Quellen der Menschheit

Vaikhānasamantrapraśna

Paṭala 23: Pañcama-praśna, Prathamānuvāka (Fortsetzung): Die vedische Ruffolge nach Āśvalāyana-Śrautasūtra und der Agni-Hymnus RV 3.27 5. Praśna, 1. Anuvāka (Fortsetzung): Die vedische Ruffolge nach Āśvalāyana-Śrautasūtra und der Agni-Hymnus RV 3.27

Nach Abschluss der großen Anrufungslitanei folgt in 5.1.149 ein wörtliches, quellenseitig fußnotiertes Zitat aus dem Āśvalāyana-Śrautasūtra (AŚ 1.2.1), das die formelhafte Ruf-Ordnung zwischen den Priestern regelt, gefolgt von einem vollständig zitierten Ṛgveda-Vers (RV 10.53.4). Ab 5.1.150 beginnt ein Block wörtlicher Zitate aus dem Agni-Hymnus RV 3.27 (Vasiṣṭha), wobei die Quelle jeweils nur den Versanfang gibt und das letzte Wort/die letzte Silbe jedes Verses durch ein abschließendes oṃ ersetzt – eine im Quelltext selbst dokumentierte Zitier-Konvention (Fußnote: „Kürzung des letzten Wortes, oṃ am Ende hinzugefügt, dies setzt sich bis 5.1.152.4 fort"). Diese Kürzung wird hier originalgetreu wiedergegeben, ohne die fehlenden Vers-Enden zu ergänzen.

oṃ hotar ehi vayam idaṃ deva-yajanaṃ kariṣyāmaḥ | adhvaryo devatā ācakṣva tāsām ānupūrvam uccair upāṃśutāṃ ca | agnaye samidhyamānāyānu brūhi

Oṃ, Hotṛ-Priester, komm her! Wir wollen diesen Götter-Opferplatz [in Gebrauch] nehmen. Adhvaryu, nenne die Gottheiten, ihre Reihenfolge, [dabei] laut und leise zu Rezitierendes. Sprich dem entzündeten Agni nach.

[Anm.: Bezug auf TS 6.3.7.1/TB 3.3.7.1 laut Quelle.]

oṃ namaḥ pravaktre nama upadraṣṭre namo 'nukhyātre ka idam anuvakṣyati sa idam anuvakṣyati ṣaṇ morvīr aṃhasas pāntu dyauś ca pṛthivī cāhaś ca rātriś cāpaś cauṣadhayaś ca vāk saṃsthita-yajñas sādhuś candāṃsi prapadye 'ham eva mām | śrī viṣṇu-śarmāṇam

Oṃ, Verehrung dem Vorsprecher; Verehrung dem Aufsicht-Nehmenden; Verehrung dem Ankündiger. — Wer wird dies weiter-rezitieren? Er wird dies weiter-rezitieren. — Die sechs Weiten mögen [uns] vor Bedrängnis schützen: Himmel und Erde, Tag und Nacht, Wasser und Kräuter. Die Rede, in der das Opfer gegründet ist, sei wohlgetan; ich nehme Zuflucht bei den Versmaßen, bei mir selbst. — [Beispiel-Namenseinsetzung des Opferherrn:] der glückhafte Viṣṇuśarman.

[Anm.: Wörtliches, fußnotiertes Zitat aus dem Āśvalāyana-Śrautasūtra (AŚ 1.2.1), das bis 5.1.149.9 reicht. An der Stelle des Namens "Viṣṇuśarman" wird im tatsächlichen Ritual der Name des jeweiligen Opferherrn eingesetzt.]

bhūte bhaviṣyati jāte janiṣyamāṇa ābhajāmy apāvyaṃ vāco aśāntim vaha | jāta-vedo ramayā paśūn mayi | varma me dyāvā-pṛthivī varmāgnir varma sūryo varma me santu tiraś-cikāḥ

Im Gewesenen, im Künftigen, im Geborenen, im noch zu Gebärenden teile ich zu; die Unruhe der Rede trage fort [?]. — Jātavedas [Agni], besänftige das Vieh bei mir. — Panzer seien mir Himmel und Erde, Panzer Agni, Panzer Sūrya; Panzer sollen mir die Querschauenden [?] sein.

[Anm.: Einzelne Wendungen (v.a. "apāvyaṃ", "tiraś-cikāḥ") sind sprachlich unsicher und mit [?] markiert.]

tad adya vācaḥ prathamaṃ maśīya yenāsurām̐ abhi devā asāma | ūrjāda uta yajñiyāsaḥ pañca-janā mama hotraṃ juṣadhvam

Dies möge ich heute als Erstes der Rede erlangen, wodurch wir Götter über die Asuras die Oberhand gewannen. Ihr Kraft-Verzehrenden und Opferwürdigen, ihr fünf Völker [d.h. alle Menschen] — nehmt meine Anrufung wohlgefällig an.

[Anm.: RV 10.53.4, laut Quelle hier vollständig zitiert (die AŚ-Parallele gibt nur das Pratīka). Die "fünf Völker/Stämme" (pañca-janāḥ) sind eine feste vedische Formel für die gesamte Menschheit.]

him | bhūr bhuvas suvar om | pra vo vājā abhidyavo haviṣmanto ghṛtācyā devāṃ jigāti sumnay...[?] om

Him [Lautsilbe]. Bhūḥ, Bhuvaḥ, Suvaḥ, oṃ. "Vorwärts [ziehen] eure himmelwärts strebenden Kraftgaben, mit Opfergaben versehen; mit der schmalzträufelnden [Spende] geht [der Opferer] zum Gott, Gunst suchend..." [Vers bricht nach Quellenkonvention mit oṃ ab].

[Anm.: Beginn des Zitatblocks aus RV 3.27 (Vasiṣṭha-Agni-Hymnus), laut Quellenfußnote bestätigt für RV 3.27.1. Wortdeutung von "sumnayuḥ" [?] unsicher; die Verszeile ist im Original um das letzte Wort gekürzt.]

agna ā yāhi vītaye gṛṇāno havyadātaye | ni hotā satsi barhiṣ...[i] om | tan tvā samidbhir aṅgiro ghṛtena vardhayāmasi | bṛhac-chocā yaviṣṭhy...[a] om | sa naḥ pṛthuś śravāyyam acchā deva vivāsasi | bṛhad-agne suvīry...[am] om

"Agni, komm her zum Genießen, gepriesen, zur Opfergaben-Darbringung; als Hotṛ setze dich nieder auf das Barhis-Gras..." — "Dich, Aṅgiras, stärken wir mit Brennscheiten und mit Schmalz; flamme hoch empor, du Jüngster..." — "Du, o [an Ruhm] Reicher, bringst uns, Gott, hin zum ruhmvollen [Gut]; [gewähre uns] große Heldenkraft, Agni..."

[Anm.: Fortsetzung des RV-3.27-Zitatblocks, jeweils mit der oṃ-Kürzungskonvention endend. "pṛthuḥ" [?] hier als Agni-Epitheton unsicher gedeutet.]

īlenyo namasyas tiras tamāṃsi darśataḥ | sam agnir idhyate vṛṣ...[ā] om | vṛṣo agnis sam idhyate 'śvo na deva-vāhanaḥ | taṃ haviṣmanta īḷat...[e] om | vṛṣaṇaṃ tvā vayaṃ vṛṣan vṛṣāṇas sam idhīmahi | agne dīdyataṃ bṛh...[at] om | agniṃ dūtaṃ vṛṇīmahe hotāraṃ viśva-vedasam | asya yajñasya sukrat...[um] om | samidhyamāno adhvare 'gniḥ pāvaka īḍyaḥ | śociṣ-keśas tas īmah...[e] om

"Der Anzubetende, der Ehrwürdige, durch die Finsternisse hindurch sichtbar — entzündet wird Agni, der Bullenkräftige..." — "Der bullenkräftige Agni wird entzündet, wie ein Ross, das die Götter fährt; ihn preisen die Opferspender..." — "Dich, den Bullenkräftigen, wollen wir, o Bulle, selbst kraftvoll, entzünden; Agni, leuchte hell empor, du Großer..." — "Agni erwählen wir zum Boten, zum Hotṛ, den Allwissenden; von diesem Opfer, den Wohltätigen..." — "Der bei der Opferhandlung entzündete Agni, der Reinigende, der Anzubetende, dessen Locken Flammen sind — ihn erflehen wir..."

[Anm.: Fortsetzung RV 3.27; einzelne Bahuvrīhi-Komposita (z.B. "śociṣ-keśas", "wörtl. flammen-haarig") bildlich übersetzt.]

pṛthu-pājā amartyo ghṛta-nirṇik sv-āhutaḥ | agnir yajñasya havyav...[āṭ] om | taṃ sabādho yata-sruca itthā dhiyā yajñavantaḥ | ā cakrur agnim ūtay...[e] om | samiddho agna āhūta devān yakṣi sv-adhvara | tvaṃ hi havyavāl[?] as...[i] om | ā juhota duvasyatāgniṃ prayaty adhvare | vṛṇīdhvaṃ havyavāhan...[am] om

"Der Breitglänzende, Unsterbliche, mit Schmalz-Gewand [bekleidet], der Wohlbespendete — Agni, der Opfergaben-Träger des Opfers..." — "Ihn haben die eng Zusammengedrängten, mit erhobenem Opferlöffel, so mit [andächtiger] Einsicht, die Opferwilligen, herbeigerufen..." — "Entzündeter, herbeigerufener Agni, opfere den Göttern bei schönem Ritus; denn du bist ja der Opfergaben-Träger..." — "Opfert dar, dienet dem Agni, wenn das Opfer voranschreitet; erwählet den Opfergaben-Fahrenden..."

[Anm.: Letzte vier Verse des RV-3.27-Zitatblocks; ab 5.1.152.5 endet die oṃ-Kürzungskonvention laut Quellenfußnote und die Akzentzeichen setzen wieder ein.]

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