Indra, der Burgenbrecher, überwand mit Preisgesängen den Dāsa; Güter findend, die Feinde ringsum verteilend, vom heiligen Wort angetrieben, an eigenem Leib erstarkend, der Vielschenkende, füllte er beide Welthälften an.
Wort für Wort
indraḥ
Indra (Nom.)
pūrbhid
pur 'Burg' + bhid 'Brecher' → der Burgenbrecher (Nom.) [Kompositum]
makhasya te taviṣasya pra jūtim iyarmi vācam amṛtāya bhūṣan indra kṣitīnām asi mānuṣīṇāṃ viśāṃ daivīnām uta pūrvayāvā
Deinen, des Kraftvollen, Mächtigen, Antrieb künde ich; die Stimme dem Unsterblichen weihend – Indra, du bist der Vorangehende der menschlichen Ansiedlungen und der göttlichen Stämme.
Indra, dessen Vorgehen kühn ist, bezwang Vṛtra; er, dessen Vorgehen Gestaltwandel bricht, zerstörte die Listen der Zauberkundigen; er erschlug in den Wäldern [einen Feind], der alles gierig verbrennen wollte, und machte die Stimmen [der geraubten Kühe] offenbar. [Anm.: "vyaṃsam uśadhag" und "rāmyāṇām" sind unsichere Beinamen; die genaue Deutung dieses schwierigen Verses bleibt offen.]
Wort für Wort
indro
Indra (Nom.)
vṛtram
Vṛtra (Akk.)
avṛṇoc
bezwang (Impf.)
chardhanītiḥ
dessen Vorgehen kühn ist [?] (Nom.)
pra
(Präverb)
māyinām
der Zauberkundigen (Gen.Pl.)
aminād
zerstörte (Impf.)
varpaṇītiḥ
dessen Vorgehen Gestaltwandel bricht [?] (Nom.)
ahan
erschlug (Impf.)
vyaṃsam
[Feind, unsicherer Beiname] (Akk.) [?]
uśadhag
der gierig verbrennen wollte [?] (Nom./Akk.)
vaneṣv
in den Wäldern (Lok.Pl.)
āvir
offenbar
dhenā
Stimmen (Akk.Pl.)
akṛṇod
machte (Impf.)
rāmyāṇām
[unsicherer Beiname, der geraubten Kühe] (Gen.Pl.) [?]
Indra, der Sonnenlicht-Gewinner, die Tage erzeugend, gewann mit den Eifrigen die Schlachten, er, der Überlegene; dem Menschen das Zeichen der Tage erleuchtend, fand er das Licht für den großen Kampf.
Wort für Wort
indraḥ
Indra (Nom.)
svarṣā
svar 'Sonnenlicht' + sā 'Gewinner' → der Sonnenlicht-Gewinner (Nom.) [Kompositum]
Indra drang mit seiner antreibenden Kraft ein, viele mannhafte Taten wie ein Held vollbringend; durch seine Einsicht ließ er den Sänger dies alles erkennen, und verlieh ihnen die glänzende, reine Farbe. [Anm.: Der Bezug des feminin-pluralischen "āsām" (vermutlich Morgenröten oder Gewässer) ist im Vers nicht eindeutig.]
Groß sind, und man bewundert sie, die großen, wohlgetanen, zahlreichen Werke dieses Indra; mit seiner Streitmacht zermalmte er die Betrüger, mit seinen Listen die Dasyus, er, dessen Kraft überwältigend ist.
Wort für Wort
maho
groß (Nom.Pl.)
mahāni
die großen (Nom.Pl.)
panayanty
man bewundert (3.Pl.)
asyendrasya
dieses Indra (asya+indrasya)
karma
Werke (Nom.Pl.)
sukṛtā
wohlgetane (Nom.Pl.)
purūṇi
zahlreiche (Nom.Pl.)
vṛjanena
mit seiner Streitmacht (Instr.)
vṛjinānt
die Betrüger (Akk.Pl.)
saṃ
(Präverb)
pipeṣa
zermalmte (Perf.)
māyābhir
mit seinen Listen (Instr.Pl.)
dasyūṃr
die Dasyus (Akk.Pl.)
abhibhūtyojāḥ
abhibhūti 'Überwältigung' + ojāḥ 'Kraft' → dessen Kraft überwältigend ist (Nom.) [Kompositum]
Im Kampf schuf Indra durch seine Größe Freiraum für die Götter, der gute Herr, der die Menschenstämme erfüllt; von diesen Taten singen die redegewandten Seher, am Sitz des Vivasvat, mit ihren Lobliedern.
Wort für Wort
yudhendro
im Kampf Indra (yudhā+indraḥ)
mahnā
durch seine Größe (Instr.)
varivaś
Freiraum (Akk.)
cakāra
schuf (Perf.)
devebhyaḥ
für die Götter (Dat.Pl.)
satpatiś
der gute Herr (Nom.)
carṣaṇiprāḥ
carṣaṇi 'Menschenstämme' + prāḥ 'erfüllend' → der die Menschenstämme erfüllt (Nom.) [Kompositum]
satrāsāhaṃ vareṇyaṃ sahodāṃ sasavāṃsaṃ svar apaś ca devīḥ sasāna yaḥ pṛthivīṃ dyām utemām indraṃ madanty anu dhīraṇāsaḥ
Den allbezwingenden, erlesenen, Kraft verleihenden Indra, der alles errungen hat – Himmelslicht und die göttlichen Wasser hat er errungen, der die Erde und diesen Himmel errungen hat – diesem Indra jubeln die klugen Sänger begeistert zu.
Er hat das Rennpferd errungen und die Sonne errungen; Indra hat die vielnützende Kuh errungen, auch goldenen Reichtum hat er errungen; nachdem er die Dasyus erschlagen hatte, begünstigte er die arische Ordnung.
Indra gewann die Kräuter, gewann die Tage, gewann die Waldbäume, gewann den Luftraum; er zerbrach die Feindesburg, verstieß die Widersacher, und wurde so der Bändiger derer, die ihm widerstrebende Absichten hatten.
Wort für Wort
indra
Indra (Nom.)
oṣadhīr
die Kräuter (Akk.Pl.)
asanod
gewann (Impf.)
ahāni
die Tage (Akk.Pl.)
vanaspatīṃr
die Waldbäume (Akk.Pl.)
asanod
gewann (Impf.)
antarikṣam
den Luftraum (Akk.)
bibheda
zerbrach (Perf.)
balaṃ
die Feindesburg (Akk.)
nunude
verstieß (Perf.)
vivāco
die Widersacher [?] (Akk.Pl.)
'thābhavad
und wurde so (atha+abhavat)
damitābhikratūnām
damitā 'Bändiger' + abhikratūnām 'derer mit widerstrebenden Absichten' → der Bändiger derer mit widerstrebenden Absichten [?] (Gen.Pl.) [Kompositum]
Zum Glück wollen wir den freigebigen Indra rufen, in diesem Kampf um den Gewinn den mannhaftesten, den uns erhörenden, gewaltigen, zum Beistand in den Schlachten, den Feindeserschlager, den Erringer der Schätze.
Wort für Wort
śunaṃ
zum Glück (Akk.)
huvema
wollen wir rufen (Opt.)
maghavānam
den freigebigen (Akk.)
indram
Indra (Akk.)
asmin
in diesem (Lok.)
bhare
Kampf (Lok.)
nṛtamaṃ
den mannhaftesten (Akk.)
vājasātau
vāja 'Gewinn, Kampfbeute' + sātau 'beim Erringen' → um den Gewinn (Lok.) [Kompositum]