Wenn du, Uṣas, mit deinem Lichtglanz einherziehst und zusammen mit der Sonne erstrahlst, dann kommt fürwahr der Wagen der Aśvins auf seiner Rundfahrt, die die Männer beschützt.
Wort für Wort
yad
wenn
uṣo
o Uṣas (Vok.)
yāsi
du einherziehst (2.Sg.)
bhānunā
mit Lichtglanz (Instr.)
saṃ
zusammen (Präverb)
sūryeṇa
mit der Sonne (Instr.)
rocase
du erstrahlst (2.Sg.Med.)
ā
her (Präverb)
hāyam
fürwahr dieser (ha+ayam, Sandhi)
aśvino
der Aśvins (Gen.Du.)
ratho
der Wagen (Nom.)
vartir
die Rundfahrt (Akk.)
yāti
kommt (3.Sg.)
nṛpāyyam
nṛ 'Mann' + pāyya 'zu schützen' (von √pā) → die die Männer beschützt (Akk.)
yad āpītāso aṃśavo gāvo na duhra ūdhabhiḥ yad vā vāṇīr anuṣata pra devayanto aśvinā
Wenn die Soma-Triebe ausgesogen sind wie Kühe, die mit ihren Eutern Milch geben, oder wenn die nach den Göttern verlangenden Sänger ihre Stimmen für die Aśvins erschallen lassen –
pra dyumnāya pra śavase pra nṛṣāhyāya śarmaṇe pra dakṣāya pracetasā
Zu Glanz, zu Macht, zu männerüberwindendem Schutz, zu Tatkraft erwecke sie, ihr Einsichtsvollen. [Anm.: der Vers besteht im Sanskrit nur aus einer Reihe von Zielangaben ohne eigenes Verb; er setzt vermutlich das "erwecke" (pra bodhaya) aus Vers 2 fort]