Paṭala 74: Saptama-praśna, Prārambhaḥ: Die Pāramātmikā-Upaniṣad (1) – Viṣṇu als höchstes Selbst
7. Praśna, Beginn: Die Pāramātmikā-Upaniṣad (1) – Viṣṇu als höchstes Selbst
Mit dem siebten Praśna beginnt ein neuer, deutlich anders gearteter Abschnitt des Werks: dichte, philosophisch-metaphysische Prosa-Verse, die Quellenfußnote *449 selbst ausdrücklich als "Pāramātmikā-Upaniṣad" bezeichnet ("bekannt als die Pāramātmikopaniṣad") – ein eigenständiger, dem höchsten Selbst (Paramātman) gewidmeter Upaniṣad-artiger Text innerhalb der Vaikhānasa-Tradition, der Viṣṇu mit diesem höchsten metaphysischen Prinzip identifiziert. Fußnote *450 vermerkt, dass dieser Abschnitt überwiegend der Lesart des Kommentators Bhaṭṭa-Bhāskara folgt; die Quelle vermerkt durchgehend zahlreiche Lesart-Varianten gegenüber einer als "US" abgekürzten Parallelausgabe. Die Nummerierung wechselt zu einem vierstufigen Schema (Praśna.Anuvāka.Khaṇḍa.Mantra) mit zusätzlicher Klammernummerierung [Kapitel.Vers]. Der Text ist sprachlich außergewöhnlich dicht; viele Verse bleiben im Detail unsicher.
Viṣṇu, der Oberherr aller, der Höchste, der Uralte; der über den Welten Stehende, der Unbesiegte, dessen Selbst unbesiegbar ist – dem Werdenden und dem Nicht-Werdenden.
[Anm.: Eröffnungsvers der "Pāramātmikā-Upaniṣad" (Fußnote *449). Fußnote *450 vermerkt, dass dieser Abschnitt (VMP 7.1) überwiegend dem Kommentator Bhaṭṭa-Bhāskara folgt.]
Der sehr Feine, der Allumfassende, das innere Selbst aller; das Unbewegliche des Unbeweglichen, das Bewegliche des Beweglichen, der Herrschende des Herrschenden – für die Entstehung der Macht.
[Anm.: Klassisches upaniṣadisches Formelmuster ("das X des X"), das die immanente Durchdringung aller Gegensatzpaare durch das höchste Prinzip ausdrückt.]
Das Licht, das zum höchsten Selbst Gehörige, das Allumfassende, den Welt-Ursprung, für das Werden; das Reichliche aussendend, zur Nachfolge, das Wohlgetane dem Getanen – über jenen Vorzüglichen gebietest du.
[Anm.: Vers philosophisch dicht, im Detail unsicher [?].]
Der Herrscher, von dem aus das Ausgebreitete ausbreitend, das [Glück/Wasser] gehalten, opfert der von Begierde Geopferte; den Gipfel den Gipfel spaltend, wiederum zum Höheren.
[Anm.: Vers unsicher in Details [?]; "kaṃ" ist ein vedisches Wort für "Glück/Wasser", oft mehrdeutig verwendet.]
Der Herrscher über die Reichtümer, unbehindert, von der Herbeitragenden, mit der Silbe "rāṃ rāṃ" von der Tragenden eingesetzt; den Herrn der Reichtümer, "rāṃ rāṃ", trägt er, der Erdenträgerin; "rāṃ" tragend, zum Emporgetragenen.
[Anm.: Enthält die mystische Silbe "rāṃ" als wiederholtes Klangelement (bīja-mantra-artig) – ungewöhnlich für einen ansonsten philosophisch-prosaischen Upaniṣad-Text und möglicherweise ein früher Beleg klangmystischer Symbolik innerhalb der Vaikhānasa-Tradition. Vers im Übrigen unsicher [?].]