Quellen der Menschheit

Paippalāda-Saṃhitā · Kāṇḍa 16

Hymne 16.4 Lebenszusicherung, Schutz des Menschen

kṛṇomi te prāṇāpānau / jarāṃ mṛtyuṃ kṛṇutāṃ dīrgham āyuḥ svasti | / vaivasvatena prahitān yamadūtāṃś / carata ārād apa sedhāmi sarvān ||

Ich schaffe dir Ein- und Ausatem; / [diese beiden] sollen das Alter [zu deinem] Tod machen, langes Leben, Wohlsein. / Die von Vivasvants Sohn ausgesandten Boten Yamas, / die umhergehen, treibe ich alle weit weg.

ārād arātiṃ nirṛtiṃ / paro grāhiṃ kravyādaḥ piśacān | / rakṣo yat sarvaṃ durbhūtaṃ / tat tama ivāpa hanmasi ||

Weit weg [treibe ich] Ungebühr (arāti), Nirṛti, / ferner den Ergreifer (Grāhi), die Fleischfresser, Piśācas; / jede Rakṣas-Unheilsgestalt / schlagen wir wie Finsternis weg.

agneṣ ṭe prāṇam amṛtād / āyuṣmato manave jātavedasaḥ | corr. vanve / yathā na riṣyā amṛtaḥ sajūr asas / tat te kṛṇomi tad u te sam ṛdhyatām ||

Von Agni, dem lebensvollen Jātavedas, gewinne ich für dich den Lebenshauch, / vom Unsterblichen; [Anm.: Text „manave“, verbessert zu „vanve“] / damit du nicht Schaden nimmst, unsterblich, [mit ihm] vereint bist: / das tue ich dir, das soll dir gelingen.

śive te stāṃ dyāvāpṛthivī / asantāpe adhiśriyau | / śaṃ te sūrya ā tapati Bhatt. sūryā / śaṃ vāto vātu te hṛde | / śivā abhi kṣarantu tvā- / -āpo divyāḥ payasvatīḥ / śivās te santv oṣadhīḥ ||

Heilvoll seien dir Himmel und Erde, / ohne Glut, [dich] stützend [?]; / wohltuend scheine dir die Sonne, / wohltuend wehe der Wind zu deinem Herzen; / heilvoll sollen die himmlischen, milchreichen Wasser / auf dich herabströmen; / heilvoll seien dir die Pflanzen.

ut tvāhārṣam adharasyād / uttarāṃ pṛthivīm abhi | / tatra tvādityau rakṣatāṃ / sūryāś candramasā ubhā ||

Empor habe ich dich vom Unteren geholt / zur oberen Erde hin; / dort sollen dich die beiden Ādityas schützen, / Sonne und Mond, beide.

yat te vāsaḥ paridhānaṃ / yāṃ nīviṃ kṛṇuṣe tvam | / śivaṃ te tanve tat kṛṇmaḥ / saṃsparśe 'dhrūkṣṇam astu te || Bhatt. dhrūkṣṇam

Das Gewand, das dein Umhang ist, / den Gürtelknoten (nīvi), den du machst: / das machen wir wohltuend für deinen Leib; / bei Berührung soll es dir nicht rau sein.

yat kṣureṇa marcayatā sutejasā / vaptā vapasi keśaśmasru | / śumbhaṃ mukhaṃ mainam āyuḥ pra moṣīḥ ||

Womit der Barbier mit schneidendem, gut geschärftem [Messer] / dir Haar und Bart schert: / schön [sei] das Gesicht; raube diesem [Menschen] nicht das Leben!

śivau te stāṃ vrīhiyavāv / abalāsāv adomadhau | / etau yakṣmaṃ vi bādhete / etau muñcato aṃhasaḥ ||

Heilvoll seien dir Reis und Gerste, / ohne Balāsa [Lungenleiden?], ohne [Schaden beim Essen] [?]; / diese beiden drängen den Yakṣma weg, / diese beiden lösen aus der Not.

yad aśnāsi yat pibasi / dhānyaṃ kṛṣyāḥ payaḥ | / ādyaṃ yad anādyaṃ / sarvaṃ te annam aviṣaṃ kṛṇomi ||

Was du isst, was du trinkst, / Getreide [vom Pflügen] und Milch, / Essbares, Nicht-Essbares: / alle deine Nahrung mache ich giftfrei.

ahne ca tvā rātraye ca- / -ubhābhyāṃ pari dadhmasi | / arāyebhyo jighatsubhya / imaṃ naḥ pari rakṣata ||

Dem Tag und der Nacht, / beiden übergeben wir dich; / vor den Gierigen, Nicht-Gebenden, Verzehrlustigen / schützt diesen unseren [Menschen] ringsum.