pṛthivyai huṃ phaṭ svāhā
Der Erde: Hūṃ, Phaṭ, Svāhā.
Vaikhānasamantrapraśna
Strukturell bedeutsamer Abschnitt: Die fünf groben Elemente (Pañca-mahābhūta) werden der Reihe nach ineinander "aufgelöst" (Erde→Wasser→Feuer→Wind→Äther), jeweils begleitet von der Meditation einer Vyūha-Gestalt der Pāñcarātra-Lehre (Aniruddha, Acyuta, Satya, Puruṣa) und einem wörtlich wiederholten Vers aus der Pāramātmikopaniṣad (7.1.3.4→3→2→1, hier in umgekehrter Reihenfolge zitiert, vgl. Kap. 74-75). 8.1.46.4 bestätigt erneut die "mṛtān"-Lesart ("die Toten") aus 7.2.3.2 (Kap. 85).
pṛthivyai huṃ phaṭ svāhā
Der Erde: Hūṃ, Phaṭ, Svāhā.
apsu pṛthivīṃ pravilāpayāmi
Ich löse die Erde in den Wassern auf.
aniruddha-mūrtiṃ dhyāyāmi
Ich meditiere die Aniruddha-Gestalt.
tvaṃ jīvas tvam āpas sarveṣāṃ janitā tvam āhāraḥ | tvaṃ viṣṇo śramāpanudāya catur-guṇāya svāhā
Du bist das Lebendige, du bist die Wasser, der Erzeuger von allem, du bist die Nahrung; du, o Viṣṇu, dem Müdigkeit-Vertreibenden, dem Vierfach-Eigenschaftlichen.
[Anm.: Wortgleiche Wiederholung von 7.1.3.4 (Kap. 75).]
amṛtāya huṃ phaṭ svāhā
Der Unsterblichkeit: Hūṃ, Phaṭ, Svāhā.
agnāv apah pravilāpayāmi
Ich löse die Wasser in Agni auf.
acyuta-mūrtiṃ dhyāyāmi
Ich meditiere die Acyuta-Gestalt.
tvam agne tri-guṇo variṣṭhaḥ paraṃ brahma paraṃ jyotiḥ | sarveṣāṃ tvaṃ pālanāya hutam amṛtaṃ vahiṣyase svāhā
Du bist Agni, dreifach, der Vorzüglichste, das höchste Brahman, das höchste Licht; zum Schutz aller wirst du die dargebrachte Unsterblichkeits-Opfergabe tragen.
[Anm.: Wortgleiche Wiederholung von 7.1.3.3 (Kap. 75).]
agnaye huṃ phaṭ svāhā
Dem Agni: Hūṃ, Phaṭ, Svāhā.
vāyāv agniṃ pravilāpayāmi
Ich löse Agni in Vāyu auf.
satya-mūrtiṃ dhyāyāmi
Ich meditiere die Satya-Gestalt.
yo vā vāyur dvi-guṇo 'ntarātmā sarveṣām antaś caratīha viṣṇo | sa tvaṃ devān manuṣyān mṛtān parisaṃjīvase svāhā
Der Vāyu, zweifach, das innere Selbst, der in allem innen wandelt, hier, o Viṣṇu; du belebst die Götter, die Menschen, die Toten, wieder.
[Anm.: Bestätigt erneut, wie bereits 7.2.3.2 (Kap. 85), die Lesart "mṛtān" ("die Toten") anstelle von "dṛtān" ("die Bedrängten") aus 7.1.3.2 (Kap. 75) — diese theologisch bemerkenswerte Aussage über Viṣṇu als Wiederbeleber der Toten erweist sich damit als die im Werk mehrheitlich bezeugte Lesart.]
vāyave huṃ phaṭ svāhā
Dem Vāyu: Hūṃ, Phaṭ, Svāhā.
ākāśe vāyuṃ pravilāpayāmi
Ich löse Vāyu im Äther auf.
puruṣa-mūrtiṃ dhyāyāmi
Ich meditiere die Puruṣa-Gestalt.
yo vā gaviṣṭhaḥ paramaḥ pradhānaḥ[*802] padaṃ vā yasya satvam āsīt | yasyoparitvaṃ munayo 'nupaśyanti tasmai mukhyāya viṣṇave svāhā
Der Licht-Suchende, der Höchste, der Vornehmste, dessen Zustand das Sein war; dessen Überlegenheit die Weisen fortwährend schauen — ihm, dem Vorzüglichsten, Viṣṇu.
[Anm.: Wortgleiche Wiederholung von 7.1.3.1 (Kap. 75). Mit diesem Vers ist die Auflösungskette der fünf Elemente (Erde→Wasser→Feuer→Wind→Äther) abgeschlossen.]