Quellen der Menschheit

Paippalāda-Saṃhitā · Kāṇḍa 16

Hymne 16.153 Lob des Brahmacārin (Vedaschülers)

brahmacārīṣṇaṃś carati rodasī ubhe / yasmin devāḥ saṃmanaso bhavanti | / sa dādhāra pṛthivīṃ dyām utāmūṃ / sa ācāryaṃ tapasā pipartu ||

Der Brahmacārin, eifrig, wandelt zwischen beiden Welten, / in dem die Götter einmütig werden. / Er trägt die Erde und den Himmel, jenen dort; / er soll seinen Lehrer durch Askese erfüllen.

ācārya upanayamāno brahmacāriṇaṃ / kṛṇute garbham antaḥ | / taṃ rātrīs tisra udare bibharti / taṃ jātaṃ draṣṭum abhisaṃyanti devāḥ | / brahmacāriṇaṃ pitaro manuṣyā devajanā / gandharvā enam anu yanti sarve ||

Der Lehrer, den Brahmacārin an sich heranführend, / macht [ihn] zum Embryo in seinem Inneren. / Drei Nächte trägt er ihn im Leib; / den Geborenen zu sehen kommen die Götter zusammen. / Dem Brahmacārin folgen Väter, Menschen, Götterleute, / Gandharvas, alle nach.

trayastriṃśataṃ triśatān ṣaṭ sahasrān / sarvān sa devāṃs tapasā piparti | / iyaṃ samit pṛthivī dyaur dvitīyā- / -utāntarikṣaṃ samidhā pṛṇāti | / brahmacārī samidhā mekhalāvī / śrameṇa lokāṃs tapasā piparti ||

Dreiunddreißig, dreihundert, sechstausend: / alle diese Götter erfüllt er durch Askese. / Diese Erde ist das Brennholz, der Himmel das zweite, / und den Luftraum erfüllt er mit Brennholz. / Der Brahmacārin, mit Brennholz, gegürtet, / erfüllt durch Mühe und Askese die Welten.

pūrvo jāto brahmaṇo brahmacārī / gharmaṃ vasānas tapaso 'dhi tiṣṭhat | / tasmāj jātaṃ brāhmaṇaṃ brahma jyeṣṭhaṃ / devāś ca sarve amṛtena sākam ||

Als Erster geboren aus dem Brahman ist der Brahmacārin, / Glut tragend, aus der Askese hervortretend; / aus ihm [ist] das Brāhmaṇa, das höchste Brahman geboren, / und alle Götter zugleich mit dem Unsterblichen.

brahmacārī samidhā samiddhaḥ / kārṣṇaṃ vasāno dīkṣito dīrghaśmaśruḥ | / sa sadya eti pūrvād aparaṃ samudraṃ / lokān saṃrabhya muhur ācarikrat ||

Der Brahmacārin, mit Brennholz entzündet, / das schwarze [Antilopenfell] tragend, geweiht, langbärtig: / er geht rasch vom östlichen zum westlichen Meer, / die Welten umfassend, immer wieder hin und her laufend.

brahmacārī janayan brahma- / -apo lokaṃ prajāpatiṃ / parameṣṭhiṇaṃ virājam | / garbho bhūtvāmṛtasya yonāv / indro bhūtvāsurāṃs tatarha ||

Der Brahmacārin, Brahman erzeugend, / die Wasser, die Welt, Prajāpati, / Parameṣṭhin, Virāj: / im Schoß des Unsterblichen Embryo geworden, / ist er Indra geworden und hat die Asuras zerschmettert.

imāṃ bhūmīṃ pṛthivīṃ brahmacārī / bhikṣāṃ jabhāra prathamo divaṃ ca | / te brahma kṛtvā samidhā upāsate / tayor ārpitā bhuvanāni viśvā ||

Diese Erde und den Himmel hat der Brahmacārin als Erster / als Almosen erbettelt; / sie, das Brahman machend, verehren mit Brennholz; / in diesen beiden sind alle Welten befestigt.

ācāryas tatakṣa nabhasī ubhe Bhatt. tadakṣa / urvī gambhīre pṛthivīṃ divaṃ ca | / te brahmacārī tapasābhi rakṣati / tayor devāḥ sadhamādaṃ madanti ||

Der Lehrer hat die beiden Himmelsräume gezimmert, / die beiden weiten, tiefen: Erde und Himmel. / Diese beiden hütet der Brahmacārin durch Askese; / an ihnen freuen sich die Götter beim gemeinsamen Gelage.

arvāg anyaḥ paro anyo / guhā nidhī nihitau brāhmaṇasya | / tau brahmacārī tapasābhi rakṣati / tat kevalaṃ kṛṇute brahma vidvān ||

Der eine diesseits, der andere jenseits: / in der Höhle verborgen sind zwei Schätze des Brahmanen. / Diese beiden hütet der Brahmacārin durch Askese; / das macht der Wissende zum vollständigen Brahman.