Paṭala 67: Ṣaṣṭha-praśna: Die Anrufung der Sieben Großen Weisen (Pulastya, Vasiṣṭha, Atri)
6. Praśna: Die Anrufung der Sieben Großen Weisen (Pulastya, Vasiṣṭha, Atri)
Dieser Abschnitt (6.30.1-6.31.8) bleibt in seiner Grammatik durchgehend schwierig und ist an vielen Stellen unsicher, bringt aber ab 6.31.1 drei der klassischen Sieben Großen Weisen (Saptarṣi) ausdrücklich namentlich: Pulastya (6.31.1-2, Prajāpatis geistgeborener Sohn und laut Purāṇas Stammvater der Rākṣasas), Vasiṣṭha (6.31.5-6) und Atri (6.31.7-8, mit möglicher Anspielung auf seine Gattin Anasūyā). 6.0.9 ist die übliche mnemonische Merkzeile.
vyāvartate yo vibudho vyāna eṣa vyāpūrayan no dharate[*426] sarvam arvāk | tasmād evaṃ juhutaś śa(g)ṃ sametu svāhā
Der sich abwendet, der Erwachte, dieser ist der Vyāna-Atem, der uns durchdringend alles diesseits trägt; von ihm möge so, dem Opfernden, Glück zuteilwerden.
[Anm.: "Vyāna" ist einer der fünf vitalen Lebenshauche (vgl. 5.2.73).]
ya eṣodāna[*428] uditaḥ pulastya upoṣa[*429] viśvaṃ prabhayāham asmai | juhomi ṛṣaye so 'vatu[*430] śarma svāhā
Der dieser Aufsteigende ist, der aufgegangene Pulastya, der alles durch seinen Glanz erhellt – ich opfere dem Ṛṣi; er möge Schutz gewähren.
[Anm.: Pulastya, einer der sieben großen vedischen Ṛṣis (Prajāpatis geistgeborener Sohn und laut Purāṇas Stammvater der Rākṣasas), erscheint hier namentlich.]
Wonne, weinend tritt er zum See, Pulastya; mit Zuneigung erduldet er dies dreifach, der Zweite; seine Gegenwart ist beständig – sie möge uns beschützen.
pra prāyaśo pāna[*431] idaṃ vapur yas te pāpam agryaḥ kratu-kīrti-kāmaḥ | tam āhutīr yo 'juhuta preta eṣas svāhā
Vorwärts, meist trinkend, dies ist die Gestalt, wessen Sünde, der Erste, nach Tatkraft und Ruhm Begehrende; ihm, dem die Opfergüsse dargebracht wurden, der ist fortgegangen.
[Anm.: Fußnote *431 vergleicht mit RV 7.8.4/TS 2.5.12.4. Vers unsicher [?].]
Der Herr der Anasūyā [?], niederlegend, unsichtbar, schützte, aufgegangen, die Flut des Weltkreislaufs; dieser Ṛṣi möge der Stammes-Begründer seines Stammes sein.
[Anm.: "Anasūyā" ist der Name der Gattin des Ṛṣi Atri – möglicher Bezug zum folgenden Vers; im Übrigen unsicher [?].]
Der, dieser, aus den Himmelsrichtungen gewachsen ist, Atri, der König; ihm möge dies, dem Opfernden, Soma gewähren.
[Anm.: Atri, ebenfalls einer der sieben großen Ṛṣis, erscheint hier namentlich – der Abschnitt reiht damit nacheinander Pulastya, Vasiṣṭha und Atri aus dem Kreis der Saptarṣi auf.]