpatiṃ vajrabāhum ugram ugrāsas taviṣāsa enam pratvakṣasaṃ vṛṣabhaṃ satyaśuṣmam em asmatrā sadhamādo vahantu
Die Indra-Rosse sollen den Herrn der Männer, den Keulenträger im Arm, den Gewaltigen – die gewaltigen, starken Rosse ihn, den an Kraft Hervorragenden, den Bullen mit wahrhaftiger Kampfglut – als Mitzecher zu uns herfahren.
So halte fest an dem Herrn, der mit der Somakufe verbunden, dem Gleichgesinnten; du gebärdest dich bullenhaft an der Stütze der Kraft. Erzeuge Kraft, fasse sie zusammen, auf dass ich in dir geborgen sei, damit ich zum Gedeihen der Kenipas tauglich sei. [Anm.: Vers sprachlich sehr dunkel; Bedeutung von "droṇasācam" und "kenipānām" (wohl ein Eigenname) unsicher]
Wort für Wort
evā
so
patiṃ
den Herrn (Akk.)
droṇasācaṃ
droṇa 'Somakufe' + sācaṃ 'verbunden' → mit der Somakufe verbunden (Akk.)
sacetasam
sa 'mit' + cetasam 'Sinn' → den Gleichgesinnten (Akk.)
Güter sollen zu uns kommen – denn ich habe es verheißen; bring gute Labung, komm her, o Somatrinker! Du bist es, der gebietet; setze dich hier auf das Barhis-Gras; unantastbar sind, der Ordnung gemäß, deine Trankschalen.
Wort für Wort
gamann
sollen kommen
asme
zu uns (Dat.)
vasūny
Güter (Nom.Pl.)
ā
her
hi
denn
śaṃsiṣaṃ
ich habe verheißen
svāśiṣaṃ
su 'gut' + āśiṣam 'Labung/Segenswunsch' → gute Labung (Akk.)
pṛthak prāyan prathamā devahūtayo 'kṛṇvata śravasyāni duṣṭarā na ye śekur yajñiyāṃ nāvam āruham irmaiva te ny aviśanta kepayaḥ
Gesondert zogen die ersten Anrufungen der Götter aus, sie vollbrachten schwer zu überbietende Ruhmestaten; die aber, die nicht vermochten, das Opferschiff zu besteigen, sanken wie [?] hinab, die Würmer (Kepayas). [Anm.: Bild und Sinn dieses Verses gelten als besonders dunkel; "irmā" und "kepayaḥ" sind unsicher gedeutet]
evaivāpāg apare santu dūdhyo 'śvā yeṣāṃ duryuga āyuyujre itthā ye prāg upare santi dāvane purūṇi yatra vayunāni bhojanā
Ebenso sollen die anderen, die Bösgesinnten, zurückbleiben, deren Rosse am schlechten Joch angeschirrt wurden; die aber, die so vorn bereitstehen zum Schenken, dort, wo es viele Weisungen und Genüsse gibt. [Anm.: Bezug auf eine offenbar bekannte, heute unklare Situation]
Wort für Wort
evaivāpāg
eva 'ebenso' + apāk 'zurück/nach hinten' — Sandhi-Verschmelzung
girīṃr ajrān rejamānāṃ adhārayad dyauḥ krandad antarikṣāṇi kopayat samīcīne dhiṣaṇe vi ṣkabhāyati vṛṣṇaḥ pītvā mada ukthāni śaṃsati
Die zitternden Berge und Ebenen hielt er fest; der Himmel donnerte, er brachte die Lufträume in Wallung; die beiden vereinten Welthälften stützt er auseinander; nachdem er den Trank des Bullen getrunken hat, spricht er im Rausch die Preislieder.
imaṃ bibharmi sukṛtaṃ te aṅkuśaṃ yenārujāsi maghavaṃ chaphārujaḥ asmint su te savane astv oktyaṃ suta iṣṭau maghavan bodhy ābhagaḥ
Diesen wohlgefertigten Stachel trage ich für dich, o Gabenreicher, mit dem du, der Hufe-Aufbrecher, aufbrechen sollst; bei dieser Somapressung soll dir das gebührende Wort gesprochen sein; beim ausgepressten Soma, bei der Opferhandlung, sei achtsam, o Gabenreicher, und nimm deinen Anteil. [Anm.: "chaphārujaḥ" ("Hufe-Aufbrecher") – Bildbezug unsicher, evtl. Anspielung auf das Aufbrechen der Kuhhöhle im Vala-Mythos]
Wort für Wort
imaṃ
diesen (Akk.)
bibharmi
ich trage
sukṛtaṃ
wohlgefertigten (Akk.)
te
für dich
aṅkuśaṃ
Stachel (Akk.)
yenārujāsi
womit du aufbrechen sollst
maghavaṃ
o Gabenreicher (Vok.)
chaphārujaḥ
chaphā 'Huf' + rujaḥ 'brechend' → der Hufe-Aufbrecher (Vok.)
Mit Kühen wollen wir die böse Ratlosigkeit überwinden, mit Gerste allen Hunger, o Vielgerufener; wir wollen als die Ersten mit den Königen die Kampfpreise, mit unserer eigenen Schar sie erobern.
Wort für Wort
gobhiṣ
mit Kühen (Instr.Pl.)
ṭaremāmatiṃ
wollen wir überwinden – die Ratlosigkeit
durevāṃ
böse (Akk.)
yavena
mit Gerste (Instr.)
kṣudhaṃ
Hunger (Akk.)
puruhūta
puru 'viel' + hūta 'gerufen' → du Vielgerufener (Vok.)
Bṛhaspati soll uns von hinten beschützen, und von oben und von unten vor dem Übelwollenden; Indra soll uns von vorn und auch aus der Mitte beschützen; der Freund soll den Freunden freien Raum schaffen.