Quellen der Menschheit

Vaikhānasamantrapraśna

Paṭala 66: Ṣaṣṭha-praśna: Sarasvatī als "Gaṅgā-Stimme" und die kosmische Mutter 6. Praśna: Sarasvatī als "Gaṅgā-Stimme" und die kosmische Mutter

Dieser Abschnitt (6.28.1-6.29.5) setzt die dichte, schwer aufzulösende Göttinnen-Verssprache aus dem Vorkapitel fort. Bemerkenswert ist 6.28.2, wo Sarasvatī ausdrücklich als "Gaṅgā-Stimme" (gaṅgā-vāṇī) bezeichnet wird – eine ungewöhnliche Verbindung der beiden großen Flussgöttinnen. Die übrigen Verse besingen eine kosmische "Mutter" (mātā) in stark verrätselter Sprache; die Übersetzung bleibt an zahlreichen Stellen unsicher und ist entsprechend mit [?] markiert.

pravidyutāyā sumano-dharā cāmuṃ virañjaty[*416] ata eṣa panthāḥ | tasyābhavat vindu-karānurañjo juhomi sā no śiva-dā vidheyā svāhā

Der Vorausblitzenden, der Gutgesinnten Trägerin, sie färbt jenen Pfad – dies ist der Weg. Ihr geschah die Punkt-Erschaffende Färbung; ich opfere – sie sei uns die Glückspendende, die zu Verordnende.

[Anm.: Vers unsicher [?].]

gaṅgā-vāṇī sarasvatī phalaty ūrdhva(g)ṃ śivāya nas sadābhayā bhavet | tata ādānam emi dhātus samastaṃ visṛjantīha devyās tasyā agnāv etu pātu sadā nas svāhā

Die Gaṅgā-Stimme, Sarasvatī, trägt Frucht empor, zu unserem Heil; stets furchtlos möge sie sein. Von dort nehme ich ihre Gabe; die Gesamtheit des Ordners hier ausströmend gehört der Göttin – das Ihre gehe ins Feuer ein, sie beschütze uns immerdar.

[Anm.: Sarasvatī wird hier ausdrücklich als "Gaṅgā-Stimme" (gaṅgā-vāṇī) bezeichnet – eine ungewöhnliche Verbindung der beiden großen Flussgöttinnen.]

vidyāṃ nno mātu vitanotu māna(g)ṃ somena saumyāṃ avatārayantu | tayā pratyaṅgaṃ vivṛtaṃ yad viśāmo 'moghaṃ vidma prajayā brahma etat svāhā

Das Wissen möge uns die Mutter ausbreiten, das Maß; durch Soma mögen sie die Somahafte herabsteigen lassen; durch sie wird Glied für Glied enthüllt, was wir betreten – untrüglich erkennen wir dies Brahman durch die Nachkommenschaft.

[Anm.: Vers unsicher in Details [?].]

mātā hy ameyā mahī mūrtimatyā yayā satvaṃ[*417] vitanotīndriyeṣu | yasyā asyā vaśa-niṣṭham ajāyata svairiṇyā sā bhūtaye me bhavetā(g)ṃ svāhā

Die Mutter ist unermesslich, groß, gestaltbegabt, durch die sie das Sein/die Kraft in den Sinnesorganen ausbreitet; deren, in deren Macht Gegründetem geboren wurde, die Selbstbestimmte – sie sei mir zum Wohlergehen.

[Anm.: Vers unsicher in Details [?].]

āyām ahan tvā jananīṃ prāṇina[s] syuḥ prājñāḥ prajñātām etyādhyavasthāṃ mama dhiyo niyogam | pravāhiṇy anaiṣi mama dhehi[*418] priya(g)ṃ sā mā na hi(g)ṃsī svāhā

Hierher habe ich dich geführt, o Mutter der Lebewesen; mögen die Weisen zur erkannten Grund-Gewissheit gelangen, zum Auftrag meines Denksinns; o Pravāhiṇī, du hast mich geleitet – gewähre mir Liebes; sie möge mir nicht schaden.

[Anm.: "Pravāhiṇī" ("die Weiterströmende") knüpft an dasselbe Epitheton aus 6.27.4 an.]

yayā satas satyaṃ varata uditaṃ jyāyo jāyāyai jarasaṃ vidhatte | tata ujjihānāṃ tanubhiś caturbhir imām agacchat svakayā mahimnā svāhā

Durch die die Wahrheit des Seienden gewählt, aufgegangen, größer, der Gattin verleiht sie das Alter; von dort, sich erhebend, mit vier Leibern gelangte er zu dieser Welt, durch seine eigene Größe.

[Anm.: Vers unsicher in Details [?].]

prasaviṇy aṅge manavo vicakṣavo yayā tu vṛddhiṃ vardhayanto viyāntaḥ | subodham āninyuḥ prasavaṃ prajānāṃ tadā ta ebhir vahantu puṣṭi(gg)ṃ svāhā

In der zeugenden Kraft, am Leibe, die Weisen, die Weitsichtigen, durch die sie ihr Wachstum mehrend, sich entfernend; brachten sie leichte Erkenntnis, das Hervorbringen der Geschöpfe – dann mögen sie durch diese Kräfte Gedeihen tragen.

[Anm.: Vers unsicher [?].]

yābhyo hi taptaṅ kṛnvanto[*419] inujātā yābhyo[*420] bhavaty arcir harā ca dhūrtiḥ | devyaḥ prasannā dhava-sammatā yā vahantu naś śa(g)ṃ suyaśaḥ kriyāsu svāhā

Denen, für die die Erhitzten schaffend, von ihnen Geborenen; von denen kommt der Glanz und die zerstörerische Täuschung; die Göttinnen, wohlgesonnen, vom Gatten Geschätzte, mögen uns Glück bei den Riten bringen, guten Ruhm.

[Anm.: Vers unsicher in Details [?].]

yā mānasā vādhigatānuṣaṅgāḥ kriyāsu satyaḥ prasavas svavaitu | sannīyate yābhir avantu devyo yajāmahe[*421] tad dhaviṣo tatābhyas svāhā

Die durch den Denksinn erlangte, mit erreichter Verbindung, bei den Riten wahrhaftig, das Hervorbringen möge sich von selbst einfinden; durch die Kräfte wird alles zusammengeführt – die Göttinnen mögen uns beschützen; wir opfern jenen die ausgebreitete Opfergabe.

[Anm.: Vers unsicher [?].]

yatas svam āsīd dhṛdayād anāder ṛṣis tviṣādīpya jagad dadhāra | khyāter īśase dhṛg-agnau juhomi svāhā

Von wo aus sein Eigenes aus dem anfanglosen Herzen kam, der Ṛṣi, durch Glanz entflammend, trug die Welt; über den Ruhm gebietest du – im festgehaltenen Feuer opfere ich.

[Anm.: Vers unsicher in Details [?].]

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