Quellen der Menschheit

Paippalāda-Saṃhitā · Kāṇḍa 16

Hymne 16.50 Schuldenbefreiung (Spielschulden)

ihaiva santaḥ prati dadhma etaj / jīvā jīvebhyo ni harāma enat | / apamitya dhānyaṃ yaj jaghāsa- / -agnir mā tasmād anṛṇaṃ kṛṇotu ||

Genau hier, solange wir da sind, erstatten wir dies zurück; / wir Lebenden bringen es den Lebenden. / Das geliehene Getreide, das ich verzehrt habe – / davon soll mich Agni schuldenfrei machen.

anṛṇā asminn anṛṇāḥ parasmin / tṛtīye nāke anṛṇāḥ syāma | / ye devayānā uta pitṛyāṇāḥ / sarvān patho anṛṇāḥ kṣayema ||

Schuldenfrei in dieser [Welt], schuldenfrei in der andern, / in der dritten, dem Himmelsgewölbe, möchten wir schuldenfrei sein; / auf allen Wegen, den Götterwegen und den Väterwegen, / möchten wir schuldenfrei wohnen.

yad dhastābhyāṃ cakṛmā kilbiṣam / akṣam aktum upalipsamānāḥ | / ugraṃpaśye ugrajitau tad adya- / -apsarasām anu dattām ṛṇaṃ naḥ ||

Was wir mit den Händen an Verfehlung begangen haben, / nach dem gesalbten Würfel begierig [?] – / Ugraṃpaśyā, Ugrajit: das sollen sie uns heute / erlassen, die Schuld an die Apsarasen.

ugraṃpaśye rāṣṭrabhṛtaḥ kilbiṣaṃ / yad akṣavṛttam anu dattaṃ nas tat | / ṛṇān no na ṛṇam ertsamāno Bhatt. ṛṇān no narṇāyurecchamāno / yamasya loke adhirajjur āyat || Bhatt. adhijarāyat

Ugraṃpaśyā, ihr Reichtragenden: die Verfehlung, / was beim Würfelspiel [geschah], das erlasst uns. / [Zweiter Halbvers korrupt:] Von den Schulden [befreit], Schuld … der nach Schuld strebende [?] / … in Yamas Welt … am Seil gelangte [?].

yasmā ṛṇaṃ yasya jāyām upaimi / yaṃ yācamāno abhyaimi devāḥ | / te vācaṃ vādiṣur mottarāṃ Bhatt. pābhiṣur; proposes pāviṣur / mad devapatnī apsarasāv adhītam || Bhatt. madhyevapatnī

Wem ich Schuld schulde, zu wessen Frau ich gehe, / wen ich bittend angehe, ihr Götter – / sie haben ein Wort gesprochen [?], nicht [höher] als mich [?]; / ihr beiden Götterfrauen, Apsarasen, gedenkt [meiner].

yad adīvyann aham ṛṇaṃ kṛṇomy / adāsyann agna uta saṃgṛṇāmi | / vaiśvānaro adhipā no vasiṣṭha / ud in nayāti sukṛtasya lokam ||

Wenn ich, ohne zu würfeln, Schuld mache, / ohne [zurück]geben zu wollen, Agni, so gelobe ich [Abtragung]; / Vaiśvānara, unser Behüter, der Beste, / soll [uns] hinaufführen zur Welt des guten Werks.

vaiśvānaraḥ pāvayā naḥ pavitrair / yat saṃgaram abhidhāvāmy āśām | / anājānan manasā yācamāno / yat tatraino apa tat suvāmi ||

Vaiśvānara, reinige uns mit Seihtüchern, / wenn ich dem Versprechen (saṃgara) [nach]laufe in der Hoffnung, / ohne Bescheid zu wissen, im Geist bittend – / was da an Sünde ist, das treibe ich fort.

vaiśvānarāya prati vedayāma etad / yad gṛṇaṃ saṃgaro devatāsu | / sa etān pāśān vicṛtaṃ pra veda- / -atha pakvena saha saṃ bhavema ||

Dem Vaiśvānara melden wir dies: / was an Gelobtem (Versprechen) bei den Göttern [besteht]; / er weiß diese Fesseln zu lösen; / dann mögen wir mit dem Reifen (Gargekochten) zusammenkommen.

yad antarikṣaṃ pṛthivīm uta dyāṃ / yan mātaraṃ pitaraṃ vā jihiṃsima | Bhatt. proposes jihiṃsa / agnir mā tasmād enaso / gārhapatyaḥ pra muñcatu ||

Was wir am Luftraum, an der Erde und am Himmel, / an Mutter oder Vater verletzt haben – / davon soll Agni Gārhapatya mich / aus der Sünde befreien.

bhūmir mātāditir no janitraṃ / bhrātāntarikṣam abhiśastyā naḥ | / dyaur naḥ pitā pitryāc chaṃ bhavāti Bhatt. pitryāt saṃ / jāmim ṛtvā māva patsi lokāt ||

Die Erde, die Mutter, Aditi [ist] unser Erzeuger, / der Luftraum der Bruder – [schütze uns] vor Verfluchung; / der Himmel, unser Vater, soll Heil sein vor väterlicher [Schuld]; / die Verwandte (Schwester?) heimgesucht habend, sollst du nicht aus der Welt fallen [?].