Eine lange Folge von Kurz-Anrufungen ("NN namaḥ"/"NN svāhā") an Wald-, Baum-, Naturgeister, Gaṇeśa-Formen, Muttergöttinnen und schließlich, mit der ersten deutlich als vedisch erkennbaren Zitat-Dichte (laut den Fußnoten der Quelle: RV 5.51.11, RV 10.152.2a, RV 1.30.7, RV 10.9.1 u.a.), eine ausführliche Garuḍa-Anrufung (5.1.13) – der Vogelkönig und Träger Viṣṇus wird als Ehrengast willkommen geheißen. Die wiederkehrenden "Zählformeln" (5.1.0.2-4) sind mnemotechnische Merkzeilen, die Schlagworte der vorangehenden Abschnitte zusammenfassen.
Rudra, Bhūta, Indra, Yama, die Mütter, Soma, den Helden, wiederum Rudra, Indra, Yama, die Baumfürsten (ruft man an) – Verehrung den Waldherren; Verehrung den Jungfrauen; Verehrung den Baumkönigen; Verehrung den Allwunscherfüllenden; Svāhā dem Agni; Svāhā dem Waldkönig; Svāhā dem Soma. [5.1.5] Svāhā dem Yama; Svāhā dem Zweig; Svāhā dem Dicklack(-Baum); Svāhā dem Jäger; Svāhā dem Gestaltwandler-Reh; Svāhā den Waldherren; Svāhā den Jungfrauen; Svāhā den Schlingpflanzen; Svāhā der Blüte; Svāhā dem Śalāṭava. [5.1.6] Svāhā der lauten Stimme; Svāhā dem Heilvollen; Svāhā dem Unermesslich-Glanzvollen; Svāhā der Sonne; Svāhā dem Sonnengestaltigen; Svāhā dem Gehörnten; Svāhā dem Geistgestaltigen; Svāhā dem Schlangenhändigen; Svāhā dem Göttlichen; Svāhā dem Dreihändigen.
[?] Mehrere Beinamen (,sthūla-lākṣa', ,śalāṭava', ,nāga-hasta') bleiben ohne weiteren Kontext nicht sicher deutbar; die Litanei scheint Wald-, Baum- und Naturgeister sowie vereinzelte Sonnen-/Feuer-Epitheta zu verbinden – vermutlich Geister, die auf dem Weg des Festzugs (vgl. Kapitel 1) um Wohlwollen gebeten werden.
Svāhā dem Hindernis; Svāhā dem Hindernisgestaltigen; Svāhā dem Vināyaka; Svāhā dem sich Ausbreitenden; Svāhā dem Muruṇḍa; Svāhā dem Nyarṇa; Svāhā den Schlangen; Svāhā den Geisterkönigen; Svāhā den Wandersängern; Svāhā den Tagwandlern. [5.1.8] Svāhā den Nachtwandlern; Svāhā den Dämmerungen; Svāhā den Dämmerungswandlern; Svāhā den Apsaras; Svāhā den Yakṣīs; Svāhā den Jungfrauen; Svāhā den Dämoninnen; Svāhā den Rākṣasīs; Svāhā den Piśācīs; Svāhā dem Wald; Svāhā dem Landwandler; Svāhā den Baumgöttern; Svāhā den Ortsgöttern; Svāhā den Vidyādharas; Svāhā den Gestaltbegabten; Svāhā den Paaren; Svāhā den Glücklichen; Svāhā der Erde. [Zählformel:] "Svāhā dem Soma, Svāhā dem Śalāṭava, Svāhā dem Dreihändigen, Svāhā den Tagwandlern, Svāhā dem Wald" – und acht (Abschnitte zu je zehn Versen).
[?] "Muruṇḍa" und "Nyarṇa" bleiben unklare Beinamen. Die Zählformel markiert offenbar mit fünf Schlagworten die Enden der Abschnitte 5.1.4-5.1.8; die genaue Bedeutung von "aṣṭau" (,acht') an dieser Stelle (acht Zehnergruppen? acht Abschnitte seit einem früheren Bezugspunkt?) bleibt unsicher [?].
Verbrannt sei der Unhold (Rakṣas)! Svāhā dem Allherrscher; Svāhā dem Weltenherrn; Svāhā dem Cāmuṇḍa; Svāhā dem allseits Wandelnden; Svāhā der Brahmāṇī; Svāhā der Piṅgalā; Svāhā der Gaurī; Svāhā der Allseits-Gesichtigen; Svāhā der Fluss-Liebenden. [5.1.10] Svāhā der Allgestaltigen; Svāhā der Schrecklichen; Svāhā der Gaṇa-Herrin; Svāhā der Vaiśākhī; Svāhā der Kammträgerin; Svāhā der Gāyatrī; Svāhā der Sechsgesichtigen; Svāhā der Allgebärenden; Svāhā der Viṣṇu-Woge; Svāhā der Dunklen (Kṛṣṇā). [5.1.11] Svāhā der Druhiṇī; Svāhā der Vārāhī; Svāhā der Gabenspenderin; Svāhā der Weiten (Erde); Svāhā der Diamant-Hauerin; Svāhā der Siegreichen; Svāhā der Kauśikī; Svāhā der Indrāṇī; Svāhā der Gewitterwolkigen; Svāhā der Kālī; Svāhā der Lotos-Hauerin; Svāhā der Stier(-Trägerin); Svāhā der Veda-Trägerin; Svāhā dem Krummrüssligen; Svāhā dem Einzahnigen; Svāhā dem Furchtbaren; Svāhā dem Vināyaka; Svāhā der Erde. [Zählformel:] "Svāhā der Fluss-Liebenden, Svāhā der Dunklen, Svāhā der Kālī" – und acht.
[Anm.: Diese Litanei (5.1.9-5.1.11) geht von Cāmuṇḍa/Gaṇeśa-Beinamen über eine Reihe von Muttergöttinnen-Namen (Brahmāṇī, Gaurī, Indrāṇī, Kālī – teils die klassische Saptamātṛkā-Gruppe) zu den vertrauten Gaṇeśa-Epitheta "Vakra-tuṇḍa" (Krummrüssliger), "Eka-daṃṣṭra" (Einzahniger) und "Vināyaka" über, mit denen sie auch endet – ein Hinweis auf einen fortlaufenden, unterschiedliche Gottheiten-Klassen mischenden Prozessions-Anrufungskatalog. Einzelne Beinamen (,Vaiśākhī', ,Viṣormiṇī', ,Ghanāghananī') bleiben unsicher gedeutet [?].
Rein sind diese Herdentiere. In den sieben Strömen. Heil möge uns zumessen der Heil-verleihende Herr des Volkes. Dem Nārāyaṇa. Oṃ, ich rufe Śeṣa herbei. Ich rufe die Erde (Medinī) herbei. Ich rufe die Älteste (Jyeṣṭhā) herbei. Ich rufe den Vāyu herbei. Ich rufe den Indra herbei. Ich rufe die Maruts herbei. [5.1.13] Ich rufe den Herrn der Gewässer herbei, ich rufe den Yama herbei, den König Soma, ich rufe den Soma herbei. Der Allbezwinger, Allfeind-Töter, der Untrügliche, von unvergleichlicher Kraft – es komme der erhabene Diskus (Cakra), der Wirker allen Zusammenraffens. Oṃ Bhūḥ Bhuvaḥ Svaḥ, der Wohlseiende, der Selbstentstandene. Der Sohn der Vinatā, von großer Kraft, der Kāśyapa-Sohn, feuergleich an Glanz – es komme der erhabene König, der Schlangenbezwinger, Viṣṇus Reittier (Garuḍa). Es sei ein Sitz (dargebracht). Willkommen dem Vogelkönig, dem Schlangenfresser, dem Allwirker, dem Vorzüglichsten der Eigeborenen, dem an Glanz Viṣṇu Gleichen. Sei geneigt und wohlgesonnen gegenüber dem Werk deines Herrn; durch eigene, alles umfassende Erlaubnis werde dies vom Unvergänglichen angenommen. "Bei jedem Antrieb." "Ihr Wasser seid wahrlich wohltuend" – "jenes des Savitṛ." Der Herr des Bewusstseins, dich, glanzvoll, mögen wir sein. Hier möge der Herr des Gedeihens Gedeihen verleihen, hier möge er die Nachkommenschaft erfreuen. Dem Herrn der Geschöpfe, dem Herrn des Gedeihens, dem Herrn des Feuers, dem Herrn des Reichtums, dem Verlangen, der Speise-Nahrung. [Zählformel:] "Ich rufe die Maruts herbei, es sei ein Sitz" – und neun.
[Anm.: Ab 5.1.12 wechselt der Text erkennbar zu echtem vedischen Zitatgut – laut den textkritischen Fußnoten der Quelle finden sich Parallelen u.a. zu RV 5.51.11 und RV 10.152.2a (,svasti no mimītām...'), RV 1.30.7 (,yoge-yoge') und RV 10.9.1 (,āpo hi ṣṭhāḥ mayobhuvaḥ', das berühmte Wasser-Reinigungsmantra) sowie Parallelstellen in zahlreichen weiteren vedischen Schulen (TS, MS, KS, ŚB, TB, TA u.a., dort im Detail dokumentiert) – hier werden diese Querverweise aus dem wissenschaftlichen Apparat der Quelle übernommen, ohne dass eine eigene Stellenverifikation beansprucht wird. Kapitel 5.1.13 ist eine ausführliche Willkommens-Anrufung an Garuḍa (,Sohn der Vinatā', ,Viṣṇus Reittier', ,Vogelkönig'), der als Ehrengast zum Ritual geladen wird – wohl im Rahmen der eingangs (Kapitel 1) angedeuteten Festprozession. Der Satz "cit-patis tvā tejovat syāvaḥ" bleibt grammatisch und lexikalisch unsicher [?] und wird hier so wörtlich wie möglich, ohne Glättung, wiedergegeben.