Quellen der Menschheit

Vaikhānasamantrapraśna

Paṭala 96: Aṣṭama-praśna: Die Elementen-Auflösung (Pravilāpana) – Erde, Wasser, Feuer, Wind, Äther 8. Praśna: Die Elementen-Auflösung (Pravilāpana) – Erde, Wasser, Feuer, Wind, Äther

Strukturell bedeutsamer Abschnitt: Die fünf groben Elemente (Pañca-mahābhūta) werden der Reihe nach ineinander "aufgelöst" (Erde→Wasser→Feuer→Wind→Äther), jeweils begleitet von der Meditation einer Vyūha-Gestalt der Pāñcarātra-Lehre (Aniruddha, Acyuta, Satya, Puruṣa) und einem wörtlich wiederholten Vers aus der Pāramātmikopaniṣad (7.1.3.4→3→2→1, hier in umgekehrter Reihenfolge zitiert, vgl. Kap. 74-75). 8.1.46.4 bestätigt erneut die "mṛtān"-Lesart ("die Toten") aus 7.2.3.2 (Kap. 85).

pṛthivyai huṃ phaṭ svāhā

Der Erde: Hūṃ, Phaṭ, Svāhā.

apsu pṛthivīṃ pravilāpayāmi

Ich löse die Erde in den Wassern auf.

aniruddha-mūrtiṃ dhyāyāmi

Ich meditiere die Aniruddha-Gestalt.

tvaṃ jīvas tvam āpas sarveṣāṃ janitā tvam āhāraḥ | tvaṃ viṣṇo śramāpanudāya catur-guṇāya svāhā

Du bist das Lebendige, du bist die Wasser, der Erzeuger von allem, du bist die Nahrung; du, o Viṣṇu, dem Müdigkeit-Vertreibenden, dem Vierfach-Eigenschaftlichen.

[Anm.: Wortgleiche Wiederholung von 7.1.3.4 (Kap. 75).]

amṛtāya huṃ phaṭ svāhā

Der Unsterblichkeit: Hūṃ, Phaṭ, Svāhā.

agnāv apah pravilāpayāmi

Ich löse die Wasser in Agni auf.

acyuta-mūrtiṃ dhyāyāmi

Ich meditiere die Acyuta-Gestalt.

tvam agne tri-guṇo variṣṭhaḥ paraṃ brahma paraṃ jyotiḥ | sarveṣāṃ tvaṃ pālanāya hutam amṛtaṃ vahiṣyase svāhā

Du bist Agni, dreifach, der Vorzüglichste, das höchste Brahman, das höchste Licht; zum Schutz aller wirst du die dargebrachte Unsterblichkeits-Opfergabe tragen.

[Anm.: Wortgleiche Wiederholung von 7.1.3.3 (Kap. 75).]

agnaye huṃ phaṭ svāhā

Dem Agni: Hūṃ, Phaṭ, Svāhā.

vāyāv agniṃ pravilāpayāmi

Ich löse Agni in Vāyu auf.

satya-mūrtiṃ dhyāyāmi

Ich meditiere die Satya-Gestalt.

yo vā vāyur dvi-guṇo 'ntarātmā sarveṣām antaś caratīha viṣṇo | sa tvaṃ devān manuṣyān mṛtān parisaṃjīvase svāhā

Der Vāyu, zweifach, das innere Selbst, der in allem innen wandelt, hier, o Viṣṇu; du belebst die Götter, die Menschen, die Toten, wieder.

[Anm.: Bestätigt erneut, wie bereits 7.2.3.2 (Kap. 85), die Lesart "mṛtān" ("die Toten") anstelle von "dṛtān" ("die Bedrängten") aus 7.1.3.2 (Kap. 75) — diese theologisch bemerkenswerte Aussage über Viṣṇu als Wiederbeleber der Toten erweist sich damit als die im Werk mehrheitlich bezeugte Lesart.]

vāyave huṃ phaṭ svāhā

Dem Vāyu: Hūṃ, Phaṭ, Svāhā.

ākāśe vāyuṃ pravilāpayāmi

Ich löse Vāyu im Äther auf.

puruṣa-mūrtiṃ dhyāyāmi

Ich meditiere die Puruṣa-Gestalt.

yo vā gaviṣṭhaḥ paramaḥ pradhānaḥ[*802] padaṃ vā yasya satvam āsīt | yasyoparitvaṃ munayo 'nupaśyanti tasmai mukhyāya viṣṇave svāhā

Der Licht-Suchende, der Höchste, der Vornehmste, dessen Zustand das Sein war; dessen Überlegenheit die Weisen fortwährend schauen — ihm, dem Vorzüglichsten, Viṣṇu.

[Anm.: Wortgleiche Wiederholung von 7.1.3.1 (Kap. 75). Mit diesem Vers ist die Auflösungskette der fünf Elemente (Erde→Wasser→Feuer→Wind→Äther) abgeschlossen.]

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