Quellen der Menschheit

Paippalāda-Saṃhitā · Kāṇḍa 16

Hymne 16.3 Rückkehr des Lebenshauchs, Heilkräuter

ā rabhasvemām amṛtasya śnuṣṭim / acchidyamānā jaradaṣṭir astu te | / asuṃ ta āyuḥ punar ā bharāmi / rajas tamo mopa gā mā pra meṣṭhāḥ ||

Ergreife diese Willfährigkeit (śnuṣṭi) des Unsterblichen [?]; / unzerbrochen soll dein Erreichen des Alters sein. / Lebenshauch, Leben bringe ich dir wieder; / geh nicht zu Dunst und Finsternis, stirb nicht.

jīvatāṃ jyotir abhy ehi lokam / ā tvā harāmi śataśāradāya | / drāghīya āyuḥ prataraṃ te kṛṇomy / ava muñcantu mṛtyupāśā aśastīḥ || Bhatt. mṛtyapāśā

Komm zum Licht der Lebenden, zur Welt; / ich hole dich für hundert Herbste; / längeres, weiteres Leben mache ich dir; / die Todesfesseln, die Verwünschungen sollen [dich] loslassen.

vātāt te prāṇam avidaṃ / sūryāc cakṣur ahaṃ pari | / yat te manas tvayi tad dhārayāmi / saṃ vitsvāṅgair vada jihvayālapan ||

Vom Wind habe ich für dich den Lebenshauch, / von der Sonne das Auge ringsum gefunden; / was dein Sinn ist, das halte ich in dir fest; / vereinige dich mit deinen Gliedern, sprich, mit der Zunge redend.

prāṇena tvāṃ dvipadāṃ catuṣpadām / agnim iva jātam abhi saṃ dhamāmi | / namas te mṛtyo cakṣuṣe / namaḥ prāṇāya te 'karam || Bhatt. tekaram

Mit dem Atem der Zweifüßler, der Vierfüßler / fache ich dich an wie ein entstandenes Feuer; / Verehrung deinem Auge, Tod, / Verehrung habe ich deinem Lebenshauch dargebracht.

ayaṃ jīvatu mā mṛta- / -imaṃ sam īrayāmasi | / kṛṇomy asmai bheṣajaṃ / mṛtyo mā puruṣaṃ vadhīḥ ||

Dieser soll leben, er soll nicht sterben; / diesen beleben wir [neu]; / ich mache ihm ein Heilmittel; / Tod, erschlage den Menschen nicht!

jīvalāṃ naghāriṣāṃ / jīvantīm oṣadhīm aham | / trāyamāṇāṃ sahamānāṃ / sahasvatīm arundhatīm / iha huve 'smā ariṣṭatātaye || Bhatt. huvesmā

Die Jīvalā, die Naghāriṣā (Nicht-Schädigende), / die lebende, heilkräftige Pflanze, ich [rufe], / die Rettende, die Überwältigende, / die Kraftvolle, die Arundhatī; / hier rufe ich [sie] für diesen zur Unversehrtheit.

adhi brūhi mā rabhathāḥ sṛjemaṃ / tavaiva sant sarvahāyā ihāstu | / bhavāśarvau mṛḍataṃ śarma yacchatam / apasidhya duritaṃ dhattam āyuḥ ||

Sprich für [ihn] ein, greife [ihn] nicht an, lass diesen los; / dein eigen sei er, solange er lebt; er soll hier [ein Leben] ganzer Jahre haben [?]. / Bhava und Śarva, erbarmt euch, gewährt Schutz; / das Übel wegdrängend, gebt Leben.

devānāṃ hetiḥ pari tvā vṛṇaktu / pārayāmi rajasa ut tvā mṛtyor apīparam | Bhatt. u(t) tvā / ārād agniṃ kravyādaṃ nirūhan Bhatt. niruhaṃ / jivātave te paridhiṃ dadhāmi ||

Das Geschoss der Götter soll dich umgehen; / ich führe [dich] hinüber vom Dunst her, empor habe ich dich aus dem Tod hinübergeführt; / den fleischfressenden Agni habe ich weit fortgeschafft [?]; / zum Leben lege ich dir eine Umfriedung (paridhi) um.

asmai mṛtyo adhi brūhi- / -imaṃ dayasvod ito 'yam etu | Bhatt. itoyam / ariṣṭaḥ sarvāṅgaḥ suśruj jarasā / śatahāyanātmanā bhujam aśnavat || corr. śatahāyana ātmanā?

Für diesen, Tod, sprich ein; / erbarme dich seiner, von hier weg soll dieser [wieder] kommen; / unversehrt, ganzgliedrig, gut hörend, bis ins Alter, / soll er mit hundertjährigem Selbst Genuss erlangen. [Anm.: Text evtl. „śatahāyana ātmanā“ zu lesen.]

yat te niyānaṃ rajasaṃ / mṛtyo anavadhariṣyam | / patha imaṃ tasmād rakṣanto / brahmāsmai varma kṛṇmasi ||

Was dein Hinführen in den Dunst-Raum ist, Tod, [dem] ich nicht [?] missachtet hätte: / von daher diesen auf den Pfaden schützend / machen wir ihm das Brahman zum Panzer. [Anm.: anavadhariṣyam unklar]