Quellen der Menschheit

Vaikhānasamantrapraśna

Paṭala 82: Saptama-praśna: Die Pāramātmikā-Upaniṣad (9) – Die Guhā-Śloka (Kaṭha-Up. 1.2.20) und Vedānta 7. Praśna: Die Pāramātmikā-Upaniṣad (9) – Die Guhā-Śloka und der Vedānta-Verweis

Höhepunkt: 7.1.17.3 ist der berühmte "aṇor aṇīyān"-Vers, wörtlich übereinstimmend mit Kaṭha-Upaniṣad 1.2.20 und Śvetāśvatara-Upaniṣad 3.20 – einer der bekanntesten upaniṣadischen Verse über das im Herzen verborgene Selbst. 7.1.18.2 verwendet den Begriff "nigamānta" ("Ende der Veden" = Vedānta) – ein bemerkenswert später philosophischer Terminus.

catvāro doṣāḥ praharanti yasya sarvasya goptre su-rasāya dhāmne | somasya puṇyaṃ rayimat-pravṛddhyai svāhā

Dessen vier Fehler angreifen, dem Beschützer von allem, dem wohlschmeckenden Glanzsitz; des Soma Verdienst – zum reichtumsvollen Gedeihen.

[Anm.: Vers unsicher [?].]

vakṣo vasaty asya varāṃ variṣṭhāṃ vākan dadhānā vavṛdhe samastam | tasmai variṣṭhāya vara-pravṛddhyai svāhā

An seiner Brust wohnt die Vorzügliche, Erhabenste, die Rede tragend, sie wuchs, alles insgesamt; jenem Vorzüglichsten – zum vorzüglichen Wachstum.

[Anm.: Wahrscheinlich Bezug auf Śrī/Lakṣmī, die an Viṣṇus Brust wohnt (vgl. Śrīvatsa).]

aṇor aṇīyān mahato mahīyān ātmā guhāyāṃ nihito 'sya jantoḥ | tam akratuṃ paśyati vīta-śoko dhātuḥ prasādān mahimānam īśaṃ svāhā

Kleiner als das Kleinste, größer als das Größte, das Selbst, verborgen in der Höhle dieses Geschöpfes; den Wunschlosen sieht der von Kummer Befreite, durch die Gnade des Schöpfers, die Größe, den Herrscher.

[Anm.: Wörtliches Zitat = Kaṭha-Upaniṣad 1.2.20 / Śvetāśvatara-Upaniṣad 3.20, einer der berühmtesten upaniṣadischen Verse über das im Herzen verborgene Selbst.]

viṣṇur variṣṭho vara-dāna-mukhyo yo 'viśva-bhīṣī dhyāyann akurvan | viśvaṃ vibhīṣaṃ vyadadhat tam mantraṃ tad viṣṇave yat prabhaviṣṇave yam amitaṃ bharitre svāhā

Viṣṇu, der Vorzüglichste, der Hauptgeber von Gaben, der nicht vor dem All erschrickt, meditierend, doch nicht handelnd; das All furchtlos machend, ordnete er jenen Spruch an – dem Viṣṇu, dem Mächtigen, ihm, dem Unermesslichen, dem Erhalter.

[Anm.: Vers unsicher [?].]

ajo juṣantaḥ prapatan padataḥ pūṃ pūṃ puṣantaḥ punar yaḥ pravākam | kaṃ kaṃ janitre sama-tejasan te svāhā

Der Ungeborene, liebend, herabfallend, Schritt für Schritt, nährend, wieder die Vorrede; wem auch immer, dem Erzeuger, den gleich Glanzvollen.

[Anm.: Vers sprachlich sehr unsicher, zahlreiche obskure Wortformen [?] durchgehend.]

mām ātma-guptāṃ vahasi sma bhūtyai tāṃ rājimatīṃ dhuraṃ dhūrayantīm | dhūr asi dhruvāya svāhā

Mich, die selbstbeschützte, trugst du zum Wohlergehen, sie, die Glanzvolle, die die Last trägt; die Last bist du – dem Festen.

[Anm.: Setzt den ungewöhnlichen Wechsel in die erste Person Singular Femininum fort (vgl. bereits 7.1.7.5).]

yaṃ cintayanto nigamānta-rūpaṃ yaṃ viṣṇu-rūpaṃ paramātma-puṇyam | te vindamānāḥ sakalaṃ vrajanti tan deva-mukhyaṃ su-rataṃ bhavāya svāhā

Den, an den denkend, die Gestalt des Veda-Endes, den, die Viṣṇu-Gestalt, das Verdienst des höchsten Selbst; sie, ihn erlangend, gehen ganz ein; jenen höchsten Gott, den Wohlerfreuten – zum Werden.

[Anm.: "nigamānta" ("Ende der Veden", = Vedānta) – bemerkenswerter Verweis auf die spätere philosophische Terminologie.]

puṇyañ ca puṇyā phuruṣe pur-agrāṃ tāṃ rājimataṃ nidhi-coditāṃ naḥ | vidadhāti puṣṭiṃ parāṃ parāya svāhā

Und das Verdienst, die Verdienstvolle im Puruṣa, an der Spitze der Burg, die Glanzvolle, vom Schatz Angetriebene, uns; sie verleiht das höchste Gedeihen – dem Höchsten.

[Anm.: Vers sprachlich sehr unsicher [?].]

so no bhūto yo vāmṛtātmā su-puṣṭim asmad vitaran pavitrām | so no 'stu bhūtyai kamalā-varāya svāhā

Er sei uns, der unsterblichen Selbstes, das gute, reine Gedeihen uns gewährend; er sei uns zum Wohlergehen – dem von Kamalā [Lakṣmī] Bevorzugten.

sa tv eva nityaṃ sakalās sva-mūrtayas su-ratās v anantāḥ | te 'jījayanto vipad akṣayāṇām tat-tat-savitre harate harāya svāhā

Er allein, ewig, alle seine eigenen Gestalten, wohlerfreut, endlos; sie, [uns] belebend, aus der Gefahr der Unvergänglichen, jenem jeweiligen Erreger, dem Raubenden, dem Hari.

[Anm.: Vers unsicher [?].]

sante svāhā harāya svāhā

[Mnemonische Merkzeile:] "…dem Seienden, svāhā" – "…dem Hari, svāhā".

[Anm.: Liturgische Stichwortformel.]

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