ā satyo yātu maghavāṃ ṛjīṣī dravantv asya haraya upa naḥ tasmā id andhaḥ suṣumā sudakṣam ihābhipitvaṃ karate gṛṇānaḥ
Herbeikommen soll der wahrhaftige, freigebige Indra, der Trestertrank-Liebhaber; herbeieilen sollen seine Falben zu uns. Für ihn eben haben wir den kraftvollen Trank ausgepresst; hier möge er, gepriesen, seine Ankunft bewirken.
Wort für Wort
ā
her
satyo
der wahrhaftige (Nom.)
yātu
soll kommen
maghavāṃ
der freigebige (Nom.)
ṛjīṣī
der Trestertrank-Liebhaber (Nom.)
dravantv
sollen eilen
asya
seine (Gen.)
haraya
Falben (Nom.Pl.)
upa
herzu
naḥ
zu uns
tasmā
für ihn (Dat.)
id
eben
andhaḥ
Trank (Akk.)
suṣumā
wir haben ausgepresst
sudakṣam
su 'gut' + dakṣam 'Kraft/Geschick' → kraftvollen (Akk.)
ihābhipitvaṃ
iha 'hier' + abhipitvam 'Ankunft' (abhi 'hinzu' + pitvam 'Kommen') → hier seine Ankunft — Sandhi/Kompositum
ava sya śūrādhvano nānte 'smin no adya savane mandadhyai śaṃsāty uktham uśaneva vedhāś cikituṣe asuryāya manma
Steig herab, du Held, vom Weg – nicht erst an dessen Ende –, um dich heute bei diesem unserem Somatrunk zu berauschen; wie Uśanas möge der kundige Meister dem Verständigen sein Gedicht, seine Weisheit, für den Herrschaftsanspruch vortragen. [Anm.: der Bezug auf Uśanas und der Satzbau bleiben im Einzelnen unsicher]
Wort für Wort
ava
herab
sya
du (Pron.)
śūrādhvano
śūra 'Held' + adhvanaḥ 'vom Weg' → vom Weg, Held — Sandhi-Verschmelzung
nānte
na 'nicht' + ante 'am Ende' → nicht am Ende — Sandhi-Verschmelzung
Wie ein Seher, der das Geheime bei den weisen Reden zustande bringt – wenn der Stier, den Erguss auskostend, sein Lied singt: so hat er wahrhaftig vom Himmel her die sieben Sänger gezeugt; noch am selben Tag haben sie, ihn preisend, ihre Weisheiten geschaffen.
svar yad vedi sudṛśīkam arkair mahi jyotī rurucur yad dha vastoḥ andhā tamāṃsi dudhitā vicakṣe nṛbhyaś cakāra nṛtamo abhiṣṭau
Als er das schönerscheinende Sonnenlicht kennenlernte durch die Lobgesänge, als das große Licht des Tages die Sänger leuchten ließ – da machte er die blinden, verstörenden Finsternisse sichtbar; der Männerhafteste hat es den Männern zu ihrem Beistand getan.
Wort für Wort
svar
Sonnenlicht (Akk.)
yad
als
vedi
er kennenlernte
sudṛśīkam
su 'schön' + dṛśīkam 'erscheinend' → das schönerscheinende (Akk.)
vavakṣa indro amitam ṛjiṣy ubhe ā paprau rodasī mahitvā ataś cid asya mahimā vi recy abhi yo viśvā bhuvanā babhūva
Indra ist gewachsen ins Unermessliche, der Trestertrank-Liebhaber; beide Welthälften hat er mit seiner Größe erfüllt. Doch selbst darüber hinaus ragt noch seine Größe hervor, er, der alle Wesen umfasst hat.
Wort für Wort
vavakṣa
ist gewachsen
indro
Indra (Nom.)
amitam
a 'un-' + mitam 'gemessen' → ins Unermessliche (Akk.)
viśvāni śakro naryāṇi vidvān apo rireca sakhibhir nikāmaiḥ aśmānaṃ cid ye bibhidur vacobhir vrajam gomantam uśijo vi vavruḥ
Der Mächtige, der alle männlichen Heldentaten kennt, hat die Wasser freigegeben zusammen mit seinen willigen Freunden, die sogar den Fels mit ihren Worten spalteten – die Uśij-Priester haben die kuhreiche Hürde weit aufgedeckt.
apo vṛtraṃ vavrivāṃsaṃ parāhan prāvat te vajraṃ pṛthivī sacetāḥ prārṇāṃsi samudriyāṇy ainoḥ patir bhavaṃ chavasā śūra dhṛṣṇo
Er hat den Vṛtra, der die Wasser verschlossen hielt, hinweggeschlagen; die mitfühlende Erde hat deiner Keule beigestanden. Er hat die meerhaften Fluten in Bewegung gesetzt; du wurdest, o kühner Held, mit deiner Kraft ihr Herr.
apo yad adriṃ puruhūta dardar āvir bhuvat saramā pūrvyaṃ te sa no netā vājam ā darṣi bhūriṃ gotrā rujann aṅgirobhir gṛṇānaḥ
Als du, du Vielgerufener, den Fels aufspaltetest für die Wasser, da wurde Saramā offenbar – dein früherer Erfolg. Er, unser Führer, möge uns reichen Kampfpreis erschließen, die Rinderhürden aufbrechend, gepriesen von den Aṅgiras-Priestern.
Wort für Wort
apo
für die Wasser (Dat.)
yad
als
adriṃ
den Fels (Akk.)
puruhūta
puru 'viel' + hūta 'gerufen' → du Vielgerufener (Vok.)