Quellen der Menschheit

Vaikhānasamantrapraśna

Paṭala 122: Aṣṭama-praśna: Die Eröffnungsverse von Ṛgveda und Sāmaveda gemeinsam zitiert (Khaṇḍa 147-148) 8. Praśna: Ṛgveda- und Sāmaveda-Eröffnungsverse unmittelbar nacheinander zitiert

8.1.147.2 zitiert den traditionellen Eröffnungsvers der Sāmaveda-Saṃhitā ("agna āyāhi vītaye"). Unmittelbar danach folgt bei 8.1.147.3 ein erneutes Zitat von RV 1.1.1, dem Ṛgveda-Eröffnungsvers (vgl. bereits 8.1.82.1), und die Verse 8.1.147.4-5 setzen mit RV 1.1.2-3 fort — damit stehen hier die beiden berühmtesten Veda-Eröffnungsverse unmittelbar nebeneinander. 8.1.148.6 endet mit einem Vers, der an RV 10.16.5 (einen Bestattungshymnus) anklingt und so zum nachfolgenden Yama-Totenritual-Abschnitt (Kap. 123-124) überleitet.

pra kāravo mananā vacyamānā devadrīcīṃ nayatha[*873] devayantaḥ | dakṣiṇāvāḍ vājinī prācy eti havir bharanty agnaye ghṛtācī

Vorwärts ziehen die Sänger, von Andacht bewegt, euch, die Götter Liebenden, zum Gott hin führend; nach rechts gewandt, kraftvoll, nach Osten schreitend, mit Ghī geweiht, bringen sie die Opfergabe für Agni dar.

[Anm.: Vers unsicher [?]. Fn. *873: RV liest "nayata" statt "nayatha".]

agna ā yāhi vītaye gṛṇāno havyadātaye | ni hotā satsi barhiṣi

Komm, o Agni, zum Genuss herbei, gepriesen, zur Opfergabendarreichung; als Hotṛ-Priester setze dich auf das Barhis-Gras.

[Anm.: berühmter Vers — die traditionelle Eröffnung der Sāmaveda-Saṃhitā (SV 1.1.1.1).]

agnim īḷe purohitaṃ yajñasya devam ṛtvijam | hotāraṃ ratna-dhātamam

Agni verehre ich, den Hauspriester, den Gott des Opfers, den Opferpriester, den Hotṛ, den größten Schätzespender.

[Anm.: RV 1.1.1, erneutes Zitat des Ṛgveda-Eröffnungsverses, vgl. bereits 8.1.82.1. Damit stehen hier unmittelbar hintereinander die traditionellen Eröffnungsverse von Ṛgveda und Sāmaveda.]

agniḥ pūrvebhir ṛṣibhir īḍyo nūtanir uta | sa devāṃ eha vakṣati

Agni, von den früheren Ṛṣis und auch den neueren zu verehren — er möge die Götter hierher bringen.

[Anm.: RV 1.1.2.]

agninā rayim aśnavat poṣam eva dive-dive | yaśasaṃ vīravattamam

Durch Agni möge man Reichtum erlangen, Gedeihen Tag für Tag, ruhmvoll, reichst an Söhnen.

[Anm.: RV 1.1.3.]

agne yaṃ yajñam adhvaraṃ viśvataḥ paribhūr asi | sa id deveṣu gacchati

O Agni, welches Opfer, welchen Opferdienst du von allen Seiten umgibst, jenes gelangt fürwahr zu den Göttern.

[Anm.: RV 1.1.4.]

agnir hotā kavi-kratus satyaś citra-śravastamaḥ | devo devebhir āg amat

Agni, der Hotṛ-Priester von weisem Willen, wahrhaftig, der Ruhmreichste — der Gott möge mit den Göttern herkommen.

[Anm.: RV 1.1.5.]

agnir ṛṣiḥ pavamānaḥ pāñcajanyaḥ purohitaḥ | tam īmahe mahā-gayam

Agni, der Ṛṣi, der sich Läuternde, der den fünf Völkern Zugehörige, der Hauspriester — ihn, den großen Besitz-Herrn, bitten wir.

[Anm.: Vers unsicher [?], evtl. Anklang an Pavamāna-Formeln, hier auf Agni übertragen.]

agne pavasva svapā asme varcas suvīryam | dadhad rayiṃ mayi poṣam

O Agni, läutere dich, wohltätig; verleih uns Glanz, gute Tapferkeit, Reichtum, mir Gedeihen.

[Anm.: Vers unsicher [?].]

agnir mūrdhā divaḥ kakut patiḥ pṛthivyā ayam | apā(g)ṃ retā(g)ṃsi jinvati

Agni ist das Haupt des Himmels, der Gipfel; er ist der Herr dieser Erde; er belebt die Keime der Wasser.

[Anm.: bekannter Agni-Vers, Anklang an RV 8.44.16.]

ud buddhyasvāgne prati jāgṛhy enam iṣṭā-pūrte sa(g)ṃsṛjethā mayaṃ ca | punaḥ kṛṇva(gg)ṃs tvā pitaraṃ yuvānam anvātā(g)ṃsīt tvayi tantum etam

Erwache, o Agni, sei ihm gegenüber wach; verbinde dich mit Opfer und Wohltat und mit mir; dich, den Vater, wieder zum Jüngling machend, hat er diesen Faden in dir fortgesponnen.

[Anm.: bekannter Vers, Anklang an RV 10.16.5 (Bestattungshymnus) — leitet zum nachfolgenden Yama-Totenritual-Abschnitt über.]

śaṃ yor vīravattamaṃ jinvati dve ca

[Mnemonische Merkzeile:] "…Heil und Segen…" – "…reichst an Söhnen…" – "…er belebt…" – "und zwei weitere".

[Anm.: liturgische Stichwort-Zählformel.]

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