Paṭala 21: Pañcama-praśna, Prathamānuvāka (Fortsetzung): Anrufung der vier Kumāras und der Avatāras Viṣṇus
5. Praśna, 1. Anuvāka (Fortsetzung): Anrufung der vier Kumāras und der Avatāras Viṣṇus
Nach der Anrufung der vier ewig-jugendlichen, geistgeborenen Söhne Brahmās (Sanaka, Sanandana, Sanatkumāra, Sanātana) und einer weiteren Göttinnen-Litanei folgt ab 5.1.139 eine klar erkennbare, systematische Aufzählung von Avatāras und Erscheinungsformen Viṣṇus: Varāha (Eber), Narasiṃha (Mann-Löwe), Vāmana (Zwerg) und Trivikrama (der mit den drei [Welten-durchmessenden] Schritten) – vier der zehn klassischen Avatāras –, ergänzt um Hayātmaka (den "Pferdegestaltigen", d.h. Hayagrīva) und, im nächsten Kapitel fortgesetzt, Rāma-deva.
"Ich kenne diesen [Puruṣa]" [pratīka, vgl. 5.1.46.6]. Oṃ, ich rufe herbei: Śeṣa; Mitra; Atri; das All [Viśva]; Śiva; den Ewigen [Sanātana]; Sanandana; Sanatkumāra; Sanaka.
[Anm.: Sanaka, Sanandana, Sanatkumāra und Sanātana sind die vier "Kumāras", die ewig-jugendlichen, geistgeborenen Söhne Brahmās der purāṇischen Tradition.]
Ich rufe herbei: die Siegreiche [Jayā]; die Siegerin [Vijayā]; die Findende [Vindā]; die Freudenreiche [Nandā]; die Nahrungbringende [Puṣṭikā]; die Lotosreiche [Kumudvatī]; die Lotosblume [Utpalikā]; die Leidlose [Viśokā]. "Brüllend bei der Geburt." "Die beiden Aśvins mögen tragen, sie sollen tragen; ich trage den vereinigten Garuḍa-Wagen; ich trage ihn an seinen [rechten] Ort." "Diese beiden, der Unwissende und der Wissende, der Herrschende und der Nicht-Herrschende, die beiden Ungeborenen — der eine ist der Genießer, mit dem Zweck des zu Genießenden ausgestattet" [Anklang an die bekannte "zwei Vögel"-Metapher, vgl. Śvetāśvatara-Upaniṣad 4.6-7]. "Der endlose Selbst, der Allgestaltige, der Nicht-Handelnde — wie er das Getane erkennt, so gelangt er zum Brahman." "Was den im Lager liegenden Vaiṣṇava betrifft." "Zum Glück geboren, die Erdgöttin." Oṃ, ich rufe herbei Viṣṇu. "Wohlan, singt von Viṣṇus Heldentaten." "Agni preise ich, den Hauspriester." "Für Labung dich, für Kraft dich." "Agni, komm her; Heil uns, ihr Göttinnen." [Gedächtnisvers:] "Sanaka rufe ich herbei" – "den Ort trage ich" – und neun.
Oṃ, ich rufe herbei: Viṣṇu; Śrī; die Goldgelbe [Hariṇī]. Oṃ, ich rufe herbei: den Puruṣa; Kapila; die Wahrheit [Satya]; das Opfer [Yajña, personifiziert]; den Unfehlbaren [Acyuta]; Nārāyaṇa; den Ungehinderten [Aniruddha].
Ich rufe herbei: das Heilige [Puṇya]; den Eber [Varāha]; den Wohlglücklichen [Subhadra]; Narasiṃha, den Mann-Löwen; den Selbst-Beherrschenden [Īśitātman]; Vāmana, den Zwerg; den Alles-Emportragenden [Sarvodvaha]; Trivikrama, den mit den drei Schritten; den Herrn allen Wissens [Sarva-vidyeśvara]; Indra.
[Anm.: Hier erscheinen vier der zehn klassischen Avatāras Viṣṇus explizit: Varāha, Narasiṃha, Vāmana und Trivikrama.]
Ich rufe herbei: Yama; Varuṇa; Kubera; Agni; Nirṛti; Vāyu; Īśāna; den Wohlglücklichen [Subhadra]; das All [Sarva]; den Pferdegestaltigen [Hayātmaka, d.h. Hayagrīva/Hayaśīrṣa].
Ich rufe herbei: den Glück-Bringenden [Sukhāvaha]; den Gott Rāma [Rāma-deva]; den Mit-Tragenden [?] [Saṃvaha]; den heiligen Gott [Puṇya-deva]; den Wohl-Tragenden [?] [Suvaha]; Mitra; den Ewigen [Sanātana].
[Anm.: Mit rāma-devam āvāhayāmi erscheint hier explizit auch der Avatāra Rāma.]