Höret dies, ihr Leute: Narāśaṃsa soll besungen werden. Sechzigtausend und neunzig geben wir bei den Ruśama, dem Kaurama [zu Ehren]. [Anm.: Kaurama – vermutlich Eigenname des Gebers; Satzbau nicht ganz sicher]
Dessen Zuggespann Kamele sind, zwanzig, samt jungen Frauen – da senkt sich der Wipfel des Wagens; sie eilen vom Himmel her und berühren [ihn]. [Anm.: Bildgehalt des Verses unsicher]
Wort für Wort
uṣṭrā
Kamele (Nom.Pl.)
yasya
dessen (Gen.)
pravāhaṇo
Zuggespann [?] (Nom.)
vadhūmanto
vadhū 'junge Frau' + -mant (besitzanzeigendes Suffix) → samt jungen Frauen (Nom.Pl.)
vacyasva rebha vacyasva vṛkṣe na pakve śakunaḥ naṣṭe jihvā carcarīti kṣuro na bhurijoriva
Reg dich, Sänger, reg dich, wie ein Vogel im reifen Baum! Beim Entschwundenen zungelt die Zunge hin und her wie ein Messer zwischen den Fäusten. [Anm.: Bildlichkeit unsicher]
pra rebhāso manīṣā vṛṣā gāva iverate amotaputrakā eṣāmamota gā ivāsate
Die Sänger regen sich mit ihrer Dichtung wie brünstige Stiere zu den Kühen. Die Söhne der Amota sitzen da wie deren Kühe. [Anm.: „Amota“ – Eigenname/Stammesbezeichnung unsicher, Vers insgesamt schwer deutbar]
Wort für Wort
pra
hervor (Präverb)
rebhāso
die Sänger (Nom.Pl.)
manīṣā
mit ihrer Dichtung (Instr.)
vṛṣā
brünstige Stiere (Nom.Pl.)
gāva
zu den Kühen [?] (Akk.Pl.)
iverate
regen sich wie (iva+3.Pl.) [?]
amotaputrakā
amota (Stammes-/Eigenname, unsicher) + putraka 'kleiner Sohn' → die Söhne der Amota [?] (Nom.Pl.)
pra rebha dhīm bharasva govidaṃ vasuvidam devatremāṃ vācaṃ srīṇīhīṣurnāvīrastāram
Sänger, trag deine Andacht vor, die Rinder und Güter findet! Bereite den Göttern diese Rede zu – ein Pfeilschütze für das Boot. [Anm.: der letzte Halbvers ist unklar]
Wort für Wort
pra
vor (Präverb)
rebha
o Sänger (Vok.)
dhīm
Andacht (Akk.)
bharasva
trag vor (Imp.2.Sg.Med.)
govidaṃ
go 'Rinder' + vid 'findend' → Rinder findend (Akk.)
vasuvidam
vasu 'Güter' + vid 'findend' → Güter findend (Akk.)
devatremāṃ
den Göttern; diese (Sandhi devatra+imāṃ)
vācaṃ
Rede (Akk.)
srīṇīhīṣurnāvīrastāram
bereite zu; ein Pfeilschütze für das Boot [?] (stark verschmolzen)
rājño viśvajanīnasya yo devomartyāṃ ati vaiśvānarasya suṣṭutimā sunotā parikṣitaḥ
Presset [Soma] zum schönen Lobpreis des Königs, der allen Menschen wohltut, der als Gott über die Sterblichen hinausragt – des Vaiśvānara, des Parikṣit.
Wort für Wort
rājño
des Königs (Gen.)
viśvajanīnasya
viśva 'alle' + janīna (zu jana 'Mensch/Volk', 'zugehörig') → der allen Menschen wohltuende (Gen.)
yo
der (Nom., Relativ.)
devomartyāṃ
als Gott; über die Sterblichen (Nom.+Akk.Pl., Sandhi)
ati
hinaus (Präverb)
vaiśvānarasya
des Vaiśvānara (Gen., Epitheton)
suṣṭutimā
su 'gut, schön' + stuti 'Lobpreis' → zum schönen Lobpreis her (Akk.+Präverb ā, Sandhi)
Der [König], sein Reich abgrenzend, schuf Frieden, indem er diesen Sitz einnahm; der Kuru-Sproß, sich häuslich niederlassend, spricht mit seiner Gattin wie ein [rechter] Ehemann.
abhīvasvaḥ pra jihīte yavaḥ pakvaḥ patho bilam janaḥ sa bhadram edhati rāṣṭre rājñaḥ parikṣitaḥ
Reichlich [Anm.: „abhīvasvaḥ“ unsicher] breitet sich die reife Gerste bis zur Öffnung des Weges aus; das Volk gedeiht glücklich im Reich des Königs Parikṣit.
iha gāvaḥ pra jāyadhvam ihāśvā iha pūruṣāḥ iho sahasradakṣiṇopi pūṣā ni ṣīdati
Hier sollt ihr euch mehren, ihr Rinder, hier die Rosse, hier die Menschen; hier läßt sich auch Pūṣan nieder, der mit tausendfacher Opfergabe [Verehrte].
Wort für Wort
iha
hier
gāvaḥ
ihr Rinder (Vok.Pl.)
pra
hervor (Präverb)
jāyadhvam
sollt ihr euch mehren (Imp.2.Pl.Med.)
ihāśvā
hier; die Rosse (Sandhi)
iha
hier
pūruṣāḥ
die Menschen (Nom.Pl.)
iho
hier (iha+u)
sahasradakṣiṇopi
sahasra 'tausend' + dakṣiṇā 'Opfergabe' → mit tausendfacher Opfergabe; auch (Nom.+Partikel, Sandhi)
Nicht sollen diese Rinder Schaden nehmen, Indra, und nicht ihr Hirte soll ihnen schaden; kein feindseliger Mensch, Indra, und kein Dieb soll Macht über sie haben.
Wort für Wort
nemā
nicht; diese (na+imā)
indra
o Indra (Vok.)
gāvo
Rinder (Nom.Pl.)
riṣan
sollen Schaden nehmen (3.Pl.Aor.Inj.)
mo
nicht (mā+u)
āsāṃ
ihnen (Gen.Pl.)
gopa
der Hirte (Nom.)
rīriṣat
soll schaden (3.Sg.Aor.Inj.)
māsām
mā 'nicht' + āsām 'ihrer' (Gen.Pl.) → nicht ihrer/über sie (mā+āsām, Gen.Pl.)
upa no na ramasi sūktena vacasā vayaṃ bhadreṇa vacasā vayam vanād adhidhvano giro na riṣyema kadā cana
Du weilst bei uns [Anm.: Zeilenanfang unsicher] mit wohlgesprochenem Wort – wir mit gutem Wort; vom Wald her tönt der Schall – unsere Lobreden sollen niemals Schaden nehmen.