Quellen der Menschheit

Paippalāda-Saṃhitā · Kāṇḍa 16

Hymne 16.1 Um Rückkehr eines Sterbenden ins Leben

antakāya mṛtyave nama iha- / -ayam astu puruṣaḥ sahāsunā | / sūryasya bhāge amṛtasya loke / prāṇā apānā iha te ramantām ||

Dem Ende-Bringer, dem Tod, Verehrung! / Hier soll dieser Mensch samt dem Lebenshauch [bleiben], / im Anteil der Sonne, in der Welt des Unsterblichen; / Ein- und Ausatem sollen sich hier an dir erfreuen.

ud enaṃ bhago agrabhīd / ud enaṃ somo aṃśumān | / ud enaṃ maruto devā / ud indrāgnī svastaye ||

Empor hat ihn Bhaga gefasst, / empor ihn Soma, der Stängelreiche, / empor ihn die Maruts, die Götter, / empor Indra und Agni zum Heil.

iha te 'sur iha prāṇa Bhatt. tesur / ihāyur iha te manaḥ | / ut tvā nirṛtyāḥ pāśebhyo / daivyā vācā bharāmasi ||

Hier ist dein Lebenshauch (asu), hier der Atem, / hier das Leben, hier dein Sinn; / empor heben wir dich aus den Fesseln der Nirṛti / mit göttlichem Wort.

ut krāmāto māva patthā / mṛtyoḥ paḍvīśam avamuñcamānaḥ | / mā cchitthā asmāl lokād / agneḥ sūryasya saṃdṛśaḥ ||

Steige von hier hinauf, geh nicht hinab, / die Fußfessel des Todes abstreifend; / werde nicht abgeschnitten von dieser Welt, / vom Anblick Agnis und der Sonne.

tubhyaṃ vātaḥ pavatāṃ mātariśvā / tubhyaṃ varṣantv amṛtāny āpaḥ | / sūryas te tanve śaṃ tapāt / tvāṃ mṛtyur dayatāṃ mā pra meṣṭhāḥ ||

Für dich soll der Wind wehen, Mātariśvan, / für dich sollen die Wasser Unsterbliches regnen; / die Sonne soll deinem Leib wohltuend scheinen; / der Tod soll dich verschonen – du sollst nicht sterben.

udyānaṃ te puruṣa nāvayānaṃ / jīvātaṃ te dakṣatātiṃ kṛṇotu | / ā hi rohemam amṛtaṃ sukhaṃ ratham / atha jirvir vidatham ā vadāsi ||

Aufstieg ist dir bestimmt, Mensch, nicht Abstieg; / Lebenskraft und Tüchtigkeit soll er (der Spruch) dir schaffen. / Besteige diesen unsterblichen, bequemen Wagen; / dann wirst du als Greis in der Versammlung mit Weisheit reden.

mā te manas tatra gān mā tiro bhūn / mā jīvebhyaḥ pra mado mānu gāḥ pitṝn | / viśve devā abhi rakṣantu tveha ||

Dein Sinn soll nicht dorthin gehen, nicht entschwinden; / du sollst dich nicht von den Lebenden weg verlieren, nicht den Vätern nachgehen; / alle Götter sollen dich hier behüten.

mā gatānām ā dīdhīthā / ye nayanti parāvatam | / ud ā roha tamaso jyotir ehy Bhatt. ehm / ā te hastaṃ rabhāmahe

Denke nicht an die Dahingegangenen, / die [einen] in die Ferne führen; / steige aus der Finsternis empor zum Licht, komm her! / Wir fassen deine Hand. [Anm.: Text hinter „ehi“ gestört (Bhatt. „ehm“).]

śyāmaś ca tvā śabalaś ca preṣitau / yamasya yau pathirakṣī śvānau | / arvāṅ ehi mā vi dīdhyo / māti tiṣṭhaḥ parāṅmanāḥ ||

Śyāma und Śabala, [beide] auf dich ausgesandt, / Yamas zwei Hunde, die Wegwächter: / komm hierher, blicke nicht verstört umher, / bleib nicht zurück mit abgewandtem Sinn.

maitaṃ panthām anu gā bhīma eṣa / yena pūrvaṃ nayatha taṃ bravīmi | / tama etat puruṣa mā pra patthā / bhayaṃ parastād abhayaṃ te arvāk ||

Geh nicht diesen Pfad entlang – furchtbar ist er; / den, auf dem ihr zuvor [Menschen] hinführt, den meine ich. / Dies ist Finsternis, Mensch, tritt nicht hinein; / Furcht ist jenseits, Furchtlosigkeit liegt diesseits für dich.