Quellen der Menschheit

Atharvaveda-Saṃhitā · Kāṇḍa 20

Sūkta 142

abhutsy u pra devyā sākaṃ vācāham aśvinoḥ vy āvar devy ā matiṃ vi rātiṃ martyebhyaḥ

Ich bin erwacht, zugleich mit der Rede der Göttin, zum Lied für die Aśvins; die Göttin hat den Sterblichen Einsicht und Gabe offenbart.

Wort für Wort
abhutsy
ich bin erwacht (1.Sg.Aor.)
u
fürwahr (Partikel)
pra
hin/für (Präverb)
devyā
mit der Göttin (Instr.)
sākaṃ
zugleich (Adv.)
vācāham
mit der Rede; ich (Instr.+Nom., Sandhi)
aśvinoḥ
für die Aśvins (Gen.Du.)
vy
aus (Präverb)
āvar
hat offenbart (3.Sg.Aor.)
devy
die Göttin (Nom.)
ā
her (Präverb)
matiṃ
Einsicht (Akk.)
vi
aus (Präverb)
rātiṃ
Gabe (Akk.)
martyebhyaḥ
den Sterblichen (Dat.Pl.)

pra bodhayoṣo aśvinā pra devi sūnṛte mahi pra yajñahotar ānuṣak pra madāya śravo bṛhat

Erwecke, Uṣas, die Aśvins; erwecke sie, große, wahrhaftige Göttin; erwecke den Opferpriester der Reihe nach; erwecke sie zur Freude mit hohem Ruhm.

Wort für Wort
pra
auf (Präverb)
bodhayoṣo
erwecke; o Uṣas (Imp.2.Sg.+Vok., Sandhi)
aśvinā
die Aśvins (Akk.Du.)
pra
auf (Präverb)
devi
o Göttin (Vok.)
sūnṛte
wahrhaftige (Vok.)
mahi
große (Vok.)
pra
auf (Präverb)
yajñahotar
yajña 'Opfer' + hotṛ 'Priester' → o Opferpriester (Vok.)
ānuṣak
der Reihe nach (Adv.)
pra
auf (Präverb)
madāya
zur Freude (Dat.)
śravo
Ruhm (Akk.)
bṛhat
hohen (Akk.)

yad uṣo yāsi bhānunā saṃ sūryeṇa rocase ā hāyam aśvino ratho vartir yāti nṛpāyyam

Wenn du, Uṣas, mit deinem Lichtglanz einherziehst und zusammen mit der Sonne erstrahlst, dann kommt fürwahr der Wagen der Aśvins auf seiner Rundfahrt, die die Männer beschützt.

Wort für Wort
yad
wenn
uṣo
o Uṣas (Vok.)
yāsi
du einherziehst (2.Sg.)
bhānunā
mit Lichtglanz (Instr.)
saṃ
zusammen (Präverb)
sūryeṇa
mit der Sonne (Instr.)
rocase
du erstrahlst (2.Sg.Med.)
ā
her (Präverb)
hāyam
fürwahr dieser (ha+ayam, Sandhi)
aśvino
der Aśvins (Gen.Du.)
ratho
der Wagen (Nom.)
vartir
die Rundfahrt (Akk.)
yāti
kommt (3.Sg.)
nṛpāyyam
nṛ 'Mann' + pāyya 'zu schützen' (von √pā) → die die Männer beschützt (Akk.)

yad āpītāso aṃśavo gāvo na duhra ūdhabhiḥ yad vā vāṇīr anuṣata pra devayanto aśvinā

Wenn die Soma-Triebe ausgesogen sind wie Kühe, die mit ihren Eutern Milch geben, oder wenn die nach den Göttern verlangenden Sänger ihre Stimmen für die Aśvins erschallen lassen –

Wort für Wort
yad
wenn
āpītāso
ausgesogen (Nom.Pl.)
aṃśavo
die Soma-Triebe (Nom.Pl.)
gāvo
wie Kühe (Nom.Pl.)
na
wie
duhra
geben Milch (3.Pl.Med.)
ūdhabhiḥ
mit ihren Eutern (Instr.Pl.)
yad
wenn
vā
oder
vāṇīr
die Stimmen (Akk.Pl.)
anuṣata
erschallen lassen (3.Pl.Aor.Med.)
pra
hervor (Präverb)
devayanto
die nach den Göttern verlangenden (Nom.Pl.)
aśvinā
für die Aśvins (Akk.Du.)

pra dyumnāya pra śavase pra nṛṣāhyāya śarmaṇe pra dakṣāya pracetasā

Zu Glanz, zu Macht, zu männerüberwindendem Schutz, zu Tatkraft erwecke sie, ihr Einsichtsvollen. [Anm.: der Vers besteht im Sanskrit nur aus einer Reihe von Zielangaben ohne eigenes Verb; er setzt vermutlich das "erwecke" (pra bodhaya) aus Vers 2 fort]

Wort für Wort
pra
zu (Präverb)
dyumnāya
zu Glanz (Dat.)
pra
zu (Präverb)
śavase
zu Macht (Dat.)
pra
zu (Präverb)
nṛṣāhyāya
zu männerüberwindendem (Dat.)
śarmaṇe
Schutz (Dat.)
pra
zu (Präverb)
dakṣāya
zu Tatkraft (Dat.)
pracetasā
ihr Einsichtsvollen (Vok.Du.)

yan nūnaṃ dhībhir aśvinā pitur yonā niṣīdathaḥ yad vā sumnebhir ukthyā

Wenn ihr, Aśvins, nun durch unsere Andachten im Schoß des Vaters verweilt, oder wenn ihr, Preiswürdige, durch Erweise der Gunst dort weilt –

Wort für Wort
yan
wenn
nūnaṃ
nun (Adv.)
dhībhir
durch Andachten (Instr.Pl.)
aśvinā
o Aśvin (Vok.Du.)
pitur
des Vaters (Gen.)
yonā
im Schoß (Lok.)
niṣīdathaḥ
ihr verweilt (2.Du.)
yad
wenn
vā
oder
sumnebhir
durch Erweise der Gunst (Instr.Pl.)
ukthyā
o Preiswürdige (Vok.Du.)

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