Quellen der Menschheit

Vaikhānasamantrapraśna

Paṭala 109: Aṣṭama-praśna: Der Dadhikrā-Hymnus, der Mṛtyuñjaya-Pratīka und das Soma-Pavamāna-Sūkta (Khaṇḍa 96-99) 8. Praśna: Indra- und Wasserverse, der Dadhikrā-Hymnus und das Pratīka des Mṛtyuñjaya-Mantra

8.1.96.6 wiederholt den bereits identifizierten Savitṛ-Vers RV 1.22.5. 8.1.99.1 zitiert RV 4.39.6 (Dadhikrā-Hymnus, bis heute Teil der Sandhyāvandana-Praxis). 8.1.99.3 wiederholt einen Vers des bereits ausführlich behandelten Śrī-Sūkta. 8.1.99.5 enthält das Pratīka des berühmten Mṛtyuñjaya-Mantra (RV 7.59.12, "Tryambakaṃ yajāmahe"), des bekanntesten Todüberwindungsspruchs der vedischen Literatur — hier nur als Kurzformel ohne vollständigen Text. 8.1.99.6 zitiert RV 9.1.1, den Eröffnungsvers des neunten Maṇḍala (Soma-Pavamāna-Buch). Zwei Verse (8.1.96.9-97.1 und 8.1.97.9-98.1) werden laut Fn. *835/*836 von der VMP-Edition über die Kapitelgrenze hinweg geteilt; die Zählung wurde hier so angepasst, dass jeder vollständige Vers am Ende des jeweils früheren Kapitels erscheint.

āśāsu saptasu | soma(g)ṃ rājānam | sv-āsa-sthaṃ devebhyaḥ | tatth savituḥ

In den sieben Himmelsrichtungen… – Den König Soma… – Den guten Sitz habend, für die Götter… – …des Savitṛ…

[Anm.: Pratīka-Kette, Verse unsicher [?].]

sumitrā na āpa oṣadhayas santu durmitrās tasmai bhūyāsur yo 'smān dveṣṭi yañ ca vayaṃ dviṣmaḥ

Gute Freunde mögen uns die Wasser und Pflanzen sein; schlechte Freunde mögen jenem sein, der uns hasst, und den wir hassen.

[Anm.: bekannte Feind-Bann-Formel, vgl. bereits 8.1.68.6.]

hiraṇya-pāṇim ūtaye savitāram upa hvaye | sa cettā devatā padam

Den Goldhändigen rufe ich zur Hilfe an, den Savitṛ; er ist der Kenner des göttlichen Ortes.

[Anm.: RV 1.22.5, bereits identifizierter Savitṛ-Vers, hier wiederholt.]

devasya tvā | oṃ bhūr bhuvas suvaḥ

Dich, des Gottes… – Oṃ, Bhūḥ, Bhuvaḥ, Svaḥ.

indraṃ naro nemadhitā havante yat pāryā yunajate dhiyas tāḥ | śūro nṛ-ṣātā śavasaś cakāna ā go-mati vraje bhajā tvaṃ naḥ[*835]

Indra rufen die Männer in der Bedrängnis an, wenn sie die entscheidenden Gedanken anspannen; der Held, der an der Mannesschar-Gewinnung seine Kraft erfreut — an der rinderreichen Hürde gib uns Anteil.

[Anm.: Indra-Hymnus, genaue Fundstelle unsicher [?]. Fn. *835: Die VMP-Edition teilt diesen Vers über die Kapitelgrenze; die Zählung wurde hier angepasst.]

iṣe tvorje tvā | śucī vo havyā ime dhūpāḥ | dhārāsu saptasu

Für Labung dich, für Kraft dich… – Rein seien euch die Opfergaben — diese Weihrauchgaben. – In den sieben Strömen…

[Anm.: Pratīka-Kette.]

idam āpaś śivāḥ | apa undantu jīvase | āpo vā ida(g)ṃ sarvam

Dies sind die heilvollen Wasser; die Wasser mögen benetzen zum Leben. Die Wasser sind fürwahr dies Alles.

[Anm.: bekannte Wasser-Segensformel und kosmogonische Aussage, vgl. die Kosmogonie der Śatapatha-Brāhmaṇa.]

dhārāsu saptasu | ud u tyaṃ citram

In den sieben Strömen… – Empor jenes bunte [Licht]…

[Anm.: letzterer Vers Anklang an einen Sūrya-Hymnus, vgl. RV 1.50.1.]

indrā-viṣṇū haviṣā vāvṛdhānāgrādhvānā namasā rātahavyā | ghṛtāsutī draviṇaṃ dhattam asme samudra-sthaḥ kalaśas soma-dhānaḥ[*836]

Indra und Viṣṇu, durch die Opfergabe gestärkt, die Wegbereiter, durch Verehrung mit dargebrachten Opfergaben geehrt — ihr mit Ghī-Guss, verleiht uns Reichtum; im Ozean befindet sich das Somagefäß.

[Anm.: Indra-Viṣṇu-gemeinsamer Hymnus, genaue Fundstelle unsicher [?]. Fn. *836: Die VMP-Edition teilt auch diesen Vers über die Kapitelgrenze; die Zählung wurde entsprechend angepasst.]

śukran te anyad yajatam te anyad viṣu-rūpe ahanī dyaur ivāsi | viśvā hi māyā avasi svadhāvo bhadrā te pūṣann iha rātir astu

Hell ist das eine von dir, verehrungswürdig das andere von dir; in verschiedener Gestalt bist du wie Tag und Himmel; denn alle Zauberkräfte schützt du, o Eigenmächtiger; heilvoll sei hier deine Gabe, o Pūṣan.

[Anm.: Pūṣan-Hymnus, genaue Fundstelle unsicher [?], Anklang an RV 6.58.]

soma oṣadhīnāṃ varuṇo bṛhaspatiḥ | prajā-pate na tvad etāni[*837]

Soma der Pflanzen, Varuṇa, Bṛhaspati… – O Prajāpati, nicht ohne dich [geschieht] dies.

[Anm.: letzterer Vers Anklang an RV 10.121.10, den bereits identifizierten Schlussvers des Hiraṇyagarbha-Sūkta. Fn. *837: Text korrigiert "etān" zu "etāni".]

anye devā nīradāḥ | śa(g)ṃ sā ni[yacchaty] namas suloma sa eko 'bhūd devasya tvā | ato devā kṣmām ekān tan mā yaśo 'gre brahmā devānām

Die anderen Götter, die wolkenlosen… Heil bringt sie, zurückhaltend; Verehrung dem Schönhaarigen; er allein wurde [dies] — dich, des Gottes. Von da an, o Götter — die Erde, den Einen — nicht möge mein Ruhm [schwinden] — zuerst das Brahman der Götter.

[Anm.: Verse unsicher [?]; letzterer Anklang an RV 9.96.6 ("brahmā devānāṃ padavīḥ kavīnām"), bereits in Kap. 78 identifiziert.]

idaṃ viṣṇuḥ | śukram asi jyotir asi tejo 'si devo vas savitotpunātv acchidreṇa pavitreṇa vasos sūryasya raśmibhiś | śukran tvā śukrāyāṃ dhāmne-dhāmne devebhyo yajuṣe-yajuṣe gṛhṇāmi jyotis tvā jyotiṣy arcis tvārciṣi dhāmne-dhāmne devebhyo yajuṣe-yajuṣe grhṇāmi

Dies ist Viṣṇu. – Hell bist du, Licht bist du, Glanz bist du; der Gott Savitṛ möge euch läutern mit dem lückenlosen Läuterungsmittel des Guten, mit den Strahlen der Sonne. Das Helle nehme ich dich, in jeder hellen Stätte, für die Götter, bei jedem Yajus-Spruch; das Licht nehme ich dich, im Licht, die Flamme dich, in der Flamme, in jeder Stätte, für die Götter, bei jedem Yajus-Spruch.

[Anm.: wiederholt, um eine Läuterungsformel erweitert, die bereits bei 8.1.94.4 übersetzte Formel.]

dadhikrāvṇo[*838] akāriṣaṃ jiṣṇor aśvasya vājinaḥ | surabhi no mukhā karat pra ṇa āyū(g)ṃṣi tāriṣat

Des siegreichen, kraftvollen Rosses Dadhikrāvan habe ich gedacht; er möge unsere Münder wohlriechend machen, unsere Lebenskräfte verlängern.

[Anm.: RV 4.39.6, bekannter Dadhikrā-Vers, bis heute Teil der täglichen Sandhyāvandana-Praxis.]

ā pyāyasva sam etu te viśvatas soma vṛṣṇiyam[*839] | bhavā vājasya saṅgathe[*840]

Schwill an; von allen Seiten möge dir, o Soma, die Bullenkraft zuströmen; sei bei der Vereinigung des Wettkampfpreises zugegen.

[Anm.: bekannter Soma-Vers, Anklang an RV 1.91.16 / RV 9.31.4.]

gandha-dvārān durādharṣāṃ nitya-puṣṭāṃ karīṣiṇīm | īśvarī(g)ṃ sarva-bhūtānāṃ tām ihopa hvaye śriyam

Die durch das Duft-Tor Schreitende, die Unbezwingbare, die beständig Gedeihende, die Dung-Reiche, die Herrscherin über alle Wesen — jene Śrī rufe ich hierher an.

[Anm.: bekannter Śrī-Sūkta-Vers, bereits ausführlich in Kap. 49-51 behandelt.]

tath savitur vareṇyam

"…des Savitṛ, des Erwählenswerten…"

[Anm.: Gāyatrī-Pratīka.]

try-ambakam

"Den Dreiäugigen…"

[Anm.: Pratīka des berühmten Mṛtyuñjaya-Mantra ("Tryambakaṃ yajāmahe sugandhiṃ puṣṭi-vardhanam…", RV 7.59.12), des bekanntesten Rudra/Śiva-Todüberwindungsspruchs der vedischen Literatur — hier nur als Kurzformel ohne vollständigen Text.]

svādiṣṭhayā madiṣṭhayā pavasva soma dhārayā | indrāya pātave sutaḥ

Mit dem süßesten, berauschendsten Strom läutere dich, o Soma; für Indra zum Trinken ausgepresst.

[Anm.: RV 9.1.1, Eröffnungsvers des neunten Maṇḍala (Soma-Pavamāna-Buch).]

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