Paṭala 85: Saptama-praśna, Anuvāka 2: Die Pāramātmikā-Upaniṣad in der Rezension des Śrīnivāsa Dīkṣita
7. Praśna, 2. Anuvāka: Die zweite Rezension der Pāramātmikā-Upaniṣad (Śrīnivāsa-Dīkṣita-Bhāṣya)
Struktureller Befund: Unmittelbar nach dem Kolophon von Anuvāka 7.1 (Kap. 84) präsentiert die Quelle (Zeilen 5348-5657) denselben Upaniṣad-Text ein zweites Mal vollständig, unter der Überschrift "Śrī-vaikhānasa-mantrapraśnāṣṭake, Saptama-praśnaḥ, Pāramātmikopaniṣat, śrī śrīnivāsa dīkṣitīya bhāṣyānusārī" ("...der Auslegung des Śrī Śrīnivāsa Dīkṣita folgend") und mit eigener Nummerierung 7.2.1.1-7.2.21.5 (= [1.1]-[11.5], identisch zur Zählung in 7.1). Diese zweite Rezension ist wortgetreu nahezu identisch mit der ersten (Anuvāka 7.1, Kap. 74-84) und unterscheidet sich nur in geringfügigen orthographischen und morphologischen Details (Sandhi-Varianten, vereinzelte Wortformen) – vergleichbar den in beiden Anuvākas durchgehend vermerkten "US"-Parallelausgabe-Varianten. Da der Bedeutungsgehalt beider Rezensionen identisch ist, wird hier auf eine vollständige zweite Einzelübersetzung aller 105 Mantras verzichtet (vgl. Kap. 74-84 für die vollständige Übersetzung); stattdessen werden Titel, Kolophon sowie die inhaltlich bedeutsamen Lesart-Unterschiede dokumentiert. Bemerkenswert: 7.2.3.2 liest direkt und ohne Fußnotenvorbehalt "mṛtān" ("die Toten") statt des in 7.1.3.2 nur als Fußnotenvariante vermerkten "dṛtān" ("die Bedrängten") – diese Rezension bestätigt damit ausdrücklich die theologisch bemerkenswerte Aussage "du belebst die Toten wieder" als Haupt-Lesart. Ebenso liest 7.2.9.3 zusätzlich den Namen "umām" (Umā) neben "kāmīm", wo 7.1.9.3 dies nur als Randvariante vermerkte.
Verehrung dem Śrī-Śrīnivāsa. Im Śrī-Vaikhānasa-Mantrapraśnāṣṭaka, siebter Praśna, die Pāramātmikopaniṣad, der Auslegung des Śrī Śrīnivāsa Dīkṣita folgend. Hari, Oṃ.
[Anm.: Überschrift der zweiten, vollständigen Rezension derselben Upaniṣad (7.2.1.1-7.2.21.5 = [1.1]-[11.5]), die inhaltlich Kap. 74-84 (Anuvāka 7.1) entspricht.]
yo vā vāyur dvi-guṇo 'ntarātmā sarveṣām antaś caratīha viṣṇo | sa tvaṃ devān manuṣyān mṛtān parisaṃjīvase svāhā
Der Vāyu, zweifach, das innere Selbst, der in allem innen wandelt, hier, o Viṣṇu; du belebst die Götter, die Menschen, die Toten, wieder.
[Anm.: Bestätigt als Haupt-Lesart dieser Rezension die in 7.1.3.2 (Kap. 75) nur als Fußnotenvariante (*475) vermerkte Lesart "mṛtān" ("die Toten") statt "dṛtān" ("die Bedrängten") – eine bemerkenswerte theologische Aussage über Viṣṇu als Wiederbeleber der Toten.]
Die Begehrende, Umā, beherrschend, die Wahrheit beherrschend, der Herrschenden Herrschaft; jene Wahrheit, die Wahrheits-Gestalt – der Wahrheit, dem Verleihenden.
[Anm.: Diese Rezension liest den Götternamen "umām" (Umā) direkt im Text, wo 7.1.9.3 (Kap. 78) ihn nur als unsichere Randlesart vermerkte – möglicher, aber weiterhin nicht gesicherter Bezug auf die Göttin Umā [?].]
7.2.0.11 pitre svāhā dve ca | hariḥ om | tatth sat | śrī śrīnivāsārpaṇam astu
"…dem Vater, svāhā" – "und zwei weitere". Hari, Oṃ. Das ist wahr. Möge dies Śrī Śrīnivāsa dargebracht sein.
[Anm.: Schlusskolophon der zweiten Rezension. Bezeichnenderweise ist die Widmung hier nicht wie in 7.1 (Kap. 84) an Śrī Rāmacandra, sondern an Śrī Śrīnivāsa gerichtet – passend zum Titel dieser Rezension ("śrīnivāsa dīkṣitīya bhāṣyānusārī") und wohl auf den Namenspatron/Kommentator bzw. Stifter dieser Textfassung bezogen. Mit diesem Kolophon endet der gesamte 7. Praśna (Pāramātmikopaniṣad in zwei Rezensionen).]