Paṭala 72: Ṣaṣṭha-praśna: Der Herr aller Wesen (Bhūtānām pati) und die umherstreifenden Geisterwesen
6. Praśna: Der Herr aller Wesen und die umherstreifenden Geisterwesen
Dieser Abschnitt (6.40.1-6.41.8) bildet den letzten größeren inhaltlichen Block vor dem Abschluss des sechsten Praśna. Höhepunkt ist 6.41.4-6, eine feierliche, klar formulierte Anrufung des "Herrn aller Wesen" (bhūtānāṃ pati, ein Beiname Śivas/Rudras als Bhūteśa). Der Abschnitt schließt in 6.41.8 mit einer Erwähnung niederer, Tag und Nacht umherstreifender Geisterwesen, denen zur Besänftigung eine eigene Opfergabe dargebracht wird. 6.0.13 ist die übliche mnemonische Merkzeile.
Dem die Weisen die Opfergabe darbringen, der Ungeborene, der Schlangen-Geborene, der Erwachte, herrschend; ihm, in mir die Fehler, dessen Antlitz im Feuer – die Wälder mögen fallen.
[Anm.: Vers unsicher in Details [?]; "ahijāni" ("Schlangen-Geborener") ist ein rätselhaftes Epitheton, evtl. Bezug auf Ahirbudhnya (vgl. 5.2.74).]
Der Große, das Ende, am Anfang, der Beschützer der Welt; über die Wünsche herrschen die Unsterblichen und die Sterblichen; sie bereiten im Feuer die wohldargebrachte Schmelzbutter.
tan mā yaśo 'gre tāvake vasūnāṃ yajāmahe syād bhavataḥ prasannaḥ | tadā vadaty uttama-gaṃ jayan te svāhā
Jener Ruhm, am Anfang, in deiner Sphäre der Güter, wir opfern – möge er von dir wohlgesonnen sein; dann spricht er, zum Höchsten gehend, für dich siegend.
Dem Anführer der Wesen opfere ich, dem Herrscher der Wesen, dem Hüter der Welt; dem Herrn der Wesen, von übergroßer Heldenkraft; dem Herrn der Wesen sei Verehrung.
[Anm.: Feierliche Anrufung des "Herrn aller Wesen" (bhūtānāṃ pati) – ein gängiger Beiname Śivas/Rudras als Bhūteśa.]
Ein Wesen selbst, wandelt er unter den Wesen, eingegangen; er wurde der Oberherr der Wesen. Der Oberherr aller Wesen – ihm, dem Viṣṇu-Wesen, dem Achsen-Zerstörer, sei geopfert.
[Anm.: "akṣa-hantṛ" ("Achsen-" oder "Würfel-Zerstörer") bleibt in seiner genauen Bedeutung unsicher [?].]
Die Wesen, die bei Tag und Nacht umherwandeln, nach Opfergaben begehrend, Gesandte des Vitud; ihnen bringe ich, nach Gedeihen verlangend, die Opfergabe dar; mir möge der Herr des Gedeihens Gedeihen gewähren.
[Anm.: "Vitud" bleibt unsicher [?]; der Vers beschreibt niedere, umherstreifende Geisterwesen, denen zur Besänftigung geopfert wird.]