Quellen der Menschheit

Atharvaveda-Saṃhitā · Kāṇḍa 6

Sūkta 118

yad dhastābhyāṃ cakṛma kilbiṣāṇy akṣāṇāṃ gatnum upalipsamānāḥ ugraṃpaśye ugrajitau tad adyāpsarasāv anu dattām ṛṇaṃ naḥ

Was wir mit den Händen an Vergehen begangen haben, indem wir dem Lauf der Würfel nachjagten – dies erlassen uns heute Ugraṃpaśyā und Ugrajitā, die beiden Apsaras, die Schuld.

Wort für Wort
yad
was
dhastābhyāṃ
mit den Händen (Instr.Du.)
cakṛma
haben wir begangen (1.Pl.Perf.)
kilbiṣāṇy
Vergehen (Akk.Pl.)
akṣāṇāṃ
der Würfel (Gen.Pl.)
gatnum
dem Lauf (Akk.)
upalipsamānāḥ
nachjagend (Nom.Pl.Ptz.)
ugraṃpaśye
ugram 'gewaltig' + paśye 'blickend (Dat.)' → der Ugraṃpaśyā (Beiname, wörtl. 'die gewaltig Blickende')
ugrajitau
ugra 'gewaltig' + jitau 'siegend (Du.)' → und Ugrajitā (wörtl. 'die gewaltig Siegende')
tad
dies (Akk.)
adyāpsarasāv
heute, die beiden Apsaras (Adv.+Nom.Du.)
anu
dazu
dattām
erlassen (3.Du.Imp.)
ṛṇaṃ
die Schuld (Akk.)
naḥ
uns (Dat.)

ugraṃpaśye rāṣṭrabhṛt kilbiṣāṇi yad akṣavṛttam anu dattam na etat ṛṇān no na ṛṇam ertsamāno yamasya loke adhirajjur āyat

Ugraṃpaśyā, die Reichtragende, hat die Vergehen erlassen, die durch das Würfelspiel entstanden; nicht soll dies uns als Schuld gelten; wer die Schuld nicht begleicht, geht am Strick in Yamas Welt. [Anm.: Die Wortfolge „na ṛṇam ertsamāno“ ist grammatisch schwierig; die Übersetzung folgt der gängigen Deutung.]

Wort für Wort
ugraṃpaśye
Ugraṃpaśyā (Nom.)
rāṣṭrabhṛt
rāṣṭra 'Reich' + bhṛt 'tragend' → die Reichtragende (Nom.)
kilbiṣāṇi
die Vergehen (Akk.Pl.)
yad
die
akṣavṛttam
akṣa 'Würfel' + vṛttam 'entstanden, gedreht' → durch das Würfelspiel entstanden (Akk./Nom.)
anu
dazu
dattam
erlassen (Nom./Akk.Ptz.)
na
nicht
etat
dies (Nom.)
ṛṇān
als Schuld (Akk.Pl.)
no
uns (Dat.)
na
nicht
ṛṇam
die Schuld (Akk.)
ertsamāno
begleichend (Nom.Ptz.)
yamasya
Yamas (Gen.)
loke
in der Welt (Lok.)
adhirajjur
adhi 'auf, an' + rajjuḥ 'Strick' → am Strick (Nom.)
āyat
geht (3.Sg.Präs.)

yasmā ṛṇaṃ yasya jāyām upaimi yaṃ yācamāno abhyaimi devāḥ te vācaṃ vādiṣur mottarāṃ mad devapatnī apsarasāv adhītam

Wem ich Schuld schulde, wessen Frau ich nahe, wen ich bittend aufsuche – die Götter, die ihr Wort gesprochen haben, sollen nichts weiter gegen mich sagen; euch Göttergattinnen, ihr beiden Apsaras, sei dies anvertraut. [Anm.: Der Schlussvers ist syntaktisch verdichtet; „adhītam“ (überliefert/anvertraut) lässt mehrere Deutungen zu.]

Wort für Wort
yasmā
wem (Dat.)
ṛṇaṃ
Schuld (Akk.)
yasya
wessen (Gen.)
jāyām
Frau (Akk.)
upaimi
ich nahe (1.Sg.Präs.)
yaṃ
wen (Akk.)
yācamāno
bittend (Nom.Ptz.)
abhyaimi
ich aufsuche (1.Sg.Präs.)
devāḥ
die Götter (Nom.Pl.)
te
die (Nom.Pl.)
vācaṃ
Wort (Akk.)
vādiṣur
gesprochen haben (3.Pl.Aor.)
mottarāṃ
nicht weiter (Adv.)
mad
gegen mich (Abl.)
devapatnī
deva 'Gott' + patnī 'Gattin' → o Göttergattinnen (Vok.Du.)
apsarasāv
ihr beiden Apsaras (Vok.Du.)
adhītam
sei anvertraut (Ptz.)

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