Ihr Adhvaryu-Priester, opfert den rötlichen, gemolkenen Somastengel dem Stier der Völker; wissender als das bloße Ausgießen aus dem Somagefäß ist dieses Opfer – Indra kommt allezeit, den ausgepressten Soma suchend. [Anm.: der genaue Sinn der Wendung „gaurād vedīyāṃ avapānam“ bleibt unsicher]
Wort für Wort
adhvaryavo
ihr Adhvaryu-Priester (Vok.Pl.)
'ruṇaṃ
den rötlichen (Akk.)
dugdham
gemolkenen (Akk.)
aṃśuṃ
Somastengel (Akk.)
juhotana
opfert! (Imp.Pl.)
vṛṣabhāya
dem Stier (Dat.)
kṣitīnām
der Völker (Gen.Pl.)
gaurād
als das Ausgießen (Abl.)
vedīyāṃ
wissender (Nom.)
avapānam
Opfer (Nom.)
indro
Indra (Nom.)
viśvāhed
viśvāhā 'allezeit' + id 'eben' → allezeit eben — Sandhi-Verschmelzung
yāti
kommt
sutasomam
suta 'ausgepresst' + somam 'Soma' → den ausgepressten Soma (Akk.)
yad dadhiṣe pradivi cārv annaṃ divedive pītim id asya vakṣi uta hṛdota manasā juṣāṇa uśann indra prasthitān pāhi somān
Die liebliche Speise, die du seit alters innehast – Tag für Tag bringst du dir eben ihren Trank; und mit Herz und Sinn sie genießend, trink, Indra, gerne die dargebrachten Somatränke.
jajñānaḥ somaṃ sahase papātha pra te mātā mahimānam uvāca endra paprāthorv antarikṣaṃ yudhā devebhyo varivaś cakartha
Sogleich nach deiner Geburt hast du den Soma getrunken, um Kraft zu gewinnen; deine Mutter hat deine Größe verkündet. Du hast, Indra, den weiten Luftraum erfüllt, hast im Kampf den Göttern freien Raum verschafft.
yad yodhayā mahato manyamānān sākṣāma tān bāhubhiḥ śāśadānān yad vā nṛbhir vṛta indrābhiyudhyās taṃ tvayājiṃ sauśravasaṃ jayema
Wenn du uns gegen die kämpfen lässt, die sich für groß halten, so wollen wir jene, die sich ihrer Stärke rühmen, mit unseren Armen bezwingen; oder wenn du, Indra, von Männern umgeben, den Kampf aufnimmst – mit dir wollen wir jenen ruhmvollen Kampf gewinnen.
prendrasya vocaṃ prathamā kṛtāni pra nūtanā maghavā yā cakāra yaded adevīr asahiṣṭa māyā athābhavat kevalaḥ somo asya
Verkünden will ich Indras erste Taten, und die neuen, die der Freigebige vollbracht hat; als er die gottlosen Zauberkünste bezwang, da wurde der Soma ihm allein zu eigen.
Wort für Wort
prendrasya
pra '(Verstärkung)' + indrasya 'Indras' (Gen.) → von Indras — Sandhi-Verschmelzung
vocaṃ
will ich verkünden
prathamā
erste (Akk.Pl.)
kṛtāni
Taten (Akk.Pl.)
pra
und
nūtanā
die neuen (Akk.Pl.)
maghavā
der Freigebige (Nom.)
yā
die (Rel.Akk.Pl.)
cakāra
vollbracht hat
yaded
als eben
adevīr
die gottlosen (Akk.Pl.)
asahiṣṭa
er bezwang
māyā
Zauberkünste (Akk.Pl.)
athābhavat
atha 'dann' + abhavat 'wurde' → da wurde — Sandhi-Verschmelzung
tavedaṃ viśvam abhitaḥ paśavyaṃ yat paśyasi cakṣasā sūryasya gavām asi gopatir eka indra bhakṣīmahi te prayatasya vasvaḥ
Dein ist dieses ganze Viehgut ringsum, das du mit dem Auge der Sonne siehst; du bist der einzige Herr der Rinder, Indra; mögen wir teilhaben an dem Gut, das du darreichst.
Bṛhaspati, ihr beide, du und Indra, gebietet über das himmlische und über das irdische Gut; gebt dem Preisenden, auch dem geringen Sänger, Reichtum. Behütet uns immer mit eurem Segen.