yiṣyasi svāhā māyaiṣā te svāhā
[Mnemonische Merkzeile:] "…wirst du, svāhā" – "…dies ist deine Māyā, svāhā".
[Anm.: Liturgische Stichwortformel, verweist auf 7.1.4.4-5.]
Vaikhānasamantrapraśna
Höhepunkt dieses Abschnitts ist 7.1.4.5 mit einer bemerkenswerten expliziten Māyā-Lehre: alle Götter und die gesamte Vielfalt der Welt werden als Viṣṇus Māyā (kosmische Täuschungs-/Schöpfungskraft) erklärt. 7.1.4.4 erinnert an das bekannte upaniṣadische Motiv der "Furcht-Kausalität" (vgl. Taittirīya-Up. 2.8: "bhīṣāsmād vātaḥ pavate", "aus Furcht davor weht der Wind"), hier auf den Sonnengott übertragen.
yiṣyasi svāhā māyaiṣā te svāhā
[Mnemonische Merkzeile:] "…wirst du, svāhā" – "…dies ist deine Māyā, svāhā".
[Anm.: Liturgische Stichwortformel, verweist auf 7.1.4.4-5.]
manas tvaṃ bhūtvā prataras sato[*480] 'gre tvatto bhūtaṃ sambhāvayiṣyasi sarveṣāṅ kāyānām arham arhate svāhā
Du, zum Denksinn geworden, vorwärtsschreitend, des Seienden am Anfang; von dir wird das Gewordene ins Dasein gerufen werden; das Würdige aller Körper dem Würdigen.
[Anm.: Vers unsicher in Details [?].]
tvaṃ buddhir bhūtānām antarātmā puṇyavatāṃ puṇyeṣu sajjamānaḥ tvaṃ buddhyā[*481] vicinvamānaḥ puṇya-rūpāya svāhā
Du bist die Erkenntnis, das innere Selbst der Wesen, an den Verdiensten der Verdienstvollen haftend; du, mit der Erkenntnis unterscheidend, dem Verdienst-Gestaltigen.
yas sūkṣmān sañcaramāṇān bhāva-bhāvitān[*482] bhavyābhavyān | kurvann ātmīyam amito dhunoti dhuraṃ vahite[*483] svāhā
Der die feinen, umherwandelnden, vom Sein Erzeugten, die Werdenden und Nicht-Werdenden, zu seinem Eigenen machend, der Unermessliche, schüttelt die Last dem sie Tragenden ab.
[Anm.: Vers unsicher [?].]
yasya vā[*484] bhayād bhagavān uttasthe[*485] svayaṃ sūryas satyaṃ[*486] kālaṃ vahamānaḥ | yasmāt teja ātmīyaṅ kṛtvā sarvān asmān pālayiṣyati[*487] svāhā
Aus dessen Furcht der erhabene Sonnengott selbst aufstand, die wahre Zeit tragend; aus dem, den Glanz zu seinem eigenen machend, er uns alle beschützen wird.
[Anm.: Erinnert an das bekannte upaniṣadische Motiv der "Furcht-Kausalität" (vgl. Taittirīya-Up. 2.8: "bhīṣāsmād vātaḥ pavate"), hier auf Sūrya übertragen [?].]
yaṃ tvāṃ[*488] sarvaṃ pālanāyābhibhūtaṃ devās sarve pasye[*489] vicaranti te devās tvam eva sarve māyā māyaiṣā[*490] te svāhā
Dich, der du zum Schutz von allem gekommen bist, alle Götter – in deinem Anblick wandeln sie, jene Götter; du bist eben alle – all dies ist deine Māyā.
[Anm.: Bemerkenswerte explizite Māyā-Lehre: alle Götter und die gesamte Vielfalt der Welt werden hier als Viṣṇus Māyā (kosmische Täuschungs-/Schöpfungskraft) erklärt.]
yas tvaṃ bhūtvā parjanyo vibhīti-randhre[*491] prajābhir ākṛṣyamāṇaḥ satyaṃ kālaṃ vratena pālayan hlādayiṣyasi[*492] svāhā
Der du, zu Parjanya geworden, in der Furcht-Öffnung von den Geschöpfen herbeigezogen, die wahre Zeit durch dein Gelübde behütend, wirst erfrischen.
[Anm.: Vers unsicher [?].]
kāmo bhūtvā prajānām antarā sthitas sarvān lokān hlādayañ jīvamānaḥ sandarpaṇāya haraye varāya svāhā
Zum Kāma geworden, inmitten der Geschöpfe stehend, alle Welten erfrischend, lebend – zur Stolz-Erweckung, dem Hari, dem Vorzüglichen.
aṅgād aṅgād anuprāviśas[*493] sarvān lokān saṃrakṣaṇāya | yo vā vasan devo mātariśvā sa yo 'smākaṃ bhūtyai bhūtaye svāhā
Aus jedem Glied bist du eingegangen, um alle Welten zu beschützen; der wohnende Gott, Mātariśvan, er, der uns zum Wohlergehen ist.
yo mohayan bhūtānāṃ sargādhirakṣaṇāya[*494] | yas saṅkocas saṅkocanāya bhavatāt[*495] svāhā
Der betörend, zum Schutz der Schöpfung der Wesen; der die Zusammenziehung ist, zur Zusammenziehung möge er werden.
[Anm.: Vers unsicher [?].]
yo dvādaśātmā[*496] upari spṛśan vā devānāṃ jyotir jyotiṣām[*497] uttaraḥ svayaṃ vā spṛśan[*498] jyotiṣe svāhā[*499]
Der Zwölf-Selbst, oben berührend, der Götter Licht der Lichter, der Höhere, selbst berührend, dem Licht.
[Anm.: "dvādaśātmā" ("Zwölf-Selbst") erinnert an die zwölf Ādityas/Sonnenmonate.]