Quellen der Menschheit

Vaikhānasamantrapraśna

Paṭala 120: Aṣṭama-praśna: Eine Folge klassischer Indra-Hymnen (Khaṇḍa 143-145) 8. Praśna: Eine zusammenhängende Folge klassischer vedischer Indra-Hymnen

8.1.143.1 zitiert einen bekannten Indra-Anrufungsvers (Anklang an RV 8.98.1). 8.1.143.2 und 8.1.143.3 wiederholen bereits an früherer Stelle übersetzte Verse (8.1.96.9 bzw. 8.1.65.6). Der übrige Abschnitt (8.1.143.4-8.1.145.6) bildet eine fortlaufende Kette weiterer Indra-Verse, deren genaue Einzel-Fundstellen nicht in jedem Fall sicher zu bestimmen sind [?], die aber insgesamt dem klassischen vedischen Indra-Hymnen-Repertoire angehören.

indraṃ vo viśvatas pari havāmahe janebhyaḥ | asmākam astu kevalaḥ

Euch zuliebe rufen wir Indra von überallher, vor den Menschen; uns allein möge er gehören.

[Anm.: bekannter Indra-Anrufungsvers, Anklang an RV 8.98.1.]

indraṃ naro nemadhitā havante yat pāryā yunajate dhiyas tāḥ | śūro nṛ-ṣātā śavasaś cakāna ā go-mati vraje bhajā tvaṃ naḥ

Indra rufen die Männer in der Bedrängnis an, wenn sie die entscheidenden Gedanken anspannen; der Held, der an der Mannesschar-Gewinnung seine Kraft erfreut — an der rinderreichen Hürde gib uns Anteil.

[Anm.: wiederholt wortgleich 8.1.96.9.]

indriyāṇi śata-krato yā te janeṣu pañcasu | indra tāni ta ā vṛṇe

Die Sinneskräfte, o Hundertkräftiger, die dir unter den fünf Völkern eigen sind — jene, o Indra, erwähle ich mir von dir.

[Anm.: wiederholt wortgleich 8.1.65.6.]

anu te dāyi maha indriyāya satrā te viśvam anuvṛtra hatyai[*861] | anu kṣatram anu saho yajatrendra devebhir an ute nṛṣahye

Zuteil wurde dir Kraft für deine große Indra-Macht; ganz ist dir alles zum Vṛtra-Erschlagen gegeben; dir wurde Herrschermacht, Übermacht zuteil, o verehrungswürdiger Indra, mit den Göttern, bei der Männerüberwältigung.

[Anm.: Vers unsicher [?]. Fn. *861: RV/TS/TB lesen "hatye" statt "hatyai".]

yuje rathaṃ gaveṣaṇa(g)ṃ haribhyām upa brahmāṇi jujuṣāṇam asthuḥ | vi bādhiṣṭā[*862] sya rodasī mahitvā indro vṛtrāṇy apratī jaghanvān[*863]

Ich spanne den nach Rindern suchenden Wagen mit den Falben an; die Gebete stellten sich ein, ihn wohlgefällig erfreuend; er drängte die beiden Welthälften durch seine Größe auseinander — Indra, der die Vṛtras ohnegleichen erschlagen hat.

[Anm.: Vers unsicher [?]. Fn. *862-863 vermerken Editionsvarianten und eine Verszählungs-Anpassung der VMP-Edition.]

indraṃ naro yuje ratham

Indra, ihm spannen die Männer den Wagen an…

[Anm.: Pratīka.]

jagṛbhṇā[*864] te dakṣiṇam indra hastam vasūyavo vasu-pate vasūnām | vidmā hi tvā go-pati(g)ṃ śūra gonām asmabhyaṃ citraṃ vṛṣaṇa(g)ṃ rayiṃ dāḥ

Wir haben deine rechte Hand ergriffen, o Indra, gutbegehrend, o Herr der Güter, der Güter; denn wir kennen dich als Herrn der Rinder, o Held der Rinder — gib uns wunderbaren, mannhaften Reichtum.

[Anm.: Fn. *864 vermerkt Editionsvarianten.]

tavedaṃ viśvam abhitaḥ paśavyam yat paśyasi cakṣuṣā sūryasya | gavām asi go-patir eka indraḥ bhakṣīmahi te prayatasya vasvaḥ[*865]

Dein ist dieser ganze Viehbesitz ringsum, den du mit dem Auge der Sonne siehst; du, Indra, bist der alleinige Herr der Rinder — wir wollen teilhaben an deinem dargereichten Gut.

[Anm.: Fn. *865 zur Verszählungs-Anpassung der VMP-Edition.]

sam indra ṇo manasā neṣi gobhiḥ sa(g)ṃ sūribhir maghavanth[*866] sa(gg)ṃ svastyā[*867] | saṃ brahmaṇā deva-kṛtaṃ[*868] yad asti saṃ devānā(g)ṃ sumatyā yajñiyānām

Führe uns, o Indra, mit gutem Sinn zusammen mit Rindern, zusammen mit den Weisen, o Freigebiger, zusammen mit Heil; zusammen mit dem Gebet, was von den Göttern gewirkt ist; zusammen mit der Wohlgesinntheit der opferwürdigen Götter.

[Anm.: Fn. *866-868 vermerken Editionsvarianten.]

ārāc chatrum apa bādhasva dūram ugro yaś śambaḥ[*869] puruhūta tena | asme dhehi yavamad gomad indra kṛdhī dhiyaṃ jaritre vāja-ratnām

Treibe den Feind fern, weit fort, mit jener Kraft, die gewaltig, heilbringend ist, o Vielgerufener; verleih uns Gerste und Rinder, o Indra; mache dem Lobsänger den Gedanken zum Wettkampfpreis-Juwel.

[Anm.: Fn. *869 vermerkt Editionsvarianten.]

indra śreṣṭhāni draviṇāni dhehi cittiṃ dakṣasya subhagatvam asme | poṣaṃ rayīṇām ariṣṭiṃ tanūnāṃ svādmānaṃ vācas sudinatvam ahnām

O Indra, verleih die vortrefflichsten Güter, Erkenntnis der Tüchtigkeit, Wohlglück uns; Gedeihen der Reichtümer, Unversehrtheit der Leiber, Süße der Rede, Wohltag der Tage.

[Anm.: bekannter Indra-Segensvers, Anklang an RV 2.21.6.]

bhuvas tvam indra brahmaṇā mahān bhuvo viśveṣu savaneṣu yajñiyaḥ | bhuvo nṝ(g)ṃś cyautno viśvasmin bhare jyeṣṭhaś ca mantro viśva-carṣaṇe

Du wurdest, o Indra, durch das Gebet groß; du wurdest bei allen Somapressungen opferwürdig; du wurdest der Männer Erschütterer in jedem Kampf, und der höchste Spruch für den Allesschauenden.

[Anm.: Vers unsicher [?].]

indraṃ praṇayantaṃ vapur indra(gg)ṃ sravanta(g)ṃ savitāram indraṃ dadhātu | śakras sukṛtaṣya lokam indraṃ manye pitaraṃ mātārañ ca

Indra, den Führenden, die Wundergestalt; Indra, den Strömenden, den Antreiber — Indra möge einsetzen; Śakra, des Wohlgetanen Welt — Indra erachte ich als Vater und Mutter.

[Anm.: Vers unsicher [?].]

endra sānasi(g)ṃ rayi(g)ṃ sajitvāna(g)ṃ sadāsaham[*870] | varṣiṣṭham ūtaye bhara

Bring, o Indra, den gewinnbringenden, siegverleihenden, stets überlegenen, höchsten Reichtum zur Hilfe.

[Anm.: Fn. *870 vermerkt Editionsvarianten.]

jujuṣāṇam asthur eka indro 'sme sapta ca

[Mnemonische Merkzeile:] "…wohlgefällig erfreuend, stellten sich ein…" – "…der eine Indra…" – "…uns…" – "und sieben weitere".

[Anm.: liturgische Stichwort-Zählformel.]

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