Mit dem 8. und letzten Praśna beginnt ein völlig neuer Textgenre: ein ausführliches Tempel-/Bildnis-Weiheritual (pratiṣṭhā-vidhi), das sich über den gesamten Rest des Werks erstreckt (206 Khaṇḍas). Dieser erste Abschnitt ist eine "Navaratna"-artige Edelstein-Weihe: jedem der zehn Wächtergötter (Dikpālas) und Schlangenfürsten wird ein spezifischer Edelstein zugeordnet und an dessen symbolischer "Stelle" (sthāna) niedergelegt. 8.1.1.1 ist ein rätselhafter kosmologischer Rad-Vers, der an die Zeitrad-Rätsel von RV 1.164 erinnert, ohne wörtlich damit übereinzustimmen.
Jenes einradnabige, dreifache, dem Sechzehnfachen zugehörige, hundert-halbspeichige [Rad], mit zwanzig Gegenspeichen, in Achter- und Sechsergruppen, mit einem alles gestaltenden Band; die dreifache Wegteilung, die durch zwei Ursachen bedingte einzige Verwirrung.
[Anm.: Rätselhafte kosmologische Rad-/Zeit-Symbolik, erinnert an die Zeitrad-Rätselverse in RV 1.164 (bes. 1.164.11-13, 48), jedoch keine wörtliche Übereinstimmung feststellbar; Vers insgesamt sehr unsicher [?].]
prajā-patiṃ prathamaṃ yajñiyānāṃ devānām agre yajataṃ yajadhvam | sa no dadātu draviṇaṃ suvīryaṃ rāyas poṣaṃ viṣyatu nābhim asme
Den Prajāpati, den Ersten der Opferwürdigen, an der Spitze der Götter, den Verehrungswürdigen, verehret! Er gebe uns Besitz mit guter Tüchtigkeit, er löse uns den Nabel des Reichtumswachstums.
[Anm.: Liturgischer Prajāpati-Vers; genaue Quelle unsicher [?].]
agnāv agniś carati praviṣṭa ṛṣīṇāṃ putro adhirāja eṣaḥ | sāhākṛtya brahmaṇā te juhomi mā devānāṃ mithuyā kar bhāgadheyam
In Agni wandelt Agni, eingegangen, der Sohn der Ṛṣis, dieser Oberkönig; mit Kraft ausgestattet opfere ich dir durch das Brahman; nicht möge ich den Göttern den Anteil fälschlich zuteilen.
[Anm.: Zitat, vermutlich aus der Agnicayana-Tradition der Yajurveda ("Agni-in-Agni"-Motiv); genaue Fundstelle unsicher [?].]
Der Schöpfer der Schöpfer, der Herr der Welt, den Gott Savitṛ, den Feindüberwinder; dieses Opfer mögen die beiden Aśvins, Bṛhaspati, die Götter beschützen, den Opferherrn vor Schaden.
[Anm.: Liturgisches Schutzgebet; genaue Quelle unsicher [?].]
imāṃ mūrdhanyā mama vāṇy asūnāṃ pater indriyāṇāṃ mateḥ priyāṇām | vāco rucīnām pravarāya gāyan nidhiṃ nidadhyan prajayā astu bhūtyai
Diese meine im Haupt befindliche Stimme, des Herrn der Lebenskräfte, der Sinnesorgane, der lieben Gedanken; zum Vorzüglichsten der Redeglänze singend, den Schatz niederlegend, möge sie samt Nachkommenschaft zum Wohlergehen sein.
apsarassu yo gandho gandharveṣu ca yad yaśaḥ | daivo yo mānuṣo gandhas sa mā gandhas surabhir juṣatām
Welcher Duft bei den Apsaras, und welcher Ruhm bei den Gandharvas ist; welcher göttliche, welcher menschliche Duft — dieser wohlriechende Duft möge mir zuteilwerden.
[Anm.: Anklang an bekannte Apsaras-Gandharva-Wohlgeruch-Verse der Atharvaveda-Tradition; genaue Fundstelle unsicher [?].]
Den, bei dem die Kadru-Söhne in der Versammlung, die Helden, ruhen, dessen Ausstattung das All ist; dir, Vāsuki, von tausendfacher Wesensgestalt, dir sei Verehrung, zur Ausbreitung, zum Wohlergehen dir.