Quellen der Menschheit

Vaikhānasamantrapraśna

Paṭala 80: Saptama-praśna: Die Pāramātmikā-Upaniṣad (7) – Die Rākā-Anrufung und der Puruṣa-Vidyā-Vers 7. Praśna: Die Pāramātmikā-Upaniṣad (7) – Die Rākā-Anrufung und der Puruṣa-Vidyā-Vers

Bemerkenswerte Zitate: 7.1.13.4 lehnt sich an RV 2.32.4 an (Anrufung der Mondgöttin Rākā); 7.1.13.5 ist der berühmte Puruṣa-Vidyā-Vers, wörtlich übereinstimmend mit Vājasaneyi-Saṃhitā 31.18 und Taittirīya-Āraṇyaka 3.12.7, auch zitiert in Śvetāśvatara-Upaniṣad 3.8 – einer der zentralen Verse der vedischen Puruṣa-Theologie.

tapo-nidhīnāṃ tapasāṃ rayindaṃ rayim āyur aṅgaṃ vyasanaugha-hiṃsram | sāsiṣv asantaṃ savane savitre tasmai sureśāya sura-brahma-kartre svāhā

Der Schätze der Askese, der Askesen Reichtum-Gebender, Reichtum, Lebenskraft, Körperglied, der die Flut des Unglücks zerstört; im Preisen weilend, beim Somaopfer, dem Erreger – jenem Götterherrscher, dem Schöpfer des Götter-Brahman.

[Anm.: Vers im Detail unsicher [?].]

yo vā nṛsiṃho vijayaṃ bibharṣi rā-rājimantaṃ rayi-daṃ kavīnām | sārājimantaṃ sajayaṃ sahasraṃ tasmai suyantre susevadhaye sevadhaye svāhā

Der du, o Nṛsiṃha, den Sieg trägst, den strahlenden, den Reichtum-Gebenden der Seher; mit Glanz versehen, mit Sieg, tausendfach – jenem guten Lenker, dem guten Schatz, dem Schatz.

[Anm.: Erneuter Bezug auf Nṛsiṃha.]

rayiḥ kakudmān vidadhad vinaṣṭaṃ rayimad vidhānam | tasmai kakutre vikaṭāya pitre svāhā

Der Reichtum, mit Gipfel versehen, das Verlorene anordnend, die reichtumsvolle Anordnung; jenem Gipfel-Träger, dem Gewaltigen, dem Vater.

rākām ahaṃ suhavāṃ suṣṭutī huve śṛṇotu nas subhagā bodhatu tmanā | sīvyatv apas sūcyācchidyamānayā dadātu vīraṃ śata-dāyam ukthyaṃ svāhā

Die Rākā rufe ich, die gut zu Rufende, mit gutem Lobpreis an; sie höre uns, die Glückbringende, sie erwache aus sich selbst; sie nähe das Werk mit unzerschnittener Nadel, sie gebe einen Helden, hundertfach beschenkt, preiswürdig.

[Anm.: Zitat/Anklang an RV 2.32.4, den Hymnus an die Mondgöttin Rākā (Göttin des Vollmondtages).]

vedāham etaṃ puruṣaṃ mahāntam āditya-varṇaṃ tamasas tu pāre | sarvāṇi rūpāṇi vicitya dhīro nāmāni kṛtvābhivadan yad āste svāhā

Ich kenne jenen großen Puruṣa, sonnengleich an Farbe, jenseits der Finsternis; alle Gestalten durchschauend, weise, Namen gebend, redend, wie er da ist.

[Anm.: Berühmter, wörtlich übereinstimmender Vers = Vājasaneyi-Saṃhitā 31.18 / Taittirīya-Āraṇyaka 3.12.7 (Puruṣa-Sūkta-Tradition), auch zitiert in Śvetāśvatara-Upaniṣad 3.8 – ein Schlüsselvers der vedischen Puruṣa-Theologie.]

dig-doṣā yasya vidiśaś ca karṇau dyaur āsa vaktram udaran nabho vā | śāsti sma vā yas svayam āpa dantaṃ tasmai varatre varadāya kasmai svāhā

Dessen Ohren die Himmelsrichtungen und Zwischenrichtungen sind, der Himmel sein Antlitz war, oder der Luftraum sein Bauch; der selbst befiehlt, der selbst die Grenze erlangte – jenem Wohltäter, dem Gaben-Gebenden, wem auch immer.

[Anm.: Vers unsicher [?]; kosmische Körper-Imagerie (Viśvarūpa-Motiv).]

padmāsya-vakṣāḥ paramas su-puṇyaḥ padmā-janitraṃ param asya vāsam | sūkṣmas savitre svayam ādadhānas sāvitra-rūpaṃ paramaṃ su-puṇyaṃ svāhā

Mit lotusgleichem Antlitz und lotusgleicher Brust, der Höchste, hoch verdienstvoll, der Erzeuger der Padmā [Lakṣmī], sein höchster Wohnsitz; der Feine, sich selbst dem Erreger verleihend, die Savitṛ-Gestalt, die höchste, hoch verdienstvolle.

yaḥ puṇḍarīkaḥ paramāntarātmā kamrāṅga-bhūtaṃ kamalan dhadhāra | sāsiṣv asantaṃ su-rase rasāya svāhā

Der Lotusäugige, das höchste innere Selbst, das liebliche Glied-Wesen, den Lotus trug er; im Preisen weilend, im guten Geschmack – dem Geschmack.

rayīṇāṃ patiṃ yajataṃ bṛhantaṃ rā-rāga-muktaṃ guruṃ sv-anīkam | taṃ rāyo rūpaṃ rayi-bhūta-bhūtiṃ rayimat-suratre svāhā

Den Herrn der Reichtümer, den verehrungswürdigen, großen, von [falscher] Leidenschaft befreiten, den Erhabenen, mit schönem Antlitz; ihn, die Gestalt des Reichtums, das Wesen des reichtumsgewordenen Wesens – dem reichtumsvollen guten Beschützer.

[Anm.: Vers unsicher [?].]

rāyāṃ patatre rayim ādadhātre rāyo bṛhantaṃ rayimat su-puṣṭām | rā-rājimantaṃ rataye yajantu taṃ biṃbavantaṃ kakudāya bhadre svāhā

Dem Träger der Reichtümer, dem Reichtum-Verleihenden, den großen Reichtum, die reichtumsvolle gute Nahrung; den Strahlenden mögen sie zur Freude verehren, ihn, den Scheibenhaltenden, dem Gipfel, dem Segensreichen.

[Anm.: Vers unsicher [?].]

yadāste svāhā bhadre svāhā

[Mnemonische Merkzeile:] "…wie er da ist, svāhā" – "…dem Segensreichen, svāhā".

[Anm.: Liturgische Stichwortformel.]

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