pāvakā nas sarasvatī vājebhir vājinīvatī | yajñaṃ vaṣṭu dhiyāvasus svāhā
Die reinigende Sarasvatī, reich an Kampfkraft durch ihre Kampfkräfte, möge das Opfer begehren, sie, die durch Einsicht Reiche.
[Anm.: RV 1.3.10.]
Vaikhānasamantrapraśna
6.34.1 und 6.34.2 entsprechen RV 1.3.10 und RV 1.3.12, zwei bekannten Sarasvatī-Versen aus dem sogenannten Āprī-Hymnenkomplex. 6.35.2 nennt mit Marīci einen weiteren der sieben großen vedischen Weisen (Saptarṣi, vgl. bereits Pulastya, Vasiṣṭha, Atri in den Vorkapiteln) – Marīci gilt in der purāṇischen Tradition als Vater des Weisen Kaśyapa. 6.35.7 spielt auf die klassischen sieben kosmischen Welten (Sapta-Loka) an.
pāvakā nas sarasvatī vājebhir vājinīvatī | yajñaṃ vaṣṭu dhiyāvasus svāhā
Die reinigende Sarasvatī, reich an Kampfkraft durch ihre Kampfkräfte, möge das Opfer begehren, sie, die durch Einsicht Reiche.
[Anm.: RV 1.3.10.]
maho arṇas sarasvatī pra cetayati ketunā | dhiyo viśvā vi rājati svāhā
Die große Flut, Sarasvatī, macht sich kund durch ihr Zeichen; sie durchwaltet alle Gedanken.
[Anm.: RV 1.3.12.]
śa(g)ṃ sāniyacchaty[*437] aniśaṃ naḥ pavitrī yayā sva-rājā saṃvirājo virājaḥ | sehā hrāse puṣṭi-vardhane dhattā(g)ṃ svāhā
Glück gewährt sie uns unablässig, die Reinigende, durch die der Selbstherrscher, die zusammen Herrschenden, die Herrschenden walten; sie möge in Abnahme wie in Nahrungs-Mehrung wirken.
[Anm.: Setzt die Sarasvatī-Verehrung fort; im Detail unsicher [?].]
bhūya ātma-vṛttyā[*438] bala-tejo-jananyā devopavāhyā manasā yayāsann | dākṣāyaṇyā dhanyai yajeya(gg)ṃ svāhā
Nochmals, durch die eigene Wesensweise, die Kraft und Glanz Erzeugende, von den Göttern Herbeizuführende, durch den Denksinn, durch die sie sind; der Dākṣāyaṇī, der Reichen, möchte ich opfern.
[Anm.: "Dākṣāyaṇī" ("Tochter Dakṣas") ist ein Beiname mehrerer Göttinnen (u.a. Satī/Pārvatī); die genaue Zuordnung im Kontext der Sarasvatī-Verse bleibt unsicher [?].]
ya uttamo mūrtimato 'dhidhāmā | śreṣṭhārpitaṃ tvāhur ato yajāni svāhā
Der Höchste, über dem Gestaltbegabten Wohnende; den Besten, den Eingesetzten, nennen sie dich – darum opfere ich.
[Anm.: Vers unsicher [?].]
agneḥ pathā[*439] yaṃ praviśanti bhābhih | havī(g)ṃṣi tasmā abhito dadhātu svāhā
Auf Agnis Pfad, in den sie eintreten mit ihren Lichtern; die Opfergaben lege man ihm allseits nieder.
[Anm.: Vers unsicher [?].]
yam arpayanty atra kalā[*440] nidhāne diśāsv ādityaḥ pitaro 'paras yāḥ | ṛkṣā nṝṇāṃ samprasaras sudhāṃ tasmai marīcaye suhutan nidhattā(g)ṃ svāhā
Den sie hier hinlegen, die Phase, in der Bergung, in den Himmelsrichtungen, den Āditya, die Väter, die anderen; die Sternbilder der Menschen, das gemeinsame Ausströmen des Nektars – ihm, Marīci, sei die wohldargebrachte Gabe niedergelegt.
[Anm.: Marīci, einer der sieben großen vedischen Ṛṣis (laut purāṇischer Tradition Vater des Weisen Kaśyapa), erscheint hier namentlich.]
yas saṃharaty eṣa sṛjaty ahar naḥ | nenekti sañjīvati[*441] mā nametā(g)ṃ svāhā
Der zusammenzieht, dieser erschafft unseren Tag; er reinigt, er belebt – möge er sich mir nicht feindlich zuneigen.
[Anm.: Vers unsicher in Details [?].]
ṛcām adhīśo visṛjaṃś catasraḥ | prajāh prajeśo ramate rathe 'sya svāhā | nītāṃ dhṛtiṃ cetasi tāsu nityam | prajāsv anaparo bibharti svāhā
Der Oberherr der Ṛc-Verse, die vier aussendend; die Geschöpfe erfreuend, der Herr der Geschöpfe, erfreut sich in seinem Wagen. Die eingeführte Standhaftigkeit im Bewusstsein, in diesen Geschöpfen beständig; unter den Geschöpfen, ohne einen Zweiten, trägt er sie.
yeneṣṭe rasa agra agrim āsate | aṃbhasi tasya havir juhomi svāhā
Durch den der Saft am Anfang herrscht, sitzen sie beim Ersten/Feuer; in seinem Wasser opfere ich die Opfergabe.
[Anm.: Vers unsicher [?].]
samūhyate 'mbā saha saptalokāḥ | divi sthitā ye ca dharādhare ca bhūs svāhā
Zusammengeführt wird die Mutter mit den sieben Welten; die im Himmel Befindlichen und die auf der Erde Befindlichen, die Erde.
[Anm.: Anspielung auf die klassischen sieben kosmischen Welten (Sapta-Loka).]
caruṃ paced yas saha sapta-loke | rakṣā(g)ṃsi rakṣann iha jīva-loke svāhā
Wer das Opferkorn kocht, zusammen in den sieben Welten; die Rākṣasas abwehrend hier in der Welt der Lebewesen.
[Anm.: "rakṣāṃsi rakṣan" ist eine gebräuchliche apotropäische Wortspiel-Formulierung ("die Rākṣasas abwehrend").]
culyā(g)ṃ havi rakṣan pacanaṃ bibharti | tasmai yaja īśāya bubhukṣitāya svāhā
Im Kochherd die Opfergabe hütend, trägt er das Kochen; ihm, dem Herrscher, dem Hungrigen, opfere.
[Anm.: Vers unsicher in Details [?].]