Quellen der Menschheit

Paippalāda-Saṃhitā · Kāṇḍa 16

Hymne 16.2 Schutz und Rückholung des Lebens

rakṣantu tvāgnayo ye apsv antā / rakṣatu tvā manuṣyā yam indhate | / vaiśvānaro rakṣatu jātavedā / divyas tvā mā pra dhāg vidyutā saha ||

Dich sollen die Feuer schützen, die inmitten der Wasser sind, / dich soll [das Feuer] schützen, das die Menschen entzünden; / Vaiśvānara, Jātavedas soll dich schützen; / das himmlische [Feuer] soll dich nicht mit dem Blitz verbrennen.

rakṣatu tvā pṛthivī rakṣatu dyaus / sūryaś ca tvā rakṣatāṃ candramāś ca | / mā tvā kravyād abhi maṃsta- / -ārāt saṃkasukāc cara ||

Dich schütze die Erde, dich schütze der Himmel, / dich sollen Sonne und Mond schützen; / der Fleischfresser soll nicht nach dir sinnen; / halte dich fern vom Saṃkasuka [?].

antarikṣaṃ rakṣatu devahetyā / bodhaś ca tvā pratībodhaś ca rakṣatām | / asvapnaś ca tvānavadrāṇaś ca rakṣatāṃ / gopāyaṃś ca tvā rakṣatāṃ jāgṛviś ca ||

Der Luftraum schütze dich vor dem Götter-Geschoss; / Bodha und Pratibodha (Wachen und Gegenwachen) sollen dich schützen; / Asvapna und Anavadrāṇa (Schlaflosigkeit und Nicht-Schläfrigkeit) sollen dich schützen; / der Behütende und der Wache sollen dich schützen.

te tvā rakṣantu te tvā gopāyantu te tvāṃhasas pāntu | / tebhyo namas tebhyaḥ svāhā ||

Diese sollen dich schützen, diese dich hüten, diese dich vor Bedrängnis bewahren; / ihnen Verehrung, ihnen svāhā!

jīvebhyas tvā samude vāyur indro / dhātā dadhātu savitā trāyamāṇaḥ | / mā tvā prāṇo balaṃ hāsīd / asuṃ te 'nu hvayāmasi || Bhatt. tenu

Den Lebenden zugute, zur Freude, sollen dich Vāyu, Indra, / Dhātar, Savitar, der Rettende, [ins Leben] einsetzen. / Der Lebenshauch soll dich nicht verlassen, nicht die Kraft; / den Lebenshauch (asu) rufen wir dir nach.

mā tvā jambhaḥ saṃhanur mā tamo vidan Bhatt. vidaṃ / mā jihvā barhiḥ pramayuḥ kathā syāḥ | Bhatt. varhiḥ / ut tvādityā vasavo bharantu- / -ud indrāgnī svastaye ||

Nicht soll dich das Zermalmen (Jambha) [und] die Kinnlade [treffen], nicht soll dich Finsternis finden; / nicht Zunge, [nicht] Streu, Verderben: wie solltest du [sonst] sein? [?] / Empor sollen dich die Ādityas, die Vasus tragen, / empor Indra und Agni zum Heil.

ayaṃ devā ihaivāstv / ayaṃ māmutra gād itaḥ | / imaṃ sahasravīryeṇa / mṛtyor ut pārayāmasi ||

Dieser soll, ihr Götter, gerade hier sein; / dieser soll nicht von hier dorthin gehen; / diesen führen wir mit tausendfacher Kraft / über den Tod hinüber.

ut tvā mṛtyor apīparaṃ / saṃ dhamantu vayodhasaḥ | Bhatt. dhamanta / mā tvā vyastakeśyo / mā tvāgharudo rudan ||

Empor habe ich dich über den Tod hinübergeführt; / die Lebenskraft-Spender sollen [dich] anfachen; / nicht sollen dich Frauen mit aufgelöstem Haar, / nicht die Unheil-Klagenden beweinen.

āhārṣaṃ tvāvidaṃ tvā / punar āgāḥ punarṇavaḥ | / sarvāṅga sarvaṃ te cakṣuḥ / sarvam āyuś ca te 'vidam || Bhatt. tevidan

Ich habe [dich] zurückgeholt, ich habe dich gefunden; / du bist wiedergekommen, wieder neu geworden; / ganzgliedrig, dein ganzes Auge, / und dein ganzes Leben habe ich gefunden.

ut tvā dyaur ut pṛthivy / ut prajāpatir agrabhīt | / ut tvā mṛtyor oṣadhayaḥ | / somarājñīr apīparan ||

Empor hat dich der Himmel, empor die Erde, / empor Prajāpati ergriffen; / empor haben dich aus dem Tod die Pflanzen, / die Soma zum König haben, hinübergeführt.

yāvat te jyotir abhūd / apa tvat tamo akramīt | / apa tvan mṛtyuṃ nirṛtim Bhatt. tvaṃ / apa yakṣmaṃ ni dadhmasi ||

Soweit dein Licht war, / ist die Finsternis von dir gewichen; / Tod, Nirṛti / und Yakṣma blasen wir von dir hinunter.