Quellen der Menschheit

Vaikhānasamantrapraśna

Paṭala 144: Der Aśvin-Hymnus und das Āpaḥ-Sūkta Anrufung der Aśvins und Indras sowie das Āpaḥ-Sūkta (Wasser-Segenshymnus)

Khaṇḍa 204-205 (Sutra 8.1.204.1-8.1.205.6).

dyubhir aktubhiḥ pari pātam asmān ariṣṭebhir aśvinā saubhagebhiḥ / tan no mitro varuṇo māmahantām aditis sindhuḥ pṛthivī uta dyauḥ

Bei Tag und bei Nacht beschützt uns, ihr Aśvins, mit unversehrten, glückverheißenden Kräften; das mögen uns Mitra und Varuṇa gewähren, Aditi, der Strom, die Erde und der Himmel.

kayā naś citra ā bhuvad ūtī sadāvṛdhas sakhā / kayā śaciṣṭhayāvṛtā

Mit welcher Gunst möge uns der Wunderbare, der beständig Mehrende, der Freund, hilfreich zur Seite sein - mit welcher mächtigsten Gunst, eingehüllt in sie?

kas tvā satyo madānāṃ ma(g)ṃhiṣṭho mathsad andhasaḥ / dṛḍhā cid āruje vasu

Wer von den Rauschtränken, der wahrhaftig freigebigste, möge dich, vom Somatrank berauscht, antreiben, selbst Festes aufzubrechen, um Gut zu erlangen?

abhī ṣu ṇas sakhīnām avitā jaritṝṇām / śataṃ bhavāsy ūtibhiḥ

Fürwahr, sei du der Beschützer unserer Freunde, der Lobsänger; hundertfach mögest du sein mit deinen Hilfen.

vayas suparṇā upa sedur indraṃ priya-medhā ṛṣayo nādhamānāḥ / apa dhvāntam ūrṇuhi pūrdhi cakṣur mumugdhy asmān nidhayeva baddhān

Die schönbeflügelten Vögel, die Priyamedha-Ṛṣis, setzten sich zu Indra, flehend; enthülle die Finsternis, fülle unser Auge mit Licht, befreie uns, wie Wesen, die durch eine Falle gebunden sind.

[Anm.: Entspricht dem Priyamedha-Hymnus-Umfeld (RV 8.1 u.ä.) mit dem bekannten Motiv der 'schönbeflügelten Vögel' (Priyamedha-Ṛṣis), die um Licht und Befreiung flehen.]

śaṃ no devīr abhiṣṭaya āpo bhavantu pītaye / śaṃ yor abhi sravantu naḥ

Heilvoll seien uns die göttlichen Wasser zum Beistand, heilvoll zum Trinken seien die Wasser; heilvoll und wohltuend mögen sie zu uns herströmen.

īśānā vāryāṇāṃ kṣayantīś carṣaṇīnām / apo yācāmi bheṣajam

Sie, die Herrscherinnen über die begehrenswerten Güter, die über die Völker Gebietenden - von den Wassern erbitte ich Heilkraft.

sumitrā na āpa oṣadhayas santu durmitrās tasmai bhūyāsur yo 'smān dveṣṭi yaṃ ca vayaṃ dviṣmaḥ

Gute Freunde mögen uns die Wasser und die Heilkräuter sein; schlechte Freunde mögen sie jenem sein, der uns hasst und den wir hassen.

āpo hi ṣṭhā mayo-bhuvas tā na ūrje dadhātana / mahe raṇāya cakṣase

Ihr Wasser seid ja wonnebringend - verleiht uns Kraft zur großen Freude, zum rechten Sehen.

yo vaś śivatamo rasas tasya bhājayateha naḥ / uśatīr iva mātaraḥ

Euren heilvollsten Saft, dessen lasst uns hier teilhaftig werden, wie liebevolle Mütter ihre Kinder teilhaben lassen.

tasmā araṃ gamāma vo yasya kṣayāya jinvatha / āpo janayathā ca naḥ

Zu jenem Ziel mögen wir passend gelangen, zu dessen Wohnstätte ihr uns antreibt; und ihr Wasser, erzeugt uns neu.

[Anm.: Die Verse 8.1.205 entsprechen dem berühmten Āpaḥ-Sūkta RV 10.9 (bzw. der Parallelfassung in Taittirīya-Saṃhitā/Vājasaneyi-Saṃhitā), einem der wichtigsten Wasser-Segenshymnen des Veda, bis heute in zahllosen Reinigungsritualen rezitiert.]

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