Paṭala 20: Pañcama-praśna, Prathamānuvāka (Fortsetzung): Blumen-, Duft- und Lichtopfer, sowie das Rakṣohan-Sūkta gegen die Rākṣasas
5. Praśna, 1. Anuvāka (Fortsetzung): Blumen-, Duft- und Lichtopfer, sowie das Rakṣohan-Sūkta gegen die Rākṣasas
Zunächst die klassische Opfergaben-Sequenz von Blumen (puṣpa), Duft (gandha), Räucherwerk (dhūpa) und Licht (dīpa) – die auch aus der bis heute gebräuchlichen ṣoḍaśopacāra-Verehrungsfolge bekannt ist. Es folgt in 5.1.132-5.1.135 ein längeres, zusammenhängendes vedisches Hymnus-Zitat, das dem Inhalt nach zweifelsfrei dem Rakṣohan-Sūkta entspricht (RV 10.87, ein berühmter, gegen Rākṣasas und Zauberer gerichteter Agni-Hymnus) – erkennbar an charakteristischen Versen wie "kṛṇuṣva pājaḥ prasitiṃ na pṛthvīm" und "ud agne tiṣṭha praty ā tanuṣva". Da die Quelle hier keine Fußnoten zur Identifikation liefert, stützt sich diese Zuordnung auf die eigene Sprachkenntnis der Übersetzung; einzelne dichte oder morphologisch schwierige Wendungen bleiben mit [?] markiert.
"Die Wasser mögen befeuchten" – "Mitra, der Schönfarbige" [?] – "wir wollen glanzvoll sein" – "du bist der Leib des Soma" – "geworden unter den Wesen". Diese vortrefflichen Blumen, mit göttlichen Blüten parfümiert – gereinigt durch den Brahman-Reinigungsstoff, gereinigt durch die Strahlen der Sonne. Diese wohlriechenden Düfte, mit göttlichem Duft parfümiert – gereinigt durch den Brahman-Reinigungsstoff, gereinigt durch die Strahlen der Sonne. Diese wohlriechenden Räucherwerke, mit göttlichem Räucherwerk parfümiert – gereinigt durch den Brahman-Reinigungsstoff, gereinigt durch die Strahlen der Sonne. Das strahlende Licht der Götter und der immerwährend leuchtende Glanz – dieses lichtspendende, großglänzende Licht möge angenommen werden. [Gedächtnisvers:] "ich rufe herbei" – "Śiva" – "für Kraft dich" – "parfümiert" – und drei.
[Anm.: Dies ist die klassische Opfergaben-Sequenz von Blumen, Duft, Räucherwerk und Licht, wie sie auch aus der bis heute gebräuchlichen ṣoḍaśopacāra-Verehrungsfolge bekannt ist.]
dhārāsu saptasu | kṛṇuṣva pājaḥ prasitiṃ na pṛthvīṃ yāhi rājevāmavā(g)ṃ ibhena tṛṣvīm anu prasitiṃ drūṇāno 'stāsi vidhya rakṣasas tapiṣṭhaiḥ | tava bhramāsa āśuyā patanty anu spṛśa dhṛṣatā śośucānaḥ tapū(g)ṃṣy agne juhvā pataṅgān asaṃdito vi sṛja viṣvag ulkāḥ | prati spaśo vi śṛja tūrṇitamo bhavā pāyur viśo asyā adabdhaḥ yo no dūre aghaśa(g)ṃso yo anty agne mākiṣ ṭe vyathir ā dadharṣīt | ud agne tiṣṭha praty ā tanuṣva ny amitrā(g)ṃ oṣatāt tigmahete yo no arāti(g)ṃ samidhāna cakre nīcā taṃ dhakṣy atasaṃ na śuṣkam | ūrdhvo bhava prati vidhyādhy asmad āviṣ kṛṇuṣva daivyāny agne ava sthirā tanuhi yātujūnāṃ jāmim ajāmiṃ pra mṛṇīhi śatrūn
"In den sieben Strömen." Bereite deine Macht, deine Ausbreitung, wie die Erde weit; ziehe aus wie ein König mit einem gewaltigen Elefanten; der begehrten Beute nacheilend, als Schütze aufgestellt, durchbohre die Rākṣasas mit den glühendsten Pfeilen. Deine wirbelnden Funken fliegen eilends; berühre sie, kühn lodernd; deine glühenden fliegenden Funken, o Agni, entsende mit deiner Zunge, ungebunden, nach allen Seiten die Feuerbrände. Entsende Späher, sei der schnellste; sei der unbetrogene Hüter dieses Stammes; wer uns fern ist mit böser Absicht, wer nah ist, o Agni — nichts soll dein [Feuer] erschüttern dürfen. Erhebe dich, o Agni, spanne entgegen; verbrenne die Feinde nieder, du mit scharfer Waffe; wer uns Feindschaft bereitet hat, o Entflammter — den verbrenne nieder wie trockenes Buschwerk. Erhebe dich aufwärts, durchbohre die Feinde von uns weg; offenbare, o Agni, die göttlichen Kräfte; entspanne die festen Bogen der Zaubertreibenden; zermalme den verwandten wie den nicht-verwandten Feind.
[Anm.: Dieser und die folgenden Verse entsprechen dem Rakṣohan-Sūkta (RV 10.87), einem berühmten, gegen Rākṣasas und Zauberer gerichteten Agni-Hymnus.]
sa te jānāti sumatiṃ yaviṣṭha ya īvate brahmaṇe gātum airat viśvāny asmai sudināni rāyo dyumnāny aryo vi duro abhi dyaut | sed agne astu subhagas sudānur yas tvā nityena haviṣā ya ukthaiḥ piprīṣati sva āyuṣi duroṇe viśved asmai sudinā sāsad iṣṭiḥ | arcāmi te sumatiṃ ghoṣy arvāk saṃ te vāvātā jaratām iyaṃ gīḥ svaśvās tvā surathā marjayemāsme kṣatrāṇi dhārayer anu dyūn | iha tvā bhūry ā cared upa tman doṣā-vastar dīdivā(g)ṃsam anu dyūn krīḍantas tvā sumanasas sapemābhi dyumnā tasthivā(g)ṃso janānām | yas tvā svaśvas suhiraṇyo agna upayāti vasumatā rathena tasya trātā bhavasi tasya sakhā yas ta ātithyam ānuṣag jujoṣat
Er kennt deine Gunst, o Jüngster, wer für ein solches Gebet den Weg bereitet hat; ihm leuchten alle guten Tage, die glänzenden Reichtümer des Herrn über die Türen hinweg [?]. Der, o Agni, sei glückhaft und freigebig, wer dich mit beständiger Opfergabe, mit Lobliedern zu erfreuen sucht in seinem eigenen Leben, in seinem Haus; ihm sollen alle guten Tage und sein Wunsch [in Erfüllung] gehen. Ich besinge deine Gunst; höre sie, hierher gewandt; mit dir vereint möge dieses Lied fortbestehen [?]; mit guten Rossen, guten Wagen möchten wir dich schmücken; bei uns mögest du die Herrschaftsmacht Tag für Tag aufrechterhalten [?]. Hierher möge dich vielfach [Verehrung] nahen, aus eigenem Antrieb, o Erhellender von Nacht bis Morgen, Tag für Tag leuchtend; spielend, wohlgesinnt, möchten wir dir dienen, den Glanz der Menschen erreichend [?]. Wer sich dir mit guten Rossen, mit gutem Gold, o Agni, naht auf einem schätzereichen Wagen — dessen Beschützer wirst du, dessen Freund, wer deine Gastfreundschaft der Reihe nach genossen hat.
[Anm.: Diese Verse sind sprachlich dicht; einzelne Wendungen bleiben ohne Rückgriff auf Sekundärliteratur unsicher.]
maho rujāmi bandhutā vacobhis tan mā pitur gotamād anv iyāya tvan no asya vacasaś cikiddhi hotar yaviṣṭha sukrato damūnāḥ | asvapnajas taraṇayas suśevā atandrāso 'vṛkā aśramiṣṭhāḥ te pāyavas sadhriyañco niṣadyāgne tava naḥ pāntv amūra | ye pāyavo māmateyan te agne paśyanto andhaṃ duritād arakṣan rarakṣa tānt sukṛto viśva-vedā dipsanta id ripavo nāha debhuḥ | tvayā vaya(g)ṃ sadhanyas tvotās tava praṇīty aśyāma vājān ubhā śa(g)ṃsā sūdaya satyatāte 'nuṣṭhuyā kṛṇuhy ahrayāṇa | ayā te agne samidhā vidhema prati stoma(g)ṃ śasyamānaṃ gṛbhāya dahāśaso rakṣasaḥ pāhy asmān druho nido mitramaho avadyāt
Ich breche Großes durch verwandtschaftliche Worte [?]; dies kam zu mir vom Vater Gotama her; erkenne du uns dieses Wort, o Hotṛ, Jüngster, Wohlbedachter, Hausgenosse. Die nicht aus Schlaf Geborenen, überwindenden, wohltuenden, unermüdlichen, nicht-wölfischen, unermüdetsten — diese deine Hüter, vereint zusammensitzend, o Agni, mögen uns beschützen, du Unbetörter. Die Hüter, die den [Sohn] der Mamatā [d.h. den blinden Weisen Dīrghatamas] sahenden, vor dem Unheil bewahrten, o Agni — sie beschützte der Gutwirkende, der Allwissende; die betrügenden Feinde vermochten ihm nichts anzuhaben. Durch dich, gemeinsam an Reichtum, von dir unterstützt, unter deiner Führung möchten wir Beute erlangen; mach beide Absichten wirksam in Wahrhaftigkeit [?]. Mit diesem Brennholz wollen wir dir, o Agni, dienen; nimm das gepriesene Loblied an; verbrenne die verfluchenden Rākṣasas; beschütze uns vor Trug, vor Tadel, vor Schande, o du mit Mitras Herrlichkeit.
[Anm.: Der Vers über den "Sohn der Mamatā" bezieht sich vermutlich auf die bekannte vedische Legende vom blinden Weisen Dīrghatamas.]
rakṣo-haṇaṃ vājinam ā jigharmi mitraṃ prathiṣṭham upa yāmi śarma śiśāno agniḥ kratubhis samiddhas sa no divā sa riṣaḥ pātu naktam | vi jyotiṣā bṛhatā bhāty agnir āvir viśvāni kṛṇute mahītvā prādevīr māyās sahate durevāś śiśīte śṛṅge rakṣase vinikṣe | uta svānāso divi ṣantv agnes tigmāyudhā rakṣase hantavā u made cid asya pra rujanti bhāmā na varante paribādho adevīḥ | mahā(g)ṃ indro nṛvad ā carṣaṇiprāḥ | trātāram indram | agnir āyuṣmān | svasti-dā viśas-patiḥ || agne rathena gṛbhāyāyuṣmān ekañ ca
Den Rākṣasa-Töter, den Kraftvollen, salbe ich; ich nahe dem weitesten Schutz, dem Mitra; geschärft durch die Opferwerke, entflammt, Agni — er möge uns bei Tag, er vor Schaden bei Nacht behüten. Mit gewaltigem Licht erstrahlt Agni, offenbart durch seine Größe alle Dinge; er überwältigt die bösgesinnten Zaubereien der Nicht-Götter; er schärft seine Hörner, um sie gegen den Rākṣasa zu stoßen. Und die tönenden Flammen Agnis mögen am Himmel sein, scharf bewaffnet, um den Rākṣasa zu erschlagen; selbst im Rausch zerbrechen seine zornigen [Flammen; ihn] hindern nicht die umzingelnden gottlosen Mächte. "Gewaltig, wie ein Mann, ist Indra, die Stämme erfüllend." "Den Beschützer Indra." "Agni, der Lebensvolle." "Der Heil-Gebende, Herr des Volkes." [Gedächtnisvers:] "o Agni, mit dem Wagen" – "ergreife" – "lebensvoll" – und eins.