Paṭala 73: Ṣaṣṭha-praśna (Schluss): Die große Inhalts-Merkformel und der Abschluss-Kolophon
6. Praśna (Schluss): Die große Inhalts-Merkformel und der Abschluss-Kolophon
Dieses Schlusskapitel des sechsten Praśna besteht ausschließlich aus mnemonischen Zitat-/Zählformeln, die den gesamten vorangegangenen Praśna in komprimierter Form rekapitulieren. Besonders bemerkenswert ist die zweite mit "6.0.14" nummerierte Zeile (die Quelle vergibt diese Nummer für zwei aufeinanderfolgende Verse doppelt): sie reiht die Pratīka-Anfänge (Incipits) fast aller größeren Verseinheiten des gesamten Praśna 6 – Trivikrama, Puruṣa-Sūkta, Śrī-Sūkta, Agni-Verse, die Svasti-Reihe, Indra-Hymnen, den Sūrya-Hymnus, die Nandinī/Jyeṣṭhā-Anrufung, die kosmologischen Verse, die Sarasvatī-Verse und die Göttinnen-Litanei – lückenlos in ihrer Original-Reihenfolge auf und schließt mit einer Zählangabe. Der Praśna endet mit dem Standard-Kolophon "hariḥ oṃ tat sat".
ato devā idaṃ viṣṇus trīṇi padā viṣṇoḥ karmāṇi tad viṣṇoḥ paramaṃ padaṃ tad viprāsaḥ
"Von dort, die Götter…" — "Dies hier, Viṣṇu…" — "Drei Schritte…" — "Viṣṇus Taten…" — "Jenen höchsten Ort Viṣṇus…" — "Die inspirierten Seher…" [Zitatfolge]
[Anm.: Reiht knappe Pratīka-Zitate (Verweis-Incipits) aller sechs Trivikrama-Verse (6.1.2-7) in ihrer ursprünglichen Reihenfolge aneinander – eine zusammenfassende Rezitations-/Gedächtnisformel, die noch einmal an den Eröffnungshymnus des Praśna erinnert.]
ato devās sahasra-śīrṣā hiraṇya-varṇāṃ bhūmir bhūmnā svasti caiva trātāram indram udutyaṃ jagan naṃdiny ā sa ekaḥ pāvakā naś catur-mukhī dātā ito devāś catur-daśa[*446]
"Von dort, die Götter…" [6.1.2] — "Tausendköpfig…" [6.2.1, Puruṣa-Sūkta] — "Goldfarben…" [6.5.1, Śrī-Sūkta] — "Die Erde durch ihre Fülle…" [6.8.1] — "Und Wohlergehen…" [6.11.1] — "Den Retter Indra…" [6.16.1] — "Empor jenen…" [6.21.1, Sūrya-Hymnus] — "…die Welt, der Nandinī…" [6.27.1] — "Er wurde der Eine…" [6.32.1] — "Die reinigende Sarasvatī…" [6.34.1] — "Die Vier-Gesichtige…" [6.36.1] — "die Gebende…" [?] — von hier vierzehn.
[Anm.: Eine außergewöhnliche Zeile: eine zusammenfassende Inhalts-Merkformel für den GESAMTEN sechsten Praśna, die die Pratīka-Anfänge fast aller größeren Verseinheiten dieses Praśna lückenlos in Original-Reihenfolge aneinanderreiht und mit einer Zählangabe ("vierzehn") schließt – ein bemerkenswertes Beispiel liturgischer Selbst-Verzeichnung. Fußnote *446 vermerkt, dass die Ausgabe von 1946 diesen Vers auslässt.]
ato devā svasti caivodutyaṃ ya eṣo ojo balāya dvi-catvāri(g)ṃśat[*448]
"Von dort, die Götter…" — "Und Wohlergehen…" — "Empor jenen…" — "Der du Kraft und Stärke bist…" [6.41.1] — zweiundvierzig.
[Anm.: Eine weitere, kürzere Zähl-/Verweisformel mit vier weiteren Incipits, schließt mit der Zahl "zweiundvierzig" (vermutlich eine Gesamtzahl in einer bestimmten Zähltradition der Quelle). Fußnote *447 vermerkt, dass dieser Vers im Quellbuch selbst die Nummer 42 trägt; Fußnote *448, dass die Ausgabe von 1946 ihn auslässt.]
"Von dort, die Götter…" — "Die inspirierten Seher…" — Hari, Oṃ. Das ist wahr.
[Anm.: Schlusskolophon des gesamten sechsten Praśna, der noch einmal mit einem letzten Doppel-Zitatverweis (Anfang und Ende der Trivikrama-Verse) und der Standard-Schlussformel "hariḥ oṃ tat sat" endet. Damit ist der 6. Praśna (6.1.1-6.42.1 sowie die Merkverse 6.0.1-15) vollständig übersetzt.]