Wie im Wasser schwimmende, ihre Jungen behütende Vögel, wie plätscherndes [Rufen], wie das Tosen der Gewitterwolke – wie die Wogen [des vom Berg herabstürzenden Wassers] – so haben, sich erfreuend, die Preisgesänge dem Bṛhaspati zugejubelt. [Anm.: Das Bild "giribhrajo na ūrmayaḥ" ist im Wortlaut schwer aufzulösen.]
Wort für Wort
udapruto
uda 'Wasser' + pruto 'schwimmend' → im Wasser schwimmende (Nom.Pl.) [Kompositum]
saṃ gobhir aṅgiraso nakṣamāṇo bhaga ived aryamaṇaṃ nināya jane mitro na dampatī anakti bṛhaspate vājayāśūṃr ivājau
Mit den Kühen sich vereinigend, wie die Aṅgiras herannahend, führte er, wie Bhaga den Aryaman, die Kühe zu den Menschen; wie Mitra salbt er das Ehepaar; o Bṛhaspati, du bist wie einer, der im Wettlauf die schnellen Rosse anspornt. [Anm.: Die mythologischen Anspielungen dieses Verses sind im Einzelnen unsicher.]
Die zum Opfer geeigneten, gastlichen, lebhaften, begehrenswerten Kühe, von schöner Farbe, von tadelloser Gestalt – Bṛhaspati holte sie, nachdem er die Berge durchbrochen hatte, heraus, wie man Gerste aus den Speichern holt.
Wort für Wort
sādhvaryā
die zum Opfer geeigneten (Nom.Pl.)
atithinīr
gastliche (Nom.Pl.)
iṣirā
lebhaft (Nom.Pl.)
spārhāḥ
begehrenswert (Nom.Pl.)
suvarṇā
von schöner Farbe (Nom.Pl.)
anavadyarūpāḥ
an 'nicht' + avadya 'tadelnswert' + rūpāḥ 'Gestalt' → von tadelloser Gestalt (Nom.Pl.) [Kompositum]
āpruṣāyan madhunā ṛtasya yonim avakṣipann arka ulkām iva dyoḥ bṛhaspatir uddharann aśmano gā bhūmyā udneva vi tvacaṃ bibheda
Mit Süßigkeit besprühend den Schoß der kosmischen Ordnung, herabschleudernd wie eine Feuerglut den Meteor vom Himmel – Bṛhaspati, die Kühe aus dem Fels herausholend, durchbrach ihre Hülle wie ein Strom mit Wasser die Erdrinde.
apa jyotiṣā tamo antarikṣad udnaḥ śīpālam iva vāta ājat bṛhaspatir anumṛśyā valasyābhram iva vāta ā cakra ā gāḥ
Durch sein Licht trieb er die Finsternis aus dem Luftraum fort, wie der Wind das Wassermoos vom Wasser wegtreibt; Bṛhaspati, nachdem er die Höhle des Vala ertastet hatte, trieb, wie der Wind eine Wolke, die Kühe herbei.
Als Bṛhaspati mit feuerglühenden Preisgesängen die Erschöpfung des lästernden Vala zerbrach, nahm er, wie die Zunge mit den Zähnen die Speise, das Umschlossene an sich und machte die Schätze der Morgenkühe offenbar.
Wort für Wort
yadā
als
valasya
des Vala (Gen.)
pīyato
des lästernden (Gen.Ptz.)
jasuṃ
Erschöpfung (Akk.)
bhed
zerbrach (Impf.)
bṛhaspatir
Bṛhaspati (Nom.)
agnitapobhir
agni 'Feuer' + tapobhiḥ 'glühend' → mit feuerglühenden (Instr.Pl.) [Kompositum]
bṛhaspatir amata hi tyad āsāṃ nāma svarīṇāṃ sadane guhā yat āṇḍeva bhitvā śakunasya garbham ud usriyāḥ parvatasya tmanājat
Bṛhaspati erkannte jenen geheimen Namen dieser tönenden Kühe, der verborgen an ihrem Sitz war; wie man eines Vogels Ei zerbricht und die Leibesfrucht befreit, trieb er selbst die Morgenkühe aus dem Berg heraus.
aśnāpinaddhaṃ madhu pary apaśyan matsyaṃ na dīna udani kṣiyantam niṣ ṭaj jabhāra camasaṃ na vṛkṣād bṛhaspatir viraveṇā vikṛtya
Sie sahen die vom Felsen umschlossene Süßigkeit, wie einen bedauernswerten Fisch, der im Wasser wohnt; die holte Bṛhaspati heraus, wie man einen Becher vom Baum herabholt, indem er den Fels mit lautem Ruf zerspaltete.
soṣām avindat sa svaḥ so agniṃ so arkeṇa vi babādhe tamāṃsi bṛhaspatir govapuṣo valasya nir majjānaṃ na parvaṇo jabhāra
Er fand die Morgenröte, er das Himmelslicht, er das Feuer; er vertrieb mit seinem Preisgesang die Finsternisse; Bṛhaspati holte aus dem an Rindergestalt reichen Vala die Kühe heraus, wie man das Mark aus einem Gelenk holt.
Wort für Wort
soṣām
er - die Morgenröte (sa+uṣām)
avindat
fand (Impf.)
sa
er (Nom.)
svaḥ
das Himmelslicht (Akk.)
so
er (Nom.)
agniṃ
das Feuer (Akk.)
so
er (Nom.)
arkeṇa
mit seinem Preisgesang (Instr.)
vi
(Präverb)
babādhe
vertrieb (Perf.)
tamāṃsi
die Finsternisse (Akk.Pl.)
bṛhaspatir
Bṛhaspati (Nom.)
govapuṣo
go 'Rinder' + vapuṣo 'Gestalt' → an Rindergestalt reichen (Gen.) [Kompositum]
Wie im Winter die Bäume ihrer Blätter beraubt sind, so beraubte Bṛhaspati den klagenden Vala seiner Kühe; er tat etwas Unnachahmliches und erneuerte es wieder, so dass Sonne und Mond wechselweise aufgehen.
abhi śyāvaṃ na kṛśanebhir aśvaṃ nakṣatrebhiḥ pitaro dyām apiṃśan rātryāṃ tamo adadhur jyotir ahan bṛhaspatir bhinad adriṃ vidad gāḥ
Wie man ein schwarzbraunes Ross mit Perlen schmückt, so schmückten die Väter den Himmel mit den Sternen; in die Nacht legten sie Finsternis, in den Tag das Licht; Bṛhaspati zerbrach den Felsen und fand die Kühe.
idam akarma namo abhriyāya yaḥ pūrvīr anv ānonavīti bṛhaspatiḥ sa hi gobhiḥ so aśvaiḥ sa vīrebhiḥ sa nṛbhir no vayo dhāt
Diese Verehrung haben wir dem Gewitterwolkenhaften dargebracht, ihm, der den vielen Kühen immer wieder entgegenbrüllt; denn Bṛhaspati, er möge uns mit Rindern, er mit Pferden, er mit Söhnen, er mit Mannen an Lebenskraft mehren.