Quellen der Menschheit

Atharvaveda-Saṃhitā · Kāṇḍa 20

Sūkta 68

surūpakṛtnum ūtaye sudughām iva goduhe juhūmasi dyavidyavi

Den Schönheit-Schaffenden rufen wir zum Beistand, Tag für Tag, wie eine gutmelkende Kuh der Melker ruft.

Wort für Wort
surūpakṛtnum
surūpa 'schöne Gestalt' + kṛtnum 'schaffend' → den Schönheit-Schaffenden (Akk.)
ūtaye
zum Beistand
sudughām
su 'gut' + dughām 'melkend' → eine gutmelkende (Kuh, Akk.)
iva
wie
goduhe
go 'Kuh' + duhe 'dem Melker' → dem Kuhmelker (Dat.)
juhūmasi
wir rufen
dyavidyavi
Tag für Tag

upa naḥ savanā gahi somasya somapāḥ piba godā id revato madaḥ

Komm zu unseren Somaopfern, trink vom Soma, du Somatrinker; der Rausch des Reichen ist es, der Rinder schenkt.

Wort für Wort
upa
her (Präverb)
naḥ
unseren
savanā
Somaopfern (Akk.Pl.)
gahi
komm! (Imp.)
somasya
vom Soma (Gen.)
somapāḥ
soma 'Soma' + pāḥ 'Trinker' → du Somatrinker (Vok.)
piba
trink!
godā
go 'Rinder' + dā 'Schenker' → Rinderschenkende (Nom.)
id
eben
revato
des Reichen (Gen.)
madaḥ
der Rausch (Nom.)

athā te antamānāṃ vidyāma sumatīnām mā no ati khya ā gahi

So mögen wir teilhaben an deinen nächsten Gunsterweisungen; übersieh uns nicht, komm her!

Wort für Wort
athā
so
te
deiner
antamānāṃ
nächsten (Gen.Pl.)
vidyāma
mögen wir teilhaben
sumatīnām
der Gunsterweisungen (Gen.Pl.)
mā
nicht
no
uns
ati
über... hinweg
khya
übersieh! (Imp.)
ā
her
gahi
komm!

parehi vigram astṛtam indraṃ pṛchā vipaścitam yas te sakhibhya ā varam

Geh hin zu dem gewaltigen, unbezwungenen Indra, frag den Weisen, ihn, der dir, zusammen mit deinen Freunden, den besten Wunsch gewährt.

Wort für Wort
parehi
geh hin! (Imp.)
vigram
den Gewaltigen (Akk.)
astṛtam
den Unbezwungenen (Akk.)
indraṃ
Indra (Akk.)
pṛchā
frag! (Imp.)
vipaścitam
vipas 'Weisheit/Einsicht' + citam 'kennend' → den Weisen (Akk.)
yas
der (Rel.)
te
dir
sakhibhya
mit den Freunden (Dat.Pl.)
ā
her/gewährt
varam
den besten Wunsch (Akk.)

uta bruvantu no nido nir anyataś cid ārata dadhānā indra id duvaḥ

Und mögen die Schmäher reden, was sie wollen – sie sollen sich anderswohin entfernen, während wir Indra allein unsere Verehrung darbringen.

Wort für Wort
uta
und
bruvantu
mögen sie reden
no
über uns
nido
die Schmäher (Nom.Pl.)
nir
hinaus (Präverb)
anyataś
anderswohin
cid
auch
ārata
sollen sich entfernen
dadhānā
darbringend
indra
Indra (Dat./Vok.)
id
allein
duvaḥ
Verehrung (Akk.)

uta naḥ subhagāṃ arir voceyur dasma kṛṣṭayaḥ syāmed indrasya śarmaṇi

Und mögen die fremden Völker uns glückhaft nennen, du Wundertäter; wir wollen im Schutz Indras sein.

Wort für Wort
uta
und
naḥ
uns
subhagāṃ
su 'gut' + bhagāṃ 'Anteil/Glück' → glückhaft (Akk.)
arir
die fremden Völker (Nom.)
voceyur
mögen nennen
dasma
du Wundertäter (Vok.)
kṛṣṭayaḥ
Völker (Nom.Pl.)
syāmed
wir wollen sein
indrasya
Indras (Gen.)
śarmaṇi
im Schutz (Lok.)

em āśum āśave bhara yajñaśriyaṃ nṛmādanam patayan mandayatsakham

Bring den raschen Soma dem Raschen, den Opferzierenden, den Männerberauschenden, den herrschenden, freundeserfreuenden.

Wort für Wort
em
her (ā+im)
āśum
den raschen Soma (Akk.)
āśave
dem Raschen (Dat.)
bhara
bring! (Imp.)
yajñaśriyaṃ
yajña 'Opfer' + śriyam 'Zier' → den Opferzierenden (Akk.)
nṛmādanam
nṛ 'Männer' + mādanam 'berauschend' → den Männerberauschenden (Akk.)
patayan
herrschend
mandayatsakham
mandayat 'erfreuend' + sakham 'Freund' → den freundeserfreuenden (Akk.)

asya pītvā śatakrato ghano vṛtrāṇām abhavaḥ prāvo vājeṣu vājinam

Nachdem du davon getrunken hattest, o Hundertkräftiger, wurdest du zum Erschläger der Feinde; du hast dem Kampfkräftigen bei den Kämpfen beigestanden.

Wort für Wort
asya
davon (Gen.)
pītvā
nachdem getrunken
śatakrato
śata 'hundert' + krato 'an Tatkraft' → o Hundertkräftiger (Vok.)
ghano
Erschläger (Nom.)
vṛtrāṇām
der Feinde (Gen.Pl.)
abhavaḥ
du wurdest
prāvo
du hast beigestanden
vājeṣu
bei den Kämpfen (Lok.Pl.)
vājinam
dem Kampfkräftigen (Akk.)

taṃ tvā vājeṣu vājinaṃ vājayāmaḥ śatakrato dhanānām indra sātaye

Dich, den Kampfkräftigen in den Kämpfen, spornen wir an, o Hundertkräftiger, zur Gewinnung der Kampfpreise, Indra.

Wort für Wort
taṃ
den
tvā
dich
vājeṣu
in den Kämpfen (Lok.Pl.)
vājinaṃ
den Kampfkräftigen (Akk.)
vājayāmaḥ
wir spornen an
śatakrato
śata 'hundert' + krato 'an Tatkraft' → o Hundertkräftiger (Vok.)
dhanānām
der Kampfpreise (Gen.Pl.)
indra
Indra (Vok.)
sātaye
zur Gewinnung

yo rāyo 'vanir mahānt supāraḥ sunvataḥ sakhā tasmā indrāya gāyata

Der wie ein großer, gut zu durchquerender Strom des Reichtums, der Freund des Somapressenden ist – diesem Indra singt!

Wort für Wort
yo
der (Rel.)
rāyo
des Reichtums (Gen.)
'vanir
Strom (Nom.)
mahānt
großer
supāraḥ
gut zu durchqueren
sunvataḥ
des Pressenden (Gen.)
sakhā
Freund (Nom.)
tasmā
diesem (Dat.)
indrāya
Indra (Dat.)
gāyata
singt! (Imp.Pl.)

ā tv etā ni ṣīdatendram abhi pra gāyata sakhāya stomavāhasaḥ

Kommt, setzt euch her, besingt Indra, ihr Freunde, die ihr das Loblied darbringt.

Wort für Wort
ā
her
tv
doch
etā
kommt! (Imp.Pl.)
ni
nieder
ṣīdatendram
ṣīdata 'setzt euch!' (Imp.) + indram 'Indra' (Akk.) — Sandhi-Verschmelzung zweier Wörter
abhi
hin zu
pra
voran
gāyata
besingt! (Imp.)
sakhāya
ihr Freunde (Vok.Pl.)
stomavāhasaḥ
die das Loblied darbringen (Nom.Pl.)

purūtamaṃ purūṇām īśānaṃ vāryāṇām indraṃ some sacā sute

Singt den Vielfachsten unter den Vielen, den Herrscher über die begehrenswerten Güter, Indra, verbunden mit dem ausgepressten Soma.

Wort für Wort
purūtamaṃ
den Vielfachsten (Akk.)
purūṇām
unter den Vielen (Gen.Pl.)
īśānaṃ
den Herrscher (Akk.)
vāryāṇām
der begehrenswerten Güter (Gen.Pl.)
indraṃ
Indra (Akk.)
some
beim Soma (Lok.)
sacā
verbunden
sute
beim ausgepressten (Lok.)

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