Paṭala 62: Ṣaṣṭha-praśna: Der Schlussvers des Hiraṇyagarbha-Sūkta (RV 10.121.10) und Prajāpatis Entstehung aus dem Urmeer
6. Praśna: Der Schlussvers des Hiraṇyagarbha-Sūkta und Prajāpatis Entstehung aus dem Urmeer
6.23.5 zitiert RV 10.121.10, den berühmten Schlussvers des bereits in 6.13.2 begonnenen Hiraṇyagarbha-("Ka"-)Sūkta, der den zuvor als "welchem Gott" (kasmai devāya) offen gelassenen Adressaten ausdrücklich als Prajāpati benennt. 6.23.4 und 6.23.12 sind knappe Pratīka-Zitate (Verweis-Incipits), die auf bereits vollständig übersetzte Verse dieses Werks zurückverweisen (6.1.6-7 Trivikrama; 6.13.3-4 Tryambaka). Insgesamt ist dieser Abschnitt sprachlich dicht und in mehreren Versen unsicher.
Der aus dem Ruhmvollsten Geborene, der höchste Beschützer, der zuerst angerufene Sohn des Prajāpati. Für Prajāpati, den nicht Beneideten, gebar sie den, den der Herr des Lichts empfing.
[Anm.: Beide Verse stark unsicher [?], wörtlich wiedergegeben statt geglättet.]
"Jenen höchsten Ort Viṣṇus…" [Zitatanfang] — "Die inspirierten Seher…" [Zitatanfang]
[Anm.: Knappe Pratīka-Zitate (Verweis-Incipits) der bereits vollständig übersetzten Trivikrama-Verse 6.1.6-7, hier offenbar als Erinnerungs-/Verweiszeilen eingefügt.]
prajā-pate na tvad etāny anyo viśvā jātāni pari tā babhūva | yat kāmās te juhumas tan no astu vaya(gg)ṃ syāma patayo rayīṇā(g)ṃ svāhā
O Prajāpati, kein anderer als du hat all diese entstandenen Wesen umfasst; was wir dir, unseren Wünschen entsprechend, opfern, das werde uns zuteil – wir möchten Herren der Reichtümer sein.
[Anm.: RV 10.121.10, der berühmte Schlussvers des Hiraṇyagarbha-("Ka"-)Sūkta (vgl. 6.13.2), der den zuvor offen gelassenen Adressaten "welchem Gott" (kasmai devāya) ausdrücklich als Prajāpati benennt.]
Der Wohlseiende, der Selbstentstandene, legte zuerst im großen Urmeer den zeitgerechten Keim nieder; daraus geboren ward Prajāpati.
[Anm.: Kosmogonischer Vers über die Entstehung Prajāpatis aus dem Urmeer, thematisch dem Hiraṇyagarbha-Motiv verwandt. Fußnote *402 vermerkt eine VS-Lesart-Variante.]
Die Erde, die Leuchtende, in jeder Welt. Bhūḥ-Bhuvaḥ-Suvaḥ, der Welten-Reinigenden. Der zum Erwünschten Gehenden, der das Unerwünschte Vernichtenden, der Lotosartigen, die auf einem Haupt steht, der Jāhnavī [Gaṅgā].
[Anm.: "jāhnavī" ist ein gängiger Beiname der Gaṅgā (Ganges); der genaue Bezug der übrigen Epitheta bleibt unsicher [?].]
soma yās te mayo-bhuva ūtayas santi dāśuṣe | tābhir no 'vitā bhava svāhā | yā te dhāmāni divi yā pṛthivyāṃ yā parvateṣv oṣadhīṣv apsu | tebhir no viśvais sumanā ahedan[*404] rājanth[*405] soma prati havyā gṛbhāya svāhā
O Soma, welche wohltätigen Hilfen von dir dem Opfernden zuteilwerden – mit diesen sei unser Beschützer. Die Wohnstätten von dir, die im Himmel, die auf der Erde, die in den Bergen, den Heilkräutern, den Wassern sind – mit all diesen, wohlgesinnt, ungekränkt, o König Soma, nimm die Opfergaben entgegen.