Paṭala 34: Pañcama-praśna, Dvitīyānuvāka (Fortsetzung): Die vollständige Navagraha-Reihe mit Rāhu und Ketu, die Fluss-Göttinnen und ein Lehrmeinungsstreit über Jyeṣṭhā
5. Praśna, 2. Anuvāka (Fortsetzung): Die vollständige Navagraha-Reihe mit Rāhu und Ketu, die Fluss-Göttinnen und ein Lehrmeinungsstreit über Jyeṣṭhā
Während die frühere Planeten-Litanei (5.1.167-170) nur sieben Planeten kannte, erscheinen hier in 5.2.42 erstmals auch Rāhu und Ketu (die beiden "Schattenplaneten" bzw. Mond-Knoten) namentlich, womit die klassische Navagraha-Reihe der neun Planetengottheiten vollständig wird. Es folgt eine Reihe von Fluss-Göttinnen (Gaṅgā, Yamunā, Narmadā, Sindhu). Bemerkenswert ist die Fußnote zu 5.2.45.10: eine ausdrücklich einander widersprechende Lehrmeinungsangabe zweier Autoritäten (Marīci vs. Atri) über die Anzahl der Namens-Mantras der Göttin Jyeṣṭhā – ein seltener Beleg für schulinterne Diskussion im Text selbst.
Svāhā für: das Opferglied; den Mondtropfen; den Mond; Aṅgāraka [Mars]; den Rückläufigen; den Roten; den Erdsohn; Budha [Merkur]; den Dunklen; den Mond-Zugehörigen.
Svāhā für: den aus dem Śraviṣṭhā-Sternbild Geborenen; den Gelbfarbenen [Jupiter]; den Lehrer [Jupiter]; den Tiṣya-Zugehörigen; Bṛhaspati; Śukra [Venus]; den Kavi-Sohn [Venus]; den Bhṛgu-Sohn [Venus]; den Herumkriechenden [?]; den Sonnensohn [Saturn].
Svāhā für: den Langsamen [Saturn]; den [Saturn-Beinamen, ?]; den Langsam-Wandelnden [Saturn]; Rāhu; den Daitya-Sohn [Rāhu]; den Schlangenherrn [Rāhu]; den Ergreifer [Grāhaka, Rāhu/Ketu]; Ketu; den Schwarzfarbenen; den Rudra-Zugehörigen.
[Anm.: Mit Rāhu und Ketu ist hier — anders als in der früheren Planeten-Litanei 5.1.167-170, wo nur sieben Planeten erschienen — die vollständige Navagraha-Reihe der neun Planetengottheiten erreicht.]
Svāhā für: den Lichtlosen [Ketu, wörtl. "der nicht Erscheinende"]; die Lotosreiche; die Jahnu-Tochter [Gaṅgā]; Gaṅgā; die Welt-Reinigende; Yamunā; die Bergkristall-Glänzende; die beste der Flüsse; die Reinigende; Narmadā.
Svāhā für: die beste der Flüsse; die Blitzgestaltige; die Ausgedehnte; Sindhu [den Indus]; die beste der Flüsse; die Weichgliedrige; die Vollbringende; Durgā; Kātyāyanī; die Viṣṇu-Zugehörige.
[Anm.: Quellenfußnote bestätigt Parallele zu 5.1.174.2 (Durgā-Kātyāyanī-Reihe).]
Svāhā für: die Vindhya-Bewohnerin; die Vollkommenheit [Siddhi]; das All; die Gattin Bhṛgus; Sarasvatī; Śrī; die Standhaftigkeit; die Reinigende; die Freudenspenderin; die in der Bhūḥ-Welt Älteste [Jyeṣṭhā].
[Anm.: Fußnote überliefert zwei einander widersprechende Lehrmeinungen: "für die Göttin Jyeṣṭhā gelten sechs Namen-Mantras, so lehrt Marīci; man rufe Jyeṣṭhā mit fünfen herbei, so lehrt Atri" — ein seltener Beleg für eine im Text selbst dokumentierte schulinterne Meinungsverschiedenheit.]
Svāhā für: die in der Bhuvaḥ-Welt Älteste; die in der Suvar-Welt Älteste; die über Kali Herrschende; die Gattin des Kali; die Amme [Dhātrī]; die Großbäuchige [?]; die Rudra-Zugehörige; Mahākālī; die Göttliche [Surā, im Kontext wohl personifiziert, nicht als Berauschungsstoff; unsicher].
[Anm.: "surāyai" ist lexikalisch doppeldeutig zwischen "der Göttlichen" und dem personifizierten Trankopfer/Branntwein; im Kontext der übrigen Devī-Namen erscheint eine Personifikation wahrscheinlicher, bleibt aber unsicher [?].]
Svāhā für: die Schönmündige; die Blitzgestaltige; die Glückhafte; die Schöne [Sundarī]; die Ausgedehnte; die Lotosäugige; die Lotosfarbene; die personifizierte Svāhā; die Schöngliedrige; die Weichgliedrige.
Svāhā für: die Vollbringende; die personifizierte Svadhā; den Wohlstand [Samṛddhi]; die Sippen-Mehrerin; die Ehrerbietung [Sannati]; die Täuschungsmacht [Māyā]; die Elefanten-Göttin [Mātaṅgī]; Vārāhī; die Schönantlitzige; die Erfreuende.