Diese siebenköpfige, aus der Wahrheit geborene, gewaltige Dichtung fand unser Vater; das vierte Wort erzeugte wohl der Allvölker-Priester Ayāsya, indem er das Lied Indra vortrug. [Anm.: die Bilder „siebenköpfig“ und „das vierte Wort“ bleiben rätselhaft]
Die Wahrheit verkündend, aufrichtig sinnend, die Söhne des Himmels, die Helden des Asura – die Aṅgiras, die die redekundige Stätte innehaben, ersannen die erste Ordnung des Opfers.
Wie mit schnatternden Gänsen als Gefährten, die steinernen Fesseln lösend, hat Bṛhaspati den Kühen entgegengebrüllt und sie gepriesen, und kundig hat er laut gesungen.
avo dvābhyāṃ para ekayā gā guhā tiṣṭhantīr anṛtasya setau bṛhaspatis tamasi jyotir ichan ud usrā ākar vi hi tisra āvaḥ
Unten mit zweien, drüben mit der einen, die sich verborgen hielten im Damm der Unwahrheit – Bṛhaspati, im Dunkel das Licht suchend, hat die Morgenkühe heraufgeführt; ja, drei hat er aufgedeckt. [Anm.: die Bildlichkeit und die Zahlenangaben dieses Verses bleiben rätselhaft]
Indem er die daliegende, rückwärtige Burg aufspaltete, hat er drei Dinge zugleich aus dem Wasserbehälter herausgeschnitten; Bṛhaspati hat die Morgenröte, die Sonne, die Kuh und das Lied gefunden, wie donnernd der Himmel.
Indra hat den Vala, den Hüter der milchreichen Kühe, wie mit einer Hand, mit seinem Gebrüll aufgebrochen; mit den schweißglänzenden Helfern die Mischung suchend, ließ er den Paṇi weinen und entriss ihm die Kühe.
Wort für Wort
indro
Indra (Nom.)
valaṃ
den Vala (Akk.)
rakṣitāraṃ
den Hüter (Akk.)
dughānāṃ
der milchreichen Kühe (Gen.Pl.)
kareṇeva
wie mit einer Hand (Instr.)
vi
auf (Präverb)
cakartā
hat aufgebrochen
raveṇa
mit seinem Gebrüll (Instr.)
svedāñjibhir
sveda 'Schweiß' + añjibhir 'glänzenden' → mit den schweißglänzenden (Instr.Pl.)
sa īṃ satyebhiḥ sakhibhiḥ śucadbhir godhāyasaṃ vi dhanasair adardaḥ brahmaṇas patir vṛṣabhir varāhair gharmasvedebhir draviṇaṃ vy ānaṭ
Er hat mit wahrhaften, glühenden Freunden, mit den Schätzegewinnern, den Rinderhüter Vala aufgesprengt; Brahmaṇaspati hat mit den stierhaften, eberartigen, vom Glutschweiß triefenden Helfern den Schatz vollständig erlangt. [Anm.: das Bild der „Eber“ für die Helfer bleibt unsicher]
Wort für Wort
sa
er
īṃ
ihn (encl.)
satyebhiḥ
mit wahrhaften (Instr.Pl.)
sakhibhiḥ
Freunden (Instr.Pl.)
śucadbhir
glühenden (Instr.Pl.)
godhāyasaṃ
go 'Rinder' + dhāyasaṃ 'Hüter' → den Rinderhüter (Akk.)
vi
auf
dhanasair
mit den Schätzegewinnern (Instr.Pl.)
adardaḥ
hat aufgesprengt
brahmaṇas
Bṛhaspati (Gen., Titel)
patir
Herr (Nom.)
vṛṣabhir
mit den stierhaften (Instr.Pl.)
varāhair
eberartigen (Instr.Pl.)
gharmasvedebhir
gharma 'Glut' + svedebhir 'Schweiß' → vom Glutschweiß triefenden (Instr.Pl.)
te satyena manasā gopatiṃ gā iyānāsa iṣaṇayanta dhībhiḥ bṛhaspatir mithoavadyapebhir ud usriyā asṛjata svayugbhiḥ
Sie, mit wahrhaftigem Sinn den Rinderhirten um die Kühe bittend, trieben ihn mit ihren Gedanken an; Bṛhaspati hat mit den einander vor Tadel schützenden, von selbst verbundenen Helfern die Morgenkühe freigelassen.
Wort für Wort
te
sie
satyena
mit wahrhaftigem (Instr.)
manasā
Sinn (Instr.)
gopatiṃ
den Rinderhirten (Akk.)
gā
um die Kühe (Akk.Pl.)
iyānāsa
bittend (Nom.Pl.)
iṣaṇayanta
trieben an
dhībhiḥ
mit Gedanken (Instr.Pl.)
bṛhaspatir
Bṛhaspati (Nom.)
mithoavadyapebhir
mithaḥ 'einander' + avadya 'Tadel' + pebhir 'schützend' → die einander vor Tadel schützenden (Instr.Pl.)
ud
empor
usriyā
Morgenkühe (Akk.Pl.)
asṛjata
hat freigelassen
svayugbhiḥ
sva 'selbst' + yugbhiḥ 'verbunden' → von selbst verbundenen (Instr.Pl.)
Ihn stärkend mit unseren freundlichen Gedanken, ihn, der wie ein Löwe an seinem Ort brüllt – Bṛhaspati, den Stier, in jedem Kampf um Heldenruhm, bei jedem Streit, wollen wir uns an dem Siegreichen erfreuen.
Als er den allgestaltigen Kampfpreis gewann, stieg er zum Himmel empor, zu den höheren Sitzen; Bṛhaspati, den Stier, stärkend, obwohl wir verschieden sind, tragen wir das Licht in unseren Worten.
satyam āśiṣaṃ kṛṇutā vayodhai kīriṃ cid dhy avatha svebhir evaiḥ paścā mṛdho apa bhavantu viśvās tad rodasī śṛṇutaṃ viśvaminve
Macht unseren Segenswunsch wahr, ihr Kraftspender, denn ihr helft ja selbst dem Geringen mit euren eigenen Wegen; künftig sollen alle Feindseligkeiten fernbleiben – das höret, ihr beiden Welten, die ihr alles durchdringt.
Indra hat mit seiner Macht das Haupt des großen Flut-Dämons Arbuda gespalten; er erschlug die Schlange, ließ die sieben Ströme fließen. Mit den Göttern, Himmel und Erde, steht uns bei.