Quellen der Menschheit

Vaikhānasamantrapraśna

Paṭala 52: Ṣaṣṭha-praśna: Agni-Verse aus der Taittirīya-Saṃhitā (TS 1.5.3.1-5) – die gesprenkelte Kuh und das wiederentzündete Feuer 6. Praśna: Agni-Verse aus der Taittirīya-Saṃhitā (TS 1.5.3.1-5) – die gesprenkelte Kuh und das wiederentzündete Feuer

Dieser Abschnitt zitiert laut Quellenfußnoten TS 1.5.3.1-5 (Agni-Verse). Bemerkenswert ist 6.8.2 ("āyaṃ gauḥ pṛśnir akramīd"): dieser Vers ist nahezu wortgleich mit RV 1.164.10ab, einem der berühmten rätselhaften Verse aus dem sogenannten Asya-vāmasya-Hymnus (RV 1.164) über die "gesprenkelte Kuh" (pṛśni). Auch 6.8.3 und 6.8.4 ("triṃśad dhāma...", "asya prāṇād apānaty...") tragen den charakteristischen rätselhaft-kosmologischen Sprachduktus dieses Umfelds, ohne dass eine sichere Einzelzuordnung möglich ist – daher mit [?] markiert.

bhūmir bhūmnā dyaur variṇāntarikṣaṃ mahitvā | upasthe te devy adite 'gnim annādam annādyāyādadhe svāhā[*366]

Die Erde durch ihre Fülle, der Himmel durch seine Weite, der Luftraum durch seine Größe – in deinem Schoß, o Göttin Aditi, habe ich Agni, den Speise-Esser, zum Zweck der Speise niedergelegt.

[Anm.: Laut Fußnote *366 TS 1.5.3.1/4.1.]

āyaṃ gauḥ pṛśnir akramīd asanan mātaraṃ punaḥ | pitaraṃ ca prayan sthuvas[*367] svāhā[*368]

Diese gesprenkelte Kuh ist herangeschritten; sie hat sich vor der Mutter niedergelassen, und, weitergehend, erreicht sie mit dem Vater den Himmel.

[Anm.: Dieser Vers ist nahezu wortgleich mit RV 1.164.10ab, einem der berühmten Rätselverse des Asya-vāmasya-Hymnus (RV 1.164) über die "gesprenkelte Kuh" (pṛśni) als kosmisches Bild. TS liest an dieser Stelle "prayant suvaḥ" statt "prayan sthuvas" (Fußnote *367); die Quelle zitiert TS 1.5.3.2 (Fußnote *368).]

tri(g)ṃśad dhāma vi rājati vāk pataṅgāya śiśriye | praty asya vaha dyubhis svāhā[*369]

Dreißig Wohnstätten durchwaltet sie vielfältig – die Rede [Vāk] hat sich auf den Vogel/das geflügelte Wesen gestützt. Bring ihn ihm entgegen mit den Himmelslichtern.

[Anm.: Vers unsicherer Bedeutung [?]; Wortlaut und Bildsprache erinnern an die rätselhaften kosmologischen Verse aus RV 1.164, ohne dass eine sichere Zuordnung zu einer bestimmten Einzelstelle möglich ist. Quelle zitiert TS 1.5.3.3 (Fußnote *369).]

asya prāṇād apānaty antaś carati rocanā | vyakhyan mahiṣas suvas svāhā[*370]

Aus seinem Einatem atmet [etwas] aus; im Inneren bewegt sich der Lichtbereich. Der mächtige Büffel hat hervorgeblickt, ins Himmelslicht.

[Anm.: Vers unsicher [?], vermutlich weitere kosmologische Rätselsprache aus dem Umkreis von RV 1.164. Quelle zitiert TS 1.5.3.4 (Fußnote *370).]

ya[*371] tvā kruddhaḥ paro vapa manyunā yad avartyā | sukalpam agne tat tava punas tvod dīpayāmasi svāhā[*372]

Was von dir ein Zorniger im Grimm weit fortgeschleudert hat, als es zum Unheil kam – jenen wohlgeordneten Zustand von dir, o Agni, entzünden wir dich nun wieder.

[Anm.: Thematisiert offenbar die rituelle Wiederherstellung/Neuentzündung des zuvor "zerstreuten" Opferfeuers. Quelle liest "ya", TS-Textform "yat" (Fußnote *371); Quelle zitiert TS 1.5.3.5 (Fußnote *372).]

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