vi hi sotor asṛkṣata nendraṃ devam amaṃsata yatrāmadad vṛṣākapir aryaḥ puṣṭeṣu matsakhā viśvasmād indra uttaraḥ
Sie haben sich ja vom Somapressen fortbegeben; nicht haben sie an den Gott Indra gedacht, dort, wo sich Vṛṣākapi, mein Freund, an den wohlgenährten Herden des reichen Herrn berauschte – Indra ist über alles erhaben.
parā hīndra dhāvasi vṛṣākaper ati vyathiḥ no aha pra vindasy anyatra somapītaye viśvasmād indra uttaraḥ
Denn du läufst ja, Indra, wegen Vṛṣākapi davon, über unsere Bedrängnis hinweg; du findest dann wohl nicht anderswo Gelegenheit zum Somatrunk – Indra ist über alles erhaben.
kim ayaṃ tvāṃ vṛṣākapiś cakāra harito mṛgaḥ yasmā irasyasīd u nv aryo vā puṣṭimad vasu viśvasmād indra uttaraḥ
Was hat dir dieser Vṛṣākapi, das goldgelbe Wildtier, denn angetan, dass du eifersüchtig auf ihn bist, oder auf das genährte Gut des reichen Herrn? – Indra ist über alles erhaben.
yam imaṃ tvaṃ vṛṣākapiṃ priyam indrābhirakṣasi śvā nv asya jambhiṣad api karṇe varāhayur viśvasmād indra uttaraḥ
Diesen Vṛṣākapi, den Lieben, den du, Indra, beschützt – möge ihn doch ein Hund zerbeißen, der nach dem wilden Eber lüstern ist, ihn ans Ohr! – Indra ist über alles erhaben.
Wort für Wort
yam
den (Akk., Relativ.)
imaṃ
diesen (Akk.)
tvaṃ
du (Nom.)
vṛṣākapiṃ
Vṛṣākapi (Akk.)
priyam
den Lieben (Akk.)
indrābhirakṣasi
Indra; du beschützt (Vok.+2.Sg., Sandhi)
śvā
ein Hund (Nom.)
nv
doch (Partikel)
asya
ihn (Gen.)
jambhiṣad
möge zerbeißen (3.Sg.Aor.Inj.)
api
an (Präverb)
karṇe
ans Ohr (Lok.)
varāhayur
varāha 'Eber' + -yu (Verlangenssuffix) → nach dem Eber lüstern [?] (Nom.)
priyā taṣṭāni me kapir vyaktā vy adūduṣat śiro nv asya rāviṣaṃ na sugaṃ duṣkṛte bhuvaṃ viśvasmād indra uttaraḥ
Meine lieben, kunstvoll gefertigten, geschmückten Sachen hat der Affe verunstaltet; nun will ich ihm doch den Kopf zerschmettern! Nicht leicht soll es dem Übeltäter ergehen! – Indra ist über alles erhaben.
Wort für Wort
priyā
lieben (Akk.Pl.n.)
taṣṭāni
kunstvoll gefertigten (Akk.Pl.n.)
me
meine (Gen.)
kapir
der Affe (Nom.)
vyaktā
geschmückten (Akk.Pl.n.)
vy
ver- (Präverb)
adūduṣat
hat verunstaltet (3.Sg.Kaus.Aor.)
śiro
den Kopf (Akk.)
nv
nun (Partikel)
asya
ihm (Gen.)
rāviṣaṃ
ich will zerschmettern (1.Sg.Aor.Subj.)
na
nicht
sugaṃ
leicht (Nom.)
duṣkṛte
duṣ- 'schlecht' + kṛta 'Tat, Täter' → dem Übeltäter (Dat.)
na mat strī subhasattarā na suyāśutarā bhuvat na mat praticyavīyasī na sakthy udyamīyasī viśvasmād indra uttaraḥ
Keine Frau ist verlockender als ich, keine ist geschickter im schnellen Lieben als ich; keine ist entgegenkommender als ich, keine hebt die Schenkel besser als ich – Indra ist über alles erhaben. [Anm.: derb-erotischer Ton; einzelne Wörter der Bildersprache unsicher übersetzt]
uve amba sulābhike yathevāṅgaṃ bhaviṣyati bhasan me amba sakthi me śiro me vīva hṛṣyati viśvasmād indra uttaraḥ
Oh, Mütterchen, du Begehrenswerte, wie wird es wohl mit meinem Körper werden? Mein Gesäß, Mütterchen, mein Schenkel, mein Kopf – wie sie mir vor Verlangen erzittern! – Indra ist über alles erhaben. [Anm.: Rede in derb-erotischem Ton; einzelne Wörter unsicher gedeutet]
Was, du Schönarmige, Schönfingrige, Breithüftige, Breitgesäßige, was, du Gattin des Helden, grollst du uns wegen Vṛṣākapi? – Indra ist über alles erhaben.
Wort für Wort
kiṃ
was
subāho
su 'gut' + bāhu 'Arm' → du Schönarmige (Vok.)
svaṅgure
su 'gut' + aṅguri 'Finger' → du Schönfingrige (Vok.)
pṛthuṣṭo
pṛthu 'breit' + ṣṭhi/sthi ('Hüfte', zu √sthā) → du Breithüftige (Vok.)
pṛthujāghane
pṛthu 'breit' + jaghana 'Gesäß, Hüfte' → du Breitgesäßige (Vok.)
kiṃ
was
śūrapatni
śūra 'Held' + patnī 'Gattin' → du Gattin des Helden (Vok.)
Wie eine Mannlose behandelt mich dieser Spötter; dabei habe ich doch einen Helden zum Gatten, ich, die Gattin Indras, die Verbündete der Marut – Indra ist über alles erhaben. [Anm.: „śarāruḥ“ – Bedeutung unsicher, wohl eine abschätzige Bezeichnung; „vīriṇī“ meint hier wörtlich „eine, die einen Helden (Gatten) hat“, im Gegensatz zur zuvor genannten „avīrā“ („mannlos“) – nicht „mannhaft“ im Sinne von männlich]
Wort für Wort
avīrām
eine Mannlose (Akk.)
iva
wie
mām
mich (Akk.)
ayaṃ
dieser (Nom.)
śarārur
Spötter [?] (Nom.)
abhi
gegen (Präverb)
manyate
behandelt (3.Sg.Med.)
utāham
dabei; ich (uta+aham)
asmi
bin (1.Sg.)
vīriṇīndrapatnī
vīra 'Held' + -in (besitzanzeigend) + indra 'Indra' + patnī 'Gattin' → mit einem Helden vermählt, Gattin Indras (Nom.)
Einst pflegte fürwahr eine Frau zur gemeinsamen Opferfeier, zur Versammlung zu gehen; die Ordnerin der Wahrheitsordnung, die an Helden reiche [d.h. mit einem Helden vermählte] Gattin Indras, wird hochgeehrt – Indra ist über alles erhaben.
Wort für Wort
saṃhotraṃ
sam- 'zusammen' + hotra 'Opferhandlung' → zur gemeinsamen Opferfeier (Akk.)
sma
pflegte (Partikel, iterativ)
purā
einst (Adv.)
nārī
eine Frau (Nom.)
samanaṃ
zur Versammlung (Akk.)
vāva
fürwahr (Partikel)
gachati
geht (3.Sg.)
vedhā
die Ordnerin (Nom.)
ṛtasya
der Wahrheitsordnung (Gen.)
vīriṇīndrapatnī
vīra 'Held' + -in + indra + patnī 'Gattin' → die an Helden reiche, Gattin Indras (Nom.)
Die Indrāṇī habe ich unter diesen Frauen als die Glückhafteste rühmen hören; denn ihr Gatte stirbt niemals durch Alter dahin – Indra ist über alles erhaben.
Wort für Wort
indrāṇīm
die Indrāṇī (Akk., Indras Gattin)
āsu
unter diesen (Lok.Pl.)
nāriṣu
Frauen (Lok.Pl.)
subhagām
su 'gut' + bhaga 'Anteil, Glück' → glückhaft (hier superlativisch: die Glückhafteste) (Akk.)
vṛsākapāyi revati suputra ād u susnuṣe ghasat ta indra ukṣaṇaḥ priyaṃ kācitkaraṃ havir viśvasmād indra uttaraḥ
O Vṛṣākapāyī, du Reiche, mit guten Söhnen und guter Schwiegertochter – Indra soll dir die Stiere als Opfer verzehren, das liebe, wunderwirkende Opfer – Indra ist über alles erhaben. [Anm.: "kācitkaram" ("wunderwirkend") – Bedeutung unsicher]
Wort für Wort
vṛsākapāyi
Vṛṣākapi + -ī (fem. Suffix) → o Vṛṣākapāyī (Vok., 'Frau des Vṛṣākapi')
revati
du Reiche (Vok.)
suputra
su 'gut' + putra 'Sohn' → mit guten Söhnen (Vok.)
ād
da (Adv.)
u
auch (Partikel)
susnuṣe
su 'gut' + snuṣā 'Schwiegertochter' → mit guter Schwiegertochter (Vok.)
ghasat
soll verzehren (3.Sg.Aor.Inj.)
ta
dir (Dat.)
indra
Indra (Nom.)
ukṣaṇaḥ
die Stiere (Akk.Pl.)
priyaṃ
liebe (Akk.)
kācitkaraṃ
kā cit 'irgendetwas' + kara (von √kṛ 'machen, wirkend') → wunderwirkende [?] (Akk.)
vṛṣabho na tigmaśṛṅgo 'ntar yūtheṣu roruvat manthas ta indra śaṃ hṛde yaṃ te sunoti bhāvayur viśvasmād indra uttaraḥ
Wie ein scharfgehörnter Stier, der mitten in den Herden brüllt – der Mischtrank ist dir, Indra, dem Herzen wohltuend, den dir die dich liebende Frau presst – Indra ist über alles erhaben.
Der hat keine Macht, dessen Schamteil zwischen den Schenkeln herabhängt; der aber hat Macht, dessen Behaartes sich beim Sitzenden aufrichtet – Indra ist über alles erhaben. [Anm.: derb-erotischer Vers, Vokabular teils unsicher]
Der hat keine Macht, dessen Behaartes sich beim Sitzenden nicht aufrichtet; der aber hat Macht, dessen Schamteil zwischen den Schenkeln herabhängt – Indra ist über alles erhaben. [Anm.: absichtliche Umkehrung von Vers 16, vermutlich als Rätselspruch]
Dieser Vṛṣākapi, Indra, fand den erschlagenen Fremden, ein Messer, einen neuen Kochtopf, und im Brennholz ein aufgehäuftes Feuer – Indra ist über alles erhaben. [Anm.: "parasvantam" – Bedeutung unsicher]
Wort für Wort
ayam
dieser, hier [ich] (Nom.)
indra
o Indra (Vok.)
vṛṣākapiḥ
Vṛṣākapi (Nom.)
parasvantaṃ
den Fremden [?] (Akk.)
hataṃ
erschlagenen (Akk.)
vidat
fand (3.Sg.Aor.)
asiṃ
ein Messer (Akk.)
sūnāṃ
eine Schlachtbank/einen Hackblock [?] (Akk., nicht 'Kochtopf' - dies ist carum)
Ich gehe hier umher, ausspähend, unterscheidend zwischen Dāsa und Ārya; ich trinke den Soma dessen, der töricht presst; auf den Weisen habe ich aufmerksam geschaut – Indra ist über alles erhaben.
dhanva ca yat kṛntatraṃ ca kati svit tā vi yojanā nedīyaso vṛṣākape 'stam ehi gṛhāṃ upa viśvasmād indra uttaraḥ
Die Steppe und das zerschnittene Land – wie viele Meilen sind das wohl, die nächsten? Vṛṣākapi, komm heim, zum Haus hin! – Indra ist über alles erhaben. [Anm.: "kṛntatram" – Bedeutung unsicher, wohl Landschaftsbezeichnung]
Komm zurück, Vṛṣākapi, wir wollen gemeinsam guten Weg bereiten; du, der du diesen [?] erfährst, gehst auf demselben Weg wieder heim – Indra ist über alles erhaben. [Anm.: "svapnanaṃśanaḥ" – Bedeutung unsicher]
yad udañco vṛṣākape gṛham indrājagantana kva sya pulvagho mṛgaḥ kam agaṃ janayopano viśvasmād indra uttaraḥ
Als ihr, Vṛṣākapi und Indra, nach Norden zum Haus gekommen seid – wo ist denn jenes Wildtier, zu welchem Ort bist du, es zeugend, gegangen? – Indra ist über alles erhaben. [Anm.: Vers stark verderbt/dunkel überliefert, "pulvaghaḥ" Bedeutung unklar]
Wort für Wort
yad
als
udañco
nach Norden (Akk.)
vṛṣākape
o Vṛṣākapi (Vok.)
gṛham
zum Haus (Akk.)
indrājagantana
o Indra; ihr seid gekommen (Vok.+2.Pl.Perf., Sandhi)
parśur ha nāma mānavī sākaṃ sasūva viṃśatim bhadraṃ bhala tyasyā abhūd yasyā udaram āmayad viśvasmād indra uttaraḥ
Parśu, die Nachfahrin des Manu, gebar zwanzig auf einmal; ein Segen, wahrlich, ward jener zuteil, deren Leib davon schmerzte – Indra ist über alles erhaben. [Anm.: Bezug des Namens "Parśu" und der Episode auf einen offenbar bekannten, heute unklaren Mythos]