Quellen der Menschheit

Paippalāda-Saṃhitā · Kāṇḍa 16

Hymne 16.32 Preis der Madhukaśā (Honigpeitsche)

divas pṛthivyā antarikṣāt samudrād / agner vātān madhukaśā hi jajñe | / tāṃ cāyitvāmṛtaṃ vasānāṃ / hṛdbhiḥ prajāḥ prati nandanti sarvāḥ || Bhatt. ṛgbhiḥ

Aus Himmel, Erde, Luftraum, Meer, / aus Agni und Wind ist die Madhukaśā geboren. / Sie, die das Unsterbliche als Gewand trägt, [sie] verehrend / freuen sich alle Geschöpfe ihr entgegen mit Herzen.

paśyanty asyāś caritaṃ pṛthivyāṃ / pṛthaṅ naro bahudhā mīmāṃsamānāḥ | / agner vātān madhukaśā hi jajñe / marutām ugrā naptiḥ ||

Ihren Wandel auf der Erde sehen die Männer, / je einzeln, vielfach erwägend. / Aus Agni und Wind ist die Madhukaśā geboren, / der Maruts gewaltige Enkelin.

mahad viśvarūpaṃ payo asyāḥ / samudrasyota tvā reta āhuḥ | / yata aiti madhukaśā rarāṇā / tat prāṇas tad amṛtaṃ niviṣṭam ||

Groß, allgestaltig ist ihre Milch; / und dich nennen sie des Meeres Samen. / Woher die Madhukaśā, erfreuend, kommt: / dort ist Prāṇa, dort das Unsterbliche eingesetzt.

mātādityānāṃ duhitā vasūnāṃ / prāṇaḥ prajānām amṛtasya nābhiḥ | / hiraṇyavarṇā madhukaśā ghṛtācī / mahad bhargaś carati martyeṣu ||

Mutter der Ādityas, Tochter der Vasus, / Prāṇa der Geschöpfe, Nabel des Unsterblichen: / goldfarbig ist die Madhukaśā, Ghṛtācī; / große Glut wandelt unter den Sterblichen.

madhoḥ kaśām ajanayanta devās / tasyā garbho abhavad viśvarūpam | / taṃ jātaṃ taruṇaṃ piparti mātā / sa jāto viśvā bhuvanābhi vaste ||

Die Götter erzeugten die Honigpeitsche; / aus ihr wurde eine allgestaltige Leibesfrucht. / Diesen geborenen jungen nährt die Mutter; / er, geboren, kleidet sich in alle Welten.

kas tau pra veda ka u tau na āha / yāv asyā stanau sahasradhārāv akṣitau | / ūrjaṃ duhāte anapasphurantau ||

Wer kennt jene beiden, und wer hat sie uns genannt, / ihre beiden Brüste, tausendströmig, unerschöpflich, / die Kraft melken, ohne zurückzuschlagen?

kas taṃ pra veda ka u taṃ ciketa / yo asyā hṛdaḥ kalaśaḥ somadhāno akṣitaḥ | / brahmā sumedhāḥ so asmin madeta ||

Wer kennt ihn, wer hat ihn wahrgenommen, / ihr Herz, den Krug, den Somaträger, den unerschöpflichen? / Der Brahman-Priester, wohlverständig – er möge sich darin berauschen.

hiṅkarikratī bṛhatī vayodhā / uccairghoṣābhi yāti yā vratā | / trīn gharmān abhi vāvaśānā / mimāti māyuṃ payate payobhiḥ ||

Hiṅ machend, groß, Lebenskraft spendend, / mit lauter Stimme kommt sie heran, die nach [ihren] Satzungen [?]; / nach den drei Gharma-Milchopfern verlangend / muht sie ihr Muhen und schwillt an mit Milchströmen.

yām āpīnām upa sīdanty āpo / yāṃ śakvarā vṛṣabhā yāṃ svarājaḥ | / te varṣanti te varṣayanti Bhatt. te varṣanti te varṣanti / tad vide kāmam ūrjam āpaḥ ||

An die Strotzende setzen sich die Wasser, / an die die Śakvara-Sāmans, die Stiere, die Selbstherrscher; / sie regnen, sie lassen regnen; / dort habe ich Wunsch und Kraft gefunden, [ihr] Wasser [?].

stanayitnus te vāk prajāpate / vṛṣā śuṣmaṃ kṣipasi bhūmyām adhi | / agner vātān madhukaśā hi jajñe / marutām ugrā naptiḥ ||

Donner ist deine Stimme, Prajāpati; / als Stier schleuderst du Kraft auf die Erde. / Aus Agni und Wind ist die Madhukaśā geboren, / der Maruts gewaltige Enkelin.