Quellen der Menschheit

Vaikhānasamantrapraśna

Paṭala 77: Saptama-praśna: Die Pāramātmikā-Upaniṣad (4) – Sarasvatī-Zugehörigkeit und die zwei Vögel (RV 1.164 / Muṇḍaka-Up.) 7. Praśna: Die Pāramātmikā-Upaniṣad (4) – Sarasvatī-Zugehörigkeit und die zwei Vögel

Höhepunkt dieses Abschnitts ist 7.1.7.2 mit dem bekannten upaniṣadischen Bild der "zwei Vögel auf demselben Baum" (vgl. RV 1.164.20, Muṇḍaka-Up. 3.1.1, Śvetāśvatara-Up. 4.6): das individuelle Selbst (Jīva), das die Früchte der Taten genießt, und das höchste Selbst (Paramātman), das unbeteiligt zuschaut. 7.1.7.5 zeigt einen ungewöhnlichen Wechsel in die erste Person Singular Femininum, möglicherweise ein Sprecherwechsel zu einer weiblichen Stimme (Śrī oder die Erde) innerhalb dieses Textes.

yo brahmā brahma-vidām ātmā syād ātma-cakṣuṣām | bhūtir bhūtimatāṃ sukṛtaṃ kṛtāya svāhā

Der Brahmā ist, der Kenner des Brahman, das Selbst der Selbst-Sehenden; das Gedeihen der Gedeihenden, das Wohlgetane dem Getanen.

sārasvato vā eṣa devo yo vābhayaḥ[*500] pāramātmikaḥ | bhiyo bhayo[*501] vā sarvaṃ sandhuṣe svāhā[*502]

Der Sarasvatī-Zugehörige ist dieser Gott, der auch furchtlos, zum höchsten Selbst Gehörige; die Furcht aus Furcht schüttelst du gänzlich ab.

[Anm.: Fußnote *502 vermerkt, dass diese Lesart im Wesentlichen mit der Fassung des Kommentators Bhaṭṭa-Bhāskara übereinstimmt.]

yo vā paraṃ jyotiḥ paraṃ sandadhānaḥ | paramātmā puruṣaṃ sañjaniṣyase[*503] svāhā

Der das höchste Licht, das Höhere festhaltend; das höchste Selbst, du wirst den Puruṣa hervorbringen.

yo dośaś caturaś caturthaś[*504] caturaḥ padārthān[*505] | sarvaṃ lokasya sandadhānas sate[*506] satvam ādadhānāya svāhā

Der die vierfache Verfehlung, den Vierten, die vier Gegenstände/Wortbedeutungen; alles der Welt festhaltend, dem Seienden das Sein verleihend.

[Anm.: Vers unsicher in Details [?].]

yasyaitā brahma-mūrtayo bṛhad-brahmaṇo[*507] brahma ādadhānaḥ yo[*508] brahma-guptaye paraṃparāya svāhā

Dessen diese Brahman-Gestalten sind, des großen Brahman das Brahman verleihend, der zum Schutz des Brahman, zur Nachfolge.

jyotiṣe svāhā parāya svāhā

[Mnemonische Merkzeile:] "…dem Licht, svāhā" – "…dem Höchsten, svāhā".

[Anm.: Liturgische Stichwortformel.]

vāko vā anuvāko vākaṃ vākam sañjuṣamāṇaḥ | deva-sva-svaṃ[*509] guptaye[*510] svayaṃ[*511] jyotiṣe svāhā

Die Rede, der Nach-Spruch, Wort für Wort liebend; das Göttereigene, zum Schutz, selbst, dem Licht.

[Anm.: Vers unsicher [?].]

dvāv etau pakṣī acarañ carantau no dhuraṃ[*512] vyadhunīte | yaś caiko[*513] bhunakti bhoktre svāhā

Diese beiden Vögel, der eine unbewegt, der andere sich bewegend, tragen uns die Last ab; und der Eine genießt, dem Genießenden.

[Anm.: Bekanntes upaniṣadisches Bild der "zwei Vögel auf demselben Baum" (vgl. RV 1.164.20, Muṇḍaka-Up. 3.1.1, Śvetāśvatara-Up. 4.6) – das individuelle Selbst (Jīva) und das höchste Selbst (Paramātman), von denen der eine die Früchte der Taten genießt, während der andere unbeteiligt zuschaut.]

yo vā āyuḥ paramātmā[*514] mīḍhuṣaḥ pāraṃparyāt paraḥ[*515] parāyaṇaḥ paro[*516] lokānāṃ param ādadhānaḥ parataḥ parāya[*517] svāhā

Der die Lebenskraft ist, das höchste Selbst des Regenspenders, jenseits der Nachfolge, das höchste Ziel, der Höchste der Welten, das Höchste verleihend, von jenseits, dem Höchsten.

yo vā tejas[*518] tejasāṃ tejas teja ādadhānaḥ | satyas[*519] tejas tejasāṃ tejas tejase svāhā

Der der Glanz der Gläne ist, Glanz verleihend; wahrhaft der Glanz der Gläne, dem Glanz.

sāhaṃ vā yāṃ samāśiṣam āsīr bhūtābhūtā | āsiṣam āsīr āsīr anubhūma svāhā[*520]

Ich, die ich diese gemeinsame Segenswunsch bin, der Segen war, geworden und nicht-geworden; den Segenswunsch, den Segen, den Segen erfuhren wir.

[Anm.: Vers unsicher in Details [?]; ungewöhnlicher Wechsel in die erste Person Singular Femininum ("sāham"), evtl. Sprecherwechsel zu einer weiblichen Stimme (Śrī oder die Erde) innerhalb dieses Textes.]

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