Quellen der Menschheit

Paippalāda-Saṃhitā · Kāṇḍa 16

Hymne 16.113 Regeln zur Gastspeise; der Gast als Feuer

tasmān na dviṣann adyān / na dviṣato 'nnam adyān / na mīmāṃsitasya na mīmāṃsyamānasya ||

Deshalb soll man nicht essen, wenn man hasst, / man soll nicht die Speise eines Hassenden essen, / nicht [die eines,] über den man [misstrauisch] grübelt / und [nicht die eines,] über den gerade gegrübelt wird.

sarvo vā eṣo jagdhapāpmā / yasyānnam aśnanti ||

Jeder, dessen Speise man isst, hat wahrlich sein Übel aufgezehrt [d. h. bei ihm ist das Übel von den Essenden aufgezehrt].

sarva u eṣo 'jagdhapāpmā / yasyānnaṃ nāśnanti ||

Jeder aber, dessen Speise man nicht isst, hat sein Übel nicht aufgezehrt [es bleibt an ihm].

prajāpater vā eṣa vikrāntam anuvikrame ya upaharanti ||

Wahrlich, dem [Weit-]Ausschreiten Prajāpatis schreitet er nach, / der [den Gästen] darbringt (upaharati).

prajāpatyo vā etasyaiva yajño vitato ya upaharati ||

Prajāpatis ist wahrlich das Opfer, das für diesen ausgespannt ist, / der darbringt.

sarvadā vā eṣa sutasomo yuktagrāvārdrapavitra / āhṛtayajñakratur vitatādhavaro ya upaharati ||

Stets hat dieser wahrlich Soma gepresst, die Presssteine angeschirrt, die Seihe angefeuchtet, / das Opferwerk (kratu) herbeigeschafft, das Opfer (adhvara) ausgebreitet, / der darbringt.

yo 'tithīnāṃ sa āhavanīyo / yo 'nnakaraṇaḥ sa dakṣiṇāgnir / yo veśmani sa gārhapatyaḥ ||

Wer [von den] Gästen [zu Gast ist], der ist das Āhavanīya-Feuer; / wer die Speise bereitet, der ist das Dakṣiṇāgni; / wer im Hause [ist], der ist das Gārhapatya.

iṣṭaṃ ca vā eṣa pūrtaṃ cāśnāti / yaḥ pūrvo 'tither aśnāti ||

Das Geopferte (iṣṭa) und Gestiftete (pūrta) verzehrt dieser wahrlich, / der vor dem Gast isst.

prajāṃ ca vā eṣa paśūṃś cāśnāti / (…) || see 8b

Nachkommenschaft und Vieh verzehrt dieser wahrlich, / [der vor dem Gast isst.]

ūrjaṃ ca vā eṣa payaś ca gṛhāṇām aśnāti / yaḥ pūrvo 'tither aśnāti ||

Kraft und die Milch der Häuser verzehrt dieser wahrlich, / der vor dem Gast isst.

eṣa vā atithir yac chrotriyaḥ ||

Dieser ist wahrlich ein Gast, nämlich der Śrotriya (Vedakundige).

tasmāt pūrvo nāśnīyād aśitāvaty aśnīyāt tad vratam ||

Deshalb soll man nicht als Erster essen; wenn [der Gast] gegessen hat, soll man essen: das ist das Gelübde.

yajñasyāvicchedāya yajñasya guptaye yajñasya sātmatvāya ||

Damit das Opfer nicht abreißt, zum Schutz des Opfers, zur Ganzheit/Vollständigkeit (sātmatva) des Opfers.